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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
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3,6 von 5 Sternen
Frühling der Barbaren: Novelle
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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HALL OF FAMETOP 50 REZENSENTam 23. Februar 2013
Die Kultur ist ein dünnes Häutchen über dem Vulkan der Barbarei. Und niemand sollte sich zu sicher sein, dass er selber auf der Seite der Kultur steht.
Preising ist von Beruf Erbe, aber einer der stillen Sorte. Er hat das Glück, einen fähigen und loyalen Geschäftsführer für seine geerbte Firma gefunden zu haben, und seitdem treibt er ohne Ziel durchs Leben. Er hat keine erkennbaren Bedürfnisse, weder materiell noch sexuell, er beobachtet die Menschen aus der Distanz, Nähe ist ihm unangenehm. Doch dann soll er zu Verhandlungen nach Tunesien, und in dem Luxusressort seines Geschäftspartners erlebt er die Apokalypse im Kleinen. Zu den Gästen gehört auch eine englische Hochzeitsgesellschaft: steinreiche Hedgefondsmanager, Investmentbanker und Devisenhändler. Sie verprassen ihr "verdientes" Geld mit vollen Händen, lassen ihren Trieben zügellos freie Hand, in dem Wissen, dass ihnen die Welt gehört - bis Großbritannien völlig überraschend den Staatsbankrott erklärt und aus den steinreichen Masters of the Universe eine Horde verarmter Egomanen wird, die ihre Hotelrechnung nicht zahlen können. Und dann reißt das dünne Häutchen über dem Vulkan.

Jonas Lüscher konstruiert seine Geschichte raffiniert über mehrere Erzählebenen. Die Rahmenhandlung, ein Gespräch zwischen Preising und dem Ich-Erzähler, wechselt plötzlich in die dritte Person und damit nimmt der Erzähler nicht nur eine übergeordnete Position ein, sondern er schaut in dieser Perspektive den Protagonisten auch hinter die Stirn, deckt Lebenslügen und unangenehme Geheimnisse auf, die Verhalten und Aussagen in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Dabei würzt Lüscher seine Geschichte mit sprachlich brillanten, schillernden Details, witzig und einfallsreich, nie um eine Überraschung verlegen. Die Beziehungen wirbeln wild durcheinander, Träume zerbrechen, private wie berufliche. Aus der schlichten Form der Rahmenhandlung schälen sich immer mehr Ebenen heraus, die Geschichte in der Geschichte in der Geschichte ... dabei bleiben seine Figuren immer lebendig und echt. So unterschiedlich ihre Charaktere sind, so homogen ist doch das Sittengemälde in der abgeschiedenen Wüstenoase.

Lüschers Zivilisationskritik ist nur zu offensichtlich: Die großen Fische im Haifischbecken der Finanzkriminellen zeichnen sich nicht durch Kenntnisse, sondern durch Schnelligkeit und absolute Gewissenlosigkeit aus. Ehemalige Söldner, die früher schnell mal den Abzug betätigten und heute genauso eiskalt Milliarden vernichten. Es sind ja nicht die eigenen. So verwischen die Grenzen zwischen Kultur und Barbarei und der Rückfall in alte Gewohnheiten ist da nur ein kleiner Schritt.

"Frühling der Barbaren" ist eine wunderbar erzählte Parabel auf die Brüchigkeit unserer Gesellschaft. Es ist eben nur ein dünnes Häutchen...
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am 13. Juli 2017
Die Novelle „Frühling der Barbaren“ ist das literarische Debüt des 1976 geborenen Schriftstellers Jonas Lüscher. Das Buch wurde für den „Deutschen Buchpreis“ und für den „Schweizer Buchpreis“ nominiert und vielfach ausgezeichnet. Im Zentrum der Handlung steht der Schweizer Fabrikerbe Preising, der auf einer Geschäftsreise Zeuge einer ausgelassenen Hochzeitsfeier in einem Luxushotel in Tunesien wird. Reiche englische Yuppies feiern was das Zeug hält. Die Feier endet abrupt, als daheim in England das Pfund abstürzt. Die feiste Bande ist schlagartig zahlungsunfähig. Die dünne Decke der Zivilisation zerreißt, das Gemetzel beginnt. Das Buch ist von hoher politischer Relevanz, befasst es sich doch eindrucksvoll mit den Absurditäten der Finanzkrise und den Schattenseiten des Turbokapitalismus. Jonas Lüscher hat zudem eine gute Schreibe. Wow, was für ein Debüt!
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am 6. Juli 2014
Dem Anspruch, glaubwürdig darzustellen, wie schnell die dünne Kruste der Zivilisation reißen kann und uns in Barbarei verfallen lässt, genügt der Autor nicht.

