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Kundenrezensionen

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am 11. Februar 2015
Einer der besten Filme, die ich in den letzten Monaten gesehen habe - ich kann nicht verstehen, wie jemand diesen Film als langweilig bezeichnen kann.... Diese Leute sollten sich dann lieber filmische Fruchtsaftgetränke wie die aktuellen amerikanischen Aktion-Streifen ansehen...
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am 13. August 2012
Der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel inszeniert mit „Five Minutes of Heaven“ ein durchaus interessantes Rache-Drama. Der Film zeigt zuerst – stilecht mit ausgewaschenen Farben und körnigem Bild – den Gewaltakt, um den sich der Rest des Films drehen wird. Wovon „Five Minutes of Heaven“ lebt ist allerdings das phantastische Schauspiel der beiden Hauptdarsteller James Nesbitt und Liam Neeson. Die beiden Charaktere werden glaubwürdig dargestellt und bieten beide emotionale Performances und glaubwürdige Motive. Egal, wie sich die Charaktere im Film entscheiden – es bleibt für den Zuschauer immer nachvollziehbar. So steigert sich die Handlung des Films bis zu dessen Finale und hat unterwegs einige durchaus überraschende Wendungen.

Woran es dem Film allerdings mangelt ist Spannung. Das Geschehen ist zwar zu keiner Zeit langweilig und der Zuschauer bleibt interessiert, wie der Film weitergeht – gebannt vor dem Bildschirm sitzen wird man allerdings auch nicht. Das ist schade, da der Film so wohl noch eine intensivere Wirkung erzielt hätte. Trotzdem schafft es der Film mit einfachen Mitteln, den Zuschauer bei der Stange zu halten und geht vor allem auf eigene Art und Weise mit der Rache-Thematik um. Im Gegensatz zu den klassischen Rache-Actionern wird hier nicht auf Action und schon gar nicht auf schwarz/weiß-Malerei gesetzt. Die Stärke des Films liegt klar darin, sowohl den Rächer als auch dessen angedachtes Opfer als Menschen mit Stärken und Schwächen darzustellen. Das macht es auch dem Publikum leicht, in die Welt des Films einzudringen und dessen Ereignisse nachzuvollziehen.

Hervorragend gespieltes Rache-Drama mit unkonventionellem Zugang zum Genre. Leider schafft es der Film trotz seiner offensichtlichen Qualitäten nicht, Spannung aufzubauen. Trotzdem sehenswert.

5/10 Punkte
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am 30. Dezember 2010
...wie könnten die nicht gut für mich sein!" Joe Griffin(James Nesbitt) ist sich sicher. 33 Jahre nachdem sein Bruder von Alistair Little(Liam Neeson), einem damaligen Anhänger der Ulster Volunteer Force, getötet wurde, bietet sich jetzt die Chance auf Rache. Ein Fernsehsender will Little und Griffin zu einem Gespräch vor laufender Kamera zusammenbringen. Dabei geht es vor allem um die Aussöhnung zwischen den verfeindeten Parteien des Nordirischen Bürgerkrieges. Nach über 3700 Toten, die der Konflikt bisher forderte, soll endlich Schluss mit der Gewalt sein. Alistair hat für den Mord 12 Jahre im Gefängnis gesessen. Anschließend ging er als erfolgreicher Prediger durchs Leben. Durch seine schreckliche Tat damals ist Alistair jedoch, hinter der erfolgreichen Fassade, ein gebrochener Mann. Nie konnte er sich den Mord verzeihen. Joe Griffin ging nach dem Tod des Bruders durch die Hölle. Er war Zeuge der Tat und, obwohl er noch ein Kind war, schob ihm seine Mutter die Schuld am Tod des Bruders zu. Joes Eltern und Geschwister starben in den folgenden Jahren. Jetzt ist Joe zwar selbst Familienvater, aber er kann weder die Tat noch das Verhalten seiner Familie jemals vergessen. Für den Mörder Alistair empfindet er nur Hass. Als er für das Interview angesprochen wird, wittert er seine Chance. Wenn er Alistair Little tötet, kann er sich für all das was ihm angetan wurde rächen. Diese fünf Minuten Himmel will Joe sich nicht entgehen lassen. Doch ganz so einfach ist das nicht...

