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Fünf Jahre meines Lebens: Ein Bericht aus Guantanamo Broschiert – 23. April 2007
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Als der junge Deutschtürke Murat Kurnaz, in Bremen geboren und aufgewachsen, Anfang Oktober 2001 nach Pakistan reist, um eine Koranschule zu besuchen, ahnt er nicht, welches Martyrium ihn erwartet – und dass er seine Familie viereinhalb Jahre nicht wiedersehen wird.
Bei einer Sicherheitskontrolle wird er wenige Wochen nach seiner Ankunft festgenommen und von der pakistanischen Polizei gegen 3000 Dollar Kopfgeld an die US-Streitkräfte verkauft. Er wird ins afghanische Kandahar gebracht, dort schwer gefoltert, und kurz darauf ins Häftlingslager Guantanamo geflogen. Bald finden die Amerikaner heraus, dass der junge Türke aus Bremen unschuldig ist – dennoch muss Murat Kurnaz mehr als 1600 Tage die Hölle von Guantanamo ertragen: Verhöre, Folter, Isolationshaft, Käfighaltung, viereinhalb Jahre fast ohne Schlaf. Erst 2006 wird Kurnaz entlassen. Er ist von den Torturen der Haft schwer gezeichnet.
Was er nach seiner Rückkehr nach Deutschland erfährt: Die deutschen Behörden wussten schon seit 2002, dass er unschuldig ist und in Guantanamo misshandelt wurde. Doch obwohl die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt schon bereit waren, den für sie wertlosen Deutschtürken freizulassen, weigerten sich deutsche Behörden, den Gefangenen aufzunehmen - und überließen ihn weitere vier Jahre in Guantanamo seinem Schicksal.
In diesem Buch erzählt Murat Kurnaz seine unglaubliche Geschichte – ohne Hass, aber sehr klar und detailliert.
Im Mittelpunkt stehen die schrecklichen Erlebnisse in Kandahar und vor allem im Lager Guantanamo: Er schildert, wie er an Ketten stundenlang aufgehängt wurde, wie er beißender Kälte und brütender Hitze ausgesetzt wurde – und man ihn über sieben Wochen lang alle zwei Stunden verlegte, damit er nicht schlafen konnte. Er berichtet über das Vegetieren in Maschendrahtkäfigen, über Elektroschocks und Isolationshaft.
Neben diesen erschütternden Beschreibungen der unglaublichen Brutalität im Lager, die von Rückblenden zu Murats Leben in Deutschland unterbrochen werden, gibt Kurnaz auch ein genaues Bild des „Systems Guantanamo“: einer Welt der Rechtlosigkeit und Willkür, in der Gefangene wie Tiere behandelt werden.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe288 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberRowohlt Berlin
- Erscheinungstermin23. April 2007
- Abmessungen14.2 x 2.09 x 21.5 cm
- ISBN-10387134589X
- ISBN-13978-3871345890
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Produktinformation
- Herausgeber : Rowohlt Berlin
- Erscheinungstermin : 23. April 2007
- Auflage : 3.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 288 Seiten
- ISBN-10 : 387134589X
- ISBN-13 : 978-3871345890
- Abmessungen : 14.2 x 2.09 x 21.5 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.870 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 2 in Kuba
- Nr. 33 in Afghanische Politik (Bücher)
- Nr. 39 in Mittelamerikanische & Karibische Geschichte (Bücher)
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Spitzenrezensionen aus Deutschland
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- Bewertet in Deutschland am 6. Oktober 2023Formatieren: PaperbackVerifizierter KaufIch fand das Buch schockierend und spannend geschrieben zugleich. Murat war unschuldig in Guantanamo, er musste 5 Jahre lang leiden, wurde gequält und gefoltert durch Licht / Dunkel Qualen, Hitzequalen und Kältequalen, Lärm und Beschallung. Oft gab es unter den Insassen Hungerstreiks, doch die Wachen fesselten sie dann an Zwangsernährungssysteme und ließen sie durch Ärzte am Leben erhalten. Er sagte: wir sollten leiden, aber nicht sterben. Es war die absolute Hölle für ihn. Ich fand das Buch sehr intensiv und sehr verstörend, zarten Gemütern würde ich es nicht empfehlen. Ich habe es vertragen, aber man ist massiv schockiert von der Grausamkeit der Welt. Es erinnert mich sehr an die Entführung von Natascha Kampusch.
