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am 7. September 2007
Ein unglückliches Leben geht solange gut, wie man nicht darüber nachdenkt. Hat man erst einmal damit begonnen, wird's schwierig. Es ist allerdings auch möglich, daß man es gar nicht wahrhaben will, sich ständig etwas vormacht. Uns geht's gut, wenn ich da an andere denke. Und schon überflutet der Trug und Betrug den Alltag. Es ist das Fegefeuer, in dem sich viele gefangen fühlen, die Hölle darf es nicht sein. Und dadurch lodern die Flammen umso höher. Auch wenn es keine Aussicht auf Erlösung gibt.

Warum laufen sie nicht alle weg oder erschießen sich? Egal ob Angestellter, Lehrer, Ehemann wie Ehefrau, Feldwebel oder Tuberkulosepatient Richard Yates Blick fällt auf sie, zieht Bilanz. Der Körper wird von einer Krankheit zerfressen und deine Frau geht fremd. Na und? Soll sie Zuhause sitzen und warten, daß er stirbt? Tragische Spielarten der Einsamkeit hat Richard Yates hier zusammen getragen. Einsamkeiten, die in jeder Straße, in den meisten Stockwerken, hinter den blinden Fenstern und den aufgerissenen stattfinden. Sein Blick ist nur scheinbar kalt, er beobachtet seine Figur voller Liebe für das, was sie durch Kraftlosigkeit, Abhängigkeit, Verzweiflung nicht zu ändern vermögen.
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am 16. Oktober 2007
Wer melancholische oder sentimentale Geschichten von schlicht gezeichneten Außenseitern oder Verlierern erwartet, wird enttäuscht. Die im Titel zitierte Einsamkeit schleicht sich hinterrücks in die Geschicht: Dem Leser wird das Herz schwer und nur langsam bemerkt er den eigenen Stimmungsumschwung, und plötzlich ist die Erkenntnis der Einsamkeit da. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich den Geschichten nachgesonnen habe, um zu begreifen, wo und wie sich die Einsamkeit in diese Storys geschlichen hat, und schließlich bemerkt, dass Richard Yates dem Anspruch, den sein Titel stellt, gerecht wird: Dachte man, zu wissen, was Einsamkeit bedeutet, so wird man hier eines Besseren belehrt. Es gibt tatsächlich verschiedene Arten der Einsamkeit. GROßARTIGES BUCH!
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am 19. Mai 2006
Yates schreibt elf traurig schöne Kurzgeschichten über das fast ganz normale Leben in den 50-ern der USA. Es geht um die Grundschullehrerin, die durch Empathie im Umgang mit einem benachteiligeten Schüler die Welt verändern will. Oder um den langfristig stationär behandelten Kriegsveteran, der seine Familie an Weihnachten besucht und nur mühsam begreift, wie fremd sie ihm geworden ist. Oder um Bernie, der seine Erlebnisse als New Yorker Taxifahrer in einem Karteikasten sammelt und einen Autor sucht, der ihn berühmt macht. Die Protagonisten haben, wie der Titel (Elf Arten der Einsamkeit) schon sagt, eins gemeinsam: Sie sind, jeder auf seine sehr spezielle Weise, einsam. Aber nicht nur: Die Einsamkeit hat in allen Geschichten ähnliche Gründe, Idealismus und den rührenden Wunsch, in einer Welt zu leben, die es erlaubt, sich für eine Sache einzusetzen, an diese Sache zu glauben und notfalls zu scheitern. Und genau in dem Moment des Scheiterns sind wir Leser dabei. Das ist traurig. Aber auch ein bisschen schön, denn Yates zeigt durch seine treffende Sprache, seinen feinen, analytischen Humor und die offensichtlichen autobiographischen Bezüge, dass es Schlimmeres gibt, als zu scheitern.
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am 11. Dezember 2013
Eine starke Erzählung mag man daran erkennen, daß man nicht den Eindruck hat, etwas „erzählt“ zu bekommen. Man steckt in der Schilderung, ist wohl erstaunt über das Geschehen, die Zeichnung der Handlung, die Charaktere und Konflikte, aber es scheint einem keine Konstruktion, kein statischen Gerüst durch, über das der Autor seine Stoffe drapiert, so daß man bestenfalls denken möchte: Ganz gut gemacht. Nein, die entfaltete Erzählung ist perfekt, so wie eine gute Zeichnung abgeschlossen ist. Alles stimmt. Nichts wehrt sich gegen den Rezipienten.
