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VINE-PRODUKTTESTERam 16. September 2011
Nach Die Schöne und der Tod. Krimi ist "Für immer tot" der 2. Teil der Krimireihe um den Totengräber Max Broll und es ist emotional aufreibend.

Jemand platziert in der Wohnung vom Max ein merkwürdiges Handy. Nur 6 Tasten, kein Display. Hinter einer der Tasten hört Max die Stimme seiner Stiefmutter Tilda, die ihm Furchtbares erzählt.
Lebendig begraben.
Sie wurde niedergeschlagen, verschleppt und lebendig begraben.
Aber sie hat ihren Entführer erkannt. Es ist Wagner der "Kindermacher", den sie wegen Mordes an seine Frau vor Jahren ins Gefängnis gebracht hatte.
Dort ist er noch immer, verschlossen hinter Gitterstäben und von hohen Mauern umgeben, ohne Ausgang. Es ist unmöglich, dass er es gewesen ist.
Die Polizei kann oder will in einer solch fragwürdigen Spur nicht ermitteln. Viel wichtiger ist es Tilda zu retten, denn es bleibt nicht viel Zeit sie zu finden. Durch das Handy lässt sich Tildas Versteck nur grob eingrenzen. Jeden Tag, der vergeht, verlieren die Sucher mehr Hoffnung, die beliebte Polizistin aufzuspüren.
Nur Max glaubt ihr und hat ihr versprochen, der Sache nachzugehen.
Zusammen mit Baroni, ein Freund, der schon im ersten Teil an seiner Seite war, beginnen sie Wagner zu suchen. Und dabei überschreitet er Grenzen, denn er muss Tilda retten. Er muss, denn wenn sie stirbt, könnte er das nicht ertragen. Max kann keinen weiteren Verlust mehr verkraften.

Wie nahe Max an einem geistigen und emotionalen Zusammenbruch ist, spiegelt sich eindrucksvoll in der Sprache des Buches wieder.
Wenn er durch seine Sorge um Tilda zu immer drastischeren und zerstörerischen Handlungen getrieben wird, lassen mich die minimalistischen Sätze kaum zu Atem kommen. Es ist keine Zeit für Schnörkel, für erklärende Adjektive oder gar ganzen Nebensätzen. Der Text von Bernhard Aichner ist viel zu rastlos für melodischen Satzbau. Die Zeit drängt, das ist von Anfang an deutlich spürbar, denn irgendwo da draußen sitzt Tilda in einer dunklen Kiste vergraben und wartet auf Max, oder, wenn die Hoffnung schwindet, auf den Tod.
Auch Max verliert immer wieder die Hoffnung und dann verfängt er sich in seiner Angst. Seine Gedanken drehen sich im Kreis, verlieren sich in Vorwürfen, Hoffnungslosigkeit und Erinnerungen. Dann reihen sich die Nebensätze aneinander, wie Perlen eines Rosenkranzes, den Max in kaum erträglichen Wiederholungen herunter betet.
Und hier wurde das Lesen für mich anstrengend.
Dieser Trostlosigkeit und Eintönigkeit, hervorgerufen durch Erinnerungsfetzen, Satzfetzen, die Absätze lang mit dem Wort "wie" beginnen, kann ich nicht entgehen.

Doch gerade der ungewöhnliche Sprachgebrauch macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Der Autor spielt mit den Worten. Er erschafft keine Bilder, sondern greift direkt in meine Gefühlswelt ein. Das ist nicht angenehm. Soll es aber auch nicht.
Obwohl ich bewundere, wie er es schafft, mich zu manipulieren, ist es irgendwann zu viel. Die Sätze wirken nach gut 100 Seiten wie künstliche Konstrukte, übermotiviert, anstrengend.
Dies wird auch durch die Dialoge verstärkt. Über Seiten reihen sich die wortarmen Gespräche ohne Personenzuweisungen und Handlungssätzen untereinander. Anfangs noch mit amüsantem Zynismus gewürzt, verliert sich dieser zusammen mit dem Lesevergnügen am Ende des Buches in der Verzweiflung von Max und einer gewissen Unübersichtlichkeit.

