Buy new:
€18.50€18.50
Only 2 left in stock (more on the way).
Dispatches from
Amazon
Sold by
Returns
Returnable within 30 days of receipt
Payment
Secure transaction
Save with Used - Good
€7.54€7.54
Dispatches from: Amazon Sold by: Gebrauchtbücher24
521 m | WIEN 1060
Download the free Kindle app and start reading Kindle books instantly on your smartphone, tablet or computer – no Kindle device required.
Read instantly on your browser with Kindle for Web.
Using your mobile phone camera - scan the code below and download the Kindle app.
OK
Generation Beleidigt: Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei (Critica Diabolis) Perfect Paperback – 13 Oct. 2020
Purchase options and add-ons
- Print length200 pages
- LanguageGerman
- Publisheredition TIAMAT
- Publication date13 Oct. 2020
- Dimensions17.2 x 21.2 x 1.3 cm
- ISBN-103893202668
- ISBN-13978-3893202669
Frequently bought together

Customers who viewed this item also viewed
Schäm dich!: Wie Ideologinnen und Ideologen bestimmen, was gut und böse istPaperbackFREE Delivery by AmazonGet it as soon as Wednesday, May 15Only 11 left in stock (more on the way).
Von Menschen und Mensch*innen: 20 gute Gründe, mit dem Gendern aufzuhörenPaperbackFREE Delivery by AmazonGet it as soon as Wednesday, May 15
Feindbild weiße Männer: Der rassistische Sexismus der identitätspolitischen LinkenPaperbackFREE Delivery by AmazonGet it as soon as Wednesday, May 15
Ein falsches Wort: Wie eine neue linke Ideologie aus Amerika unsere Meinungsfreiheit bedroht - Ein SPIEGEL-BuchHardcoverFREE Delivery by AmazonGet it as soon as Thursday, May 16Only 16 left in stock.
Generation Krokodilstränen: Über die Machttechniken der WokenessPauline VossHardcoverFREE Delivery by AmazonGet it as soon as Wednesday, May 15
Durchs irre Germanistan: Notizen aus der Ampel-RepublikPerfect PaperbackFREE Delivery by AmazonGet it as soon as Wednesday, May 15
Product details
- Publisher : edition TIAMAT; New edition (13 Oct. 2020)
- Language : German
- Perfect Paperback : 200 pages
- ISBN-10 : 3893202668
- ISBN-13 : 978-3893202669
- Dimensions : 17.2 x 21.2 x 1.3 cm
- Best Sellers Rank: 28,977 in Books (See Top 100 in Books)
- 314 in Poetry & Drama Criticism
- 17,954 in Genre Fiction (Books)
- Customer reviews:
About the author

Discover more of the author’s books, see similar authors, read author blogs and more
Customer reviews
Customer Reviews, including Product Star Ratings, help customers to learn more about the product and decide whether it is the right product for them.
To calculate the overall star rating and percentage breakdown by star, we don’t use a simple average. Instead, our system considers things like how recent a review is and if the reviewer bought the item on Amazon. It also analyses reviews to verify trustworthiness.
Learn more how customers reviews work on Amazon-
Top reviews
Top reviews from Germany
There was a problem filtering reviews right now. Please try again later.
Eine aus den USA herüberschwappende puritanistische identitäre Linke, stark den von dem Orientalisten Edward Said ("Orientalism) geprägten Postcolonial Studies und den von der Genderapologetin Judith Butler beeinflussten Gender Studies nachempfunden, bedroht zunehmend empfindlich Wissenschafts- und Kunstfreiheit sowie den für eine Demokratie notwendigen pluralistischen öffentlichen Diskurs auch in den westeuropäischen Gesellschaften - wobei eine willfährige Bereitschaft auch der bürgerlichen Presse, sich Diktaten eines extremistischen Rands zu unterwerfen und sich deren puritanischtische Ideologie zu eigen zu machen eine nicht unerhebliche Rolle dabei spielen.
Fourest führt eine unermüdliche Menge an Beispielen an, wie aufklärerische und kritische Projekte vermittels eines zur Gewalttätigkeit und hysterischer Selbstermächtigung neigenden identitären Protestmilieus zerstört und sogar die soziale Existenz der beteiligten Kulturschaffenden, Künstlern und Wissenschaftlern vernichtet wird - oder werden soll. Und was sie hierbei offenlegt, ist erschreckend:
Es geht um Theatervorführungen, die des Polizeischutzes bedürfen, weil Aktivisten unter dem Vorwurf der "cultural approbation" Anstoß an der weißen Hautfarbe von Darstellern machen, um die notwendigen institutionellen Schutz von Kulturgütern, z.B. Schriften der geisteswissenschaftlichen Tradition Europas, weil das queere identitätslinke Milieu in einigen Texten als rassistisch gebrandmarkte Passagen ausmachen - und sogar um den Versuch, eine kolonialismuskritische Ausstellung über menschliche Zoos im frühen 20. Jahrhundert, die die tierähnliche Vorführung von Indigenen in den europäischen Hauptstädten anprangert, weil auch die Aufklärung über diese historisch nun einmal wahren Praktiken die Opfer beleidige.