-Five Minutes of Heaven- ist kein IRA-Action Film. Das gleich vorweg. Vielmehr hat Oliver Hirschbiegel ein hochbrisantes Thema, das ein ganzes Land spaltet, auf zwei handelnde Personen übertragen. Das wirkt so anmutig und clever inszeniert wie ein dramatisches Theaterstück und lebt von zwei ganz starken Hauptdarstellern.

Hirschbiegel führt uns in einem 20minütigen Prolog durch das Nordirland des Jahres 1975, in die Geschichte ein. Ohne erhobenen Zeigefinger lässt Hirschbiegel Bilder wirken, die beklemmend authentisch beim Zuschauer ankommen. Mit einem eleganten Kniff werden zu den entsprechenden Passagen des Films die Stimmen von Joe und Alistair aus dem Off eingeblendet. Dieser Kniff unterlegt die starken Bilder grandios. Dabei ist -Five Minutes of Heaven- im positiven Sinne dialoglastig, findet nach und nach in die Erzählspur, steigert sich letztendlich in eine Geschichte hinein, deren Ende man unbedingt erfahren will.

Egal, ob Alistair feststellt: "Mir selbst kann ich nicht helfen", oder Joe trotzig an den damaligen Mord denkt und äußert: "Jetzt bin ich der im Wagen!" Hirschbiegel schafft es uns seine Protagonisten unglaublich nah zu bringen. Der Konflikt zwischen Joe und Alistair spiegelt dabei alle Probleme des Nordirischen Bürgerkrieges, sozusagen in einem persönlichen Mikrokosmos, wieder.

Wenn sie sich dazu entscheiden, -Five Minutes of Heaven- in den Player zu schieben, sollten sie sich auf einen dramatischen Film mit sattem Tiefgang einstellen. Sie werden sich ein wenig einbringen müssen, um den Konflikt zwischen Joe Griffin und Alistair Little beobachten und verstehen zu können. Aber am Ende werden sie es vermutlich nicht bereuen. Ich habe das jedenfalls nicht getan und kann ihnen Hirschbiegels Film daher empfehlen.
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am 21. Juni 2015
Ich verstehe die guten Bewertungen nicht, für mich war das einer der schlechtesten Liam Neeson Filme die ich je gesehen habe.
Wirklich total öde. Kann ich nicht empfehlen.
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am 11. Oktober 2013
Ich kann den Film nur weiterempfehlen. Ein Mord und allen negativen Folgen, die es fast nur geben kann. Beide Hauptpersonen leiden auf verschiedene Weise und zeigen, wie komplett sich ihr leben umgedreht hat, nach nur 3 Schüssen.
Es ist ziemlich interessant beide Menschen zu verfolgen, zu sehen, ob ein Wiedersehen des Mörders und den Bruder des Ermodeten möglich ist.