Von Gehalts- und Bonus-Superlativen verwöhnte Londoner Jung-Banker haben ihre Gäste in eine tunesische Spa einfliegen lassen, um mit ihnen dort ihre Hochzeit zu feiern. Derweil bricht das englische Finanzsystem zusammen. Damit Ende der Party - manche Engländer trotten brav zum Bus, um nach Hause aufzubrechen, andere fackeln die Spa ab. Inzwischen bahnt sich in Tunesien ein politischer Umsturz an.

Die kulturellen Entgleisungen kommen unplausibel und schlicht daher.
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am 22. April 2017
ist der Vergleich mit Thomas Mann, dessen Duktus er krampfhaft zu imitieren versucht. Anders als bei Thomas Mann ist die Komplexität nur eine scheinbare, allein dem Zweck dienend einen Lobgesang auf die eigene Beredsamkeit zu halten. Das entbehrt dabei nicht nur eines interessanten Plots sondern auch sprachlicher Innovation. Fast schon behelfsmäßig konstruiert anmutend vergeht keine Minute in der er sich nicht in Unzulänglichkeiten verliert, die er durch ihre ewige Wiederholung ins Unerträgliche ausweitet. Das Schlimmste daran ist dieser penetrante Narzissmus der einem auf jeder Seite entgegenschlägt und der noch dadurch bestärkt wird, dass solche abwegigen Vergleiche von der Rezeption angestellt werden. Sein Nachfolgeroman übertrifft diesen daher an Aufgeblasenheit noch.
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am 24. Januar 2013
Preising ist Erbe und Besitzer einer großen Fabrikkette. Als er in Tunesien unterwegs ist, um einer seiner Fabriken zu besichtigen, wird er in einem Hotel in einer Wüstenoase spontan zu einer Hochzeit von jungen Briten aus der Finanzwelt eingeladen, die sich dekadent geben, und für die Geld keine Rolle spielt. Doch während der Nacht verändert sich die gesamte Situation der Finanzmärkte. Der Britische Pfund stürzt ins Bodenlose, England ist bankrott. Weil die Hochzeitsgesellschaft nun die Rechnung nicht mehr bezahlen kann, wird sie kurzerhand vor die Tür gesetzt. Mit ungeahnten Folgen für alle.

Mit "Frühling der Barbaren" ist dem Schweizer Jonas Lüscher ein ganz besonderes Buch gelungen. Die Novelle, man könnte sie fast schon als Parabel bezeichnen, behandelt ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. In Zeiten, die was das Finanzielle angeht, nicht immer sehr beruhigend sind, zeigt er auf, welche Folgen ein Bankrott eines europäischen Landes für den Rest der Welt haben könnte. Sicherlich sind einige Situationen überspitz und übertrieben dargestellt. Aber manchmal scheint es, wenn man die Geschichte betrachtet, dass nur übertrieben dargestelltes, ein Umdenke bewerkstelligen kann.

Doch in diesem Buch geht es nicht vorrangig um die Finanzkrise. Es ist vielmehr ein Buch darüber, was es bedeutet ein Mensch zu sein und darüber wie wir Menschen uns in Extremsituationen verhalten. Handeln wir oder betrachten wir alles aus einer gesunden Distanz, wie Preising. "Frühling der Barbaren" ist ein kleines, intelligentes Buch, das sich lohnt zu lesen.
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am 18. Dezember 2013
Jonas Lüschers Erstling ist eines der Bücher, das mich in diesem Jahr wirklich glücklich gemacht hat. Der konzentrierten und formal geschlossenen Gattung der Novelle kann man kaum besser, eleganter und sprachgewaltiger eine perfekte Form geben. Dabei ist das Ganze dann oft von einer so wunderbar subtilen Komik, dass ich teilweise Tränen gelacht habe. Unbedingt empfehlenswert!
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am 29. August 2017
Das Buch ist schlecht geschrieben. Der Stil ist überfachtet mit den gerade gängigen Sprachfloskeln, die Thematik abgegriffen. Die Lektüre lohnt sich nicht.
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am 9. November 2014
Jonas Lüscher bezeichnet seinen Text "Frühling der Barbaren" als Novelle. Ich würde eher von einer Art Bericht sprechen. Also mehr Bericht als Erzählung, Bericht über den Zustand und das Ende einer dekadenten Gesellschaft.
Der Ich-Erzähler Preising macht eine Geschäftsreise nach Tunesien, wo er auf eine englische Hochzeitsgesellschaft trifft, deren Fest durch den Staatsbankrott Englands jäh beendet wird. Die Erzählperspektive ist dabei gebrochen. Mal spricht Preising direkt, dann wieder ein Er-Erzähler, der berichtet, was Preising ihm erzählt.
Lüscher kann intelligent schreiben, allerdings fand ich seinen Stil etwas manieriert und altmodisch. Die Wortwahl ist teilweise sehr gesucht und bemüht, was mehr inhaltliche Tiefe andeutet, als effektiv vorhanden ist, etwas abgehoben von der Realität. Mit zunehmenden Fortgang der Geschichte fand ich diese ermüdender und uninteressanter.
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am 13. März 2017
Wenn man bereit ist, die Prämisse zu machen, dass fünf bis sechs Dutzend Londoner Finanzarbeiter - ich liebe dieses Wort - Urlaub für eine Hochzeitsfeier in Tunesien bekommen, während parallel das UK kurz vorm Staatsbankrott steht, ist "Der Frühling der Barbaren" ein Fest für Sparkassenkunden ohne Geld, aber mit Verstand.

