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am 22. Juli 2013
In diesem Band werden zwei Vorlesungen von Heidegger unter dem Sammeltitel 'Sein und Wahrheit' vorgestellt. Dieser Titel nennt die beiden für sein Denken zentralen Begriffe: Das Verhältnis von Sein und Wahrheit in seiner geschichtlichen Manifestierung für uns zu bedenken und die menschliche Weltdeutung unter Voraussetzung dieses Verhältnisses kritisch zu befragen ist das Anliegen von Heideggers Philosophie insgesamt. Das Verständnis von Wahrheit ist hierbei grundsätzlich zweideutig. Es kann einerseits die Richtigkeit einer Aussage meinen, andererseits aber auch die ausgesagte Sache in ihrer Zugänglichkeit selbst ansprechen. Diese Zweideutigkeit ist für Heidegger von kaum zu unterschätzender Bedeutung. Geht man den ersten Weg, wird 'das Sein' des Angesprochenen mehr und mehr auf die Perspektive unseres Denkens und seiner Logik ausgerichtet. Der Mensch in seinem Denken wird sich selbst Zentrum der Welt und vergisst das, was diesen Zentralwahn allererst ermöglicht: Daß sich uns nämlich das Sein von etwas überhaupt zeigt und zeigen kann. Das Bedenken dieses primären Sich-Zeigens vermag als kritisches Korrektiv für menschliche Allmachtsphantasien zu fungieren, die sich auf diesen Zentralwahn stützen.
Kennzeichnend für Heideggers Methode ist, daß er diesen aufklärenden Gedanken in eindringlichen hermeneutischen Rekonstruktionen überkommender philosophischer Positionen zu bewähren sucht. So zeigt er in der zweiten der hier präsentierten Vorlesungen Platon als den Philosophen, bei dem "wir noch einmal ein Aufflackern der beiden Arten der Wahrheit erleben" (S.222), bevor endgültig die Entscheidung dafür fällt, Wahrheit allein als Aussagewahrheit zu verstehen. Die Gestalt eines solchen Denkens und seiner Idee von Gewißheit und Begründung zeigt die erste Vorlesung auf. Anhand der metaphysischen Systeme des 18 Jahrhunderts (Wolff, Baumgarten) erläutert Heidegger den Weg, der letztlich in Hegels Konzept einer Theo-logik einmündet. Unter dem Begriff Theo-Logik versteht Heidegger ein Denken, dem das höchste Sein, der Gott (Theos) endgültig zur Logik geworden ist, die zugleich die des Denkens selbst ist. Hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen dem Denken des Menschen und seinem 'höchsten' Gehalt. Hegel müßte, aus der 'Logik' von Heideggers Ansatz, eigentlich als Vollendung menschlicher Vermessenheit angesehen werden. Er bildet so den äußersten Gegensatz zum griechischen Denken, für das die Differenz zwischen dem Sein des Menschen, den 'Sterblichen' und dem Sein des Gottes Ausgangspunkt und stets bedachte Grundlage blieb. Heidegger erinnert uns an diese Erfahrung und eben deshalb ist seine Philosophie für unsere Zeit so wichtig.
Umso irritierender ist es, wenn dieses aufklärerische und uns gleichsam für die Welt befreiende Motiv seines Denkens gerade in diesen Vorlesungen mit seiner Empathie für die sog. Revolution des dt.Faschismus einhergeht (siehe bes.S.225). Wie kann es sein, daß sich ein bedeutender Philosoph derart 'verhauen' kann? Schützt einen selbst große Philosophie nicht vor einer totalen Blindheit gegenüber der eigenen politischen und gesellschaftlichen Gegenwart? Gerade diese Vorlesungen Heideggers werfen diese Fragen in ihrer verstörenden Dringlichkeit auf. Auch aus diesem Grund halte ich das Studium besonders dieser Vorlesungen für jeden für erforderlich, dem die Philosophie am Herzen liegt.
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am 12. Juni 2013
El texto se encuentra en un estado impecable. El packaging es seguro. La demora en la calificación se explica por la tardanza del correo
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