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Generation Golf, 1 Audio-CD Audio-CD – 2003

3.4 von 5 Sternen 243 Kundenrezensionen

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Herrjeh, die Achtziger. Junior-Hefte, Nino de Angelos Jenseits von Eden, der Sieg von VHS über Video 2000, die nervös piepsende Windrose am Ende der Tagesschau. Der FAZ-Nachwuchsfeuilletonist Florian Illies, 28, plaudert aus dem Scout-Schulranzen über die Urszenen seiner Menschwerdung als Stilkritiker. Und siehe da: Es wurde eine üppige Enzyklopädie der Marken und Moden der letzten 30 Jahre.

Immerhin markieren die 80er-Jahre den besseren Teil dieses materialistischen Poesialbums. Respekt vor der schieren Menge an Souvenirs, die Illies kurzweilig aneinander reiht. Doch das Urteil fällt ungnädig aus. Es war unser Lehrer "Harald Schmidt, der uns zeigte, wie träge und abgeschlafft" das alles war ­- so langweilig, dass selbst "junge Frauen nicht merkten, dass sie die ganze Zeit ihre Hand in grünem Palmolive-Spülmittel badeten". Zum Glück kamen danach gleich die Neunziger! Nun sind wir Zeitungsredakteure oder Start-up-Unternehmer, wir, die erste wirkliche Scheidungskindergeneration. "Wir sind ewig infantil", aber wir nehmen es in Kauf. Fragt uns einer beim Börsengespräch überraschend nach inneren Werten, dann sagen wir: In der Tat, diese Aktie hat noch verborgenes Potenzial.

In solchen mitunter altbackenen Pointen erschöpft sich der Reiz dieses Buchs. Florian Illies ist als Chronist souverän, aber originell ist das alles nicht. Seine "Inspektion" ist eine flockig geschäumte Ergebnisrevue des endlos dröhnenden Generationsgeredes und der bundesrepublikanischen Trendforschung. Die Jugend ist markenhörig, gähn! Bitte, junges Deutschland, schreib darüber keine Bücher mehr. Dann doch lieber über unseren merkwürdigen Hang zur Retrospektive". Denn manche von uns, bemerkt Redakteur Illies in eigener Sache zum Schluss, "schreiben schon mit 28 Jahren ein Buch über ihre eigene Kindheit, im eitlen Glauben, daran sich die Geschichte einer ganzen Generation erzählen". Die Hörversion von Generation Golf ist ein Livemitschnitt aus einer Lesung von Florian Illies. Dabei ist die gewisse Selbstironie, die man im Buch nur vermuten kann, deutlich zu hören. Die Spieldauer der CD beträgt 58 Minuten. --Nikolaus Stemmer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Florian Illies, geboren 1971, studierte Kunstgeschichte in Bonn und Oxford und wurde 1997 Feuilletonredakteur der
»Frankfurter Allgemeinen Zeitung«; 1999 bis 2001 leitete er die »Berliner Seiten« der FAZ; anschließend war Florian Illies Feuilletonchef der neugegründeten »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«, Mitbegründer und Herausgeber der Kunstzeitschrift »Monopol«. 2008 wechselte er als Ressortleiter Feuilleton und Literatur zur »Zeit«. Illies ist jetzt Partner des Berliner Auktionshauses »Villa Grisebach« und dort für die Kunst des 19. Jahrhunderts verantwortlich. Im Mai 2014 wurde er für sein Werk mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet.

Literaturpreise:

Ernst-Robert-Curtius-Förderpreises für Essayistik 1999

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.


Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

am 13. August 2013
Format: Taschenbuch|Verifizierter Kauf
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am 19. August 2012
Format: Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
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am 10. September 2012
Format: Taschenbuch|Verifizierter Kauf
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am 25. April 2013
Format: Taschenbuch|Verifizierter Kauf
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am 17. Februar 2015
Format: Taschenbuch
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Juni 2016
Format: Taschenbuch
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Mai 2013
Format: Taschenbuch
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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