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Geniale Dilletanten (101)

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Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Der kleine Sammelband beginnt mit einer Hässlichkeit: „Unsre Musik sind keine Töne mehr", schreibt „Zum Geleit" Blixa Bargeld. In einem Atemzug bringt der Frontmann der Einstürzenden Neubauten hier Singular und Plural („Musik sind") durcheinander. Doch genau darum ging es den Genialen Dilletanten Anfang der 1980er Jahre ja: Sie wollten durcheinander bringen, umwerten, in Frage stellen. Sie wollten selber Kultur machen und setzten sich dafür über herkömmliche Zugangsregeln und Gepflogenheiten hinweg. Bargeld ist dafür ein schönes Beispiel. Sein Instrument ist (neben seinem gewaltigen, gleichwohl ungeschulten Sprechorgan) die Gitarre. Doch er „spielte" sie, ohne Gitarre gelernt zu haben. So hat er es immerhin zum Gitarristen von Nick Cave gebracht.
Dem kurzem Geleit folgt ein Foto Bargelds als Leder-Dandy. Der zweite Text stammt dann von Wolfgang Müller (von der Band/Künstlergruppe Die Tödliche Doris). Müller analysiert den Begriff des Dilletanten, der einen Verstoß gegen die Rechtschreibung darstellt, denn es müsste ja Dilettant heißen. Es handelt sich aber auch um einen Verstoß gegen überkommene Instinkte: „Wer wollte sich schon gern als Dilettanten bezeichnet sehen, auch nicht dann, wenn Goethe sich selbst als einen solchen Dilettanten empfand", zitiert Müller den Ästhtikprofessor Bazon Brock. Die Genialen Dilletanten jedoch tragen den Dilettanten-Titel mit Würde.
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