Fitness Trends 2014

Workouts am Puls der Zeit: Entdecken Sie die neuen Fitness-Trends und Trainingstipps.

Softhanteln

Von Functional-Fitness bis zum Zirkeltraining

Die Retro-Welle schwappt weiter die Fitness-Trends von Übersee nach Europa und die Tendenz zum archaischen Körperkult scheint ungebrochen. Im Zentrum der meisten Workouts steht dabei das Krafttraining. Nachdem es lange Zeit ein Schattendasein führte, anscheinend einzig überdimensionierten Bodybuildern vorbehalten, haben mittlerweile auch Medizin und Therapie die Relevanz starker Muskeln entdeckt. Nicht zum Posen sondern für eine alltagstaugliche Fitness. Diesen Anspruch hegt das Functional Training und favorisiert Kraftübungen, die Alltagsarbeiten ähneln. Würden sie ihnen gleichen, wäre es ja Arbeit. Es geht dabei um die Stabilisation des Körpers, theoretisch für alle Lebenslagen. Laufen gehört natürlich auch dazu, als Krafttraining fürs Herz und Garant einer guten Grundlagenausdauer. Darum wird draußen gelaufen, auf Hügeln und Wiesen, vorwärts, rückwärts und mit Sprüngen zwischendrin und kleinen Sprints. Dazu passen Liegestütze in allen Varianten, Kniebeugen sowie Klimmzüge.

Damit ist jedoch Schluss, wenn das Training mit dem eigenen Körpergewicht, auch Bodyweight-Training genannt, ins martialische abdriftet oder Pausen nur noch in Sekunden misst. Das Training mit dem eigenen Körpergewicht ist die Basis eines jeden Workouts, weil diese Komplexübungen nicht zu überbieten sind. Doch beim Tabata-Workout verlangt ein gnadenloser 20/10-Sekunden-Takt maximalen Einsatz bei minimaler Erholung. Da mutiert beim achten und finalen Satz jeder Hampelmann zur Strapaze unter Tränen. Das Zirkel-Training funktioniert ähnlich, nur in einem anderen Rhythmus, es absolviert einen Parcours von Übungen und das mit zwei oder drei Durchgängen. An den einzelnen Stationen kommen dann wieder verschiedene kleine Geräte zum Einsatz, weil es meist in der Turnhalle stattfindet. Kettlebells sind ideal, weil so schön griffig. Normale Kurzhanteln dagegen zeigen sich kooperativ beim Variieren des Gewichts. Je intensiver die Übung, weil die Hanteln schwer wiegen und das Bewegungstempo ein hohes ist, desto schneller landet der Kandidat beim HIT-Workout. Das ursprünglich aus den USA stammende Konzept ist schon etwas in die Jahre gekommen, wegen seiner hohen Intensität aber gerade sehr populär. HIT heißt Hochintensives-Training. Der Sportwissenschaftler Professor Jürgen Giessing von der Uni Koblenz hat das Programm vor ein paar Jahren aus der Welt der Bodybuilder entführt und für ambitionierte Fitness-Sportler weiterentwickelt. Die Idee des intensiven Muskelreizes produziert nicht nur größere Kraft, sondern hilft auch optimal beim Abnehmen.

Wer dazu noch den nötigen Drill braucht, wählt entweder das Cross-Fit-Programm, nachdem auch die kanadische Armee turnt, oder die Old-School-Variante namens Boot-Camp der US-Marines. Ganz klassisch mit Brüllen. Bis dahin aber sollte sich jeder Jünger dieses Workouts daheim schon mal eine Klimmzugstange in den Türrahmen schrauben, Liegestützgriffe besorgen und ein paar Hanteln parat stellen. Wer damit jeden Tag hantiert, kommt bestens in Form.

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Schlingentrainer

Schlingentrainer

Tarzan in der Schwebe. Das Geheimnis hinter den beiden Schlingen des amerikanischen Marktführers TRX Suspension Trainer heißt Körperspannung. Wer sich richtig reinhängt ins Workout und damit in die an Tür oder Baum befestigten Gurte, sollte eine gesunde Grundfitness mitbringen. Das Ganzkörper-Workout basiert auf dem Prinzip, dass so ziemlich alle Skelett-Muskeln bei jeder der 300 möglichen Übungen beteiligt sind. Zum Beispiel beim Liegestütz arbeiten Brust, Schultern und Arme dynamisch, während Rumpf und Beine statisch und stabilisierend involviert sind. Das bedeutet Haltung zeigen in jeder Trainingslage, denn die Korrektur der jeweiligen Position übernimmt allein das Gehirn durch ein Heer von Rezeptoren in den Muskeln, Sehnen und Gelenken.

