Die Ethik der Geldproduktion ist ein Werk, das tief hineinblicken lässt in die Art und Weise wie Geld produziert wird und welche Auswirkungen das heutige System der Geldproduktion auf die Wirtschaft und die Gesellschaft hat. Hülsmann analysiert die Rolle des Geldes in der Marktwirtschaft und diskutiert die ethischen Probleme der staatlich geförderten Inflation. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: 1. Natürliche Geldproduktion; 2. Inflation; 3. Währungsordnungen und Währungssysteme.
Der Hauptteil des Werkes befasst sich mit der Inflation, die im herkömmlichen Sinn eher harmlos daher kommt und aufgrund der geringen Kenntnis bei den wenigsten Bürgern und Bürgerinnen zu Sorgen führt. Hülsmann steigt tief ein in die Theorie und die praktischen Auswirkungen der Inflation.
Bereits im 14. Jahrhundert befasste sich Nicolas von Oresme, Mathematiker, Physiker, Ökonom und Bischof mit den schädlichen Auswirkungen von Inflation. Unter Inflation versteht Hülsmann eine Ausweitung der nominalen Menge eines Tauschmittels über jenes Maß hinaus, das auf dem freien Markt produziert worden wäre. Inflation ist nichts natürliches, sondern etwas erzwungenes und Ursache von unnatürlichen Einkommensunterschieden, Konjunkturzyklen, Schuldenexplosionen und exponentiellen Erhöhungen des Preisniveaus.
Inflation bedeutet die Ausdehnung der nominalen Geldmenge unter Verletzung privater Eigentumsrechte. Daher ist Inflation auch eine erzwungene Art der Geldmengenausdehnung. In früheren Zeiten wurden diese Geldmengenausdehnungen in Form von Münzverschlechterungen der damals Mächtigen durchgeführt. Viele hatten einen unstillbaren Hunger nach Macht und Geld. Sie inflationierten das Geldangebot, weil sie daraus einen Gewinn ziehen konnten.
Heute nutzen die meisten Staaten über ihre Zentralbanken die Möglichkeiten der Geldausweitung durch Zwangsinflation, die offen und legal stattfindet. Ein weiteres Problem der Zwangsinflation ist, dass sie zu einem stets übermäßigen Wachstum des Wohlfahrtsstaats und zu übermäßigen Formen der Wohlfahrt führt, was nicht ohne Folgen für den moralischen und spirituellen Charakter der Bevölkerung führt. Es ist das Verdienst von Hülsmann, diese direkten und indirekten Auswirkungen zu durchleuchten.
Im dritten Teil beschreibt Hülsmann in realistischer Weise, dass ein freies Geldsystem möglich, aber derzeit politisch nicht durchsetzbar wäre. Was allerdings zu größerer Sorge Anlass gibt ist die potenzielle Gefahr eines weltweiten Papiergeldsystems, eines Zwangsgeldsystems ohne Alternativen für die Menschen. Das wäre eine Horrorvorstellung, allein deswegen, da damit eine totalitäre Macht über das Wohl aller Menschen in wenigen Händen liegen würde, ohne Gegenkräfte.
Es ist heute bereits eine erschreckende Tatsache, dass viele Volkswirte bei diesen Zentralbanken angestellt sind. Und selbst jene Geldtheoretiker, die reguläre Professoren an staatlichen Universitäten sind, schöpfen erhebliches Prestige und manchmal auch große Teile ihres Einkommens aus Forschungen, die sie im Auftrag der Währungsbehörden betreiben. Es ist nicht zu erwarten, dass Ökonomen, die von der Zentralbank bezahlt werden, Kampagnen gegen Zentralbanken und Papiergeld führen. Nicht umsonst sind es vor allem die pensionierten Wissenschaftler, die sich gegen die maroden Systeme des Staates oder der Zentralbank stellen. Was für ein Zufall.