Wir haben den Film in der Schule gesehen, und alle sind leise, nachdenklich und wahrscheinlich leicht depimiert aus dem Klassenzimmer gegangen. Es ist schwierig nur einen Hauptgrund dafür zu nennen, aber auf jeden Fall hat der Film einen großen Eindruck hinterlassen..bei allen Schülern einer 12. Klasse.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. Januar 2011
Der Name Oliver Hirschbiegel sollte mittlerweile jedem Filminteressierten ein Begriff sein. Bevor dieser ins Ausland wechselte, hat er immerhin Werke gedreht wie "Das Experiment" oder "Der Untergang". Mit "Invasion", dem Remake von "Die Körperfresser kommen", drehte er bereits einmal mit Weltstars wie Daniel Craig und Nicole Kidman. Bei seinem neuesten Film "Five Minutes of Heaven" hat er sich mit James Nesbitt ein bekanntes Gesicht geholt, was an der Seite von Liam Neeson brillieren darf.
In den 70ern in Irland ist der Bürgerkrieg der IRA und der UVF im Gange. Der junge Alistair erschießt im Auftrag der UVF einen jungen Mann der IRA, was der kleine Bruder mitansehen muss. Viele Jahre später soll sich Alistair mit dem kleinen Bruder von damals treffen. Doch Joe Griffin hat nicht die Absicht Alistair im TV öffentlich zu vergeben, er möchte Rache!
Viel mehr möchte ich zur Story gar nicht schreiben. Vielmehr muss gesagt werden, dass der IRA-Konflikt ansich nicht wirklich das Thema des Films ist. Es geht vielmehr um zwei Menschen, die mit ihrer Vergangenheit leben müssen, dies aber nicht können. Durch die hervorragende darstellerische Leistung der beiden Hauptdarsteller bekommt man einen sehr guten Eindruck in ihr Seelenleben, und was sie vorantreibt. Trotz der fehlenden Action ist man stets gespannt auf den Ausgang der Geschichte, und Langeweile kommt zu keiner Zeit auf, was bei einem so dialoglastigen Streifen ja nicht selbstverständlich ist. Hirschbiegel versteht es sehr gut, seine Figuren in den Mittelpunkt zu stellen, und er legt auch viel Augenmerk auf ruhige und lange Einstellungen. Das alles rundet den Film zu einem gelungenen Erlebnis ab, dass man Dramafans durchaus ans Herz legen kann.
Die Blu-ray bietet ein durchaus gutes und scharfes Bild, wobei man in einigen Szenen etwas mehr Kontrast hätte zeigen können. An Extras bietet die Scheibe ein Making-Of sowie einige Interviews und eine Trailershow.
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am 11. Mai 2010
Der Protestant Alistair Little war 17 Jahre alt, als er im Oktober 1975 als Mitglied der Ulster Volunteer Force seinen ersten und einzigen Katholiken ermordete. Little schoß dreimal durch das Wohnzimmerfenster von James Griffin, der gerade in seinem Elternhaus in Lurgan, County Armagh, vor dem Fernsehgerät saß und seinen Feierabend genoß. Der 19jährige Katholik überlebte diesen Anschlag nicht. Griffins jüngerer Bruder, der 11jährige Joe, spielte gerade draußen vor dem Haus mit seinem Fußball und mußte die Ermordung und den Todeskampf seines großen Bruders mit ansehen, was sein weiteres Leben für immer beeinträchtigte. Little war zwar maskiert, aber Mörder und Zeuge standen sich direkt gegenüber und sahen sich in die Augen. Hätte Little gewußt, dass es sich bei dem Jungen auf der Straße um Griffins Bruder handelte, hätte er ihn auch noch erschossen. - Bis hierhin beruht der Film auf einer wahren Begebenheit, einem der schockierendsten Morde während der Unruhen in Nordirland.

Die weitere Handlung des Films ist eine "Was wäre, wenn...?"-Geschichte, eine äußerst fesselnde Charakterstudie.
33 Jahre später sollen der Protestant Alistair Little (dargestellt vom Katholiken Liam Neeson) und der Katholik Joe Griffin (dargestellt vom Protestanten James Nesbitt) in einer Reality TV Show aufeinandertreffen. Zum ersten Mal nach diesem traumatischen Erlebnis seiner Kindheit soll Joe dem Schützen von damals gegenüberstehen. Wie werden sich die beiden Männer verhalten? Werden sie Verständnis füreinander haben? Wird Joe dem Mörder seines Bruders vergeben, ihm die Hand schütteln können oder sinnt Joe eher auf Rache? Die Macher der Show sind sich sicher, dass das eine spannende Sendung wird, wie auch immer sie ausgehen mag. Ein Mord ist eine Sache, aber was passiert danach? Welche Folgen hat das für alle Beteiligten?