- Bewertet in Deutschland am 21. Juni 2013Formatieren: PaperbackVerifizierter KaufWie gesagt, das Buch ist ehrlich, spannend und interessant. Ich glaub ich habe noch nie so schnell ein Buch gelesen, ja fast verschlungen, innerhalb von einem halben Freitag und einem Samstag Vormittag. Kurnaz beschreibt spannend, wie die rechtsstaatlichen USA mit unschuldigen Menschen umgehen, sie wie Tiere behandeln, Foltern und jedes nur erdenklichen Rechtes entziehen. Ich bin immer wieder erneut geschockt, wie die USA Menschen so behandeln konnten, nachdem er dann in "Camp Delta" (Guantanamo) verlegt wurde und fast in einem Raum ohne Sauerstoff gestorben wäre musste ich das Buch erstmal für ein paar Minuten weglegen, da es einfach unvorstellbar ist. Die USA scheinen nicht zu verstehen, wieso sie von so vielen Afghanen (u.a.) gehasst werden, genau wegen solchen unmenschlichen Aktionen, sie werden nicht aus langweile gehasst und sind nicht die "Engel", oder "Retter" als die sie sich immer ausgeben.
Ich bewundere Kurnaz wirklich, wie er all dies überstehen konnte und immer noch diese unbeschreibliche Kraft hat, vor verschiedenen Untersuchungsausschüssen auszusagen, immer wieder mit den selben bewiesenFALSCHEN Indizien belastet wird und all dies in diesem Buch zusammentragen konnte.
Abschließend wünsche ich mir noch eine Kindle Fassung, da es bis Dato keine einzige eBook Fassung gibt und ich es wirklich gerne auf meinem eBook gelesen hätte.
- Bewertet in Deutschland am 14. Mai 2022Formatieren: PaperbackVerifizierter KaufDas Buch hilft leider nicht, das Verhalten der US-Regierung nach 9/11 zu verstehen, da es irrational war. Das sieht man schon an den Verhörmethoden: Wie kann man glauben, die Wahrheit erfahren zu können, wenn man Lügen und Folter einsetzt? Wie kann man glauben, die USA zu schützen, indem man unschuldige Menschen zu brechen versucht?
Immerhin zeigte einer der Wärter auf Guantanamo, daß es auch in diesem System möglich ist, sich menschlich und vernünftig zu verhalten. Doch was bedeutet das schon? Das war sogar im Dritten Reich möglich.
So bleibt nur die Hoffnung, daß 9/11 endlich aufgeklärt wird - daß die offizielle Version nicht stimmte, konnte bald jeder wissen, der die kritische Literatur las (z.B. von Rothkranz, v. Bülow, Wisnewski). Leider scheinen deren Inhalte noch nicht in die große Politik vorgedrungen zu sein, warum auch immer. Auch das kann keiner verstehen.
Natürlich kann man sagen: Wenn es um Macht geht, nützt es nichts, vernünftig sein und verstehen zu wollen, da Machtstreben per se unvernünftig ist. Doch Murat Kurnaz ermöglicht immerhin ein Hinschauen, wie ich es sonst noch nirgends gefunden habe.
- Bewertet in Deutschland am 13. März 2012Formatieren: PaperbackVerifizierter Kauf1663 Tage Folterlager Guantanamo
Murat Kurnaz hat über sein Schicksal ein Buch geschrieben
Von Claus-Dieter Stille
Ein Bremer Türke hat in jungen Jahren die Hölle auf Erden erfahren müssen.
Als 19-jähriger zog der junge Mann, der in seiner Heimatstadt Bremen Schiffsbauer lernte und zuvor an der türkischen Schwarzmeerküste, der Heimat seiner Eltern, eine Multesima (Muslima, die exakt nach den Regeln des Islam lebt) geheiratet hatte, aus, um in Pakistan den Koran zu studieren.