Spielt dieses Orchester harmonisch zusammen, bewegt sich der Körper elegant im Raum. Gibt es anfangs aber noch zu viele Dissonanzen, so sollte mit dem 3D-Training vorsichtig und schrittweise begonnen werden, damit niemand den Halt unter Händen oder Füßen verliert. Hat sich der Körper aber an die Turnerei mit dem eigenen Gewicht als Widerstand gewöhnt, dann bietet das Schlingentraining ein intensives Ganzkörper-Workout. Ein weiterer Vorteil ist der Reichtum an Übungen für Kraft, Stabilität, Gleichgewicht und Ausdauer: Unbedingt alle einmal ausprobieren, denn die Muskulatur profitiert enorm von der Vielzahl an Reizen.

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Nike TOM TOM

Aktivitätstracking

Die Vermessung des Ichs wird immer detaillierter und präziser. Was vor vielen Jahren mit der Erfindung von Pulsuhren begann und die erste Körperfett-Waage als Revolution feierte, besitzt heute durch die Entwicklung der Smartphones eine eigene Dynamik und Ästhetik. Kleine unscheinbare Computer sammeln auf Wunsch rund um die Uhr die Vitalitäts-Kennziffern des Besitzers. Die von den Herstellern passend konfigurierten Apps zaubern die Werte in Form von Tabellen oder Graphen auf die Displays der Smartphones. Ausdauersportler messen mit den Aktivitätstrackern akribisch ihre Herzfrequenz, Abnehmwillige schwören auf die Kalorien-Werte aus der optimalen Fettverbrennungs-Zone und Frischluft-Freunde erfreuen sich am gespeicherten Profil ihrer Runde mit allen geographischen Daten, die sich differenziert Meter für Meter darstellen lassen. Auch des Nachts geben die Apparate keine Ruhe, sondern zeichnen brav die verschiedenen Schlafphasen auf.

Neben den Joggern und Läufern haben sich auch die technikaffinen Pfadfinder etabliert. Das GPS-gesteuerte Geo-Caching fördert ebenfalls die Fitness und fordert neben dem körperlichen auch einen mentalen Einsatz. Schließlich will die Schatzsuche zwischen Stadt, Land und Fluss geübt sein, da hilft der geschulte Blick einfach mehr als die maximale Sauerstoff-Kapazität der Lunge. Doch zurück zur privaten Leistungs-Diagnostik: Tägliches Blutdruckmessen zu Hause hat noch niemandem geschadet. Weil die latente Aufregung aus der Arztpraxis fehlt, sind die meisten Kandidaten daheim entspannter, und das lässt sich in den Werten ablesen. Selbst ein einfacher Schrittzähler motiviert ungemein, sich mehr zu bewegen. Kombiniert mit einer schlichten Körperfett-Waage kann das Self-Tracking beginnen. Jedoch sollte sich jeder bewusst sein, über den eigenen Datenschutz zu wachen und auch in Foren sensibel damit umzugehen.

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Boxhandschuhe_Pilatesmatte

Piloxing

Da sich in der illustren Fitnesswelt ja eigentlich alles mit jedem kombinieren lässt, hört das Gruppen-Workout der Zukunft auf den kunstvollen Namen Piloxing. Dafür gibt es keinen Kreativ-Preis, aber wenigstens weiß jeder, worum es geht. Zur Hälfte Pilates, zur Hälfte zumindest Elemente des Boxens, soll das Workout viele Sensoren stimulieren: tänzerische Passagen verbessern die Koordination, das fidele Schattenboxen schult die Kraftausdauer im Oberkörper und ruhigere Pilates-Übungen konzentrieren sich auf die tiefliegende Muskulatur von Bauch und Rücken, Beinen und Po. Das klingt schweißtreibend und so fühlt es sich auch an. Wer die Gruppen-Stunde versäumt, schiebt zu Hause eine DVD in den Player und lässt sich vor dem Fernseher choreographieren, alles kein Problem. Diese Fitness-Variante besitzt den Vorteil, dass kein Coach die Augen verdreht, falls die Box-Bewegungen doch mehr Spaß machen als diverse Steps. Wer diesen Part des Workouts später stärker betonen möchte, kann sich dann reichlich eindecken mit Punchingball, Handschuhen, Gewichtsmannschetten oder Springseil - und selbst ein Boxsack macht einen guten Eindruck. Allerdings auch an den Wänden, wenn ihm der Aktionsradius fehlt. Auf engem Raum eignen sich die Boxdummys besser, entweder als Leichtgewicht zum Aufblasen oder doch widerstandsfähiger als Säule aus Kunststoff. Pilates kommt ja ganz gut ohne Geräte aus, doch eine hübsche weiche Matte sollte schon griffbereit sein, damit es auf dem Parkett nicht zu rutschig wird. Denn die Intensität des Workouts ist gewiss. Wo Boxen draufsteht, fließt Schweiß und wer den vermeiden möchte, sollte Piloxing ignorieren oder in Frottee-Wäsche turnen.

