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VINE-PRODUKTTESTERam 5. Oktober 2010
Zumindest aus Sicht des interessierten Laien gibt es in der modernen deutschen Liszt-Literatur kein Werk, das mit der dreibändigen Biographie von Alan Walker oder mit dem einbändigen, überaus kundigen Werk von Derek Watson mithalten könnte. Die monumentalen Arbeiten von Peter Raabe oder Lina Ramann sind zu sehr dem Duktus und der Heldenverehrung des 19. Jahrhunderts verhaftet, um heute noch zu begeistern. Diese Lücke schließt das vorliegende Werk, jedenfalls teilweise. Es reicht an Detailreichtum nicht an Walker heran, der mittlerweile sogar einen Ergänzungsband veröffentlicht hat. Es ist jedoch erkennbar von einem echten Kenner der Materie geschrieben.

Das Werk besteht aus drei Teilen: einem biographischen, einem essayistisch angelegten zweiten Teil und einem dritten, dem Werk gewidmeten. Der Autor vermeidet schon im biographischen Teil die klischeehaften Momente der meisten deutschsprachigen Liszt-Monographien (glänzender Virtuose, Frauenheld, Förderer, Wegbereiter usw.) und stellt die Entwicklung der Persönlichkeit in den Mittelpunkt. Mich hat etwa besonders überzeugt, dass das Virtuosentum Liszts, das ja durch keinen Tonträger bezeugt ist, in einem eigenen Beitrag im Essay-Teil anhand der Klavierstücke, der "Ohrenzeugen" und des autobiographischen Befundes so exakt nachgearbeitet wird, wie dies heute möglich ist. Der persönliche Verfall Liszts in der zweiten Lebenshälfte wird dabei ebenso eindringlich, aber sachlich geschildert wie die glänzende Jugendzeit und die Weimarer Ära.
Im essayistischen Teil wird das Verhältnis zu anderen Komponisten (Wagner, Berlioz usw.) in eigenen Artikeln herausgearbeitet. Es findet sich auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Vorwurf des Antisemitismus bei Liszt, der entkräftigt wird. Die politischen Einstellungen des Komponisten werden ebenso erörtert.
Für mich bedeutete jedoch der dritte, auf das Werk bezogene Teil den eigentlichen Höhepunkt. Hier geht der Autor darstellerisch sehr geschickt vor und überzeugt den Leser durch sein eigenes originelles Urteil über den Wert der Kompositionen (gerade darin weicht er von dem bislang bekannten deutschsprachigen Liszt-Schrifttum deutlich ab). Dabei spricht er die repräsentativen großen Werke an, aber bei weitem nicht nur die beiden Symphonien und die symphonischen Dichtungen, sondern auch die Graner Messe, den Christus, die Elisabeth, die Via Crucis und - natürlich - das Klavierwerk. Der musikalische Wert der sinfonischen Dichtung "Die Ideale" oder "Des Christus" wird für den Leser deutlich herausgearbeitet (Notenbeispiele durchziehen den ganzen Text). Manches begegnet herber Kritik (etwa Tasso, wogegen ich widersprechen würde). Aber die Graner Messe wird in Ihrer Bedeutung nicht nur durch leere Floskeln, sondern durch musikalische Urteile gewürdigt.

Das Anliegen des Werkes verdeutlich mehr als alle Worte ein Zitat von Saint-Saens: Man habe das Virtuosentums Liszts deswegen so in den HImmel gehoben, um ihn nicht als Komponist ernsthaft würdigen zu müssen. Wer also die ewigen Tiraden vom edlen Förderer Liszt, vom Wegbereiter und Neuerer nicht mehr lesen möchte und etwas mehr über das musikalische Werk als solches erfahren will, ist hier gerade richtig.
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