Manchmal denke ich, nur amerikanische Autoren verstehen das so; und ich frage mich nicht zum ersten Mal, warum? Jedenfalls ist Richard Yates einer der besten unter ihnen. – Seine „Elf Arten der Einsamkeit“ zeigen nicht nur das Alleinsein, sondern vor allem das Scheitern dabei. In Einsamkeit. Tragisch auch darin, nahezu folgenlos für Welt und Mitmensch zu sein. Keine Rede vom amerikanischen Traum. Aber auch keine Albträume, sondern nur die normale, allen sattsam vertraute Brutalität des Alltags, der einzelne „ausscheidet“. Und wie zum Hohn eignet jedem Scheitern, von außen betrachtet, noch etwas unfreiwillig Komisches. (Man lacht nun mal, wenn ein toll begonnener Kopfsprung zum Bauchklatscher wird oder eine schreitende Dame über ihre wegknickenden Absätze strauchelt.) Jedenfalls, wenn man selbst nicht in der Rolle des Scheiternden steckt, für den das freilich eine Katastrophe ist. Was da jeweils zerbricht, man kennt es über seine eigenen Eitelkeiten selbst, und im Gegensatz zu den literarischen Helden schätzt man sich glücklich, diese gerade noch aufrecht zu erhalten, und sei es als Maskenträger.
Ohne zuviel zu verraten: Yates erzählt bspw. von einem Außenseiter-Schüler, den eine Lehrerin, deren Herz er rührt, beinahe rettet, aber gerade deswegen stürm er ins Verderben. – In einer anderen Geschichte offenbart schon der Vorabend einer Hochzeit sehr vollständig, was für eine verzweifelt unglückliche Ehe mit jahrelanger Intimfeindschaft bevorsteht. – Ein harter Drill-Sergeant entdeckt seine Sentimentalität, als er von der Truppe wegversetzt wird, die er urmännlich kujoniert. Und ebenso vermisst ihn die drangsalierte Truppe. – Ein Angestellter ruft das Karriereunglück selbst auf, weil er von jeher die Ästhetik des Scheiterns für sich pflegt, so wie er schon als Kind beim Spielen die Geste des Erschossenwerdens erhebend fand. – Ein Möchtegernautor wird zum Ghostwriter für die banalen Erlebnisse eines Taxifahrers. – Und für Nachleser: Am eindrucksvollsten fand ich die neunte Story, „Ein wirklich guter Jazzpianist“. Eine genauere Charakterzeichnung, eine dichtere und berückendere Psychologie eines in Abhängigkeit verschränkten dekadenten Freundespaares fand ich nie; und nirgends sah ich ein ekliges Lächeln fotografisch treffender beschrieben. Es springt einen direkt an, und man wendet sich angewidert ab.
Jede Geschichte lohnt sich, jede ist von einem anderen Timbre, jede – mit Ausnahmen von zweien – mutet preisverdächtig an und nistet sich im Nachklang der Erinnerung ein wie ein melancholisches Musikthema, dem man nachsinnt, die eigenen Lebensübungen bedenkend. Starke Literatur.
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am 3. Juli 2016
Bei solchen Büchern muss man natürlich immer beachten, wann sie geschrieben wurden - und daher auch mit der damit verbundenen Sprache und "Situationsnormalität" rechnen.
Die Kurzgeschichten gefallen mir gut. Ich mag diese kurzen Einblicke in fremde Leben, auch wenn nicht großartig etwasw passiert. Eine Geschichte handelt beispielsweise von einer Frau, die ihren Ehemann auf der Tuberkulose-Station besucht und eine andere von einem Paar, das in wenigen Tagen heiraten wird.
Letztere Geschichte ist bei mir unter anderem am meisten angeeckt, da ich, obwohl mir die Geschichten und die Schreibart eigentlich gefallen und ich mir der Zeit des Autors ja bewusst bin, diese Unterwerfung und Herabsetzung von Frauen und Farbigen einfach nicht tolerieren kann und es mich beim Lesen ganz einfach stört, egal wie unterschwellig es sein mag. Dem sollte man sich bei Anschaffung dieses Buches also wie gesagt bewusst sein. Literarisch ansonsten einwandfrei.
Den Sinn dahinter, warum man das gesamte Buch unter Blick Ins Buch freigibt, habe ich allerdings noch nicht erfasst.
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am 1. November 2009
"Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich", so beginnt der große Roman Tolstois über ANNA KARENINA. Dieser Satz könnte auch als Einleitung in die ELF ARTEN DER EINSAMKEIT von Richard Yates stehen, in der die Schicksale von elf Figuren geschildert werden, die alle auf jeweils ihre Art einsam sind. Yates destilliert in diesen prägnanten und klassischen Kurgeschichten jenen Moment heraus, in dem das Leben des Protagonisten oder der Protagonistin zusammenbricht, in dem sich eine schreckliche Wahrheit oder eine schreckliche Einsicht offenbart. Es ist der Augenblick im Leben, bei dem die gesamte Existenz in ihrer ganzen Nüchternheit und Verlassenheit klar vor Augen steht und alle Illusionen über eine rosigere Zukunft sich in nichts auflösen. Es ist also im wahrsten Sinne eine existentielle Erfahrung, die Yates in diesen Geschichten jeweils einfängt und für den Leser geht eine kühle und traurige Stimmung von der Lektüre aus.
