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Immerhin bewiesen in den 1960er Jahren schon Hildegard Knef und Udo Jürgens, dass deutschsprachige Musik sich inhaltlich nicht zwingend mit dem anstehenden Urlaub in Italien oder mit der ausdrücklich keuschen Zuneigung zweier Menschen befassen muß, sondern es darüber hinaus durchaus auch andere, wirklichkeitsnähere, wichtigere und vor allem vertonungswürdigere Themen gibt - dazu auch musikalisch nicht immer nur Hüftschwung und Mitklatsch fördernd, sondern auch weit kunstvoller, ernstzunehmender.
Doch während in England und den USA schon längst junge Musiker bewiesen, dass Musik auch eckig und dreckig klingen kann, dass Musik nicht nur Themen der Straße aufnimmt, sondern auch nach Straße klingen kann, brauchte die deutsche Nachkriegskultur erst eine Generation von Fans jener angelsächsischen Kracherzeuger, bis aus ihren Reihen dann eigene ernstzunehmende Rockmusiker hervortraten.

So bekam Deutschland seine vier großen Rock-Titanen, die bis heute für das Genre prägend sind, erst mit mehr als einer Dekade Verzögerung. Maffay, Lindenberg, Westernhagen und Grönemeyer debütierten recht gleichmäßig über die 70er Jahre verteilt. Rühmen kann sich keiner der vier Herren für sein Erstwerk, auch wenn für ihr Lebenswerk soweit wiederum alle vier umso größere Anerkennung verdienen.

Während Udo Lindenberg 1971 (damals allerdings noch auf Englisch) und Herbert Grönemeyer 1979 ihrem jeweils ersten Album schlicht ihren Familiennamen zum Titel gaben, taufte Marius Müller Westernhagen seinen Erstling 1975 mit der Nennung der Tatsache, dass er dies das erste Mal tat. Die Alben hießen folglich "Lindenberg", "Grönemeyer" und "Das erste Mal". Nicht besonders originell in der Titelfindung, und musikalisch wirklich gut waren die drei Alben ebenfalls nicht, wichtig schon gar nicht. Der kommerzielle Erfolg blieb ebenfalls aus und so richteten diese Frühwerke insgesamt wenig Schaden an.

Anders bei Maffay. Sein Ende 1970 veröffentlichtes erstes Album wurde mit dem Schriftzug "Für das Mädchen, das ich liebe" versehen - Das ist hart! Auch wenn unter den vielen Alben, die in den über vierzig Jahren seither entstanden sind, Platten mit so markigen Titeln wie "Revanche", "Carambolage" oder "Tattoos" folgen sollten, oder mit kryptischen Verrenkungen in der Titelwahl, wie "38317" oder "X", und all diese Scheiben auch wesentlich prägender, künstlerisch bedeutender und nicht zuletzt ausnahmslos erheblich erfolgreicher waren, so bleibt jenes schon im Titel vor Kitsch triefende Debüt für immer die erste Platte, die man registriert, wenn man sich mit Maffays Diskographie beschäftigt. Das erste Album wird nun mal in chronologischen Auflistungen auch als erstes genannt - da klappen dann natürlich bei einigen Rockfans und noch mehr bei voreingenommen Kritikern einige Fensterluken wieder zu, wenn sie einen Titel wie "Für das Mädchen, das ich liebe" lesen, hören oder auch nur riechen.

Und die Platte selbst trägt dann auch nicht viel zu Ihrer Rehabilitierung bei. So dürftig und kitschig der Titel, so auch das versammelte Liedgut. Aus dem Dutzend ragt im Grunde nur eine einzige Nummer heraus, die zumindest musikalisch irgendwie an Easy Rider oder The Doors denken läßt, textlich erfordert aber auch sie die Fähigkeit vom Hörer, sich in die Sorgenwelt eines 20jährigen Musikers um das Jahr 1970 herein denken zu können. Der Song heißt "Guitar Boy" und liefert erstaunliche Gitarrenarbeit, kommt sperrig daher und deutet an, wohin Maffay will. Bei dieser Andeutung bleibt es aber. Die anderen elf Stücke des Albums sind, abgesehen von ein paar auflockernden Rock'n'Roll Versatzstücken, überwiegend Balladen, die sich mit der Brutalität von siedendem Schmalz in die Gehörgänge brennen und die auch bei aller Sympathie für den Menschen Peter Maffay und seine Musik ab etwa 1977 nicht viel Grund zu Lob oder auch nur Anerkennung bieten. Die gesamte Platte ist letztlich nicht mehr als eine reine Zeitgeist-Produktion dieser Jahre, von künstlerischen Impulsen oder kreativem Vorsatz keine Spur. Klanglich perfekt im Sound der Zeit produzierte gefällige Meterware, von heute aus betrachtet: bestenfalls Kult.

