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Erklärt Pereira: Eine Zeugenaussage Roman Taschenbuch – 1. Oktober 1997

4.4 von 5 Sternen 46 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Erklärt Pereira
OT Sostiene Pereira. Una testimonianza OA 1994 DE 1995 Form Roman Epoche Gegenwart
Der Roman von Antonio Tabucchi, der in seiner Ich-bezogenen Sichtweise unter dem Einfluss des Schriftstellers Fernando R Pessoa steht und den Wandel eines Menschen erzählt, stellt das anonyme Protokoll einer Zeugenaussage (so der Untertitel) dar. Weder der Vorname des Zeugen Pereira noch die Gegebenheiten, unter denen er aussagt, werden erwähnt.
Inhalt: Schauplatz ist Lissabon im Sommer 1938 zur Zeit der Salazar-Diktatur. Pereira, verantwortlich für die neue Kulturseite der katholischen Abendzeitung Lisboa, sucht einen freien Mitarbeiter, der Nachrufe auf bedeutende Schriftsteller schreiben soll. Er stellt den begabten, jungen Monteiro Rossi an, der gerade seine Dissertation in Philosophie publiziert hat und dringend Geld benötigt. Sein erster Nachruf auf den spanischen Schriftsteller Federico Garía Lorca (1898–1936), der von seinen politischen Gegnern ermordet wurde, ist wegen seiner antifaschistischen Ansichten »nicht zur Veröffentlichung geeignet« und würde niemals die Zensur passieren. Obwohl Pereira auch alle weiteren Nachrufe Monterios wegen ihres revolutionären Inhalts für unbrauchbar hält, bewahrt er sie auf und bezahlt Monteiro für seine Arbeit.
Das bisher ruhig verlaufene Leben des unpolitischen Pereira, der in der Vergangenheit lebt, wird durch die Nachrufe seines Mitarbeiters und durch weitere Begegnungen mit regimekritischen Menschen in seinen Grundfesten erschüttert. Die Freiheitsideale Monteiros erwecken das Interesse des alternden Journalisten am Leben und an den gegenwärtigen politischen Ereignissen. Monteiro gelingt es, ihn zu überreden, einem spanischen Widerstandskämpfer ein sicheres Versteck zu besorgen. Schließlich ist es der völlig erschöpfte Monteiro, der Zuflucht in Pereiras Wohnung sucht. Doch die Salazar-Polizei entdeckt ihn dort und bringt ihn im Beisein des machtlosen Pereira auf brutale Weise um. Mit Hilfe des befreundeten Arztes Cardoso, der vorgibt, Funktionär der Zensurbehörde zu sein, kann Pereira in der Lisboa einen mutigen Nachruf auf Monteiro veröffentlichen und so die Verbrechen des Regimes publik machen. Danach verlässt er mit einem gefälschten Pass das Land.
Wirkung: Der antifaschistische Roman, der Tabucchi international bekannt machte, wurde u. a. mit dem Premio Viareggio ausgezeichnet und 1995 mit Marcello Mastroianni in der Titelrolle verfilmt. Der Amtsantritt des Medienzaren Silvio Berlusconi (* 1936), der 1994 unter Beteiligung der Neofaschisten an die Macht kam, verlieh dem Buch größte Aktualität. C. H.

