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Die Frauen der Wiener Moderne: Veröffentlichungen der Österreichischen Forschungsgemeinschaft Broschiert – 28. Mai 1997
- Seitenzahl der Print-Ausgabe242 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberOldenbourg Wissenschaftsverlag
- Erscheinungstermin28. Mai 1997
- ISBN-103486562908
- ISBN-13978-3486562903
Produktinformation
- Herausgeber : Oldenbourg Wissenschaftsverlag (28. Mai 1997)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 242 Seiten
- ISBN-10 : 3486562908
- ISBN-13 : 978-3486562903
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Solche modernen Frauen waren nicht nur in Kunst und Kultur vertreten, sondern hatten auch einen nicht zu vernachlässigenden Platz in der 'Wiener Wirtschaftsschule'. Wien war damals ein Zentrum der Nationalökonomie. Als Anhänger der 'Wiener Schule für Nationalökonomie' konzentriere ich mich nur auf das Kapitel über die Frauen jener Schule, ich hoffe hierfür hat man Verständnis!
Die auf Carl Menger zurückzuführende Schule hatte in Friedrich von Wieser und Eugen von Böhm-Bawerk in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg zwei herausragende Vertreter.
Ludwig von Mises, einer der brillantesten Köpfe der Schule und Schüler Böhm-Bawerks, führte nach dem 1. Weltkrieg ein Privatseminar. Dieses Seminar war der Mittelpunkt der 'Wiener Wirtschaftsschule', L. v. Mises war nach dem 1. Weltkrieg, auch wenn ihm eine ordentliche Professur versagt blieb, der unbestrittene Nachfolger Böhm-Bawerks als Oberhaupt der Schule.
In seinem Seminar saßen junge männliche und weibliche Ökonomen, von denen eine große Zahl später im angelsächsischen Raum Karriere machen sollten.
L. v. Mises zog die besten Köpfe in sein Seminar, dabei zeichnete ihn als Liberalen aus, dass er nicht - wie damals vielfach üblich - von Ressentiments gegen studierte Frauen geplagt wurde, für ihn zählte nur die Qualität. Deshalb wies sein Privatseminar einen für damalige Zeiten hohen Frauenanteil aus. Frauen wie:
- Martha Stefanie Braun, die in Freibug im Breisgau und Wien studiert hatte. Sie legte eine 'Theorie der staatlichen Wirtschaftspolitik' vor und arbeitete vorwiegend als freie Wirtschaftsjournalistin. Nach dem Anschluss Österreichs ans Hitler-Reich emigrierte sie nach Großbritannien und von da in die USA. Nach Stationen als Assisant Professor in Cinncinati und beim State Departement, wurde sie zunächst Assisant Professor, dann Associate Professor und schließlich Full Professor am Brooklyn College;
- Helene Lieser erwarb nach dem 1. Weltkrieg die erste staatswissenschaftliche Promotion (Dr. rer. pol.) an der Wiener Universität. Bis dahin promovierten an der rechst- und staatswissenschaftlichen Fakultät auch die Ökonomen zum Dr. jur.
Helene Lieser arbeitete in der Zwischenkriegszeit beim Bankenverband und emigrierte 1938 in die Schweiz. Nach dem 2. Weltkrieg war sie erfolgreich als leitende Sekretärin der 'International Economic Association' tätig.
- Gertrud von Lovasy promovierte 1928 zum Dr. rer. pol., publizierte danach regelmäßig u. a. in der 'Österreichischen Zeitschrift für Bankwesen. 1938 emigrierte sie via Großbritannien in die USA und arbeitete beim 'International Monetary Fund' und publizierte weiterhin in Währungs-, Finanz- und Außenhandelsfragen.
- Ilse Schüller-Mintz war die Tochter eines der besten Schüler Carl Mengers. Sie selbst promovierte 1927 zum Dr. rer. pol. und arbeitete anschließend unter F. A. v. Hayek am 'Institut für Konjunkturforschung'. Mit ihrer Familie emigrierte sie 1938 via Schweiz in die USA. Sie war Senior Staff des 'National Bureau of Economic Research' und Adjunct Professor an der Catholic University of America in Washington D. C.
Jürgen Nautz, der Autor dieses Artikels, meint abschließend, dass der Exodus solcher hervorragender Wissenschaftlerinnen und selbstbewusster Frauen, ein schwerer Rückschlag für Österreich gewesen ist.
Aber die Emigration von L. v. Mises und seinen Schülern und Schülerinnen haben die Lehren, die Gedanken, die Ideen und Theorien der 'Wiener Wirtschaftsschule' als 'Austrian School of Economics' in den USA überleben lassen und die Stimme der 'Austrians' wird dort an etlichen Universitäten und auch in der amerikanischen Politik gehört.
Natürlich sind auch die übrigen 15 Kapitel lesenswert und informativ.
Man taucht ein in die Welt der Wiener Caféhäuser und ihrer Zirkel, in die Vielfalt der Wiener Kreise aus Kultur und Wissenschaft.
Es wird verständlich, warum die englische Kriminalschriftstellerin Dorothy L. Sayers lobend meinte, dass das Wien jener Zeit die europäische Hauptstadt der Verrücktheiten war.
Wien in jenen Tagen wird eine faszinierende und pulsierende Capitale gewesen sein, mit einer ungeheuren Anzahl und Bündelung von herausragenden Talenten in Wissenschaft und Kunst. Leider ist dieses Wien durch den Nationalsozialismus ausgelöscht worden und nie mehr erstanden.