Früher hatte der Bremer den Koran-Unterricht geschwänzt und den Glauben nicht sonderlich ernst genommen. Wie andere seines Alters frequentierte er Diskotheken, hatte wie sie wechselnde Freundinnen gehabt und Alkohol getrunken. Nun war ihm all das mit einem Male zuwider geworden. Der Alkohol, das allzu lockere unbekümmerte Leben und Kumpel, die Drogen konsumierten und daran zugrunde gingen. Sollte das das Leben sein?
Nun, erst recht, da er eine streng nach den Glaubensregeln des Islam lebende Frau geehelicht hatte, wollte der junge Bursche den Koran endlich vernünftig studieren. Er glaubte das nur in Pakistan tun zu können, wo es zahlreiche Koran-Schulen gibt. Von Angehörigen der Jama'at al Tablighi in Bremen hatte er von ihnen gehört. In Pakistan hoffte er das in all den Jahren zuvor Vernachlässigte in kompakter Form und in relativ kurzer Zeit nachholen zu können.
Diese religiös motivierte Reise des jungen Mannes aus Bremen begann im Oktober 2001. Er trat den Flug nach Pakistan an, obwohl einer der Jama'at alTablighi ihm abriet. Enden sollte sie ursprünglich im Dezember selben Jahres. Zurückzukommen gedachte er von dieser Reise als ein anderer. Uns so geschah es dann auch. Jedoch anders, wie er sich das vorgestellt hatte. Denn diese Reise endete erst im August 2006. Zwischen deren Anfang und Ende sind fünf lange Jahre vergangen. Dazwischen lag die Hölle auf Erden...
Nun schreiben wir das Jahr 2007 und die schrecklichen Erlebnisse des jungen Mannes aus Bremen liegen uns in Buchform niedergeschrieben vor. Der Bremer Türke arbeitet heute befristet in einem Sozialprojekt seiner Heimatstadt Bremen. Er heißt Murat Kurnaz. Die Leser der Istanbul Post werden ihn unterdessen sicherlich kennen. Mehrere Beiträge befassten sich bereits mit seinem ungeheuerlichen Schicksal.
Das kann den Leser zu Tränen rühren oder Wut bei ihnen darüber auslösen, was Murat Kurnaz widerfahren ist. In jedem Falle macht das Buch etwas mit einem.
Murat Kurnaz selbst schrieb unter Mitwirkung des freien Autors und Journalisten Helmut Kuhn seine unfreiwilligen Erlebnisse auf.
Der Titel des so entstandenen Buches ist Fünf JAHRE MEINES LEBENS, Ein Bericht aus Guantanamo. Es ist inzwischen bei Rowohlt Berlin in Buchform erschienen und kann im Buchhandel für 16,90 Euro (Deutschland) erworben werden.
Der Bericht kündet nicht nur davon, was an Fürchterlichen ein in Deutschland geborener junger Türke erdulden musste, der, wie es heute scheinbar lakonisch heißt, zur falschen Zeit am falschen Ort war, sondern beschreibt in beklemmender Weise, was ihm während seiner Haft im Lager von Guantanamo widerfahren ist. Ein erschütternder Bericht und ein einzigartiges Dokument. (Hans Leyendecker, Journalist)
Ein Dokument auch, möchte ich meinerseits mahnend hinzufügen, welches einen beim Lesen nahezu Seite für Seite aufs Neue ein kaltes Gruseln verursacht. Zeigt doch Kurnaz' Bericht, wie tief eine demokratische Nation des so genannten Westens ie USA als einzig verbliebene Weltmacht unter der Führung der Bush-Administration und ihrem manichäisch verfassten Weltbild nämlich sinken kann, wenn sie Stück für Stück die demokratische Spielregeln eines Rechtsstaates fahren lässt und internationales Recht mit Füßen tritt, nur um einen von ihr begonnenen Kampf gegen den Terror bis offenbar ins Unendliche führen zu können. Der sich, wie wir heute täglich aufs Neue bestätigt sehen, niemals gewinnen lassen wird. Gerade deshalb, weil er das ständig frisch gebiert, was er zu bekämpfen vorgibt: den Terrorismus.