Joe hat die letzten 33 Jahre keine Ruhe gefunden, bekommt die grausamen Bilder der Tat nicht aus dem Kopf, ist eine geplagte Seele. Alistair wirkt zumindest äußerlich ruhiger, "aufgeräumter", gelassen, sehr elegant. Ist auch er innerlich ein gebrochener Mann? Er scheint mit der ganzen Situation besser zurechtzukommen, obwohl auch für ihn dieses Zusammentreffen nach eigener Aussage "schmerzhaft und schwierig" ist. "Schmerzhaft?" wundert sich Joe, "was weiß dieser Mann von Schmerz?!"

Beide reisen getrennt an und sollen sich auch nicht zufällig treffen, bevor die Kameras laufen. Schließlich will man diese erste Begegnung unbedingt einfangen. Joe erscheint als Erster am Drehort, dem beeindruckenden Glenarm Castle (das im Film River Finn Centre heißt). Es geht ihm ausgesprochen dreckig. Der etwas später eintreffende Alistair scheint die Ruhe selbst zu sein. Er wirkt souverän. Joe hingegen ist ein einziges Nervenbündel (brilliant dargestellt von James Nesbitt), qualmt eine Zigarette nach der anderen, zittert, rennt im Zimmer auf und ab, als er auf seinen "Auftritt" wartet. Er trägt ein langes, scharfes Messer versteckt am Körper. Er wartet auf seinen großen Moment, seine Five Minutes of Heaven, sich endlich an dem Schützen von damals rächen zu können, der seiner Familie großes Leid zugefügt und sein ganzes weiteres Leben zerstört hat. - Wird er seinen Plan wirklich ausführen können? Er hadert mit sich selbst.

Neesons Alistair geht die ganze Situation analytischer an, kann den Zuschauern mit ruhiger Stimme erklären, wie die Situation damals in Nordirland war und wie es zu all den Grausamkeiten kommen konnte. (Es gab geschätzte 3720 Morde dieser Art während der Unruhen in Nordirland.) Natürlich konnte auch er das Erlebte nie vergessen, hat aber in gewisser Weise Frieden mit sich selbst geschlossen. Vielleicht ist eine Reality Show nicht gerade der richtige Rahmen für die Aufarbeitung der Geschehnisse, aber Alistair begrüßt die Gelegenheit, sich mit dem jüngeren Bruder seines Opfers aussprechen zu können. Er hofft auf Klärung des Sachverhalts, Vergebung, Versöhnung.

Ich möchte hier die weitere Handlung des Films nicht verraten, aber sie ist äußerst spannend. Es gibt sogar einen komischen Moment, als die Kameras laufen und Joe die Treppe herunterkommt, um unten zum ersten Mal seinem Widersacher zu begegenen. Joe sieht aus, als würde er zu seiner eigegen Hinrichtung geführt. Die Welt um ihn herum ist nicht mehr vorhanden, und man hört nur noch den Atem des gequälten Mannes. Die Spannung ist unerträglich - und dann stolpert der Kameramann, der vor ihm rückwärts die Treppe hinunterging, und der Regisseur sagt: "Tut mir leid, aber wir müssen das wiederholen. Sowas passiert schon mal. - Kriegen Sie das nochmal so hin?"

