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Forellen-Quintett Gebundene Ausgabe – 28. September 2007

3.0 von 5 Sternen 4 Kundenrezensionen

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Schauplatz Krakau. Ausgerechnet in einem Beichtstuhl wird der abgetrennte Kopf einer Frauenleiche gefunden. Der passende Rest findet sich bald darauf in der Wohnung einer Künstlerin. Kommissarin Tamar Wegenast macht sich auf den Weg nach Polen – denn die Mieterin ist ihr nicht ganz unbekannt. Doch die Spuren in Ulrich Ritzels tiefgründigem Kriminalroman führen bald an den Bodenseee, wo ein Mann ohne Gedächtnis auftaucht und eine merkwürdige Version von Schuberts Forellenquintett Wegenast den entscheidenden Hinweis verschafft.

Ganz sicher ist sich das ältere Ehepaar, dass es sich bei dem jungen Mann ohne Erinnerung um den mit elf Jahren spurlos verschwundenen Sohn handelt. Und der Unbekannte fügt sich offensichtlich in seine Rolle. Kommissarin Wegenast ist nicht überzeugt. Viel mehr sieht sie eine Verbindung zwischen dem Krakauer Mordfall und dem Auftauchen des jungen Mannes. Von Kooperation wollen jedoch die örtlichen Polizeibehörden und auch die befragten Privatper! sonen wenig wissen. Als die Kommissarin auch noch zur Zielscheibe einer rechtsradikalen Gruppierung wird, eskaliert die Situation und Tamara Wegenast agiert weit über ihren Befugnissen und alles andere als legal.

Wieder einmal ist es Krimipreisträger Ulrich Ritzel auf beeindruckende Weise gelungen, den fragilen Zustand einer scheinbar funktionierenden menschlichen Provinzgemeinschaft zu zeigen. Wenig reicht aus und schon wird deutlich, wie sehr jeder Einzelne seinen eigenen Interessen verhaftet ist, wie eine scheinbar solide Struktur auf gegenseitigen Abhängigkeiten, Korruption, Erpressung, subtiler Unterdrückung basiert. Und auch wie tief in diesen Gemeinschaften Überzeugungen und Gesinnungen verwurzelt sind, die gerade ultrarechten Gruppierungen wieder zur Gesellschaftsfähigkeit verhelfen. Ulrich Ritzel schreitet fort mit seiner Basisarbeit an der deutschen Gesellschaft, sein hervorragender Kriminalroman ist wie alle seine Arbeiten kritisch und engagiert und wie alle Krimis des Autors wärmstens zu empfehlen! Ulrich Deurer

Pressestimmen

„So ist Kriminalliteratur im Glücksfall: viele Schichten und Stränge mischend, welthaltig, aber mit einem kleinen Sprung in der Alltagsschüssel. Und dennoch hell und klar, wie der kalte Mond, der in so einer nassen, romantischen Geschichte nicht fehlen darf.“ (Tobias Gohlis, Die Zeit )

„Kleinod unter den aktuellen Krimierscheinungen." (Format )

„Kaum einer schreibt so unheimlich spannend und scharfsinnig über Deutschland.“ (Thomas Widmer, Die Weltwoche )

