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am 14. Juni 2015
Gerhard Roth, geb. 1942, ist emeritierter Professor für Verhaltensphysiologie an der Uni Bremen und Direktor des dortigen Instituts für Hirnforschung (heute Zentrum für Kognitionswissenschaften).

In diesem 1994 erschienenen und auch für den neurobiologischen Laien gut nachvollziehbaren und lesenswerten Buch unternimmt Roth den nicht leichten Versuch, zunächst die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns zu erklären. Alle Gehirne sollen letztlich für den jeweiligen damit ausgestatteten Organismus wichtige Ausschnitte der Realität erfassen und in Handlungsanweisungen umsetzen, die dem Überleben des Organismus dienlich sind. Dabei entwickelt Roth, dass Emotion und Kognition zusammengehören und entsprechend vielfältige neuronale Verschaltungen existieren zwischen vermeintlich „älteren“ Hirnanteilen wie dem limbischen System und dem Cortex. Natürlich konstruiert das Gehirn dabei eine höchst individuelle „Wirklichkeit“, die von Organismus zu Organismus unterschiedlich ausfallen muß. Diese Wirklichkeit gibt es also nur in unserem Kopf. Und die „Realität“ da draußen außerhalb unseres Gehirns muss uns immer verschlossen bleiben, weil das Gehirn Sinnesmodalitäten in neurologische Muster und Netzwerke übersetzt und daraus eine ganz andere „Wirklichkeit“ erzeugt als die, die uns als „Realität“ umgibt: da draußen gibt es nicht die Farben, die wir im Kopf zu „sehen“ meinen, usw.

Dennoch geht Roth als „neurobiologischer Konstruktivist“ davon aus, dass es eine Welt da draußen gibt, die wir auch mit unserem Gehirn versuchen sollten, in Teilen zu verstehen. Es muß uns aber immer die Grenze bewusst bleiben, die wir im letzten nicht überwinden können: „Letztlich ist jedes Nachdenken über die objektive Realität, sei es wissnschaftlich oder nicht, an die Bedingungen menschlichen Denkens, Sprechens und Handelns gebunden und muß sich darin bewähren. Deshalb sind die Konstrukte unseres Gehirns nicht willkürlich.“ Diese Bescheidenheit am Ende des tollen Buchs – trotz seines furiosen Erklärungsversuchs der Arbeitsweise unseres Gehirns – gefällt mir besonders gut. (14.06.15)
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am 23. Oktober 2016
Dass Roth weltweit zu den wenigen gehört, die zu diesem Thema Grundlegendes zu sagen haben, ist bekannt. Dieses Buch ist keine Einführung für den interessierten Laien. Es ist ein Lehrbuch mit weiten Passagen voller klitzekleiner Details, die sich kein Mensch merken kann. Gelegentlich kommen einige zusammenfassende Sätze. Dann atmet der Leser auf, denn er bekommt nunmehr in komplizierten Formulierungen erklärt , was er soeben gelesen hat. Spannend wird es immer dann (viel zu selten), wenn Roth auf die Konsequenzen aus seinen Darlegungen für ein heutiges Menschenbild zu sprechen kommt. Wenn er z.B. aufräumt mit der Leib-Geist-Seele-Hypothese.
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am 11. August 2003
Was ist erfolgreicher, einfach oder kompliziert?
Nach unserer Wahrnehmung scheint, dass Lebewesen um so besser überleben zu können, je genauer sie die tatsächlichen Verhältnisse in ihrer Umwelt erfassen und erkennen können.
Roth stellt hier die Frage, ob sich hier unsere Wahrnehmung irrt, denn die allermeisten übrigen Lebewesen auf dieser Welt besitzen keine komplizierten Sinnesorgne und kein kompliziertes Gehirn und sind dennoch sehr erfolgreich. Erfolgreich in dem Sinne, wie sich eine Spezie erhalten und vermehren kann.
Roth fügt als Beispiel Tiere an, die mit sehr reduziertem Nevernsystem schon lange vor dem Homo sapiens existiert haben, und wohl noch lange nach seinem Verschwinden noch sein werden (Fadenwürmer, Muscheln). Wo ist also der Nutzen der Kompliziertheit, wenn die einfachen die komplizierten Spezies überleben?
Dieses ist ein Beispiel von vielen Gedanken in dem Buch. Es ist jedoch einer, an dem ich grossen Gefallen finde. Er stellt den Nutzen unseres Strebens nach immer mehr in Frage. Ich bin überzeugt, dass alles, was im tieferen Sinn wertvoll ist, letztlich sehr einfacher Natur ist.
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am 14. Januar 2000
Der Titel des Buches ist eigentlich schon eine gute Zusammenfassung des Inhalts. Ausgehend vom Gehirn versucht Gerhard Roth die menschliche Wirklichkeit, d.h. unsere Erlebniswelt, zu erklären. Er leistet dabei einen Beitrag zur Leib-Seele-Debatte bzw. Geist/Bewußtsein-Gehirn-Debatte, indem er die verschiedenen Ansätze zu dem Thema diskutiert und schließlich selbst einen kognitiven, naturalistischen Versuch unternimmt "Geist [...] als physikalischen Zustand" (S.303) zu beschreiben. Er geht auf neurophysiologische und bildgebende Verfahren ein, die Bewußtsein und Geist sichtbar machen sollen. Seine Geistdefinition begreift Roth selbst im Rahmen eines nicht-reduktionistischen Physikalismus, möchte Geist letztendlich - zwar nicht auf einzelne Neuronen - doch auf "sehr große Neuronenverbände" (S.302) zurückführen. Es lässt sich sagen, dass ihm dies jedoch nicht gelingt. Er schafft es lediglich eine Parallelität zwischen neuronalen und geistigen Prozessen aufzuzeigen, doch nicht einen kausalen Zusammenhang im Sinne von Gehirn bewirkt Geist. Trotzdem ist dieses Buch als eine Einführung in den derzeitigen Diskurs zur Leib-Seele-Thematik zu empfehlen, besonders für 'NeurokritikerInnen'. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 14. Januar 2015
Dieses Buch eröffnet eine wirklich interessante Sicht auf die Wahrnehmung des Menschen und ist tatsächlich dazu angetan die Christiliche Lehre für sich selbst neu und positiv zu überdenken. Es ist das beste Buch das ich je gelesen habe.
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am 22. März 2014
Schwieriger Stoff wissenschaftlich und fast unterhaltsam dargebracht !
An alle , die mit Menschen zu tun haben !

