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Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons Taschenbuch – 1. Juli 2003

4.6 von 5 Sternen 16 Kundenrezensionen

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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Karl R. Popper hat mit der "offenen Gesellschaft" eines der Schlagwörter der Politikwissenschaft des 20. Jahrhunderts geschaffen.

Auch wenn er der Entstehungszeit entsprechend gegen Hitler und Stalin schreibt, gilt seine Kritik Platon, Hegel und Marx, deren Denken erst totalitäre Regime begründen konnten.

Popper ist Vertrer des "Kritischen Rationalismus", die davon ausgeht, dass es keine vorurteilsfreien Erfahrungen geben kann. Gegen Kant geht er auch davon aus, dass es gültigen erfahrungsfreien Erkenntnisse (Erkenntnisse a priori) gibt. Alles Wissen ist damit vorläufig. Und Offenheit und die Fähigkeit zur Revision sind die Grundtugenden des Wissenschaftlers.

Damit wendet sich Popper gegen den Historizismus in den Geistes- und Sozialwissenschaften, der sich in bisherige Ideale und Utopien ausdrückt, die unweigerlich zur Gewalt gegen den Menschen und der Beschenidung seiner Freiheit führen.

Popper stellt dem das normative Ideal einer "offenen Gesellschaft" gegenüber, dem sich moderne Staaten annähern sollen.

Freiheit in dieser offenen Gesellschaft ist negative Freiheit als Schutz vor Zwängen und Repressalien, die staatlich garantiert und geschützt werden. Dabei ist Poppers Freiheit nicht eine schrankenlose Freiheit, sondern die Freiheit des einen endet bei der Beeinträchtigung der Freiheit des anderen. Dabei spricht er wie John Stuart Mill von "Verbeserung" der Gesellschaft und Politik, macht aber nur selten konkrete Vorschläge, wie dieses Ideal verwirklicht werden kann.

Explizit wendet er sich gegen Platons Lehre der Philosophenherrschaft die fragt: "Wer darf regieren". Sondern Popper fragt: "Wie wird man schlechte Regierungen wieder los?
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Format: Taschenbuch
Eins der Bücher, die nach einem Verleihen "verschwanden", schade um die ganzen Notizen. Nachgekauft habe ich es also neulich in der günstigen Taschenbuchvariante von Mohr Siebeck (2003 (8)), und es wartet schon angeregt im entsprechenden Regal.
Kurzfassung: Gutes Kontra-Buch zum großen Platon und seinen diversen Liebhabern. Für Popper ist Platon ein elitärer Autokrat. Natürlich hat er ihn im Original gelesen und studiert. Vor hundert Jahren wäre man ohne Griechisch und damit Plato nicht gebildet gewesen, so dass Plato - der in seinen Schriften Sokrates als seine Sprachperson nutzte - tatsächlich auch direkten großen Einfluss hatte. Vor dem Hintergrund der großen europäischen Katastrophe des deutschen Faschismus hat Popper einen Ideen-Vorläufer identifiziert und führt entsprechende Stellen an. Plato nicht alles glauben, Popper aber bitte genauso kritisch lesen, wobei Karl Popper deutlich offener, klarer, inkl. zahlreicher Fußnoten argumentiert als der Athener :-)
Zu verschreiben zum Graecum, vor einem Politik- oder Philosophiestudium oder einfach, um ein großes Buch des 20. Jahrhunderts 'mal genüsslich durchgezogen zu haben (2. Band übrigens gleich auch mitnehmen). Viereinhalb bis fünf Sterne.

Weil Amazon derzeit die beiden Bände als ein Buch zu betrachten scheint, auch noch hier etwas zu Band 2. Da geht Popper vor allem die Idealisten und aus seiner Sicht totalitären Denker des 19. Jahrhunderts an, einschließlich sogar Kants, doch vor allem die folgenden deutschen Philosophen wie Hegel und Marx. Ihre Gedanken hätten die damaligen Katastrophen Faschismus und Bolschewismus erst ermöglicht.
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Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 1000 REZENSENT am 8. Dezember 2005
Format: Taschenbuch
Mit der "offenen Gesellschaft" prägte Karl Popper ein Schlagwort, das das Selbstverständnis vieler moderner Demokratien mitbestimmt hat. Grundmerkmale einer offenen Gesellschaft sind die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Veränderung; das setzt Diskussionsfähigkeit und Meinungsfreiheit voraus. In offenen Gesellschaften gibt es keine Dogmen. Die geltenden Regeln bilden sich im demokratischen Diskurs. Geschlossene Gesellschaften hingegen haben starre Strukturen, die die Angst vor Veränderung ausdrücken. Das Buch ist geprägt von Negativerfahrungen mit den beiden großen totalitären Systemen Faschismus und Kommunismus, aber es stellt sie auch in einen historischen Zusammenhang. Popper zeigt auf, "dass sich diese Zivilisation noch immer nicht von ihrem Geburtstrauma erholt hat" - gemeint ist der Übergang aus der Stammesgesellschaft mit ihrem magischen Denken zu einer Gesellschaft, die die kritischen Fähigkeiten des Menschen freisetzt. Popper war 1937 vor den Nazis nach Neuseeland geflohen, wo er unter großen Entbehrungen das Buch schrieb. Es ging ihm aber nicht nur um den Kampf gegen den Totalitarismus. Auf theoretischer Ebene versuchte er seine kritisch-rationalistische Methode auf die Sozialwissenschaften anzuwenden: Für ihn ist es ein bestimmendes Merkmal offener Gesellschaften, Kritik an ihren Ideen zuzulassen.
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Format: Broschiert
Dieser Band und der erste Band über Plato waren ursprünglich verfasst worden, um den geistigen Hintergrund für das Entstehen von Diktaturen wie der des Dritten Reiches in Deutschland aufzudecken und um für eine bessere, demokratische Welt zu kämpfen. Beide Bände sind nach wie vor aktuell; sie sind ein intellektuelles Abenteuer. Die Lekture der beiden Bände macht deutlich, dass das Denken und und die Heilsversprechungen einiger prägender Gestalten des Abendlandes zumindest unbewußt immer noch fortwirken. Popper zeigt, inwieweit dieses Denken zu einer Verachtung des Rechts des Individuums auf sein Glück und zu einer Überbetonung des Staats führt, und dass Heilsprophezeihungen unerfüllbar bleiben. Wer die geistigen Grundlagen unserer gegenwärtigen Welt erkennen will, und wer an der Schaffung einer besseren Welt interessiert ist, wird durch die Lekture der beiden Bände reich belohnt werden.
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