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Ethik der Geldproduktion. Edition Sonderwege (Edition Sonderwege bei Manuscriptum) Hardcover – 20 Sept. 2007
by
Jörg Guido Hülsmann
(Autor)
Unsere modernen Währungssysteme wurden geschaffen, um Krisen zu bekämpfen und Wohlstand zu sichern. Aber die Finanzmärkte brechen immer wieder ein; es herrscht fortwährend Alarmstimmung. Liegt hier ein Fehler im System? Wir sind es nicht gewohnt, die Geldproduktion als eine Industrie wie jede andere zu betrachten, aber Jörg Guido Hülsmann zeigt, daß sie mit den üblichen Mitteln der Ökonomie und der rationalen Ethik untersucht werden kann. Er beschreibt die sozialen, kulturellen und spirituellen Folgen dauerhafter Inflation und erklärt die Funktionsweise von nationalen und internationalen Währungssystemen. Hülsmann argumentiert, u. a. auf der Grundlage der christlichen Morallehre, daß die heutigen Formen der Geldproduktion ökonomisch und ethisch anfechtbar sind. Unser Währungssystem erzeugt ungerechte Einkommen, vernichtet Wohlstand, zerrüttet die moralischen Grundlagen der Gesellschaft und führt letzten Endes zu Hyperinflation oder Totalitarismus. J.G. Hülsmann ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Angers, Frankreich, und Senior Fellow am Mises Institute in Auburn (Alabama, USA). Er hat zahlreiche Arbeiten über Geldtheorie und -politik veröffentlicht.
- Print length296 pages
- LanguageGerman
- PublisherManuscriptum
- Publication date20 Sept. 2007
- Dimensions12.9 x 2.7 x 19.8 cm
- ISBN-103937801197
- ISBN-13978-3937801193
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Product description
Review
Der zerknitterte 50-Euro-Schein auf dem Umschlag strahlt schon nichts besonders Vertrauenerweckendes aus. Der Eindruck täuscht nicht: In seinem Buch «Die Ethik der Geldproduktion» lanciert der in den USA und Frankreich lehrende deutsche Ökonom Jörg Guido Hülsmann einen Generalangriff auf das staatliche Geldmonopol, der in der Tat Vertrauen erschüttern kann. Hülsmann ist ein radikaler Vertreter der österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren moderne Hauptexponenten von jeher in unterschiedlicher Radikalität meinten, dass das staatliche Monopol auf die Geldproduktion den Geldmarkt verzerre, Inflation begünstige und den Schuldenstaat befördere. Am besten, man privatisiere sie. Alles dies legt Hülsmann auch überzeugend dar. Aber als ob dies noch nicht genug sei, legt Hülsmann noch etliches zu. Hier wird das Buch in der Tat zu einer spannenden und überaus gewinnbringenden Lektüre auch für jene, die dem Pessimismus des Autors nicht immer folgen möchten. Hülsmann vertieft nämlich seine Thesen historisch. Da geht es um die Entstehung des Papiergeldes im England des 17. Jahrhunderts, um Beispiele, die zeigen, dass selbst die Bindung an den Goldstandard staatliche Manipulationen nie ausschloss, oder um das Spezifische der amerikanischen Freiheitstradition im 18. und 19. Jahrhundert, die sich lange Zeit auf demokratischem Wege gegen die Zentralisierung des Geldsystems zur Wehr setzte. Staatliches Geld, so der Schluss, verderbe freiheitliche Institutionen und führe zur Verlängerung von Kriegen durch Schuldenmacherei. Dieses Plädoyer gegen das staatliche Geldmonopol macht in der Tat nachdenklich. (Neue Zürcher Zeitung 8. Januar 2008)
Product details
- Publisher : Manuscriptum; 1. Aufl. 2007 edition (20 Sept. 2007)
- Language : German
- Hardcover : 296 pages
- ISBN-10 : 3937801197
- ISBN-13 : 978-3937801193
- Dimensions : 12.9 x 2.7 x 19.8 cm
- Best Sellers Rank: 764,952 in Books (See Top 100 in Books)
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Theoretisch fundiertes Buch, dass den post-keynesianischen Ideen des exzessiven Gelddrucks diametral gegenüber steht und die Folgen aufzeigt. Gold für jedes Bücherregal.
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Reviewed in Germany on 14 April 2021
Reviewed in Germany on 30 July 2012
Ökonomie - das zeigt Jörg Guido Hülsmann hier eindrucksvoll - ist eine spannende Wissenschaft vom in einer Welt der Knappheit lebenden und handelnden Menschen. Die von wenigen basalen "Gesetze", der Ökonomie helfen dabei, diese Welt besser zu verstehen.
Geld ist das zentrale Gut jeder arbeitsteiligen modernen Wirtschaft. Man kann zwar von Geld allein nicht leben, aber ohne geht es auch nicht. Jeder benötigt es, jeder benutzt es fast täglich und doch wissen erstaunlich wenige Menschen, was Geld ist, wie es in die Welt kommt und wie wichtig Geld für das Zusammenleben der Menschen ist. Und noch weniger Menschen ist möglicherweise klar, wie mit Geld politisch und ökonomisch Schindluder getrieben wird.