Ich bin sicher, dass dieses Buch seine Liebhaber finden wird. Und es hat sie verdient, denn der Autor geht einen verblüffenden, neuen Weg. Dies ist kein Psychothriller, sondern ein Emotionen-Thriller.
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Eben noch war die Welt für Totengräber Max Broll in Ordnung, im nächsten Moment bricht sie zusammen. An einem lauen Sommerabend sitzt Max mit seinem Freund, dem Ex-Fußballprofi Baroni, gemütlich auf der Terrasse seines Totengräber-Häuschens und schaut sich der Kulisse entsprechend einen Zombiefilm an. Durch Zufall entdeckt Baroni ein Handy auf dem Nachttisch von Max, welches keiner der Beiden kennt. Neugierig klicken sie sich durch die einzelnen Nummern bis sie bei der letzten ankommen. Plötzlich ist seine Stiefmutter Tilda am Apparat. Sie erzählt Max, dass sie lebendig begraben in einer Kiste liegt, sie weiß nicht wo, aber sie weiß, wer ihr das angetan hat. Doch dies ist unmöglich, denn Leopold Wagner sitzt seit 18 Jahren im Gefängnis, dank Tilda, die ihn damals seiner Taten überführt hat. Tilda ist sich aber absolut sicher, hat sie ihn doch mit eigenen Augen gesehen, bevor sich der Deckel über ihr schloss.

Zwar hat Tilda zwei Flaschen Getränke und das Handy, welches ihre einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt, aber es ist auch Jedem klar, dass Tilda schnellstens gefunden werden muss. Zwar ist das Handy bald geortet, jedoch umfasst das betroffene Waldgebiet rund 8 Kilometer und es kann Tage dauern, bis die Hundertschaft der Polizei das unwegsame Gebiet durchforstet hat. So viel Zeit hat jedoch Tilda nicht mehr. Und deshalb beginnt Max zusammen mit Baroni auf eigene Faust zu ermitteln. Er glaubt Tilda, dass Wagner ihr Entführer ist, im Gegensatz zur Polizei und setzt alles daran, diesen zum Reden zu bringen. Doch Wagner schweigt beharrlich.

Anfangs war ich erstaunt über den etwas eigenwilligen Schreibstil von Bernhard Aichner, denn neben der Erzählform verwendet er logischerweise auch Dialoge, doch diese setzt er untereinander, nur mit Bindestrichen versehen. Doch hieran hatte ich mich recht schnell gewöhnt und sobald man die einzelnen Charaktere kennengelernt hat, weiß man eigentlich auch immer, wer nun gerade spricht.

Bernhard Aichner treibt einen regelrecht durch seinen Krimi. Von Anfang an legt er ein extrem hohes Tempo an und dieser temporeiche, fesselnde, manchmal etwas schnodderige Schreibstil zieht sich durch die komplette Story. Hinzu kommt, dass die Geschichte sich überraschend entwickelt und man ständig rätselt, ob denn nun der Kindermacher, wie der Arzt Leopold Wagner von der Presse tituliert wurde, wirklich diese grauenvolle Tat begangen hat und wenn ja, wie er dies bewerkstelligt haben soll. Denn hierzu müsste er unbemerkt aus dem Gefängnis verschwinden und genauso ungesehen auch wieder in seine Zelle zurückkehren. Max ist hiervon felsenfest überzeugt und er setzt wirklich alles daran, um dies aus Wagner herauszubekommen und was noch wichtiger ist, ihn zum Reden zu bringen, damit er ihm sagt, wo er Tilda vergraben hat.

Max liebt seine Stiefmutter und so ist er völlig durcheinander, hat nur noch ihre Rettung im Kopf und reagiert hierbei sehr emotional und unberechenbar. Einzig seinem Freund Baroni gelingt es, ihn ein wenig zu bremsen, damit Max nicht Dinge tut, die er bei klarem Kopf bitter bereuen würde. Ab und an habe ich mir schon gedacht: Mensch Junge, schalt mal einen Gang zurück, behalt mal einen kühlen Kopf und will nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. Auf der anderen Seite aber vermittelt genau dieses Verhalten einem das hilflose Gefühl, dessen Max sich ausgesetzt fühlt, absolut machtlos gegenüber einem Mann zu sein, der ganz offensichtlich ein sehr perfides Spiel mit ihm spielt.

Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet, überzeugen absolut und wirken in ihrem Verhalten sehr menschlich und realistisch. Und auch die Story entwickelt sich durchweg schlüssig, ist praktisch von der ersten Seite an extrem spannend und löst sich zum Schluss absolut logisch auf.

Fazit: Ein Krimi, der ein extremes Tempo an den Tag legt, dieses mühelos über die komplexe Story hin hält und der Autor sich hierbei trotzdem noch genug Zeit nimmt, seine Charaktere authentisch und facettenreich zu beschreiben.
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am 9. September 2015
Habe zuerst von B. Aichner Die Totenfrau gelesen, die mich total begeistert hat (5 Sterne). Dann Die Schöne und der Tod: davon war ich weniger angetan (2 Sterne). Für immer tot fand ich wieder einigermaßen spannend, jedoch bei weitem nicht so gut (3 Sterne, s.o.) wie Die Totenfrau. Jetzt bin ich gerade dabei, Das Totenhaus zu lesen, denn im Großen und Ganzen finde ich den Schreibstil von B. Aichner modern, ansprechend und "anders". "Anders" im Sinne von gut. Auch wenn manchmal, wie bei Die Schöne und der Tod bzw. Für immer tot, die Sätze schon zeitweise sehr minimal, sprich kurz und abgehackt sind. Aber das ist mir bei weitem lieber, als schwülstige Formulierungen mit vielen Beifügungen, die sich vom Beginn des Satzes bis zum Punkt am Ende über eine 1/2 Seite winden, so dass man zu Schluss gar nicht mehr weiß, womit dieser Satz eigentlich begonnen hat und was die Aussage sein soll - wie z.B. jetzt dieser Satz als schlechtes Beispilel zeigen soll, wie es nicht sein sollte.;-)
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am 19. August 2015
Im Moment bin ich auf dem Aichner-Krimi-Trip und bin begeistert von den Überraschungen, den Wendungen, dem Unerwarteten. Skurril sind diese Krimis und die Sprache ungewohnt, eindringlich........ Etwas störend finde ich, dass diese ungewöhnliche Sprache sich in allen Krimis so sehr ähnelt, dass es irgendwann lahm wird. Mein vorerst letzter Krimi wird das Totenhaus sein und dann kommt erstmal eine Aichner-Pause.
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am 15. August 2011
"Ich werde hier sterben, Max. Ich weiß nicht, wo ich bin. Er hat mich eingegraben, Max. Ich bin irgendwo unter der Erde."

Es sollte ein entspannter Abend werden. Max Broll, Totengräber, und sein bester Freund Baroni, Ex-Fußballstar, genießen gerade einen Splatter-Zombiefilm, als Max ein unbekanntes Handy in seiner Wohnung findet. Und am anderen Ende der Leitung ist seine Stiefmutter Tilda, die grausiges erzählt: sie ist lebendig begraben, irgendwo unter der Erde in einer kleinen Kiste. Das Handy ist ihre einzige Verbindung zur Außenwelt. Und sie weiß auch, wer ihr das angetan hat: Leopold Wagner, der "Kindermacher", den Tilda vor Jahren verhaftet hat. Doch der kann es eigentlich nicht gewesen sein, denn er sitzt seit 18 Jahren im Gefängnis...

Max Broll ist ein mehr als unüblicher Hauptcharakter für einen Krimi. Stehen sonst doch immer die taffen Ermittler im Fokus, steht Max eher auf der anderen Seite. Er ist ein Totengräber, er räumt auf, nachdem das Verbrechen geschehen ist, er begräbt die Toten, bettet sie zur letzten Ruhe. Doch nun wird Max selbst in ein Verbrechen hineingezogen. Die Ermittler glauben nicht daran, dass Wagner der Täter ist, denn er sitzt schließlich schon jahrelang im Gefängnis. So ist Max auf sich allein gestellt und muss sich mit dem sadistischen Wagner einen Psychokrieg auf Leben und Tod liefern.