Das Arsenal der Protagonisten dieser Geschichten ist im amerikanischen Mittelstand der 50er-Jahre angesiedelt. Es handelt sich um Angestellte, Lehrer, Taxifahrer, um eine Braut einen Tag vor ihrer Trauung, um Kriegsveteranen und Mobbing-Opfer in der Schule. Da ist beispielsweise die bedauernswerte Lehrerin Miss Price, die von ihrer Rolle als Lehrerin und der psychischen Konstitution ihrer Grundschüler keinen blassen Schimmer hat. Als Folge ihrer totalen Inkompetenz, die verheerenderweise mit einem völlig unreflektierten Gutmenschentum gepaart ist, treibt sie den Außenseiter Vincent immer weiter in die Isolation, bis dieser sich gezwungen sieht, sein Schicksal selber in die Hand zu nehmen und in einem Akt der Selbstbehauptung sich aus der Schule herauszukatapultieren. In einer anderen Geschichte muss die zukünftige Braut einen Abend vor der Hochzeit erkennen, dass ihre gesamte Zukunft einem schwachen und möglicherweise brutalen, jedenfalls einem überaus durchschnittlichen Mann anheimgegeben ist. Der ganze Horror dieses verfehlten Lebens, das erst noch in seiner unerträglichen Gleichförmigkeit zu leben sein wird, geht dem Leser bei ihrer letzten Verabschiedung ihres zukünftigen Gatten auf: "Sie lächelte müde und öffnete ihm die Tür. 'Mach dir keine Sorgen, Ralph', sagte sie, 'ich werde da sein.' Die Unausweichlichkeit, in diesen einmal gefassten Lebensentwürfen gefangen zu sein und für immer zu diesem Leben verurteilt zu sein, ist auch ein typisches Phänomen der 50er Jahre. Man mag vielleicht die Einsamkeit, die in Yates Geschichten vorgeführt wird, als Schattenwurf jener in den Medien und Filmen gefeierten Fröhlichkeit jener Zeit zu begreifen suchen, die doch in den Einzelschicksalen mit einem Ausgeliefert-Sein an rigide gesellschaftliche Normen erkauft war. Eine solche bloß historische Situierung der Konstellationen in Yates Geschichten griffe aber in Wirklichkeit zu kurz, da die dargestellten Formen menschlicher Einsamkeit in Wirklichkeit sehr viel stärker auf existentielle Grundsituationen des Menschen verweisen. In diesem Sinne sind die Geschichten von Yates heute genauso aktuell wie damals. In jedem Falle lesenswert. Ein literarischer Hochgenuss!

Thomas Reuter
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TOP 500 REZENSENTam 5. Dezember 2009
Der Autor Richard Yates ist IN - mehr als jemals in seinem wirklichen Leben. Nach "Zeiten des Aufruhrs" und "Easter Parade" liest das Publikum nun seine "Elf Arten der Einsamkeit", eine Sammlung von Kurzgeschichten, die, so der Klappentext, "die Nachtseiten des amerikanischen Traums" beleuchten. Dabei handelt es sich um elf Kurzgeschichten in einer Länge zwischen fünfzehn und fünfzig Seiten, in denen das ganze traurige Personal des Misserfolges - gutmeinende aber erfolglose Lehrer, ungeliebte Verlobte, einsame Todkranke, Soldaten, Masochisten, brotlose Literaten und viele andere mehr - ihren Auftritt auf den unterschiedlichen Bühnen des Versagens absolvieren. Da ist ein garstiger Knabe, der von allen ungeliebt, seine Einsamkeit dadurch bekundet, dass er Zoten an die Schulwände kritzelt, ein junger Mann, dem sein Junggesellenabschied mehr zu Herzen geht als die anstehende Hochzeitsnacht und eine junge Frau, die ihren todkranken Mann im Krankenhaus besucht, um sich gleich anschließend im Auto von ihrem Geliebten begrabschen zu lassen. Wir lesen von zwei neurotischen Junggesellen, die durch Europa tingeln und allen auf den Wecker gehen, von einem Autor, der für einen Taxifahrer Kurzgeschichten auf Dollarbasis schreibt und einer Tb-Station, die sich zum Neujahr selbst ein makabres Fest bereitet.