Vor allem aber treibt Fourest auf die Palme, dass die unkritische Allianz der linken Radikalidentitären mit autoritären islamistischen Verbänden, die Selbstmordattentate zu ästhetischen Freiheitsakten hochjubeln, ein übel repressives Klima gegen kritische Muslime selbst im laizistischen Frankreich geschaffen haben - von der Zunahme antisemitischer Gewalt gegen französischen Juden ganz zu schweigen.
Das Unglaubliche ist dabei, dass Teile des wissenschaftlichen und medialen Establishments in Westeuropa diesem Radikalismus nicht nur nichts entgegenzusetzen haben, sondern es sogar noch unterstützten.
Gerade auch in Deutschland davon Kenntnis zu nehmen, ist besonders wichtig, weil hier die Resilienz in Medien und an Hochschulen noch weniger stark ausgeprägt ist als im laizistischen Frankreich, das auf seine republikanische Tradition stolz ist.
Die gewaltsame Selbstermächtigung dieses identitären Milieus, das Minderheiten verabsolutiert, jedoch nicht davor scheut, besonders aggressiv gegen kritische Individuen aus eben diesen Minderheiten vorzugehen, sollten die sich nicht dem Meinungsdiktat der vorherrschenden Chefideologen unterwerfen, erfolgt durch die stete Skandalisierung des eigenen "Verletztseins" durch vermeintliche "Mikroaggressionen". Diese gelten dann als Vorwand für ein Meinungsdiktat, das allen anderen Bürgern einer Gesellschaft die Folgsamkeit abverlangt.
Die Übersetzung von Fourets aufrüttelnder Darstellung ins Deutsche ist vor allem deshalb so wichtig, weil hier noch weit weniger Resilienz gegenüber den Gefährdungen existieren, die daraus für unsere Demokratie und den Wissenschafts- und Kulturstandort Europa erwachsen als in Frankreich, in dem ein wesentlich stabileres republikanisches Selbstbewusstsein entwickelt ist.
In Deutschland dagegen sorgte die berechtigte Auseinandersetzung mit dem Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus, bei abnehmendem historischen Wissen, dafür, dass die extreme puritanistische Ideologie der "Critical Whiteness", einem aus den USA importierten Schuldkult, in einer ahistorisch und sachlich ungerechtfertigten Weise eine selbstkritische gesellschaftliche Sichtweise, um die ja hart gerungen wurde, zu überschreiben droht. Denn entgegen dem, was die US-importierte Blame Culture suggeriert, ist die ebenfalls bekannte kurze Phase des deutschen Kolonialismus ein auf die preußischen Eliten beschränktes Vorhaben von gerademal 30 Jahren Dauer gewesen, an dem das Gros der deutschen Bevölkerung wenig Anteil nahm.
Anders als die Gewaltexzesse der beiden Weltkriege, deren völkermörderische Ideologie und Praxis, vor allem die des NS-Systems, sich aber ausschließlich gegen Slawen und die europäischen Juden wandte. So zu tun, als ob die Hierarchien und Ausbeutungsgeschichte Deutschlands sich am Faktor der Hautfarbe entzündet hätte oder als ob eingewanderte Minderheiten aus der Türkei und arabischen Staaten als Opfer eines deutschen Imperialismus gewesen wären, ist extrem ahistorisch: War das osmanische Imperium deutscher Alliierter im ersten Weltkrieg so versuchten die Deutschen, weil der arabische Raum zwischen den Imperialmächten aufgeteilt war, die ihre Gegner waren, dort Beziehungen zu knüpfen durch den Bau der Bagdadbahn. Gerade wegen der britischen Seemacht peilten sowohl die als Alldeutsche organisierten rechten Flügel der deutschen Junker bereits vor dem Ersten Weltkrieg, vor allem aber Hitler und die NSDAP die Einnahme und Entvölkerung Osteuropas bis hinter den Ural an.
Fourest zeigt eindrücklich, dass wir hier uns eine extremistische und die Spaltung der Gesellschaft befeuernde Protestkultur zu übernehmen anschicken, die zu nichts anderem taugt, als die Spaltung der Gesellschaft zu befeuern, unsere rechtstaatlichen und demokratischen Grundlagen zu beschädigen und zudem alles für ein Anwachsen der extremen Rechten zu tun, deren tribalistische Konzepte des sogenannten "Ethnopluralismus" ideologisch und strukturell ähnlich funktionieren wie der der tribalistisch segregierenden Identitätslinken auch.
