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Erdogan: Die kritische Biografie Kindle Ausgabe
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In ihrer erweiterten und aktualisierten Biografie zeichnet Cigdem Akyol den Weg Erdoğans von einer Kindheit in ärmlichen Verhältnissen bis ins höchste politische Amt der Türkei nach. Sie beschreibt die Familienstruktur der Erdoğans ebenso wie das Verhältnis zu politischen Vertrauten und Weggefährten und beleuchtet kritisch Erdoğans Rolle in den Ereignissen der jüngsten Zeit – den vereitelten Putsch und den Volksentscheid über die Stärkung seiner Macht.
- SpracheDeutsch
- HerausgeberVerlag Herder
- Erscheinungstermin20. März 2018
- Dateigröße4419 KB
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Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- ASIN : B07B118FGJ
- Herausgeber : Verlag Herder; 1. Edition (20. März 2018)
- Sprache : Deutsch
- Dateigröße : 4419 KB
- Text-to-Speech (Vorlesemodus) : Aktiviert
- Screenreader : Unterstützt
- Verbesserter Schriftsatz : Aktiviert
- X-Ray : Nicht aktiviert
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- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 469 Seiten
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Aus einer gläubigen, traditionellen Familie kommend entwickelt er sein rhetorisches Talent auf einer anerkannten Prediger - Schule. Diese Tatsache wird in der hiesigen Presse weniger gewürdigt; für mich gibt sein Statement "Der Islam ist nicht das Problem, sondern die Lösung" einen ganz speziellen Sinn. Der geschilderte Weg durch die Instanzen der Parteienlandschaft ist nachvollziehbar und insoweit nichts besonderes. Die Autorin verweilt zuweilen in diesen Ränkespielen; dennoch es ist eine Biographie. Jedenfalls, er spielt jeden erreichbaren Ball und nutzt die Posttionen seiner "Mitspieler " zu seinem Vorteil, wenn auch einige Fouls dabei sind.
Es bleibt zu hoffen, dass unsere herrschende Klasse dieses doch leicht zu lesende und im grunde auch spannende Buch mal unter die Brille bekommt, oder dass wenigtens die Referenden oder Think Tanks ihre Nasen da mal hineingesteckt haben.
Wer die Strategie seines Gegenübers erkennt ist im Vorteil (oder so ähnich: Mao). Es wäre wünschenswert, wenn unsere Strategen in diesem Buch eine Basis fänden.
Erdoğans widersprüchliche Äußerungen wurzeln in diesem Konflikt, sofern sie nicht das Ergebnis seines Machtstrebens sind. Beispiele:
- Nachdem er 1997 wegen des Vorlesens eines Gedichts zu zehn Monaten Haft und Politikverbot verurteilt worden war, trat er für die Meinungsfreiheit ein. Nachdem ein Video aus dem Jahr 1992 aufgetaucht war, in dem er den Taliban gratuliert hatte, wurde die Klage wegen Verjährung abgewiesen, und Erdoğan kritisierte die Medien für ihren angeblich schlechten Umgang mit der Pressefreiheit. Nach der Wahl 2002 trat er für die Pressefreiheit ein. Seit 2012 haben Kritiker Erdoğans Angst um Freiheit und Leben.
- 1996 betrachtete er die Demokratie als Mittel, 2001 erklärte er sie zur Norm innerhalb der AKP. 2003 demokratisierte Erdoğan die meisten Bereiche. Aber: "Je länger er an der Macht war, desto mehr wich die Rolle des Kämpfers für die Demokratie jener des 'starken Mannes' mit Führungsanspruch für die ganze Region" (S. 142).
- 1994 nannte er sich "'Imam von Istanbul'" (S. 102). 1999 gab er sich als Laizist, was Kritiker ihm aber nicht abnahmen. 2001 erklärte er die Religion zur Privatangelegenheit und bekannte sich zum Säkularismus. Noch 2011 warb er in Ägypten, Tunesien und Libyen für den Laizismus, für den er zuerst nach seiner Haftentlassung 1999 eingetreten war.
