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Geschichte des Vietnamkriegs: Die Tragödie in Asien und das Ende des amerikanischen Traums Taschenbuch – 21. Februar 2006

4.1 von 5 Sternen 34 Kundenrezensionen

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Der Vietnamkrieg war die längste militärische Auseinandersetzung des 20. Jahrhunderts. Er begann 1941 als Konflikt zwischen der Kolonialmacht Frankreich und der national-kommunistischen Bewegung der Viet Minh und endete erst dreißig Jahre später mit dem Rückzug der USA aus Vietnam, dem Fall Saigons und der Vereinigung des Landes.

Für die USA endete der Konflikt mit der ersten militärischen Niederlage ihrer Geschichte. Der Krieg beeinflußte die Einstellung vieler Amerikaner zu ihrem Land und führte zu einem weltweiten Ansehensverlußt der Vereinigten Staaten. Und während die Sowjetunion im Schatten von Vietnam ihre Rolle als globaler Akteur untermauern konnte, beschleunigten die gewaltigen Kosten des Vietnamkrieges den Zusammenbruch des Weltwährungssystems und führten so zu einem relativen Bedeutungsverlust Amerikas in der Weltwirtschaft.

"Vietnam gewann den Krieg und verlor den Frieden. Die Vereinigten Staaten dagegen verloren den Krieg und gewannen den Frieden." Marc Freys ernüchterndes Fazit mag vor diesem Hintergrund überraschen, doch die Fakten sprechen für sich. Der Krieg hat in Vietnam tiefe Wunden hinterlassen, und noch immer leidet das Land ökologisch, sozial und wirtschaftlich unter den Spätfolgen des Krieges. Dies gilt auch für Laos und besonders für Kambodscha, wo der Vietnamkrieg eine Spirale der Gewalt in Gang setzte, deren Auswirkungen nach wie vor die Geschicke des Landes bestimmen.

Die Position der Vereinigten Staaten in der Welt beeinträchtigte der Konflikt dagegen kaum. Während die Sowjetunion in den 80er Jahren ihrem Untergang entgegenschritt, demonstrierten die USA Stärke, und als sich die osteuropäischen Staaten aus der sowjetischen Hegemonie lösen konnten, hatten die Amerikaner mehrheitlich das Gefühl, den Kalten Krieg gewonnen zu haben. Dennoch prägt das "Vietnam-Syndrom" die amerikanische Außenpolitik bis heute, und es bleibt abzuwarten, ob die Vereinigten Staaten die richtigen Lehren aus den Erfahrungen des Vietnamkrieges gezogen haben. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Frey


Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Das Vietnam-Engagement der USA fing recht unspektakulär an: Am 1. Juni 1954 traf der Luftwaffen-Oberst Edward G. Lansdale in Vietnam ein. Dort begann er mit der Einrichtung einer geheimen Saigoner Militärmission. Büro, Aktenschrank, Auto: Fehlanzeige. Selbst die Schreibmaschine mußte er leihen.
Als die USA sich zwanzig Jahre später zurückzogen, waren nicht nur 2,000,000 Vietnamesen umgekommen, 300,000 vermißt und 58,000 Amerikaner gestorben. Der Krieg hatte auch das Selbstbewußtsein und Selbstverständnis der USA mehr verändert als beide Weltkriege zusammen und ihr Ansehen in der Welt massiv erschüttert.
Marc Frey liefert auf 250 Seiten eine kompakte, gut les- und nachvollziehbare Darstellung eines Krieges ab, der das Selbstverständnis der USA wie kein anderer moderner Krieg prägte und prägt. Fehleinschätzungen, Sendungsbewußtsein, moralische Grundhaltungen und Ideologie führten zu einem langwierigen Krieg, der über weite Strecken konzeptlos, ohne genaue politische oder militärische Zielsetzung geführt wurde.
Freys Buch zeigt die Fehler der US-Regierungen, die Absichten und Strategien von Ho Chi Minh und seinem Umfeld wie auch die Verhältnisse in Südvietnam. Mit abschließenden Beurteilungen hält er sich zurück, es geht ihm um eine genaue Darstellung des Geschehenen, weniger um einen Beitrag zur immer noch aktuellen Debatte um die Bewertung dieses Krieges.
Noch lebendiger und klarer hätte Freys Buch sein können, wenn er das Buch um mehr Quellenzitate, Illustrationen und Karten erweitert hätte. Viele Details hätte ich zumindest gerne genauer verfolgt, besonders die Verbindungen zur allgemeinen Politik jener Jahre kommen etwas kurz.
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Format: Taschenbuch
Marc Frey, Dr. phil., geb. 1963, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Nordamerikaprogramm der Universität Bonn. In seinem Werk „Geschichte des Vietnamkrieges“ versteht er es, dem Leser durch eine kluge Gliederung und flüssigen Stil einen kritischen Überblick über Vorgeschichte, Verlauf und Auswirkung des Konfliktes zu vermitteln. Trotz des relativ knappen Umfanges von gut 250 Seiten werden Zusammenhänge und Abläufe anschaulich herausgearbeitet, wobei auch auf die politisch-globalen Dimension eingegangen wird. Zahlenmaterial wird ausreichend dargeboten, allzu detaillierte Beschreibungen der jeweiligen militärischen Aktionen werden auf Grund des Einführungscharakters dieses Buches vermieden. Weiterhin bietet das Werk 2 Karten und einen wissenschaftlichen Anmerkungsapparat (der sich leider am Ende des Buches befindet), so dass eine weitere Literatursuche erleichtert wird. Fazit: Absolut empfehlenswert sowohl für den Hausgebrauch als auch als Einstieg für „Profis“.
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Format: Taschenbuch
Marc Freys Buch ist eine gelungene Darstellung der fast 30 Jahre lang andauernden Auseinandersetzungen in Vietnam während des 20. Jahrhunderts. Dabei fasst das Buch in sinnvoll gegliederten Kapiteln alles wesentliche zusammen, angefangen von der französischen Phase des Kriegs bis hin zum Sieg des Nordens und der Einheit des Landes 1975. Positiv fällt dabei auf, dass Frey nicht isoliert auf den Krieg in Vietnam eingeht, sondern die Ereignisse im internationalen Kontext schildert. So geht er beispielsweise auch auf die Reaktionen in Europa und die internationale Protestbewegung ein.
Was Freys Buch nicht liefert, ist eine menschliche Betrachtung der Ereignisse. Ihm geht es nur darum, den Konflikt politisch und historisch zu schildern. Da Bilder und anderes Material (bis auf 2 Karten) fehlt, wirkt das Buch leider ein wenig trocken.
Insgesamt liefert Marc Frey aber eine gelungene, übersichtliche Schilderung der Ereignisse, betrachtet aus der Sicht eines Historikers. Wer sich mehr für die menschliche Tragödie des Krieges interessiert, dem sei "Apokalypse Vietnam" von Wolfgang Schneider empfohlen, das den Krieg aus subjektiver Sicht der jeweiligen Parteien schildert.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Das vorliegende Buch schildert detailliert und präzise den Ursprung, historische Hintergründe, Motive, Verlauf, Ende und Auswirkungen des Vietnamkrieges, vorwiegend aus der Sicht der USA. Natürlich kann nicht erst mit dem Beginn des US-Engagement begonnen werden, sondern ist ein kurzer historischer Abriss und vor allem eine Erwähnung des französischen Indochinekrieges notwendig. Ebenso geht das Buch sehr gut auf die Motive und falschen Prämissen der USA ein, die zu einer immer stärkeren militärischen Verwicklung führten. Alle wichtigen Ereignisse des Krieges werden aufgezeigt, inklusive der Geschehnisse in Laos und Kambodscha. Das Buch zeigt auch die verzweifelte Suche nach einem Ausweg und den letztlichen "Friedensschluss" auf. Auch gesellschafltiche und globale Auswirkungen werden thematisiert. Das Buch ist somit ein rundum gelungener Gesamtüberblick über einen der prägendsten und bekanntesten Kriege des 20. Jahrhunderts. Obwohl der Überblick primär aus US-amerikanischer Sicht geschildert wird, kommen auch die Motive und Beweggründe der zweiten Supermacht als auch aller beteiligten Regionalmächte nicht zu kurz. Kurzum, ein sehr informatives und gut recherchiertes Buch!!!
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