Der Verlag über das Buch

Lissabon in der Zeit der faschistischen Diktatur Ende der dreißiger Jahre: Das Leben des politisch desillusionierten, zurückgezogen lebenden Kulturredakteurs Pereira ändert sich, als er den jungen Widerstandskämpfer Monteiro Rossi trifft. In ihm erkennt Pereira das Abbild der eigenen verschütteten jugendlichen Ideale. Ein langsamer Entwicklungsprozeß setzt ein, der ihn aus der Lethargie führt und zur Handlung veranlaßt. Der Roman wurde in Italien mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle verfilmt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von Ein Kunde am 30. April 1999
Format: Taschenbuch
Diese "Zeugenaussage" des Lissaboner Journalisten Pereira ist mehr als seine Geschichte, sie fängt die Atmosphäre der Zeit ein, sie zeichnet das Bild eines ganz normalen Menschen, der sich aus seinem Alltagstrott herausreißen läßt, als er die Grausamkeit des Regimes erkennt. Dabei wird er nicht zum Heros, der sich mit seinem Leben für seine Ideale opfert, nein er bleibt der Journalist und wirkt als Journalist dieser Regierung entgegen. Seine Entwicklung wird in "Erklärt Pereira" geschildert, so daß der Titel eine Doppeldeutigkeit gewinnt, er ist Ausdruck der Zeugenaussage Pereiras und gleichzeitig erklärt das Buch Pereiras allmählichen Sinneswandel von dem lethargischen, ängstlichen Kulturredakteur, der keine Artikel abdrucken lassen will, die sich gegen das Regime wenden, zu einem Redakteur, der nun die mit seinen Waffen das Regime bekämpft. Ich habe dieses Buch sehr genossen und spürte eine Faszination, die schon vom Titel ausging.
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Format: Taschenbuch
Einfach nur genial, dieses Werk. Und ich gestehe: ich hasse eigentlich solch extreme Behauptungen, zumal sie ja fast keinen Spielraum einer Verbesserung zulassen - aber nach Gault Millau-Art mal mindestens 19 Punkte.
Warum? Es ist eben diese Gesamtkomposition aus Erzählstil, wundervoll Alltäglichem vor dem Hintergrund eines hässlichen menschenverachtenden Antlitzes der Gesellschaft, dieser liebevoll-skurillen Gestalt des alten Journalisten, der unspektakulären Auseinandersetzung mit der eigenen Überzeugung und der Courage, einer gelungenen Verneigung vor der Unbekümmertheit der Jugend, und dieser tränenrührenden Tat, den Nachruf des ermordeten Studenten in die Zeitung zu setzen. Diese Tat am Ende ist im Grunde auch nicht spektakulär, sehr wohl aber mutig und kämpferisch. Spätestens jetzt sollten wir uns fragen, ob wir so handeln könnten... Überaus leise erzählt, besser berichtet, aber welch eine Nähe wird bei uns Lesern erzeugt, die uns in den Bann zieht ...
Die Szenerie: Portugal in den 30ern in faschistischen Klauen, eine rebellierende Gruppe jugendlich-Unschuldiger, und einer amorphen Masse der Mitschwimmer. Und unser Journalist, der sich bereits lieber mit einer Schein- und Totenwelt beschäftigt als mit der Realität, der muss sich entscheiden!
Leicht zu lesen, spannend erzählt und eigentlich am wichtigsten: es gibt Kraft für den Glauben an die Menschheit!
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Gerade habe ich dieses Werk der "Weltliteratur" gelesen. Wenn "Erklärt Pereira" zum besten gehört, was die Literatur der Welt zu bieten hat, wie ist dann erst das Mittelmaß?
Der Roman hat eine hochinteressante Botschaft, über die es sich nachzudenken lohnt. Die wiederkehrende, wenn auch sinnfreie Floskel: "Erklärt Pereira" liest sich zwar lustig. Na ja! erkläre ich hier mal. Der Plot hätte für eine Kurzgeschichte gereicht, die auch in der Lage gewesen wäre, die Botschaft zu transportieren.
Ach übrigens: Der zweite Stern ist eben jener Botschaft geschuldet, die wohl die Motivation des Autors war, diesen flachen Roman zu schreiben. Aber mit der Literatur ist es wie mit der Musik. Sie sind Geschmackssache. Und mein Geschmack sind Romane mit einer unaufdringlichen Message und einem guten Plot. Auf die Message kann man bei einem guten Plot verzichten. Dann ist es reine Unterhaltung. Auf eine gute Story sollte auch anspruchsvolle Literatur wert legen.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
1938, Lissabon, Pereira ist Witwer und Journalist, Spanien, Deutschland, Italien sind faschistisch. Er versteckt einen Antifaschisten in seiner Wohnung, aber verrät ihn durch seine Ungeschicklichkeit. Die Geheimpolizei bringt ihn um und dann kommt Pereiras Heldentat: Er überlistet die Zensur! Von all diesem berichtet er in seiner Zeugenaussage.

Welch einfache Geschichte, welche einfaches Erzählkonzept, aber gleichzeitig: Wie berührend, wie ungemein authentisch die Zeit und ihre Stimmung geschildert wird, wie poetisch und wie gebildet. Tabucchis Leitmotiv ist so einfach wie zutreffend: Der Intellektuelle kann sich in bestimmten Situationen nicht heraushalten, sich nicht nicht engagieren, selbst wenn er es will! Am Ende ist das Unrecht stärker als die eigene Willenlosigkeit!

Fazit: Auch heute noch unbedingt lesenswert!
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Format: Taschenbuch
Es ist 1938, die Zeit der Salazar-Diktatur in Portugal, des aufblühenden und sich festigenden Faschismus in Deutschland, Italien und Spanien.

Der alternde und kränkelnde Journalist Dr. Pereira ist das, was man einen unpolitischen Menschen nennt. Obwohl Journalist, interessieren ihn tagesaktuelle Ereignisse nicht. Stattdessen betreut er die Kulturredaktion einer kleinen Lissabonner Abendzeitung, für die er hauptsächlich französische Literatur des neunzehnten Jahrhunderts übersetzt und veröffentlicht. Ansonsten ist er ein einsamer Mann, der nach dem Tode seiner Frau mit deren Foto die Dinge des Tages "bespricht".

Dies alles ändert sich allmählich, als er einen jungen Mann engagiert, um Nachrufe für noch lebende Schriftsteller zu verfassen, damit diese in deren Todesfall schnell gedruckt werden können.

Dieser junge Mann, Monteiro Rossi, liefert unpünktlich Nachrufe, die aufgrund ihres republikanischen Gehalts niemals die Zensur passieren würden. Er ist unzuverlässig, selten oder nur unter konspirativen Umständen zu erreichen und wochenlang unauffindbar "im Alentejo unterwegs".

Selbst Pereira wird klar, dass dieser Mann und seine junge Freundin Marta als Widerstandskämpfer im Untergrund leben. Pereira entwickelt eine vorsichtige Sympathie für die Personen und deren Sache. In dem Kurarzt Dr. Cardoso findet er zudem einen Menschen, der ihn ermutigt, Stellung zu beziehen.

Als Monteiro Rossi von Schergen der Salazar-Geheimpolizei ermordet wird, ist die Zeit für Pereira gekommen, ein Zeichen des Widerstands zu setzen...

Der Roman ist als eine Zeugenaussage verfasst, die gegenüber einem nicht genannten Empfänger abgegeben wurde.
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