Der Schreibstil des Autors, der anfangs vielleicht etwas merkwürdig anmuten mag, hat mir gut gefallen. Aichner versieht sämtliche wörtliche Rede nicht mit Anführungszeichen, sondern mit einem Bindestrich, weshalb die Sätze zuerst wie Aufzählungen wirken. Was vielleicht anfangs noch etwas störend auf das Auge wirkt, hat mir als Eigenheit dann aber sogar gefallen und Aichners Stil wird dadurch unverwechselbar.

Das Buch konnte mich mit einigen unerwarteten, dramatischen Wendungen überraschen, letztlich blieb aber doch von Anfang an klar, dass Wagner der Täter sein muss, weshalb das Spannungsmoment um die Identität des Täters etwas fehlte. Fraglich blieb nur, wie er es geschafft hat, Tilda zu entführen und zu vergraben. Und hier bietet das Buch dann auch ein spannendes Wettrennen gegen die Zeit auf der Suche nach der Wahrheit. Und nach Tilda, bevor sie für immer in ihrem Grab liegen bleibt.

"Für immer tot" ist zwar der zweite Krimi um den Totengräber Max Broll, man muss den Vorgänger aber nicht gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen. Um ein besseres Verständnis für die einzelnen Figuren wie seinen besten Freund Baroni oder seine Beziehung zu Hanni zu bekommen, empfiehlt es sich aber doch, auch den ersten Band "Die Schöne und der Tod" zu lesen. Ich jedenfalls werde das gerne noch nachholen, denn Max Broll war mir sehr sympathisch und das Erzähltalent des Autors verspricht weitere gute unterhaltsame Krimistunden.
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am 15. Februar 2015
Bernhard Aichner versteht es, seine Leser durch seine Romane zu hetzen. Sein Schreibstil und seine Fähigkeit Spannung aufzubauen lässt einem, wie Broll den Protagonisten, durch die Geschichte rasen. Mir fiel es sehr schwer das Buch zu später oder früher Stunde aus der Hand zu legen um wenigsten noch etwas Schlaf zu bekommen. Spannend - skurril - witzig - menschlich - lesenswert!
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am 27. April 2014
Erstens nervt die ständige Sauferei der Protagonisten.
Zweitens nervt die abgehackte Sprache. Die war bei meinem ersten Aichner-Krimi noch neu und interessant, aber jetzt (bei dem dritten Aichner, den ich gelesen habe) ist das nur mehr langweilig.
Und drittens ist die Handlung so an den Haaren herbeigezogen, dass es schon nicht mehr originell ist.
Das Werk ist das Geld (auch wenn es billig war) nicht wert.
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am 15. August 2011
Kurzbeschreibung:
Um sie herum ist alles dunkel, ein Handy ist ihre einzige Verbindung zur Außenwelt, zur Polizei und zu ihrem Stiefsohn, dem Totengräber Max Broll. Ihre letzte Erinnerung: Ein Mann ist in ihre Wohnung eingedrungen, hat sie überwältigt, in eine Kiste gepfercht und irgendwo im Wald vergraben. Und sie erinnert sich auch, wer der Mann war: Leopold Wagner, der "Kindermacher". Das Problem ist nur: Wagner kann es nicht gewesen sein, denn er sitzt seit achtzehn Jahren hinter Gittern.

Zum Autor:
Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Mehrere Literaturpreise und -stipendien. Veröffentlicht Romane (zuletzt: Schnee kommt (2009)), Hörspiele und Theaterstücke. Sein Krimi-Debüt gab Bernhard Aichner bei HaymonTB mit dem ersten Max-Broll-Krimi Die Schöne und der Tod (2010).

Rezension:
Max Broll, ehemaliger Journalist, hat das Erbe seines verstorbenen Vaters angetreten und seine Stelle als Totengräber in einem kleinen Dorf übernommen. Er führt eine glückliche Beziehung mit Hanni, einer Würstlverkäuferin, und geht ganz in seinem nicht alltäglichen Beruf auf, bis eines Tages seine Stiefmutter Tilda, Chefinspektorin der hiesigen Polizei, entführt und an einem unbekannten Ort lebendig in einer Kiste vergraben wird.