Allein der ernste Witz mit dem Kamel als "Dingsymbol" - wir haben es hier ja laut Untertitel mit einer Novelle zu tun - legt nicht nur offen, wie saublöd Gattungen sein können (und wie viel Spaß sie machen, wenn man sie hopsnimmt), sondern das im Kamel der Ziegenbraten steckt (und in diesem der nächste …). Eine Schnurre, ein Fake-Rezept: wir wollen das alles gerne glauben. Zu gerne. Tatsächlich hat vieles nicht mit glauben, sondern mit ignorieren zu tun. Welche Kinderhände haben mein Hemd genäht und mein Smartphone zusammengebastelt?

Unterm Strick ist das Buch weniger eine, ähm, Kritik am Finanzsystem, sondern eine Fingerübung, wie man über drei- und vierfache Böden läuft. Und damit eine Kritik an Ihnen. Ändern Sie was! Jetzt.

[Einen Stern Abzug, weil das Buch schon jetzt Schullektüre ist]
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am 24. Juni 2013
Der Fabrikerbe Preising dient dem eigenen Unternehmen nur noch als Aushängeschild, während sein Prokurist Prodanovic, der umtriebige Erfinder, dem die Firma ihren Erfolg im Mobilfunksegment verdankt, der eigentliche Drahtzieher und Entscheider ist. Hin und wieder jedoch muss Preising für die ungefähr fünfzehntausend Euro, die er täglich verdient, ohne viel dafür zu tun, eine Geschäftsreise antreten. Von einer dieser Geschäftsreisen, vermutlich der letzten, berichtet Preising dem namenlosen Ich-Erzähler dieser Novelle, während die beiden durch den Garten eines Sanatoriums oder einer psychiatrischen Anstalt flanieren.

Der Geschäftsmann fährt nach Tunesien, um dort Partner für eine örtliche Fabrik zu eruieren, und landet schließlich in einem luxuriösen Wellness-Resort mitten in der Wüste, wo er in eine Hochzeitsgesellschaft gerät. Britische Investmentbanker feiern die Vermählung eines der ihren, hauptsächlich aber sich selbst, wobei Geld absolut keine Rolle spielt, jedenfalls vordergründig - ohne sehr viel Geld wäre die opulente Orgie natürlich völlig unmöglich. Dann kommt es in der Nacht nach der Trauung in London zum Börsencrash, gar zum britischen Staatsbankrott, und am Morgen danach sind die coolen Banker plötzlich mittellos. Während die pfiffigeren unter ihnen, etwa die "geschmeidige" junge Jenny, sofort reagieren und profitable Alternativen prüfen, versinken die anderen im Chaos. Preising kann in letzter Minute entkommen, muss aber, zurück in Tunis, noch lernen, dass man sich der Verantwortung nicht entziehen kann, indem man Entscheidungen einfach anderen überlässt.

Lüschers Novelle thematisiert nicht nur das Treiben jener "Kinder", die mit dem Geld und damit dem Schicksal der Welt spielen, sondern das gesamte Wesen unserer "zivilisierten" Gesellschaft, die ein riesiges Kartenhaus ist, das zwar noch nicht einstürzt, wenn am Rand ein paar Elemente fallen, aber letztlich ein gewaltiges Gebäude auf fragilem Fundament darstellt - von dem man nur hoffen kann, dass es weitere Beben übersteht, obwohl es alles andere als ein schönes Gebäude ist, da es etwa kulturelle Unterschiede, gar echte Individualität kaum zulässt. Dieses falsche Leben im falschen Leben, das an Adorno denken lässt, markiert das Paradoxon, mit dem wir Wohlstandsgesellschaftler uns letztlich allesamt abgefunden haben, ohne groß darüber nachzudenken.

Lüscher bedient sich eines Stils, der veraltet, anachronistisch scheint, aber gut geeignet ist, den Zwiespalt noch stärker zu unterstreichen. Allerdings hat sich der Autor ein bisschen zu sehr der Exposition seiner Geschichte gewidmet, wodurch das vergleichsweise kurze Ende abrupt wirkt und weniger eindringlich daherkommt, als das möglich wäre. Was nichts daran ändert, dass "Frühling der Barbaren" eine vorzüglich komponierte, stilsichere und detailreiche Erzählung darüber ist, dass man, um die Hauptfigur Preising sinngemäß zu zitieren, nicht immer wieder die falschen Fragen stellen sollte, sondern endlich die richtigen.
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