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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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4,8 von 5 Sternen
Freibeuterschriften: Die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 20. September 2017
Diese Essays und Zeitungsartikel von Paolo Pasolini beeindrucken heute noch so sehr wie damals! In den 1970ern lösten Pasolinis scharfsinnige und -züngige Überlegungen und Beobachtungen (meist im Corriere de la Sera veröffentlicht) heftige Reaktionen aus, insbesondere bei der Kirche (via Osservatore Romano), aber auch bei keinem Geringeren als beim damaligen Präsidenten Andreotti. Die historischen Hintergründe, Quellen und Reaktionen sind in Fußnoten am Ende der jeweiligen Artikel sorgfältig dokumentiert und vermitteln wertvolle Einblicke in die Geschichte des Terrorismus - von links und rechts! - des Italiens der 1970er. Die Frische und Aktualität der Artikel ist aber wohl auf die klare und originelle Argumentation Pasolinis zurückzuführen, der wohl als einziger aus dem linken Lager die verheerenden Auswirkungen der Konsumgesellschaft voraussah. Die volle Wucht dieses Konsumterrors wird vielen erst heute in vollem Ausmaß bewusst, und in beklemmender Weise wiederholen sich die von Pasolini geschilderten Prozesse der Umwandlung von kleinbäuerlichen Strukturen in Industriegesellschaften (inlusive industrieller Agrarproduktion) im Weltmassstab. Äusserst aufschlussreich ist Pasolinis Darstellung der unterschwelligen Widersprüche zwischen Kirche und Politik, genauer: der "christlichen" Democracia Christiana. Auch diese führt Pasolini teilweise auf die Transformation einer (klein)bäuerlichen Agrargesellschaft in die Industriegesellschaft der Konsumenten zurück, wie sie heute noch im Rahmen der "Entwicklung" der "Dritten Welt" an verschiedenen Fronten in Afrika und Lateinamerika stattfindet. Diese Überlegungen gipfelten in seinem meisterhaften und viel diskutierten Essay "Vom Sterben der Glühwürmchen" - wohl der erste und letzte als ökologisch einzuordnende Artikel eines Marxisten! Den fulminanten Schlusssatz zu zitieren hiesse das Lesevergnügen zu zerstören - der Artikel schlug ein und provozierte eine direkte und eine späte Antwort Andreottis, letztere erst lange nach dem nach wie vor unaufgeklärten Mord an Pasolini, kurz nach der Veröffentlichung seines Artikels zu den Glühwürmchen.
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am 18. Dezember 2001
Schon Ende der 7oer Jahre stellte Pasolini fest und sah voraus, wohin der Kapitalismus in seiner mittlerweile globalisierten Form unweigerlich führt. Nämlich zur Zerstörung der Kultur auf jedwede Weise, der Religion, der Philosophie, der traditionellen Werte. In seinen über 25 Kommentaren zur Zeitgeschichte ist er so aktuell wie kaum jemand. Vor allem klagt er die Konsumgesellschaft an, der außer dem Mammon nichts mehr "heilig" ist. Wer heute verstehen will, warum sich die arabisch-moslemischen Länder so wehren gegen die westliche Unkultur, mit der sie über die Medien überschwemmt werden, der kann aus den FREIBEUTERSCHRIFTEN lernen, dass schon damals P. warnend bzw. anklagend den Finger hob. Selbst noch nach über 25 Jahren ist dieses Buch mit seinen 172 Seiten allen zu empfehlen, die die 70er Jahre verstehen möchten und das augenblickliche politische Geschehen.
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am 19. Juni 2017
... dass es fast schon in der Meta-Metaebene angesiedelt ist. In seiner Zeit arbeitete man sich am Staat ab. Es wäre sehr interessant zu wissen, was jemand wie er über Konzerne wie Google und Amazon zu schreiben gewusst hätte. Er bleibt sich angenehm treu. Bei ihm steht der Mensch im Mittelpunkt seiner Gedanken und das merkt man auch. Er war radikalter Kommunist, aber einer, der niemals einem Menschen Leid angetan hätte und die Missstände auch in den eigenen Reihen ansprach. Das hat alle gegen ihn aufgebracht.
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am 3. Dezember 2011
Ein die Kritiker kritsierender Autor sieht die Lage als auswegslos, appelliert an die Kirche sich aufzulösen, an die Kommunisten den "theologischen Glutkern der Revolution" zu bewahren. Er stösst das Fenster zur Realität unserer Konsumgesellschaft ein bisschen weiter auf ohne deswegen den Verlust der Vergangenheit zu beklagen und schliesst aus der Erkenntnis, dass die religiösen Humanisten auch in Zukunft Stillstand und Tod verkörpern könnten Gotteslästerung Notbremse vor der Apokalypse sei.
Der Leser selbst habe widersprüchliche Momente zu ordnen und Wesentliches zu erkennen, mögliche Inkonsequenzen zu beseitigen, Wiederholungen durch Varianten zu ersetzen, an ihm liege es das Buch zu rekonstruieren.

Einmal mehr rüttelt Pier Paolo Pasolini provokativ auf, was sonst? Grade das macht einen zu seinem begeisterten Leser
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