Zusammen mit seinem Freund, dem ehemaligen Fußballprofi Johann Baroni, macht sich Max auf, den Täter zu finden. Denn Tilda scheint genau zu wissen, wer ihr das angetan hat: Leopold Wagner. Doch Wagner sitzt seit Jahren hinter Gittern. Wie sollte er zu so einer Tat in der Lage sein? Diese Frage und ein weiterer Mord macht Max und Johann schwer zu schaffen...

"Für immer tot" ist der zweite Krimi von Bernhard Aichner, der mit dem Totengräber Max Broll einen sehr ungewöhnlichen Ermittler aufs Papier bringt. Da ich den ersten Teil "Die Schöne und der Tod" nicht gelesen habe, kann ich leider keine Parallelen ziehen, doch war es nicht schwer, den einzelnen Personen zu folgen und somit sind glücklicherweise keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band zwingend nötig.

Etwas schwer tat ich mich anfangs mit den Dialogen zwischen Max und seinem Freund Baroni, denn die wörtliche Rede ist nicht, wie man es normalerweise kennt, mit Anführungszeichen gekennzeichnet, sondern nur durch Bindestriche angedeutet. Doch ist man erst einmal im Lesefluss, gewöhnt man sich recht schnell daran.

Der Charakter des Max Broll hat mir gut gefallen, er wirkt sympathisch und man fiebert automatisch mit ihm mit, als er sich auf die Suche nach seiner geliebten Stiefmutter macht und er weiß, dass ihm nur wenig Zeit bleibt, sie noch lebend zu finden. Seine nicht sehr konservativen Ermittlungsmethoden zusammen mit seinem Freund Baroni werden sehr skurril dargestellt, was auch den eher schwarzen Humor nicht zu kurz kommen lässt, aber auch traurige Szenen weiß Bernhard Aichner gekonnt und nachvollziehbar darzustellen.

Kurze und knackige Sätze sorgen dafür, dass die Geschichte ohne großes Drum und Dran aufs Wesentliche reduziert wird und keine Längen entstehen. Ein gehöriger Schuss Lokalkolorit und interessante und auf die ein oder andere Art skurrile Nebenfiguren tun ihr Weiteres. "Für immer tot" ist ein österreichischer (Regional)Krimi, der mich dank seiner originellen Figuren gut unterhalten hat, und ich bin gespannt auf weitere Fälle von Max Broll und Johann Baroni.

Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem Cover sind man einen Gesichtsausschnitt einer toten Frau, der mit einer Art Folie überzogen ist (diese Folie spielt auch im Roman eine nicht unerhebliche Rolle!).

Fazit: "Für immer tot" ist ein Krimi, der zwar mehr von seinen ungewöhnlichen Protagonisten lebt als vom eigentlichen Kriminalfall, der aber dank dieser Figuren, einem guten Schuss Lokalkolorit und recht schwarzen Humors und Sarkasmus gut zu unterhalten versteht.
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am 9. September 2011
Als das Buch bei mir ankam, fühlte ich mich direkt an den ersten Teil erinnert. Zwar ist das abgebildete Cover nicht, das des ersten Buches (wäre ja auch blöd) aber, die Frau vom ersten Cover, könnte auch hier wieder Modell gestanden haben. Irgendwie passte es und ich wusste direkt wieder, was ich lese.

Ich wusste ja auf was ich mich einlasse: Eine wahrscheinlich spannende Geschichte, aber der Schreibstil wird wieder eine Herausforderung. Und so was es auch. Die GEschichte super, der Schreibstil anstrengend und eigenwillig - ein Markenzeichen eben.

