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Gedanken dichten: Essay Gebundene Ausgabe – 12. Dezember 2011

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

George Steiner, geboren 1929 in Paris, lehrte vergleichende Literaturgeschichte in Genf und Cambridge. Seit 1994 war er Professor für Komparatistik an der Universität Oxford (Lord-Weidenfeld-Lehrstuhl).


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George Steiner, der auch eine Einführung in das Werk Heideggers geschrieben hat, nähert sich in diesem Essay einem für die Gegenwart außerordentlich wichtigen Thema, das auch Benedikt Maria Trappen in "Dasselbe,das ein anderes ist" und "Das Wort nach innen genäht" aufgegriffen und näher ausgeführt hat: der dichterischen Qualität des Denkens.
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Format: Gebundene Ausgabe
In seinem 2006 ebenfalls bei Suhrkamp erschienen Buch "Warum Denken traurig macht" hatte der in Paris geborene und in Oxford lehrenden Literaturwissenschaftler George Steiner mit einer kühnen kosmischen Perspektive aufgewartet, die zugleich eine metaphysische ist; im Fokus aber stand, aus solcher Perspektive rückbetrachtet, die einzelne menschliche Existenz. Von dieser wurde behauptet, dass ihr eine gewisse, unentrinnbare Traurigkeit anhafte, die wiederum der trübe Grund sei, aus dem Bewusstsein und Erkenntnis Kraft schöpften. Das Kosmische daran ist der Vergleich mit jener Hintergrundstrahlung, wie sie die Radioteloskope der Astronomen als Echo des großen Urknalls empfangen, mit dem das Universum, einer gültigen Theorie zufolge, entstanden sein soll. Mit anderen Worten: Der Ursprung des Alls und die unzerstörbare Melancholie allen Lebens sind nut zwei Seiten derselben Medaille.

Das Buch zeugte damals von unabhängigem Denken in bester Tradition und wurde trotz aller Vergeblichkeit nie zynisch oder gar hoffnungslos. Genau diese Geisteshaltung scheint auch in dem hier vorliegenden langen Essay durch, den Suhrkamp unter dem Titel "Gedanken dichten" veröffentlicht hat. In gewisser Weise ist es unter dem Fokus des Zusammenhangs zwischen dem Denken und dem Dichten, eine Art Fortsetzung der im Frühjahr 2011 unter dem Titel "Im Raum der Stille" bei Suhrkamp veröffentlichten Auswahl von George Steiners brillanten Essays, die er über einen langen Zeitraum immer wieder im "New Yorker" veröffentlicht hat.

Lesefrüchte sind das auf hohem Niveau, hier wie dort. Immer wieder geht es Steiner darum, das Geheimnis, das Wunder und auch die Abgründe künstlerischer Schöpfung auszuloten und zu beschreiben.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Votreffliches ist selten und anspruchsvoll", zitiert George Steiner Spinoza im Vorwort - und das könnte man getrost auch über dieses Buch sagen. Ein weiter Bogen wird geschlagen von den Vorsokratikern bis Heidegger auf der Suche nach den Gemeinsamkeiten von Poesie und Philosophie. Nicht gerade leichte Kost. Namen und Bezüge wirbeln einen beinahe schwindlig - aber zum Glück gelingen George Steiner selbst auch immer wieder schöne Sätze wie z.B. "Heraklits Aussprüche formen Bögen hoher Spannung, die den Raum zwischen Wörtern und Dingen zum Leuchten bringt." Solche Sätze waren es, die mich faszinierten, weniger die hochwissenschaftlich-intellektuelle Analyse bezüglich des Themas. Wenn George Steiner im Zusammenhang mit Dante von "der mühsamen Pilgerfahrt des Geistes..." oder hinsichtlich Paul Valéry von "... der Einsamkeit des reinen Denkens..." zu sprechen beginnt, dann freut sich die eigene poetische Ader. Denn so wie die Philosophie nur durch die Sprachmacht des Philosophen ihren Ausdruck finden und ihre Wirkung entwickeln kann, so ist dies in diesem Buch selbst auch der Fall. Intelligenz, die sich nicht auszudrücken vermag, die nicht durch Worte einen Raum schafft, in dem das Unaussprechliche seine Wirkung entfalten kann, hilft uns nicht weiter. Reine Klugheit ist auf diesem Gebiet eben nicht genug, sie braucht auch die Flügel der Poesie, um nicht im allzu verstandesmässig-nüchternen steckenzubleiben. So gesehen hat George Steiner völlig recht, wenn er dieses Buch diesem interessanten Zusammenhang widmet, und er selbst ist für mich ebenfalls am eindrücklichsten, wenn er entsprechend auch danach verfährt.Lesen Sie weiter... ›
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