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Elizabeth George

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Bestseller fallen nicht vom Himmel

Bericht aus der Schreibwerkstatt von Elizabeth George
"Man wird euer Werk veröffentlichen, wenn ihr über drei Eigenschaften verfügt: Talent, den leidenschaftlichen Drang zum Schreiben und Disziplin." In diesen Worten gibt Elizabeth George die Ingredienzien des schriftstellerischen Erfolges an die Studierenden ihrer Kurse für "Kreatives Schreiben" weiter. Die 1949 geborene Amerikanerin ist als Meisterin des englischen Kriminalromans bekannt – und verfügt ganz sicher über alle drei der von ihr genannten Eigenschaften. In ihrem Buch Wort für Wort verrät sie dem schriftstellerisch ambitionierten Laien ganz genau, wie sie beim Schreiben ihrer Geschichten vorgeht. Das Buch ist ein ebenso erhellendes wie ernüchterndes Vergnügen, denn schon bald dämmert es dem Leser, wie wenig geniale Autorschaft und wie viel akribische Kleinarbeit meist in einem literarischen Werk stecken.

Ohne Konflikt keine Spannung
Am Anfang steht die Idee. Doch woher kommt sie? Georges Antwort: Man findet sie überall, z.B. in Begegnungen, Zeitungsartikeln oder Redewendungen. Wichtig ist, dass man an diesen Ideen arbeitet, sie überdenkt, erweitert, um aus ihnen einen Plot entwickeln zu können. Dieser Handlungsentwurf braucht sehr klar charakterisierte Figuren. Er sollte ein Primärereignis enthalten, eine neue oder überraschende Situation, mit der die Figuren fertig werden müssen, und außerdem – ganz wichtig – einen Konflikt. Ohne Konflikt ist es einfach nicht möglich, Spannung zu erzeugen und Leser für eine Story zu begeistern. Dieser Konflikt soll sich entwickeln, sich auf einen Höhepunkt hin immer weiter zuspitzen, bis er schließlich aufgelöst wird. Sein Inhalt kann dabei von überallher kommen: aus dem Wesen einer Hauptfigur, der Natur, einer Geisterwelt oder einer "Schmelztiegel-Situation", in der unterschiedliche Charaktere gleichsam aneinander gekettet sind – so wie die Schauspielertruppe in Keiner werfe den ersten Stein, die, in einem schottischen Landhaus probend, durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten wird. Letztlich steckt aber bereits in jedem Widerstand, der sich den Wünschen einer Figur entgegenstellt, ein potenzieller Konflikt. Und wenn dieser sich lediglich in ihrem Inneren abspielt, wird die Person für den Leser sogar erst richtig lebendig.

Sinn und Sinnlichkeit
Planung ist das halbe Leben – und beim Schreiben vielleicht sogar mehr als das. Nach der ersten Idee folgt für Elizabeth George die Entwicklung der handelnden Figuren. Jede wird anhand eines Fragenkataloges gründlich analysiert: von der Augenfarbe über ihre Pläne im Leben bis hin zu ihren sexuellen Vorlieben. Dadurch ist die Autorin bereits vor dem eigentlichen Schreiben bis ins kleinste Detail mit ihren Protagonisten bekannt. So genau wie die Personen werden in der Folge auch die Schauplätze und Umstände des Geschehens recherchiert. George unternimmt zu diesem Zwecke aufwändige Reisen. Sie fotografiert Orte und Plätze, spricht mit den Menschen in der Umgebung und lässt sich mit allen Sinnen auf die Landschaft ein. So verschaffen ihr oft erst diese Recherchereisen die richtigen "Locations" – etwa wenn es wie in Im Angesicht des Feindes darum geht, ein Entführungsopfer zu verstecken.

Fallende Dominosteine
Wenn Personen, Umfeld und Orte feststehen, geht es an den Entwurf der Handlung. Auch hier läuft nichts ohne strukturierten Plan. Zunächst wirft ein Primärereignis eine oder mehrere Figuren aus ihrer Bahn. Wie ein erster Dominostein, der kippend eine ganze Reihe von Steinen umstößt, löst dieses Ereignis eine Folge von Szenen aus, die einander mehr oder weniger direkt bedingen. George skizziert diese miteinander verknüpften Szenen in einem Stufendiagramm. So fertigt sie für jeden Abschnitt des Buches eine übersichtliche stichwortartige Liste der Geschehnisse an. Diese wiederum wird in einen ersten ausformulierten Handlungsentwurf übersetzt – eine spezielle Art von Inhaltsangabe.

Wer spricht?
Nun gilt es auch, die Entscheidung für eine Erzählperspektive zu treffen. Denn was der Leser im besten Falle nicht einmal wahrnimmt, kann für den Autor eine schwierige Wahl sein: Ich-Erzählung, Erzählung in der dritten Person, ein auktorialer, „allwissender“ Erzähler oder gar wechselnde Perspektiven? Ist diese Entscheidung getroffen besteht die große Herausforderung darin, die Figuren tatsächlich gemäß der gewählten Perspektive denken und sprechen zu lassen. So erlebt Inspector Lynley z.B. die Tat anders als der Mörder. Je nachdem, aus wessen Blickwinkel das Geschehen geschildert wird, ändern sich Ton und Haltung des Erzählens.

Manchmal mehr – nie weniger
Erst jetzt, nach all diesen Vorarbeiten, geht es ans Schreiben der eigentlichen Rohfassung. Gut, wenn es gelingt, den Leser zu ködern, am besten gleich mit dem ersten Satz in die Geschichte zu locken. "Nennt mich Ismael", der großartige erste Satz aus Melvilles Moby Dick, ist ein Lieblingsbeispiel der Autorin für einen gelungenen Einstieg. Szene für Szene wird nun entfaltet, jetzt ist die Zeit der eigentlichen Schreibkunst gekommen. Doch auch in dieser Phase bleibt die Disziplin entscheidend für das Gelingen. So schreibt George jeden Tag mindestens fünf Seiten eines neuen Romans, manchmal mehr – nie weniger. Die so entstehende Rohfassung wird zwei bis drei Mal überarbeitet, mit Hilfe ausgesuchter "Probeleser" werden letzte Schwachstellen herausgefiltert und verbessert. Und dann, endlich, endlich, steht das neue Werk: Champagner!


Ulrike Künnecke, Literaturtest


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