Dazu Interwiev in " Zeit " lesen
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am 28. August 2001
Das Buch eignet sich nur als Einführung in die Neurologie selbst; die philosophischen Aspekte der Neurologie werden eher oberflächlich behandelt, die Argumente können nicht überzeugen. Oft wendet sich der Autor gegen die ganze Philosophenzunft, gegen "die Philosophen", und wirft ihnen vor, immer in die falsche Richtung gedacht zu haben. Aber wenn man weiss, welch hohes Argumentationsniveau die Philosophie des Geistes inzwischen erreicht hat, und wenn man deren Grundpositionen kennt, weiss man auch, dass Roths Meinungen dort längst diskutiert - und verworfen wurden. Am peinlichsten werden die Ausflüge auf das Gebiet der Erkenntnistheorie, seine unzulängliche "Begründung" des Konstruktivismus, sein eigenwilliger Begriff von Willensfreiheit, die verworrene Definition von Wahrheit. Damit kann man keine Philosophen beeindrucken, sondern allenfalls Naturwissenschaftler, die keine Zeit haben, tiefer in die Philosophie einzusteigen, oder die - wie der Autor - vergeblich versucht haben, in der akademischen Philosophie Fuss zu fassen und sich nun für die Demütigung rächen wollen. Fazit: Eine philosophisch zweifelhafte Lektüre.
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am 11. Mai 1999
Roth, geb. 1924, ist Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen; Direktor des Instituts für Hirnforschung.
Im Gegensatz zu Popper und Eccles entwickelt Roth ein konstruktivistisches Konzept des menschlichen Erkenntnisvermögens, das zugleich einen nicht reduktionistischen Physikalismus vertritt. Dieser nimmt im Gegensatz zum Dualismus die Einheitlichkeit der Natur auch für die Gehirn-Geist-Beziehung a, ohne den Geist auf die Aktivität von Nervenzellen reduzieren zu wollen. So zumindest das Selbstverständnis. Ob dieses Konzept in sich konsistent durchführbar ist möchte ich hier dahin gestellt sein lassen. Es zählt auf alle Fälle zu den wichtigsten Werken des modernen Konstruktivismus in Deutschland und ist insofern ein muß.
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am 11. November 2002
Weshalb ich das Buch zur Lektüre empfehle? Weil sich in keinem anderen der radikale Konstruktivismus auf so elegante Weise ad absurdum führt wie in diesem.
Wieso? Nachdem G. Roth ausgiebig die Funktionsweisen und Eigenarten des Gehirns erläutert hat, kommt er in Kapitel 13 zu dem überraschenden Ergebnis, dass das Gehirn die Wirklichkeit hervorbringt, dass die Wirklichkeit ein Konstrukt des Gehirns ist. Das macht offensichtlich nur Sinn, wenn das Gehirn selbst kein Konstrukt sondern der Konstrukteur ist. Daher sieht sich G. Roth gezwungen, eine Welt anzunehmen, in der dieses Gehirn existiert. Im Unterschied zur Wirklichkeit nennt er diese Parallelwelt "Realität". Fazit: Die Wirklichkeit wird in der Realität durch das reale Gehirn hervorgebracht (s. S. 288f, Seitenangaben beziehen sich auf die gebundene Ausgabe).
Allerdings muss er nun auch einsehen, dass Sinneswahrnehmungen nur Konstrukte bieten. Auch G. Roth kann nur die Wirklichkeit und nicht die Realität wahrnehmen. Daraus folgt, welches Gehirn auch immer er seziert, einschließlich seines eignen, nicht dasjenige Gehirn sein kann, welches die Wirklichkeit konstruiert. Die logische Konsistenz zwingt ihn nun auch noch zwischen realem und wirklichem Gehirn zu unterscheiden (id., S. 292f).
Fassen wir zusammen: Laut G. Roth gibt es also eine wirkliche und eine reale Welt. Das wirkliche Gehirn befindet sich in der Wirklichkeit und ist konstruiert, das reale Gehirn befindet sich in der Realität und konstruiert. Kurz, das wirkliche Gehirn wird in der Realität durch das reale Gehirn konstruiert. Wir leben also nicht nur in zwei Welten, sondern besitzen dazu noch zwei Gehirne!
Wie kommt G. Roth zu diesem erstaunlichen Ergebnis, geht er ursprünglich doch nur von einem Gehirn aus? Die Einsicht, dass das Gehirn die Wirklichkeit konstruiert hat er offensichtlich aufgrund von empirischen Beobachtungen des Gehirns gewonnen. Welchen Gehirns? Doch immer nur des wirklichen! Das Gehirn aber, welches die Wirklichkeit konstruiert, ist das reale Gehirn und nicht das wirkliche. G. Roth schlussfolgert also aufgrund des wirklichen Gehirns, dass die Wirklichkeit konstruiert ist, obwohl er diese Erkenntnis nur am realen Gehirn, dem Konstrukteur, gewinnen könnte, womit die Unsinnigkeit seiner Behauptungen bewiesen ist. Und überhaupt, mal angenommen es gibt zusätzlich zum wirklichen Gehirn noch ein reales. Steht dann hinter dem realen Gehirn noch ein transzendentales Gehirn, welches dieses wahrnimmt und so weiter, ad infinitum?
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am 10. April 2007
Für mich war auch dieses Buch von Gerhard Roth ein Buch mit vielen interessanten Weißheiten und Informationen welche man befürchten muß schnell zu vergessen nicht weil diese etwa uninteressant wären sondern weil diese sehr kompliziert und zu selten im Alltag diskutiert werden. Neben anatomischen Exkursionen war der Versuch interessant das menschliche Bewußtsein zu lokalisieren oder sollten wir besser sagen ein zu zingeln. Nach Flohr z.B. sollen die NMDA (N-Methyl-D-Asparat) Synapsen für das Vorhandensein von Bewußtsein stehen die als Schaltzentralen im Neocortex die Verbindung zwischen Cortex und limbischem System herstellen dem "Lust und Belohnungszentrum" des Menschen. Könnte hier das Geheimnis des Menschlichen Bewußtseins liegen? Oder ist Geist und Bewußtsein an die Existenz von Sprache gebunden? Wären dann Linguisten sehr bewußte Menschen? Ich könnte dem beipflichten.

