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Kundenrezensionen

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am 3. Januar 2006
Ein großartiges Buch, das den sicherlich einflussreichsten Vertreter der dt. Medientheorie genau, detailliert und auf dem Hintergrund einer überwältigenden Sachkenntnis darstellt. Wo andere Einführungen einen mehr oder minder verkürzten Durchgang durch die zentralen Schriften bieten, wird Kittlers Werk hier tatsächlich neu erschlossen. Indem Winthrop-Young die vielfältigen Bezüge aufzeigt, die für den Ansatz Kittlers wichtig sind, entsteht ein komplexes Gesamtbild; Anfängern des Fachs wird ein Einstieg in das Kittlersche Denken ermöglicht, und selbst wer sein Werk einigermaßen zu kennen beansprucht, wird in diesem Buch verblüffend Neues finden.
Studierende der Medienwissenschaft haben - bis heute - durchaus Schwierigkeiten, mit Kittlers Texten warm zu werden; dies liegt vor allem an Kittlers Denkstil: ein eher aphoristisches Vorgehen, Provokation und eine spezifische Ironie, die Verweigerung von Systematik und ein systematisches Misstrauen gegenüber traditionellen geistes- und kulturwissenschaftlichen Vorgehens- und Begründungsweisen zeichnen die Texte aus.
Paradoxerweise führt gerade dies dazu, dass Kittler häufig auf einige wenige Kernthesen - Theorie-Klischees - verkürzt wird. Daneben gibt es Elemente, die sich zunehmend als zeitgebunden erweisen. All dies macht die vorliegende Einführung wichtig, die den Sachgehalt, den historischen Aufbruch und den tatsächlichen theoretischen Gewinn dieses Ansatzes in den Vordergrund stellt.
Eigentlich ist hier mehr als eine Einführung, fast könnte man sagen: eine Monographie zu Kittler, entstanden. Dies zeigt sich immer dort, wo Winthrop-Young das bei Kittler selbst Vorfindliche überschreitet: so gibt es verschiedene systematische Überlegungen zum Bezug Kittlers auf Foucault (z. B. S. 58), einer Relationierung, die für das Verständnis absolut zentral ist, die Kittler selbst aber - in diesem Punkt eigentümlich scheu - nur in einigen wenigen Fußnoten expliziert hat. Ebenso brillant und erhellend sind die Einzelabschnitte zum ‚reactionary modernism’ (110), sowie zur ‚protestantischen Maschinenflüsterei’ (143ff.), sehr unvermutet der Bezug auf Hegel (148) und auf Adorno (170). Verdienstvoll auch, dass der Text auch die jüngeren Arbeiten zum antiken Griechenland einbezieht (150ff.).
Besonders amüsant ist eine Auseinandersetzung mit Kittlers Schreibweise (‚Kittlerdeutsch’), u.a. weil diese von einer durchweg männlichen Jüngerschar inzwischen zweier Generationen im Detail imitiert wird - deutlichstes Symptom jener unselig-absurd-provinziellen Sektenbildung, die die deutsche Medientheorie bis heute heimsucht.
Winthrop-Young, der in Vancouver (Canada) dt. Literaturwissenschaft lehrt, hat das Privileg relativ gelassen jenseits dieser ‚Schulen’ zu operieren. Er hat selbst bei Kittler, damals noch in Freiburg, studiert, und ist seitdem der wohl genaueste und kenntnisreichste Beobachter und Exporteur deutscher Medientheorie im angloamerikanischen Raum. Immer wieder hat er Texte in diesem Feld veröffentlicht, die Ansätze dt. Theoriebildung aufgreifen, analysieren und in eine völlig eigenständige Richtung weiterentwickeln. In jedem Fall also hat der Verlag hier den richtigen Autor gefunden.
Gibt es auch Grenzen? Wie könnte es anders sein. Meiner Einschätzung nach hätte die notwendige Kritik an Kittler deutlicher herausgestellt werden können. Dies gilt für die systematischen Grenzen, die sein Ansatz hat, die blinden Stellen und Verdrängungen, die ebenso Defekt wie vielleicht Ermöglichungsbedingung des Kittlerschen Theoriegebäudes sind. Die fast panische Abwehr z.B. gegen die Sozialwissenschaften wird zwar erwähnt, ihre durchaus destruktiven Folgen innerhalb der Theoriebildung selbst aber, wie ich meine, nicht ausreichend entfaltet. Absurde und politisch skandalöse Äußerungen, insbesondere in Presseinterviews, werden ebenso erwähnt, ebenso aber eher schonsam behandelt. Und schließlich muss der Abschnitt ‚Zur Einmaligkeit der deutschen Medientheorie’ etwas unbefriedigt lassen; die Frage selbst ist für die dt. Fachöffentlichkeit wichtig, in der es immer wieder Streit darüber gibt, wie die hiesige Theoriebildung im internationalen Maßstab tatsächlich eingeschätzt werden kann.
All dies beschädigt den Wert des vorliegenden Buches in keiner Weise. Es ist mehr als lesenswert, äußerst informativ und anregend; es erfüllt seine Funktion als Einführung und geht gleichzeitig darüber weit hinaus, indem es die Rezeption Kittlers auf einen bisher nicht erreichten Stand bringt. Wichtig auch ist das Buch für das Selbstverständnis der Medienwissenschaften in Deutschland insgesamt; als ein relativ junges Fach sind diese u. a. auf der Suche nach ihrer Wissenschaftsgeschichte; auch hierzu hat Winthrop-Young einen wichtigen Baustein geliefert.
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am 29. November 2013
Ein nützliches Buch, den wer kein absoluter Spezialist ist, hat es schwer bei diesem Klassiker der Medienwissenschaft. Es beweist, dass man auch in einfacher Sprache über komplexe Dinge schreiben kann. Diese Tugend beherrschen leider viele Autoren in der Kultur- und Medienwissenschaft nicht..
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am 7. Oktober 2012
..der aber die Sache auf den Punkt bringt. Gerade in de aktuellen Wirtschafts/politik Situation hochaktuell. Eien Fortsetzung wäre nicht schlecht.
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am 21. Januar 2013
Es ist natürlich absoluter Käse, eine Rezension für ein Buch abgeben zu müssen, aber Amazon will es anscheinend so. Für Angler und Briefmarkenfreunde nur sehr schwer geeignet.
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am 10. August 2013
Der erste Eindruck war positiv. Das Buch ist sehr gut erhalten. Guter Kauf!
Über den Inhalt lässt sich keine Aussage treffen, da es sich um ein Sachbuch handelt.
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