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In der Falle des Kurzzeitdenkens Gebundene Ausgabe – 1999

4.5 von 5 Sternen 2 Kundenrezensionen

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Sind wir Menschen die "Volltreffer der Evolution" oder doch eher deren Volltrottel? Zwar sind wir fähig zur "Konstruktion einer Marssonde" und sonstigen technischen Glanzleistungen, aber ansonsten laufen wir immer noch mit unserem Jäger-und-Sammler-Hirn durch unser hypermodernes Dasein. Weil diese Entwicklungsstufe "98% unserer Geschichte" ausmacht, hat sie uns geprägt, aber mit unserer "steinzeitlichen Emotionalität" sind wir an die heutige komplexe Welt nicht sonderlich gut angepasst.

Zum Beispiel können wir auch in den ungünstigsten Situationen das monokausale Denken nicht lassen. Oder eben das Kurzzeitdenken: Gewinnmaxmierung im Hier und Jetzt mag im Verlauf der Evolution lebenswichtig gewesen sein. Nun aber gefährden "stammesgeschichtliche Anpassungen" wie Konkurrenzdenken und Machtstreben die Zukunft der Menschheit.

Vieles von Eibl-Eibesfeldts Ausführungen kennt man bereits aus früheren Büchern, (wie Liebe und Hass oder Grundriss der vergleichenden Verhaltensforschung). Diesmal geht der Schüler von Konrad Lorenz allerdings noch einen Schritt weiter und fragt sich, wie man mit dem stammesgeschichtlichen Ballast umgehen oder ihn sogar nutzen kann, um ein "vorausschauendes Überlebensethos" zu entwickeln. Alles in allem gut und klar geschrieben, mit vielen interessanten Beispielen aus Biologie und Ethnologie.

In einem Punkt aber wird die Argumentation des bekannten Verhaltensforschers, der mit seinen provokanten Thesen schon so manche Fernseh-Talkshow aufgepeppt hat, äußerst bedenklich: Wenn er beim Thema Immigration und "Übervölkerung" z.B. gegen die Türken in Deutschland polemisiert, die sich angeblich einer Integration verweigern, wenn er von "ethnischer Identität" schwärmt oder wegen zu vieler Einwanderer nichteuropäischer Herkunft um den Fortbestand der weißen Rasse in Australien und den USA bangt, wenn er wortgewaltig vor einer multikulturellen Gesellschaft warnt -- ein ziemlich klarer Fall von steinzeitlichem Denken, Herr Professor! --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Irenäus Eibl-Eibesfeldt, 15.6.1928 in Wien geboren, studierte Biologie und war viele Jahre Mitarbeiter von Konrad Lorenz am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie. Von 1975 bis 1996 Leiter der Forschungsstelle für Humanethologie in der Max-Planck-Gesellschaft, außerdem apl. Professor an der Universität München. Seit 1991 Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Stadtethologie in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u.a.2001 Ehrenpreis der Heinz Sielmann Stiftung für den Einsatz für den Naturschutz, vor allem auf den Galápagos-Inseln; 2003 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien;  2005 Ehrendoktor Universität Bologna, Italien. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Von Ein Kunde am 21. Januar 2002
Format: Taschenbuch
Multikultur, Zuwanderung, Globalisierung, Politik und Gesellschaft - Man wird leicht in eine rechte oder ewiggestrige Ecke geschoben, wenn man Thesen aufstellt die vor Multikultur, Zuwanderung warnen, oder die Identität betont, und eine in Wirklichkeit multiunkulturelle Gesellschaftsentwicklung demaskiert. I. Eibl-Eibesfeld versucht dies mit biologischen, stammesgeschichtlichen, ethnischen und anthropolgischen Sichtweisen zu hinterfragen.
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Von Ein Kunde am 17. Juli 1999
Format: Gebundene Ausgabe
Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte. Keine schwere Lektüre, weil mit vielen Beispielen "bebildert", aber dennoch mit der deutlichen Aussage: "Schaut über den Tellerrand!" Vor allem Politiker, aber auch die riesige Schar selbsternannter Gutmenschen sollten dieses kritische Buch studieren!
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