Und dennoch gehört dieses Album irgendwie doch in jede Maffay-Sammlung. Zum einen, weil zwei der rührseligen Balladen nun einmal gigantische Hits waren und für den jungen Peter Maffay somit zweifellos ein Segen, der sich allerdings schon bald darauf zum Fluch wenden sollte, weil Maffay sich über Jahrzehnte, im Vergleich zu den anderen drei oben genannten, seine Authentizität als Rockmusiker hart erarbeiten und viele Schmähungen dadurch begründet über sich ergehen lassen musste.
Gleich mit der ersten Single "Du" landet Maffay noch vor Erscheinen des Albums im Sommer 1970 prompt einen Nummer 1 Hit, der darüber hinaus gar zum größten deutschsprachigen Hit des ganzen Jahres 1970 gerät. Mit englischem Text verinternationalisiert wird "You" dann auch noch weltweit ein veritabler Hit. Freude für den Moment, ein Stigma für lange Jahre danach, weil die Nummer so gar nichts mit den musikalischen Präferenzen Maffays zu tun hat.
Durch den überbordenden Erfolg Kurs aufgenommen, kreiert ihm das von der Plattenfirma verordnete Team aus Fließband-Komponisten und Textern eine ganze LP mit Du-Variationen. Und prompt heißt die zweite Single "Du bist anders" - ist aber gar nicht anders, sondern einfach ein Aufguss des Megasellers und ebenfalls ein lang aushaltender Top10 Hit. Mit der dritten Single "Ich hab nur Dich" (die zwischen diesem und dem zweiten Album erschien, was - na, wer ahnt es? - "Du bist wie ein Lied" hieß, aber auf keiner der beiden LPs zu finden ist) ging es fröhlich so weiter. Und auch das Gros der Albumtracks jener ersten beiden Alben, die beide seit 1993 auch als CD erhältlich sind, klingt eher nach "Du 3", "Du 4" u.s.w. als nach ernstzunehmenden, eigenständigen Songs. Das der kommerzielle Erfolg bei dieser Klon-Strategie dann auch von Single zu Single mehr verebbte, wunderte damals vermutlich nur die Experten der Plattenfirma - Maffay jedenfalls nicht. Er zog alsbald die Reißleine und wechselte beinah sein komplettes Team aus und begann ab 1974 dann endlich sich musikalisch dahin zu orientieren, wohin er wollte. Anfänglich zwar noch mit Kompromissen, aber konsequent weg vom Schmachter im samtenen Sakko aus der Requisite der Plattenfirma, hin zur Harley, Lederjacke und vor allem zu einer eigenen amtlichen Band mit reichlich E-Gitarren und eigenen Songs.

"Für das Mädchen, das ich liebe" kann man heute, 43 Jahre nach Entstehen, aus Zuneigung zu Maffay mit einem breiten Grinsen hören, so wie man in alten Fotoalben blättert und sich darüber amüsiert, was manch ein lieber Zeitgenosse damals doch irrtümlicherweise für einen attraktiven Kleidungsstil hielt, ernstzunehmen ist es nicht. Maffay selbst sieht das nicht anders, nur hat er inzwischen die langanhaltenden Schmähungen für diese frühen Gehversuche abgestreift und kramt zuweilen "Du" mit einem Grinsen von Ohr zu Ohr für ein aktuelles Konzert-Set wieder hervor und lässt auf gigantischen Video-Wänden im Rücken Bilder aus dieser Zeit ablaufen, während er davor den prähistorischen Schmachtfetzen mit vier verzerrten Gitarren getunt zum Spaß für Band und Publikum explodieren lässt. Why not? It's a part of history!

Und wer will einem 20jährigen verübeln, dass er die Chance einen Plattenvertrag zu bekommen nutzt, auch wenn er dafür anfangs den Umweg über einige Platten gehen muss, die nicht allzu sehr mit seiner Vorstellung von Musik korrelieren? Wer weiß, ob er diese Chance ein zweites Mal erhalten hätte? Es war richtig dieses Album zu machen, auch wenn es keines wurde, auf das man auch noch Jahrzehnte danach stolz sein kann.
Dass er es besser kann, hat Maffay danach mehr als oft bewiesen. Mit bisher 15 Alben auf 1 (und zusätzlich 15 weiteren Top10-Alben) toppte er allein fast genauso oft die Verkauf-Charts, wie Grönemeyer (11), Westernhagen (7) und Lindenberg (2) zusammen! Da lässt sich der pubertär drollige Titel aushalten, der jede Tabelle eröffnet, die Maffays musikalisches Lebenswerk abbildet.
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am 13. November 2008
Warum hat PM diesen Pfad so gänzlich verlassen? Er kann/konnte doch BEIDE Lager bedienen!
Diese TOLLE Stimme räumte damals den Schlagermarkt auf!
Starke Komponisten, Textschreiber und Maffays Stimme > er brachte solche Songs einmalig rüber!!
Als er die Plattenfirma wechselte, wechselte er auch die Richtung und nach kurzer Zeit interessierte mich seine Musik nicht mehr.
Heute kann man eh kaum was verstehen, was er sich in seinen nicht vorhandenen Bart nuschelt!
Aber diese und die dann folgenden LPs bei TELDEC waren MEILENSTEINE des deutschen Schlagers!
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am 25. Februar 2013
Seine erste LP war geprägt von Schalgern, aber es ist schon zu bemerken, dass Peter Maffay mehr wollte als in der Schlagerwelt zu versinken. Dennoch gut gemacht undfür seine Zeit weit voraus, nicht in allen Stücken aber in einigen ist der späetere Maffay im Ansatz zu erkennen.
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am 16. März 2013
Die Peter Maffay CD ist sehr schnell bei mir angekommen

Sie funkitoniert wirklich ganz super

Die Bezahlung war angemessen

VIelen Dank
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am 2. Dezember 2001
Mit dieser CD hat Peter Maffay sich wieder einmal selbst übertroffen. Es ist bewundernswert, wie Peter Maffay Kinder sowie Erwachsene gleichermaßen ansprechen kann und das, obwohl er schon so lange singt. Seine Musik wird einfach nie langweilig!!!
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