Im Unterschied zu vielen meiner verehrten Vorrezensenten bin ich allerdings der Ansicht, dass diese Geschichten im einzelnen durchaus unterschiedlich gelungen sind. "Baumeister", "Weg mit den Alten" und "BAR-Mann" sind zweifellos echter Yates - sie verbinden psychologischen Röntgenblick mit sprachlicher Prägnanz und der Fähigkeit, mit wenigen Absätzen intensive Atmosphären zu erzeugen, zu jener Meisterschaft, die Yates in "Easter Parade" und "Zeiten des Aufruhrs" unter Beweis gestellt hat. "Ein wirklich guter Jazzpianist", "Der Masochist" sind interessant und lesenswert, einige der Geschichten, vor allem die Schulgeschichten "Doktor Schleckermaul", "Der mit Haien kämpft" und die Armeegeschichte "Alles, alles Gute" kommen allerdings so konventionell und vorhersagbar daher, so dass der Verlag meiner Ansicht nach gut getan hätte, sie nicht in die vorliegende Sammlung mit aufzunehmen. "Acht Arten der Einsamkeit" wären doch auch nicht schlecht gewesen. Alles in allem trotzdem empfehlenswert.
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am 3. Juli 2012
Nur zwei Arten der Einsamkeit sind in diesem Hörbuch das Thema.
Und wer die Einsamkeit des Lebens noch nie gespürt hat, der "hebe die Hand" ! Der Autor versteht es, das Alleinsein - oder besser gesagt das "EINSAMWERDEN" zweier Menschenpaare auf verschiedene Weise zu schildern.
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Wie durch ein Vergrößerungsglas erblickt der Leser die unauffällige Tragik im Alltäglichen: kein "großes Kino", keine spektakulären Geschehnisse, keine lauten Töne - statt dessen behutsam, detailiert und ohne Hast erzählte Geschichten, von denen manche anrühren, wenige langweilen, ein oder zwei nachhallen. Kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muß, aber eins, welches durchaus geeignet ist, manch hochgelobtes Werk der zeitgenössischen amerikanischen Literatur in den Schatten zu stellen.
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Unter dem Titel „Elf Arten der Einsamkeit" liegen mit über vierzigjähriger Verspätung elf Geschichten des amerikanischen Schriftstellers Richard Yates (1926-1992) erstmals in deutscher Übersetzung vor. Vierzigjährige Verspätung - weil diese Geschichten Ende der 50er Jahre / Anfang der 60er Jahre erschienen und weil sie vorrangig in der Nachkriegszeit spielen.

Wie es der Titel der Auswahl schon verrät, haben alle Protagonisten dieser Kurzgeschichten ein gemeinsames Problem: sie sind einsam. In der Auftaktgeschichte „Doktor Schleckermaul" wird die Geschichte des Schülers Vincent Sabella erzählt, der in eine neue Klasse kommt. Viele Jahre verbrachte er in New Yorker Waisenhäusern, erst seit kurzem lebt er bei Pflegeeltern. Von seinen neuen Mitschülern wird er jedoch verächtlich angesehen. Als die junge Lehrerin Miss Price dem geschmähten Waisenkind helfen will und ihn aus naiver Gutwilligkeit heraus gegenüber seinen Mitschülern bevorzugt, verkehrt sich das ins Gegenteil und Vincent wird dadurch noch mehr zum Außenseiter.

In der Erzählung „Ein Masochist“ begegnet uns der Angestellte Walter Henderson. Yates schildert den Tag, als Henderson in der Firma gefeuert wird. Dieser ahnt das zwar schon seit geraumer Zeit, doch irgendwie fühlt er sich wohl in seiner Opferrolle. Walter ist der geborene Verlierer und doch versucht er, den Rauswurf mit Würde zu tragen - selbst daheim vor den Kindern und der Ehefrau.

In „Alles, alles Gute“ will die junge Grace am nächsten Tag heiraten. Am Vorabend muss sie jedoch erkennen, dass ihr Ralph ein Schwächling ist, ja mitunter ein brutaler Fiesling. Ein echter Macho also - wie wir heute sagen würden. Mit einem Schlag wird Grace deutlich, auf welche Zukunft sie sich da morgen einlassen wird. Zum Abschied versichert sie jedoch: „Mach dir keine Sorgen, Ralph, ich werde da sein“.

Mit außerordentlicher Schärfe, aber auch mit Sympathie für seine Protagonisten beobachtet Yates die unterschiedlichen Einsamen und Verlierer. Oft haben die Kurzgeschichten ein ernüchterndes Ende. Wie in seinen Romanen erweist sich Yates auch in diesen klassischen Shortstorys als ein meisterhafter Chronist des amerikanischen Alltags. Die Auswahl ist hervorragend geeignet als Einstieg in das literarische Werk des Schriftstellers.
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