Der wirkliche Alistair Little saß 12 Jahre im Gefängnis für seine Tat und reist jetzt um die Welt, hält Vorträge, um traumatisierten Menschen zu helfen, die Angehörige durch Attentate verloren haben. (Joe nennt das: "Er erklärt den Leuten, wie es ist, einen Menschen zu erschießen.")
Joe Griffin, der von seiner Mutter fortwährend beschuldigt wurde, die Ermordung des Bruders nicht verhindert zu haben, hat Little in Wirklichkeit nie getroffen und will es auch nicht. Sollte er James` Mörder jemals treffen, würde er ihn umbringen. Aber was würde dann aus seiner Frau und seinen beiden Töchtern werden, die doch stolz auf ihn sein sollen? Würde er ihnen das wirklich antun wollen? (In diesem Zusammenhang gefällt mir das Ende des Films besonders gut. Es ist ein spezieller Moment.)

Nesbitt hat den Mann, den er darstellen sollte, vor den Dreharbeiten getroffen, Neeson absichtlich nicht. Er wollte sich lieber an Guy Hibberts Drehbuch halten und sich nicht vom wirklichen Little beeinflussen lassen.
Dem deutschen Regisseur Oliver Hirschbiegel ist ein beeindruckender Film gelungen, der durch das eindringliche Spiel der beiden Hauptdarsteller besticht, die selbst in Nordirland aufgewachsen sind und sich während der Dreharbeiten gegenseitig über ihre vertauschten Religionen aufgezogen haben.
"Five Minutes of Heaven" ist einer dieser hervorragenden, kleinen, unscheinbar wirkenden, irischen Filme, die man leicht übersehen kann, was äußerst schade wäre. Er sollte nicht nur für alle Fans von Liam Neeson und James Nesbitt ein absolutes Muss sein!