- 2002 stand der Beitritt der Türkei zur EU ganz oben auf seinem politischen Programm, 2007 wandte er sich zunehmend ab von der EU. 2009 hatten beide Seiten das Interesse verloren. Die EU bemängelte die Stärke der türkischen Armee, die Beschneidung der Pressefreiheit und die immer noch ausstehende Lösung des Konflikts auf Zypern. Es gab auch keine Einigkeit über den Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs. 2015 wendete sich das Blatt durch die Flüchtlingskrise: Erdoğan wurde von der EU der Hof gemacht, Menschenrechtsdebatten wurden ausgesetzt. "Erdoğan investiert massiv in das Thema 'EU-Beitritt', und erreicht mehr als alle anderen türkischen Politiker – das Ziel ist jedoch längst nicht in Sicht" (S. 271).
- 2005 prangerte Erdoğan den Antisemitismus an, 2009 tat er sich durch Äußerungen hervor, die Antisemitismus schürten und Minderheiten angriffen. 2014 forderte der AJC den Profile of Courage Award zurück.
- "Je nach tagespolitischer Lage werden die Kurden bei Erdoğan schnell von den Guten zu den Bösen – und umgekehrt" (S. 261). Sie sind immer noch nicht mit den Türken gleichgestellt, sondern werden diskriminiert, auch wenn Erdoğan ihre Rechte ausbaute und ihr Einkommen vermehrte.
Anhand des Kopftuchverbots von 1982 kann man sich den denkerischen Knoten der türkischen Politik bewußt machen: Das Kopftuch für Frauen steht für eine islamistische Politik, die aber insofern demokratisch legitimiert ist, als manche Frauen das Kopftuch tragen wollen und das als Menschenrecht betrachten. Umgekehrt wird das Kopftuchverbot als diktatorische Beschränkung der persönlichen Freiheit in der Ausübung der Religion empfunden, obwohl es eigentlich gegen die islamistische Unterdrückung der Frau gerichtet ist.
Während seine Anhänger Erdoğan wie einen Messias feiern, als dessen Soldaten sie sich verstehen, und ihn als Heiligen darstellen, beschimpfen ihn seine Gegner, die nicht von ihm moralisch erzogen werden wollen, als Scheindemokrat oder lehnen ihn als Diktator ab. Erdoğan selbst hält sich für den Vater aller Türken und Muslime auf der ganzen Erde. "'Sultan vom Bosporus'" ist sein Spitzname (S. 335). Çiğdem Akyol sieht ihn als arroganten, skrupellosen Machtpolitiker, der mit seiner autoritären Haltung den Gehorsam der Gesellschaft erzwingen will und die Türkei in ein "Land der Angst" verwandelt hat (S. 15).
Dabei vergißt sie nicht, was Erdoğan für sein Land getan hat: Er hat der Türkei einen horrenden wirtschaftlichen Aufschwung beschert. Inzwischen verdienen die Bürger dreimal so viel wie bei seinem Amtsantritt. Inflation und Staatsverschuldung sind drastisch gefallen, die Schulden der Türkei beim IWF wurden beglichen. Die Kehrseite: Die Sicherheit am Arbeitsplatz wird in der Türkei nicht ernst genommen.
Akyol kritisiert Erdoğans geplantes Präsidialsystem, das "in anderen Staaten durchaus im Rahmen einer Demokratie funktionieren" könnte, aber in der Türkei lediglich den Präsidenten unantastbar machen solle (S. 203).
Ihr abschließendes Urteil: "Europa ist wegen der Flüchtlingskrisen abhängig von einem Mann, der von demokratischen Grundwerten nicht allzu viel hält, der nicht vor bürgerkriegsähnlichen Szenarien im eigenen Land zurückschreckt, der nationalistische Wogen schürt, der systematisch die Pressefreiheit aushöhlt, der Kritiker – und seien sie noch so jung – persönlich verklagt, der Andersdenkende überhaupt als heruntergekommene Schwächlinge, Volksfeinde, Landesverräter oder gar als Terroristen darstellt" (S. 350).
Im Prinzip hat sich die Situation in der Türkei seit Anfang des letzten Jahrhunderts immer wie eine Waagschale zu Gunsten der einen oder der anderen Bevölkerungsgruppe ("schwarze" und "weiße" Türken) geneigt, mit schrecklichen Folgen für die jeweils andere Seite. Von diesen Fehlern und Altlasten profitiert Erdogan. Auch seine Persönlichkeit wird dank dieser umfassenden Biografie durchschaubarer und zumindest aus psychologischer Sicht verständlicher. Man kann nur hoffen, dass es doch noch Wunder gibt und auch solche Persönlichkeiten ihre Muster durchbrechen und positiv dazu lernen können...


