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Geschichte eines Lebens Gebundene Ausgabe – 18. Januar 2005

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Der im damals rumänischen Czernowitz geborene Romancier Aharon Appelfeld kam 1946 als 14-jähriger Holocaust-Waise nach Israel. Jahre des Leids lagen hinter dem Jungen. Mit gerade mal sieben war er aus der bis dahin heilen Welt seiner Kindheit gerissen worden. Was folgte waren Terror und Gewalt: Der Todesschrei seiner Mutter sollte ihn das ganze Leben begleiten…

Die lesenswerte und von Anne Birkenhauer glänzend übersetzte Geschichte eines Lebens – seines Lebens – ist keine stringent erzählte Autobiographie Appelfelds. Es ist vielmehr ein Bericht über das, was von diesem Leben sich in die Erinnerung des Autors eingebrannt hat. Weder werden Lücken um der Stringenz willen geschlossen, noch wird vermeintlich oder tatsächlich Wichtiges besonders ausgeschmückt und von vermeintlich oder tatsächlich Unwichtigem geschieden. Der Autor traut einfach seiner Erinnerung. Und er hat gut daran getan!

Auch als Literat hat Appelfeld es anfangs keineswegs so einfach gehabt, wie die späteren Erfolge glauben machen könnten. Im Gegenteil: Aufrichtig wohlmeinende Freunde rieten ihm dringend von einer Karriere als Schriftsteller ab, die aufgrund mangelnder Begabung nur scheitern könne. Nur gut, dass er, so schwer es ihm fiel, auch hier nur seiner eigenen inneren Stimme traute. Nicht nur hätte er sonst im Schreiben keinen Trost finden können, auch wir wären niemals in den Genuss solch grandioser Bücher wie Tzili, Der unsterbliche Bartfuß oder Badenheim gekommen. --Alexander Dohnberg

Pressestimmen

Es ist für die Weltliteratur von Bedeutung, dass Aharon Appelfeld sich zum Schreiben entschlossen hat. (Der Spiegel)

Oft ist man versucht niederzuknien. (Neue Zürcher Zeitung)

Aharon Appelfeld ist ein wichtiger Zeuge des vergangenen Jahrhunderts. Er lebt in Israel, zählt jedoch zu den großen jüdischen Erzählern Osteuropas. (Imre Kertész)

Über das Leben vor und nach Auschwitz: unsentimental, bewegend, ein großartiges literarisches Zeitdokument. (Die ZEIT)

Dies ist die merkwürdige und wunderbare Geschichte von einem verlorenen und wiedergefundenen Leben. (Literarische Welt) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

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Format: Taschenbuch
In „Die Geschichte eines Lebens“ beschreibt Aharon Appelfeld sein Überleben in den sechs Jahren des Zweiten Weltkriegs und seine ersten Jahre in Israel.

Geboren wird Appelfeld in 1932 in Czernowitz, damals Rumänien, als Kind assimilierter Juden. Seine Muttersprache ist Deutsch bzw. Jiddisch. Bei Ausbruch des Krieges wird seine Mutter ermordet; er selbst kommt mit seinem Vater zunächst ins Ghetto, später in ein Arbeitslager, aus dem er fliehen kann. Er überlebt in den Wäldern der Ukraine, auf einsamen Bauernhöfen, als Küchenjunge bei der Roten Armee. 1946 kommt er nach Palästina, wo er bis heute lebt.

Dieses Buch ist keine chronologisch erzählte Geschichte. Dies ist nach Aussage Appelfelds gar nicht möglich, da bis heute viele Erinnerungen verschüttet sind. Und selbst wenn sie vorhanden sind, kann er sie kaum in Worte kleiden. Und wozu auch: niemand würde diese Geschichte glauben. (S. 185/186: Es war wirklich unvorstellbar. Immer wenn du von jener Zeit erzählst, überkommt dich das Gefühl, dass es unvorstellbar ist. Du erzählst und glaubst selbst nicht, dass dir das passiert ist.). Erschwert wird ihm das Erzählen auch durch den Verlust der Muttersprache. Einerseits wegen der Einsamkeit in den Wäldern und andererseits aus Selbstschutz, wenn er in Gesellschaft ist, hat es ihm buchstäblich die Sprache verschlagen. Und das Erlernen des Hebräischen ist für ihn ein langer, mühsamer Prozess.