Aber auch Deutschland hat wie der Fall Kurnaz beweist, Schuld auf sich geladen. Vor allem im Hinblick auch auf die momentan in Deutschland heiß diskutierten, wie manche meinen, beinahe an Verfolgungswahn grenzenden Sicherheitsüberlegungen eines Innenministers Schäuble (CDU) - der hier übrigens nur das von seinem Amtsvorgänger Otto Schily (der im Falle Kurnaz auch eine Rolle spielt) begonnene Nagen am demokratischen Rechtsstaat zugunsten eines vermeintlichen Sicherheitsgewinns für die Gesellschaft fortführt - dürfte man nach Lektüre des Kurnaz-Berichtes äußerst alarmiert sein ausrufen: Wehret den Anfängen!
Der Bremer Murat Kurnaz ist durch seinen Trip auf der Suche nach dem wahren Islam in Pakistan in eine Welt voller unmenschlicher Gewalt geraten. Für die darin Agierenden, in deren Hände der Bremer geriet, waren Recht und Gerechtigkeit Fremdwörter.
Der Leidensweg des von pakistanischen Sicherheitskräften gefangenen und für 3000 Dollar als vermeintlichen Terroristen an die US-Army verkauften Murat Kurnaz über Afghanistan (wo ihn nicht nur US-Soldaten, sondern auch deutsche KSK-Soldaten misshandelten) war lang und schwer.
Festgekettet und schwer bewacht wie ein gefährliches Raubtier an den Boden eines US-Militärflugzeugs und verbrachte man Kurnaz auf den US-Militärstützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba. Auch während des Fluges wurde er wieder getreten und gedemütigt. Dann endlich angekommen, sperrte man ihn in einen so kleinen Käfig, wie man ihn einem Hund nicht zugemutet hätte.
In feuchter karibischer Hitze, Tag und Nacht ununterbrochen brennenden künstlichem Licht, sowie der Folter durch Lärm, Kälte und Hitze ausgesetzt; immer wieder aus spitzfindigen Gründen von martialisch bewaffneten, gepanzerten, ihren Kopf mit so genannten Goggles schützenden stets ängstlich auf dem Sprung vor dem in ihren Augen bösen Terroristenmonster - plötzlich in die Zelle einrückenden US-Schlägertrupps zusammengeschlagen; Demütigungen, auch sexueller Art, selbst durch weibliche US-Soldatinnen, ausgeliefert; bei Essensrationen, welche gerade einmal so bemessen sind, dass der Gefangene halbwegs am Leben erhalten wird...
Dazwischen immer wieder abgeholt zu den stets gleich verlaufenden Verhören mit den ewig gleichen Fragen. Bist du Terrorist? Kennst du Osama bin Laden? Gefesselt an Händen, die Füße an den Betonfußboden gekettet. Schläge. Folter durch waterboarding. Wobei der Kopf des Gefangenen durch den Vernehmer immer wieder in eine mit Wasser gefüllte Plastikwanne getaucht und erst dann den Haaren erst wieder herausgezogen wird, wenn der auf diese Weise Befragte kurz vorm Ertrinken ist.
Ein Wunder, dass ein Mensch nicht zugrunde geht bei einer solchen Behandlung, der man nicht einmal ein Tier aussetzen würde. Aber wir wissen aus Erzählungen selbst von KZ-Häftlingen im faschistischen Deutschland: ein Mensch ist imstande selbst Unmenschliches auszuhalten. Vielleicht weil er mit der Zeit einfach abstumpft.
Murat Kurnaz fühlte sich nicht nur einmal während seiner rechtloser Haft in Guantanamo krank. Nach einem Arzt verlangte er jedoch lieber nicht. Er hatte nämlich mitbekommen, dass Gefangene, welche wegen einer Unpässlichkeit nach einem Arzt begehrt hatten. Als sie von dort zurück kamen, hnen fehlten zuvor völlig gesund gewesene Gliedmaßen.
Wie, fragt man sich als Leser, kann sich ein Arzt der einmal den hippokratischen Eid geschworen haben musste für so etwas hergeben? - Leider nichts Neues in der Geschichte...