Ihr Buch ist von daher eine sinnvolle Ergänzung ähnliche Probleme hier adressierenden Publikationen wie Judith Sevinc Basads "Schämt Euch" und Bernd Stegemanns "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" wie auch den von Vojin Sasa Vukadinovics Sammelband "Freiheit ist keine Metapher", die alle von dezidiert linksliberalen Autoren stammen. In allen drei Büchern, ebenso wie für die klassische sozialpolitische Linke Sarah Wagenknechts Veröffentlichung "Die Selbstgerechten", zeigen auf, wie gefährdet unsere Demokratie ist. Was die Arbeit der Hochschulen betrifft, finden interessierte Leser Aufschluss in dem von Sandra Kostner herausgegebenen Sammelband "Identitätslinke Läuterungsagenda. Eine Debatte zu ihren Folgen in der Migrationsgesellschaft". Die darin schreibenden Autoren rangieren zwischen klassisch sozialdemokratischen, traditionell liberalen und moderat konservativen Positionen (im Sinne etablierter CDU-Wählern.) Alle diese Bücher geben Zeugnis davon, wie eine kleine radikale Minderheit gewachsene demokratische Gesellschaften vor sich hertreibt und die Erosion ihrer Institutionen dadurch aushöhlt. Das Thema ist eines, zu dem wir uns alle positionieren müssen, wenn wir nicht blind in eine tiefe Krise unserer Demokratie rutschen wollen.
Fourest spannt den Bogen, so wie er mit einem historischen Bewusstsein gezeichnet werden muss. Vom Aufbegehren gegen einen Standard der Diskriminierung über den gemeinsamen Kampf dagegen bis hin zu einer Erstarrung, die aus der Zufriedenheit mit der eigenen Identität resultiert. Ganz im Sinne der französischen demokratischen Tradition verweist sie auf die Notwendigkeit des Prinzips der Gleichheit als Grundlage für politische Veränderungen und die Möglichkeit politischer Gestaltung.
Immer wieder wird die Leserschaft mit den Blüten der inquisitorischen Meute konfrontiert, wie sie es geschafft hat, alle, die über die Mikroindividualität hinausdenken, ihrerseits zu stigmatisieren, zu diskriminierenden und an den Pranger zu stellen. Wer glaubt, dass das alles doch gar nicht so schlimm sei, dem sei dieses Buch, neben seinen analytischen Qualitäten, empfohlen. Vor allem die Verhältnisse an vielen Universitäten dokumentieren, in welches Fahrwasser die Apologeten des Kampfes gegen die kulturelle Aneignung diese Institutionen, die einst für die Freiheit des Wortes, den Streit um der Sache willen und dem Verlangen nach Erkenntnis standen, gebracht haben. Einschüchterung, Verbote, Diskriminierung und Ranküne haben Einzug genommen und sind zu einer lebensgefährlichen Bedrohung des aufklärerischen Gedankens geworden.
Caroline Fourest weiß zu unterscheiden zwischen denen, die den wachsenden Überdruss gegen die neue Inquisition nutzen wollen, um die alten Verhältnisse der Diskriminierung einzelner Bevölkerungsteile wieder herzustellen und denen, die es immer noch gut meinen, aber dem Stillstand der Befindlichkeit auf den Leim gegangen sind und sich zu willfährigen Werkzeugen einer die Gesellschaft zersetzenden und spaltenden Bewegung haben machen lassen. Political Correctness und Wokeness sind Erscheinungsformen einer neuen Gegenaufkärung, die die Thesen von Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“ bestätigen. In jeder Emanzipation lauert die Gefahr der erneuten Repression und Unterwerfung.
Das Buch bringt Beispiele aus Frankreich, den USA, Großbritannien und vor allem Kanada, das immer wieder als ein Beispiel einer blühenden Demokratie konnotiert wird und auf dem Weg ist, sich selbst zu zerfleischen. Die Beispiele, die Fourest in diesem Buch anführt, könnten abstruser nicht sein. Das Beklemmende ist, dass es sich dabei um keine Einzelerscheinungen handelt. Man sehe sich die Diskussionen und Kommentare im Netz an und es wird deutlich, dass der Zug der Ignoranz und des intellektuellen Sektierertums bereits auch durch Deutschland rast.
Das Wohltuende an Fourests Buch ist, dass sie nicht im blanken Entsetzen verharrt, sondern politische Perspektiven aufzeigt, die aus dem Gleichheitsprinzip resultieren und die politische Gestaltung der Gesellschaft in den Vordergrund rückt. Es wird Zeit, sich gegen die inquisitorische Technik der gesellschaftlichen Spaltung zur Wehr zu setzen. Die Lektüre ist unbedingt zu empfehlen!