Also, wo fangen wir? Die Story: Absolut gut. Auf und Abs, Spannung, Verzweiflung, Trauer, Ungläubigkeit, Wut, Aggressionen, Angst... ich glaube ich bin in dem Buch alle Gefühle einmal durchgegangen. Auch wenn ich zugeben muss, dass die Geschichte mich zu Beginn an einem Film erinnerte, den ich dieses Jahr gesehen habe (Buried - Klick zum Trailer - Sound aufdrehen!). Deswegen war ich gespannt, ob das Buch nur abgeguckt hat, oder ob er noch seine eigene Story entwickelt. Zum Glück hat das Buch eine andere Wendung genommen. Zwar sind einzelne Passagen gleich, was bei der Geschichte "Frau wird in Kiste gesteckt und vergraben" nicht anders zu erwarten war. Von der Frau selbst bekommt man auch nur wenig mit, denn das drumherum ist der eigentliche Krimi. Die Angst um die Frau in der Kiste, die schließlich seine letzte lebende Verwandte ist, ist der Beginn für eine Reihe von Handlungen und Geschehnissen, die sich wirklich nur ein Krimi-Autor ausdenken kann. Man könnte meinen, die Frau in der Kiste sei die Haupthandlung, ABER, eigentlich geht es darum, wie Protagonist Max Broll versucht sie zu befreien und bereit ist über Leichen zu gehen.

Ich möchte wirklich nicht zuviel vom Inhalt verraten, aber es gibt eben unglaubliche Dinge. Einen verurteilten Arzt im Gefängnis, der trotzdem Straftaten begehen kann (oder auch nicht), korrupte Strafvollzugsbeamte, illegale künstliche Befruchtungen, Expressung....Was Max broll alles versucht um seine Stiefmutter frei zu bekommen ist total nachvollziehbar für den Leser, aber auf der anderen Seite auch unglaublich. Man will ihm helfen, und fasst sich an den Kopf, das kann er doch jetzt nicht wirklich machen. Man ist geschock über seine Bereitschaft bis ans äußerste zu gehen, und durchlebt seine Gefühle von Seite zu Seite mit. Seine Trauer ist für den Leser unheimlich greifbar, seine Wut, seine Aggressionen, seine Verzweiflung.... und doch will man mit ihm alles versuchen um Tilda zu retten. Immer wieder hat mich verwundert, wie er aus der Suche ausbrechen kann und offensichtlich alles um sich herum ausblenden kann, und mit seinem Kumpel Baroni trinkt. Trinkt bis zur Besinnungslosigkeit. In die Sauna gehen. Und doch fügen sich diese Situationen in ein rundes Gesamtbild ein, denn schließlich haben sie die beiden auf ihrer Suche immer ein Stück weiter gebracht.

Für die Entwicklung der Geschichte und einige Handlungen war unsere tatsächliche Gegenwart auch ein guter Helfer. Zum einen haben die Anschläge vom 09.11.2011 eine weltweite Terrorangst ausgelöst, die Flugsicherheit jetzt groß schreiben. Und wir lernen im Buch, wie schnell man ein Flugzeug davon abhalten kann doch noch zu starten - nicht nachmachen, im ernstfall sehr teuer. Außerdem die Medien, die Max Broll selbst gut kennt, die aber auf der anderen Seite so eine Geschichte heute ganz anders aufziehen, als noch ein paar Jahre zuvor.

Während der Geschichte, im Endeffekt sind es nur 4 Tage glaube ich, geht man mit Max Broll durch die Hölle. Wir müssen lernen, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben, aber manchmal der Zweck die Mittel heiligt. Das unmögliche Dinge wahr sein können, weil es eine unentdeckte Lücke im System gibt. Bernhard Aichner hat einen Krimi geschaffen, der bis zum Ende spannend bleibt. Man hat nicht nur Angst um die verbuddelte Tilda, sondern auch um das, was Max und Baroni bereit sind zu tun. Und nie weiß man, ob alles gut aus geht.

Der Schreibstil ist genau wie im ersten Buch: Sehr eigenwillig unf gewöhnungsbedürftig. Kurze Sätze, Aufzählungen, verwirrte Gedanken und dann diese Dialoge. Vorne stehen keinen Namen, sondern Bindestriche. Man muss also genau aufpassen und mitlesen. Denn sonst bekommt man nicht mit, wer was zu wem sagt. Dort verliere ich manchmal leider den Faden, obwohl die Dialoge eigentlich sehr gut geschrieben sind.