Selbst Kinder, steinalte Leute, Blinde und Krüppel wurden durch die US-Gefangenenwärter auf Guantanamo misshandelt. Einem beinamputierten Jungen aus Saudi-Arabien etwa, welcher in seinem Käfig mühsam versucht hatte auf seine Toilette, einen Plastikeimer, zu klettern (im Buch auf Seite 106 oben) in dem er sich mit den Händen am Gitter hochzuziehen versuchte, schlug ihm ein Wärter von draußen immer wieder auf die Hände. Man durfte ja den Maschendraht nicht berühren. Aber ein Junge ohne Beine?, fragt Kurnaz in seinem Buch. Und es läuft einem ein Schauer den Rücken hinab...
Murat Kurnaz hat all das gesehen. Und die Welt schaut zu. Auch die so genannte westliche, sich immer so ganz besonders demokratisch und rechtsstaatlich, gerierende Welt des Westens! Bis heute. Schließlich sitzen noch immer hunderte Feindliche Kämpfer im US-Folterlager ohne Hoffnung auf ein Gerichtsverfahren bzw. ihre Freilassung...
Kein noch so fein ausgeklügelter Horror- oder Agentenfilm, vermag in einem solche Gefühle auszulösen, wie Murat Kurnaz' Bericht das tut.
Man fragt sich: wie hält das jemand aus? Fünf Jahre! Wenn nachts Taranteln, Skorpione, Ratten und Schlangen in die Käfige der Gefangenen kommen, und man ihnen ausgeliefert ist! Auch Frösche kamen und Leguane.
Und einmal kamen Kolibris zu Kurnaz' Käfig. Da dämmerte ihm, er könnte in der Karibik sein! Was andere Gefangene nur vermuteten, sagte ihm später einer der Vernehmer: Ja, wir sind auf Kuba.
Das muss für Murat Kurnaz und all die anderen Gefangenen überhaupt das Schlimmste neben der schrecklich zu nennenden Gewissheit darum, kein ordentliches Gerichtsverfahren zu bekommen, gewesen sein: nicht zu wissen, wo man ist.
Ein andermal wird der Koran durch US-amerikanische Wärter geschändet. Unter den Gefangenen bricht Aufruhr aus. Sie verweigern die Nahrungsaufnahme. Ein US-General lässt etwas Menschlichkeit erkennen. Später jedoch wird er abgelöst und durch einen härteren Kerl abgelöst.
Auch ein Militärpolizist beweist einmal Mitgefühl, als er kurz vorm Ende seines Militärdienstes steht. Kurnaz gegenüber gesteht er, wie sehr auch er das verurteilt, was den Gefangenen geschieht und was die Bush-Regierung in der Welt anrichtet. Das ist nicht neu. Man kennt es aus der Geschichte: Noch unter unmenschlichsten Regimen existierten immer auch Leute, die sich einen gesunden Menschenverstand bewahrt haben, und dort mit Herz reagieren, wo anderen Menschen bitteres Unrecht geschieht...
Dieses kleine Detail allein zeigt etwas sehr Wichtiges. Nämlich, dass, was USA-Kritikern immer wieder vorgeworfen wird: Kritik am Tun der derzeitigen Bush-Regierung sei Anti-Amerikanismus, nicht stimmt. Denn die derzeitige US-Administration und ihre Tun in der Welt ist das Eine. Das US-amerikanischen Volk das Andere.
Murat Kurnaz berichtet über Guantanamo Bay: Die Gefangenen organisierten sich heimlich. Eine Folge der Koran-Vorfälle. Sie wählten sogar einen Führer. Einen Emir. Auch Murat Kurnaz war ein paar Mal Emir. Und so Vermittler zwischen Gefangenen und den US-Amerikanern. Aber dieser Emir war nur der Emir nach Außen. Den wahren Emir, den echten Führer der Gefangenen, kannten auch nur wenige der Gefangenen selbst. Für die US-Amerikaner blieb er unbekannt. Diesen Emir, schreibt Kurnaz, kennt er. Er ist noch heute in Guantanamo. Und noch immer ist er der Anführer aller Gefangenen dort...
