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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
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am 18. Oktober 2011
Obwohl Karl Popper zu den größten Philosophen der Neuzeit gilt, sind seine Werke auch für Nichtspezialisten (wie dem Rezensenten) verständlich. Für Popper ist eine Philosophie nur so gut, wie sie für die Menschen Gutes bringt, ohne andere dafür zu opfern. In diesem Sinne prangert er den Platonismus und seine modernen Derivate an, weil sie Gedankenkonstrukte (Ideologien) oder Sozialkonstrukte (der Staat, die Klasse) über die irdische Menschenwelt stellen. Die Gefährlichkeit von 'Idealismen' besteht nach Poppers Ansicht darin, dass sie den Auftritt von Mahnern nach sich ziehen, die Eingriffe in die reale Welt fordern, um den idealisierten Konstrukte zu ihrer Verwirklichung zu verhelfen, bzw. ein weiteres Abdriften der realen Welt von der idealen Welt zu verhindern. Als modernen Versionen des Platonismus stellt Popper den Idealismus Hegels, den totalitären Nationalismus, den Rassismus und den Bolschewismus dar. Auf die Thematik der ähnlich gelagerten monotheistischen Religionen ist Popper (vermutlich aus Ehrfurcht vor seiner Religion) leider nicht eingegangen.
Der konkrete Vorschlag Karl Poppers zur Vermeidung kollektiver Gewalttätigkei ist das demokratische Modell und zwar in Form einer 'offenen Gesellschaft'. Darunter versteht er mehr als eine Gesellschaft, die für jede Meinung offen ist. Er meinte im Wesentlichen eine Gesellschaft, die jeden Stammesbezug (heute könnte man salopp sagen 'DNA-Bezug') ablegt, in dem die Gleichheit vor dem Gesetz nicht von der Abstammung abhängt. Als Vorreiter bespricht er Athen (Grabrede des Perikles), das Christentum (es heißt 'Liebe deinen Nächsten' und nicht 'Liebe deinen Stammesbruder') und als antike Negativbeispiele Sparta bzw. Platon (der Eingriffe zur Erhaltung der Reinheit der Rasse der herrschenden Kaste forderte). Wie wir wissen, sind unsere modernen Demokratien und Nationalstaaten auf gutem Wege zu einer offenen Gesellschaft ohne DNA-Bezüge.
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