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Kundenrezensionen

3.0 von 5 Sternen
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Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Da schrieb Ulrich Ritzel fünf wunderbare Geschichten und nun dies: Ein paar zusammengeschusterte Episoden sollen plötzlich zu einer Handlung zusammengehen. Dabei folgt Herr Ritzel konsequent dem Zeitgeist. Was im Rundfunk die maximal Drei-Minutenbeiträge sind, sind bei Herrn Ritzel ultrakurze Sequenzen. Man wird regelrecht durch das Buch gezappt, ohne die geringste Chance auf Verweilen bei den einzelnen Personen oder Aktionen.
Wenn schon die willkürliche Mischung aus Menschenhändler, Drogenszene, Neonazis, dörflichem Muff, und ausgerasteten Polizisten, dann sollte man zumindest erkennen können, dass dies alles am Ende ein sinnvolles Ganzes ergibt – Fehlanzeige!
Oh, hätte es doch nie ein Forellenquintett gegeben, dann wäre uns Einiges und Herrn Ritzel dieser Flop erspart geblieben.
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Von Ewald Judt HALL OF FAME REZENSENT am 24. Februar 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Nach "Der Schatten des Schwans" (btb 72800) mit Kommissar Berndorf, "Schwemmholz" (btb 72801) mit Kriminalhauptkommissar Berndorf und Kriminalkomissarin Tamara Wegenast, "Die schwarzen Ränder der Glut" (btb 73010) sowie "Der Hund des Propheten" (btb 73256) mit dem nunmehrigen Ex-Kriminalhauptkommissar und "Uferwald" mit den Kommissaren Markus Kuttler und Tamara Wegenast ist "Forellenquintett" (btb 73837) der 6. Kriminalroman von Ulrich Ritzel - mit Tamara Wegenast solo, nur ein wenig aus der Ferne unterstützt von Markus Kuttler. Die Story folgt zwei Handlungssträngen, die nicht unbedingt zusammenpassen. Im ersten Handlungsstrang wird offenbar von zwei Neonazis eine Polin in Krakau ermordet. Ein mehr oder weniger unschuldig zum Handkuß gekommener Deutscher wird bei seiner Rückkehr aus Polen - nachdem er niedergeschlagen wurde - in eine psychiatrische Klinik gebracht, wo er sich vornimmt nichts zu sprechen. Er wird - nachdem seine Geschichte in der Zeitung erscheint - von seinen angeblichen Eltern erkannt, deren Sohn vor 17 Jahren spurlos verschwand - und so kommt er an einen kleinen Ort am Bodensee. Der zweite Handlungsstrang geht auf die Geschichte des spurlos Verschwundenen ein. Tamara Wegenast trifft - von ihrem Dienstort Ulm kommend - am Bodensee ein, als ein Phantombild aus Polen den wiederaufgetauchten Sohn zeigt. Von da an wird die Geschichte etwas verwirrend, während Tamara Wegenast zusammen mit einer örtlichen Polizeikollegin versucht, eine Verbindung zwischen den beiden Fällen zu finden und sie zu lösen - was ihr auch im Zuge der Begehung mehrerer Straftaten gelingt. Die ganze Geschichte spielt in einer düsteren und bedrückenden Athmosphäre, sodaß beim Lesen nicht viel Freude aufkommt. Aber vielleicht ist der nächste - bereits erschienene - Kriminalroman "Beifang" mit dem als Detektiv agierenden Ex-Kriminalhauptkommissar Berndorf wieder besser.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ulrich Ritzel war für mich meine Entdeckung des Jahres. Seine 4 Kommissar-Berndorf-Krimis habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Auch der Nachfolger "Uferwald" mit der Hauptfigur Kuttler hat mich überzeugt. Und jetzt das hier. Berndorfs Nachfolgerin Wegenast, der er mit mir unverständlichem Vergnügen das Klischee der Kampf-Lesbe aufdrücken möchte, ermittelt in Fällen (kopflos in Polen und ertrunken im Bodensee), die mit der Qualität der Vorgänger wirklich nichts gemeinsam haben. Das Ganze gipfelt im letzten Drittel des Buches in einer unerträglichen Anhäufung von illegalen Handlungen und Dienstvergehen seitens der Ermittler, wie man sie sonst eigentlich nur aus billigen Vorabendkrimis im TV oder bei Autoren findet, die bei weitem nicht das Niveau von Herrn Ritzel haben. Ich bin enttäuscht und war mehr als einmal versucht, die Lektüre abzubrechen. Lediglich die bis zuletzt entäuschte Hoffnung auf eine Rückkehr zum gewohnten Niveau hat mich zu Ende lesen lassen.
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Format: Gebundene Ausgabe
Eigentlich war ich von Regionalkrimis schon ziemlich weg - vor allem der letzte Allgäu-Krimi von ... den Namen der Autoren habe ich vergessen, ist aber auch nicht schade darum - und dann fiel mir der neue Krimi von Ulrich Ritzel in die Hände.
Und plötzlich war Krimilesen wieder ein echtes Vergnügen:Sprache, Plot und Atmosphäre sind stimmig.
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