Das Schicksal des Guantananmo-Häftlings Murat Kurnaz aus Bremen nimmt erst eine ' wenn auch sich äußerst langsam vollziehende - Wendung zum Guten hin, als ihn im Lager das erste Mal sein inzwischen von Mutter Rabiye über ihren deutschen Anwalt Bernhard Docke beauftragter
US-amerikanischer Rechtsanwalt Baher Azmy besucht.
Ein persönliches Gespräch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit US-Präsident Bush Anfang des Jahres 2006 dürfte letztlich die Freilassung Murat Kurnaz im August selben Jahres befördert haben.
Ein Kreis schloss sich: Streng bewacht von 15 US-Soldaten, geknebelt, an den Händen gefesselt und mit den Füßen an den Flugzeugboden gekettet wie ein gefährliches Raubtier, brachte eine Maschine der US-Airforce Murat Kurnaz zum US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland.
Auf dieselbe menschenunwürdige Art und Weise hatten man den aus Bremen stammenden jungen Mann einst im Februar 2002 von Afghanistan aus in das US-Folterlager Guantanamo geflogen.
Dazwischen lag die Hölle. Murat Kurnaz' hat uns in seinem
Buch FÜNF JAHRE MEINES LEBENS einen ergreifenden Report aus dieser Folterhölle geliefert. Diese Hölle hat wichtige Jahre seiner Jugend verschlungen. Kurnaz' Bericht ist gottlob nichts für zart Besaitete. Wer bisher in puncto Guantanamo vielleicht allzu naiv dachte, dürfte das Tatsachenbuch schmerzlich die Augen öffnen.
Selbst Menschen unter uns, welche lange gedacht haben mochten, diejenigen, welche als Gefangene nach Guantanamo kamen, trügen doch selbst Schuld daran und hätten wohl deshalb auch verdient dort gelandet zu sein, müsste dieser packende Report des einstigen Guantanamo-Häftlings Kurnaz eigentlich dazu veranlassen ihre Meinung zu revidieren.
Nicht einmal der schlimmste Terrorist wäre er unter den Gefangenen dort hätte eine solche rechtlose und menschenunwürdige Behandlung wie sie im US-Militärlager gang und gäbe ist verdient. Schon gar nicht, wenn ein solches Lager von einem demokratischen Land betrieben wird.
Denn in einem solchen Land muss jeder Beschuldigte bis zum Beweis des Gegenteils als unschuldig gelten.
Auf einem der wenigen Fotos im Buch ist abgebildet, wie Mutter Rabiye Kurnaz ihren Sohn Murat nach 1663 Tagen Folterhaft in Guantanamo und 62 Tagen Gefangenschaft in Pakistan und Afghanistan in Deutschland wieder in die Arme schließt. Anwalt Docke steht gerührt etwas abseits von den beiden. Murat Kurnaz' leerer Blick geht am Kopf der Mutter vorbei. Man sieht nur ein Auge des lange verlorenen Sohnes. Es erzählt sehr viel...
Das Buch ist ein wichtiges Dokument. Es kündet auf traurige und zutiefst bedrückende Weise davon, auf welchen gefährlichen Irrweg sich die führende Weltmacht des Westens, die USA, mit ihrem so genannten Kampf gegen den Terror begeben hat. Gefährlich, weil beim Beschreiten dieses Irrweges elementare Grundpfeiler des demokratischen Rechtsstaates schwer beschädigt wurden. Und weil für eine bestimmte Gruppe Menschen die jegliches Recht überhaupt außer Kraft gesetzt wurde und wird.
Wem Menschenrechte und Demokratie wirklich etwas bedeuten, er sie womöglich sogar auf ewig für gegeben hält oder quasi als selbstverständlich vorhanden betrachtet, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es macht nämlich auf erschreckende Weise deutlich, wie schnell all das den Bach hinuntergehen kann. Das Eis auf den wir uns bewegen ist nämlich dünn, sehr dünn. Wir müssen aufpassen!
Verkehrt wäre es nicht, fände dieses Buch Eingang in den Schulunterricht.