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Nike TOM TOM

Hot Hula

Die Antwort auf Zumba könnte Hot Hula heißen. Die Erfinder des tänzerischen Gruppen-Workouts sind sich dessen natürlich sicher und das gekonnte Schwingen der Hüften besitzt seinen Reiz, alles andere läuft eher auf die musikalischen Vorlieben hinaus. Während beim Zumba die Klänge aus Lateinamerika dominieren und etliche typische Tänze wild vermischt werden, setzt Hot Hula auf die Trommelmusik der polynesischen Urvölker und mixt diese mit Reggae und Hip-Hop. Das geht mächtig in die Beine und strengt ganz schön an. Dazu dauert es eine Weile, bis das Becken die traditionellen Hula-Bewegungen begriffen hat. Aber dann. Tanzen trainiert alle großen Muskel-Gruppen, Beine, Po und Rumpf kommen mächtig in Fahrt. Das wirkt sich vor allem schnell auf die Haltung aus, weil die zappelnde Hüfte nur mit einem aufrechten Oberkörper harmoniert. Das kann jeder beim Zähneputzen üben oder beim Warten auf die Kaffeemaschine. Je schneller die Musik ist, desto mehr wird auch das Herz-Kreislauf-System belastet. Allerdings relativ unaufgeregt, denn auch hier soll der Spaß den Chef machen und kein dröger Fettverbrennungs-Puls. Wer aber trotzdem noch im gleichen Rhythmus ein paar zusätzliche Kalorien loswerden möchte, holt sich am besten einen eigenen Hula-Hoop-Reifen. Die existieren mittlerweile in allen Farben, Größen und sogar in verschiedenen Gewichtsklassen. Empfehlenswert wäre es, erst mit dem leichten Gymnastikreifen in Schwung zu kommen und nach reibungslosen Runden auf die Fitnessmodelle zu wechseln. Doch die wahren Burner sind Baströckchen und Blumenkranz. Aloha.

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Bokwa Shirt

Bokwa

Das nächste bahnbrechende Kurserlebnis setzt ebenfalls auf die Komponente des Boxens und kombiniert dies mit einem afrikanischen Tanz namens Kwaito. Soviel zu den Basics. Allerdings erklingen dann keine hypnotisierenden Trommeln, sondern Popsongs aus der Hitparade gemixt mit vielen Hüpfern. Besonders diese luftigen Richtungswechsel sollen den Kalorienverbrauch mächtig beschleunigen, sodass pro intensiver Kursstunde sich zwischen 600 bis 800 summieren lassen. Der eigentliche Clou aber besteht im Tanzen des eigenen Namens oder Geburtstages. Die Schritte sind standardisiert und orientieren sich am Alphabet und den zehn Ziffern. Sieben Jahre soll Paul Mavi am Konzept in Los Angeles gebastelt haben, bis der Trainer mit südafrikanischen Wurzeln sein Produkt als ausgereift empfand und hinaus in die Kursräume der Welt schickte. Dort bietet es jetzt dem lateinamerikanischen Zumba mächtig Paroli. Wobei Zumba ja jetzt auch den guten alten Step ins Programm integriert hat. Wo die künstliche Stufe steht, steigt für gewöhnlich die Intensität und das entspricht ganz dem Zeitgeist der Fitness-Branche. Der Trend zum Brachialen hält unvermindert an, die guten, alten Kraftübungen genießen eine ungeahnte Renaissance. Wie zum Beispiel beim Tabata oder gar dem Revival des Boot-Camps.

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