Die Frage nach dem freien Willen und warum wir Menschen so entscheiden wie wir entscheiden ist eine Zentrale Frage im letzten viertel des Buches. Der Mensch sei im Kern von seinen Emotionen getrieben welche Quelle für fast alle Entscheidungen sei. Roth schreibt hierzu: <<Hierbei sind "sehr willensstarke" Menschen überhaupt nicht frei sondern von ihren Zielsetzungen getrieben mit deren Erreichen sie sich belohnen wollen. Es ist die Aussicht auf diese besondere Belohnung , nicht der freie Wille, der Menschen zu Höchstleistungen antreibt>> (S. 311). Für mich eine nette Aussage denn irgendwie habe ich schon immer den Verdacht gehabt daß zu ehrgeizige Menschen durchaus am falschen Ziel arbeiten können ohne dies selber zu realisieren und daß ein Leben lang.

Roth schreibt weiter unser Gehirn erlebe die Umwelt nicht objektiv, es schaffe sich seine eigene Realität die jedoch nichts mit der Wirklichkeit zu tun habe. Im letzten Kapiteln geht Roth auf die Klassiker der Ontologie ein und diskutiert den Begriff Realität wie ihn die Philosophie, die Physik und das menschliche Gehirn wahrnimmt bzw definiert.

Hier habe ich teilweise nicht folgen können und leite hieraus ab daß meine persöhnliche Realität noch an Modularität und Platizität mangelt :-)
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