Die Protagonisten, die bereits im ersten Teil sehr gut dargestellt worden waren, bekommen im zweiten Teil noch mehr Tiefe. Wir lernen sie besser kennen. Wir bekommen einen Einblick in Gefühle, in die Lebensumstände, in die Beziehungen zwischen den Personen. Max Broll, DER Protagonist reflektiert viel und spricht über seine Gefühle und Gedanken. Die Konstellationen werden deutlicher und sie zeigen dem Leser, dass echte Freunde und Liebe die Grundbausteine für jeden glücklichen Menschen sind. Wenn einer dieser Teile aus den Fugen gerät, was passiert dann mit dem Menschne? Aber auch Baroni, der mir im ersten Teil ein bisschen zu sehr Prolet war, hat in diesem Buch eine unglaublich wichtige Rolle. Er ist der Fels in der Brandung, der Antreibt, motiviert und beisteht. Der seine Persönlichkeit einzusetzen weiß und im Namen der Freundschaft bereit ist alles zu geben. Absoluter Pluspunkt. Hanni, die wir in dem Buch nur wenig erleben, aber trotzdem erfahren wir viel von ihr: Ihre Lebhaftigkeit, ihre Spontanität, ihre liebevolle Art... wie gut sie Max Broll tun. Und Tilda, die eben nicht die böse Stiefmutter ist, sondern der wirkliche Mutter Ersatz. Di eine wichtige Rolle für Max spielt und die plötzlich selbst eine Vergangenheit hat.

Eine Sache die mich definitiv gestört hat ist der Alkohol. Was Max und Baroni in den paar Tagen trinken ist doch schon eine Menge. Zwar gehört es zu den beiden, aber es ist doch schon ungewöhnlich. Auch, was sie in diesem Zustand dann noch alles machen dürfen (lieber Herr Aichner, es gibt Gesetze;) ).

Das Buch nimmt schließlich ein Ende, und wie es es ausgeht, und auf welcher Beerdigung Max Broll auf der letzten Seite stehen muss, erzähle ich euch nicht. Auf jeden Fall ist man am Ende genau wie Max Broll, erleichtert zum einen und todtraurig auf der anderen Seite.
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am 2. Juni 2016
Buchinfo
Für immer tot - Bernhard Aichner
Taschenbuch - 240 Seiten - ISBN-13: 978-3442713677
Verlag: btb Verlag - Erschienen: 9. Mai 2016 - EUR 9,99

Kurzbeschreibung
Um sie herum ist alles dunkel. Sie hat keine Ahnung, wo sie sich befindet. Neben ihr nur zwei Flaschen Saft und ein Handy – ihre einzige Verbindung zur Außenwelt, zur Polizei und zu ihrem Stiefsohn, dem Totengräber Max Broll. Ihre letzte Erinnerung: Ein Mann ist in ihre Wohnung eingedrungen, hat sie überwältigt, in eine Kiste gepfercht und irgendwo im Wald vergraben. Und sie erinnert sich auch, wer der Mann war: Leopold Wagner, der „Kindermacher“. Das Problem ist nur: Wagner kann es nicht gewesen sein, denn er sitzt seit achtzehn Jahren hinter Gittern.
Bewertung
„Für immer“ ist der zweite Teil der Max-Broll-Reihe von Bernhard Aichner. Auch diesmal überzeugt der Autor durch seinen Schreibstil der anderen Art, was mich schon im ersten Teil beeindruckt hat. Es ist rasant und spannend und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Durch überraschende Wendungen reißt die Spannung auch bis zum Ende nicht ab und lässt einen fleißig miträtseln. Natürlich sind auch wieder die sympathischen Charaktere des Vorgängers vertreten, von denen man viel Neues erfährt. Bernhard Aichner gelingt es auch diesmal sie so detailliert darzustellen, dass man sich gut in ihr Denken und Handeln hineinversetzen kann. Und zu meiner Freude, ist auch diesmal der Schwarze Humor des Autoren wieder gut mit in die Geschichte eingebracht worden.
Fazit: Spannung, Witz, noch mehr Spannung, tolle Charaktere und noch mehr Spannung :) In einem Wort: „Genial!
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