Dieser immensen Bedeutung des Geldes stehen also meist frappante Wissenslücken gegenüber, die sich durch die Lektüre von Hülsmanns Werk schließen lassen.
Der Autor erklärt im ersten Teil des Buches die "natürliche Geldproduktion". Es geht um verschiedene Geldarten, die Bedeutung des Geldes für Marktwirtschaften und die Produktion natürlichen Geldes. Interessant fand ich vor allem, was katholische Gelehrte schon im Mittelalter zum Thema Geld zu sagen wussten. Danach widmet sich Hülsmann umfassend dem Phänomen der "Inflation", die er als bewusste Marktmanipulation charakterisiert und deren Implikationen er darstellt. Im dritten Teil bespricht er verschiedene "Währungsordnungen und Währungssysteme" aus der Geschichte, vor allem des 20. Jahrhunderts.
Hülsmanns entspannte Prosa legt man nicht gleich wieder weg. Das Werk ist so verfasst, dass es auch der ökonomische Laie sehr gut verstehen kann. Typisch "Austrian" ist der Verzicht auf mathematische Formeln. Die braucht es auch gar nicht. Die Kapitelunterteilung ist intelligent, wenn man ein Argument sucht, findet man den entsprechenden Abschnitt sehr schnell wieder.
Leseempfehlung - fünf Sterne.
Geld ist das zentrale Gut jeder arbeitsteiligen modernen Wirtschaft. Man kann zwar von Geld allein nicht leben, aber ohne geht es auch nicht. Jeder benötigt es, jeder benutzt es fast täglich und doch wissen erstaunlich wenige Menschen, was Geld ist, wie es in die Welt kommt und wie wichtig Geld für das Zusammenleben der Menschen ist. Und noch weniger Menschen ist möglicherweise klar, wie mit Geld politisch und ökonomisch Schindluder getrieben wird.
Dieser immensen Bedeutung des Geldes stehen also meist frappante Wissenslücken gegenüber, die sich durch die Lektüre von Hülsmanns Werk schließen lassen.
Der Autor erklärt im ersten Teil des Buches die "natürliche Geldproduktion". Es geht um verschiedene Geldarten, die Bedeutung des Geldes für Marktwirtschaften und die Produktion natürlichen Geldes. Interessant fand ich vor allem, was katholische Gelehrte schon im Mittelalter zum Thema Geld zu sagen wussten. Danach widmet sich Hülsmann umfassend dem Phänomen der "Inflation", die er als bewusste Marktmanipulation charakterisiert und deren Implikationen er darstellt. Im dritten Teil bespricht er verschiedene "Währungsordnungen und Währungssysteme" aus der Geschichte, vor allem des 20. Jahrhunderts.
Hülsmanns entspannte Prosa legt man nicht gleich wieder weg. Das Werk ist so verfasst, dass es auch der ökonomische Laie sehr gut verstehen kann. Typisch "Austrian" ist der Verzicht auf mathematische Formeln. Die braucht es auch gar nicht. Die Kapitelunterteilung ist intelligent, wenn man ein Argument sucht, findet man den entsprechenden Abschnitt sehr schnell wieder.
Leseempfehlung - fünf Sterne.
Reviewed in Germany on 5 August 2022
Theoretisch fundiertes Buch, dass den post-keynesianischen Ideen des exzessiven Gelddrucks diametral gegenüber steht und die Folgen aufzeigt. Gold für jedes Bücherregal.
Theoretisch fundiertes Buch, dass den post-keynesianischen Ideen des exzessiven Gelddrucks diametral gegenüber steht und die Folgen aufzeigt. Gold für jedes Bücherregal.
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Reviewed in Germany on 23 September 2018
Ein höchst interessantes und vernachlässigtes Thema welches in der heutigen Wirtschaftswissenschaft viel zu selten diskutiert wird. Der Autor glänzt mit sehr gut recherchierten wirtschafts-historischem Wissen. Leider fehlt eine Betrachtung der Ethik der Geldproduktion hinsichtlich Kryptowährungen. Da diese zum Zeitpunkt der Bucherscheinung noch nicht existierten ist dies natürlich verständlich.
Reviewed in Germany on 2 March 2019
Gutes Buch einfach verständlich geschrieben. Informativ und lesenswert.