Zeit seines Lebens leidet er an dem Verlust der Eltern, der Heimat und der Sprache. Zwar überlebt er, und Palästina bietet ihm Unterschlupf, aber Heimat, zu Hause, kann es ihm lange Zeit nicht werden, seine Einsamkeit bleibt bestehen.
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Format: Gebundene Ausgabe
Das historische Motto des Jahres lautet „60 Jahre Kriegsende", fast so, als handele es sich um irgendeinen Krieg, der irgendwie endete. Schon seit geraumer Zeit verschiebt die Zeitgeschichtsschreibung den Fokus auf die Leiden der Deutschen, mit dem sicher nicht beabsichtigten Effekt, dass die Rechten in Dresden vom „Bomben-Holocaust" sprechen. Dass dieser Krieg von Deutschland in die Welt getragen wurden und zunächst bei anderen unzählige Opfer forderte, daran erinnert auch der israelische Schriftsteller Aharon Appelfeld in seinem sehr bewegenden Buch „Geschichte eines Lebens". Appelfeld, 1932 in Czernowitz/ Ukraine geboren, verlor bereits als Kind seine gesamte Familie - in der Vernichtungsmaschinerie der Deutschen. Sein eigenes Überleben ist eher eine Wundergeschichte.
Liebevoll erinnert er sich an seine Mutter - mit der er deutsch sprach -, den eher rational denkenden Vater, den tiefgläubigen Großvater - mit dem er jiddisch sprach - und an viele andere. Den Tod der Mutter, von Deutschen und Rumänen erschlagen, muss er miterleben. Vom Vater wird er auf dem Transport ins Konzentrationslager getrennt - und verbringt die nächsten sechs Jahre in den Wäldern oder bei Bauern, denen er sich als ukrainisches Waisenkind ausgibt.
Seine Beschreibungen sind voller Zärtlichkeit, Ungläubigkeit angesichts menschlicher Niedertracht, Trauer. Eindringlich sind seine Erinnerungen an die ersten Tage der Befreiung, die er mit vielen anderen an der adriatischen Küste verbringt, sowie die Erlebnisse in italienischen Flüchtlingslagern vor der Überfahrt nach Palästina.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Aharon Appelfeld beschreibt sein Leben. Er gehört zur Generation der Juden, die als Kinder den Holocaust überlebt haben, und nun, über 60 Jahre danach, den Versuch wagen, zu beschreiben, was diese schrecklichen Erfahrungen für ihr Leben bedeuten.
Appelfelds Versuch ist in höchsten Maße gelungen. Ich habe selten ein Buch gelesen, das in einer so poetischen Sprache eigentlich Unsagbares beschreibt. Trotz aller bitteren Erfahrung durch von Menschen zugefügtes Leid an sich selbst und an anderen, hält Appelfeld bis in sein Alter auch in seiner neuen Heimat Israel fest an seiner Überzeugung, dass es sich lohnt, an der Menschlichkeit des Menschen festzuhalten. Sein unzwingbarer Wille zur eigenen Unabhängigkeit von Moden und Meinungen überzeugt und macht Mut, auch in schwierigen Zeiten an Ideen wie Menschlichkeit und Gerechtigkeit festzuhalten.
Ein wunderbares Zeugnis der Menschlichkeit , dem viele LeserInnen zu wünschen sind.
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Von Stefan Erlemann HALL OF FAME REZENSENTTOP 1000 REZENSENT am 21. Dezember 2009
Format: Taschenbuch
Aharon ist sieben, als der Krieg über das beschauliche Leben der Juden in Czernowitz hereinbricht. Das Ghetto, der Mord an seiner Mutter, deren letzten Schrei der Junge nie vergisst, das Lager und die sechs Jahre nach dem Krieg, die zwischen Flucht und Ruhe pendeln, enden in Palästina. Dort gewinnt, wie bei fast allen seiner Leidensgenossen, das Schweigen die Oberhand. Nichts dringt nach Außen, alles beginnt in seinem Inneren zu Geschichte, zu Vergangenheit zu werden.
Erst mit sechsundsechzig Jahren veröffentlicht Aharon Appelfeld seine fragmentarischen Memoiren, erst da gewinnt die Sprache, die Schrift gegen das äußere Schweigen. Erinnerungsfetzen werden Realität, dringen an die Oberfläche und gerinnen zu einfachen Sätzen über eine Zeit, die seltsam gegenwärtig zu sein scheint.

Diese Memoiren sind ein Alptraum. Sie sind so real, als wäre es gestern passiert, sie sind so schmerzhaft, als wäre man dabei gewesen und würde jeden Tag aufs Neue verzweifeln über die Grausamkeiten eines Krieges, der im Inneren, in Deutschland, zwischen den Menschen, zwischen Freunden und Nachbarn, Verwandten und Brüdern tobte.
Die Zeit, die Aharon Applefeld verstreichen ließ, bis er begann die Wahrheit nieder zu schrieben, lässt seinen Bericht wahrhaftiger, ehrlicher, schreib- und wieder erlebbar werden. Erst die zeitliche Distanz, die Entfernung von sich Selbst, macht es diesem wundervollen Schriftsteller, diesem integeren, ehrlichen und gleichzeitig gnadenlosen Chronisten erst möglich, Dinge zu beschreiben, die unbeschreibbar sind.
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