Die DVD ist in englischer Sprache ohne Untertitel, hat eine Szenenwahl und einige Extras: Interviews mit beiden Hauptdarstellern, Regisseur Oliver Hirschbiegel, Drehbuchautor Guy Hibbert und Produzent Eoin O`Callaghan sowie ein Mini-Making of (4 Szenen) und den offiziellen Filmtrailer.
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am 1. September 2014
Mich hat dieser Film interessiert, weil mich James Nesbitt's Akzent und sein "No good for me? My five minutes of heaven?" fasziniert haben (leider ist jedoch nicht mehr dran oder drin). Er handelt nicht von den Troubles, sondern vom Trauma, das Nesbitt's Figur durch die ungerechtfertige Schuldzuweisung erfährt, für die aber keine Erklärung geliefert wird. Wo Nesbitt authentisch erscheint, wirkt Neeson affektiert, quasi als Karikatur seiner selbst, die den Iren so spielt, wie er halt vom Publikum erwartet wird. Dieser Film wird dem Thema nicht gerecht und schlachtet lediglich die Tragik einer Epoche aus, um über seine Schwächen hinwegtäuschen und sich vor der Kritik wegducken zu können.
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am 10. September 2016
Gekonnt haben Oliver Hirschbiegel und Guy Hibbert eine einfühlsame und genaue psychologische Studie zweier Männer geschaffen, die seit mehr als dreißig Jahren ein traumatisches, von den politischen Verhältnissen des Nordirland-Konflikts beeinflusstes persönliches Schicksal plagt, von dem sie sich zu befreien suchen. Der eine trägt Schuld, der andere verspürt unstillbare Rachegefühle. Ein britischer Fernsehsender will beide zu einem ersten Treffen nach der tragischen Begebenheit mitte der siebziger Jahre zusammenführen. Er profitiert in seinem Selbstverständnis von Geschichtsaufarbeitung von einer Begegnung zweier Protagonisten der IRA-Morde mit unvorhersehbarem Ausgang.
Wird es der Tag der Abrechnung oder der der Versönung?
Beeindruckend sind in der filmischen Umsetzung des brisanten und hochaktuellen Stoffs um das "Wir hier" und das "Die dort" auch die Kameraführung, der Schnitt, die Musik und die Effekte, die völlig losgelöst von gängigen Klischees und Erwartbarkeiten eingesetzt werden, sich dabei aber nie ohne Sinnhaftigkeit eitel in den Vordergrund drängen. Das hier ist kein Effektkino. Beim ersten Ansehen war es mir zeitweilig nicht möglich einzuordnen ob die Reize visueller oder auditiver Natur waren. Hier auch ein Kompliment an die Foley- und Audioeffekt-Abteilung. Zwischendrin hört man eine Sonate (sehr passend verwendet), und dabei bemerkt man wie elegant und schlank, wie zielstrebig auf den Höhepunkt drängend hier von den Filmschaffenden gearbeitet wurde. Alles erscheint wie eine den Figuren und deren Antrieben zu handeln sehr nahe und punktgenaue Komposition. Da stimmt auch jeder Ton in den Stimmen der Schauspieler. Es wird sehr intim, und die sich gegenüberstehenden Seiten werden - wie bei den großen Autoren der Theaterliteratur - in ihren Gedanken, ihren Motivationen und Handlungen beide nachvollziehbar. Der Film ähnelt in seiner bedingungslosen Genauigkeit und seinem konsequenten, zielstrebigen Handlungsverlauf Meisterwerken wie Sidney Lumets letzten Film "Before the devil knows you're dead". Die erzählerische Dichte entsteht allein schon durch die überschaubare Anzahl an Protagonisten, die wie in griechischen Tragödien auch, handlungsspezifisch sehr eng zueinander stehen und für einzelne zu ausweglosen Situationen führen. Der Film, der zwar mit einer Einführung eines Off-Erzählers beginnt, dann aber in seiner Handlung einen bedingungslosen Sog entwickelt, verzichtet im Verlauf auf diesen Off-Erzähler. Das wäre ganz im Sinne Robert McKees oder auch David Mamets, die beide empfehlen im Laufe einer funktionierenden Handlung auf den Off-Erzähler zu verzichten. Sehr klug und elegant wie Hirschbiegel und Hibbert den hiesigen verschwinden lassen...
Ein sehr kurzweiliges, dennoch kathartisches Erlebnis mit einer Prise Sinn des Lebens, die nicht nervt.
Weiter nichts hinzuzufügen.
POB
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am 6. Juli 2016
Um eines klarzustellen: Dieser Film ist kein Actionfilm. Und das Hauptaugenmerk liegt auch nicht auf dem Nordirlandkonflikt. Man erfährt wenig bis nichts über die Geschichte des Konflikts. Dieselbe Geschichte könnte sich genauso in Israel oder sonst wo auf der Welt abspielen.
In seiner Jugend hat der Protestant Alistair Little, Mitglied der unionistischen UVF einen Katholiken erschossen, der sich geweigert hatte, das Viertel zu verlassen. Little wollte sich beweisen und als Mann anerkannt werden.
30 Jahre später: Nach seiner Gefängnisstrafe beschäftigt Little sich mit Gewaltprävention und gibt Vorträge, wie man verhindern kann, dass junge Menschen Gewalttaten begehen.
Ein Fernsehsender gibt ihm nun die Chance, den Bruder des Mannes, den er erschossen hat, zu treffen, um sich mit ihm zu versöhnen.

Der Film zeigt gut, wie schlimme Taten in der Vergangenheit einen ein Leben lang belasten können und dass jeder Täter (ohne dass man dessen Taten rechtfertigen muss) auch ein Opfer ist, und wie wichtig Versöhnung ist - denn Rache wird nie etwas ändern und nur noch mehr Täter hervorbringen, die damit ihr eigenes Leben zerstören. Wichtig ist es, die Gewaltspirale zu durchbrechen. Und genau darum geht es in dem Film.

Die schauspielerische Leistung ist so, wie man es von dieser Besetzung erwarten kann. Beide Hauptakteure spielen sehr überzeugend und genial.
Ein Film, den jeder gesehen haben sollte, der sich ernsthaft mit Konflikten in der Welt beschäftigt und in ihnen nicht nur willkommenen Stoff für den nächsten Actionstreifen sieht.
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