Am höchsten bewertete kritische Rezension
3,0 von 5 SternenAller Anfang ist schwer
Rezension aus Deutschland vom 11. April 2011
Pünktlich zum Kinostart wurde dieses Spiel veröffentlicht. Ich war gespannt, was mich erwarten würde: Nutzt dieses Spiel nur die Popularität von Harry Potter aus oder taugt es wirklich etwas? Die Antwort ist einfach: Das Spiel ist irgendwo dazwischen einzuordnen. Auf der einen Seite merkt man deutlich, dass es noch einige Defizite gibt, aber auf der anderen Seite ist dieses Spiel ein ordentlicher Beginn der beliebten Fantasy-Reihe.
Der Spieler wird sofort in die Welt von Harry Potter eingeführt. Leider geschieht dies mit minimalistischen Mitteln, denn anstatt animierte Zwischensequenzen zu zeigen, erzählt man die ersten elf Jahre von Harry Potter mit Hilfe weniger Bilder. Eingreifen kann der Spieler hier noch nicht. Erst in Hogwarts gibt es dann den ersten Einsatz, wenn die Weasley-Zwillinge Fred und George dem Spieler helfen, sich mit der Steuerung und in Hogwarts zurecht zu finden. Und dieses Prinzip - erst lernen, dann anwenden - bestimmt das ganze Spiel. Meistens sind davon verschiedene Zaubersprüche betroffen, aber auch Quidditch und Zaubertränke werden nicht vernachlässigt. In der Folge gilt es, einige mehr oder weniger abwechslungsreicher Aufgaben zu bestehen. So muss Harry mehrere praktische Unterrichtsstunden absolvieren, am Flugtraining teilnehmen, Zaubertrankzutaten suchen, einen Bergtroll erledigen oder den norwegischen Stachelbuckel Norbert in die Freiheit entlassen. Und natürlich darf auch die wichtigste Aufgabe, nämlich die, den Stein der Weisen zu finden, nicht fehlen. Wenn man dieses breite Aufgabenspektrum liest, könnte man meinen, dass es diesem Spiel an nichts fehlt, aber leider ist das Gegenteil der Fall. Dem Spiel fehlt es vor allem an Informationen. Wenn man die Geschichte um den Stein der Weisen nicht kennt, wird man die Story des Spiels kaum nachvollziehen können. Ab und zu werden ein paar Animationen eingeblendet, in denen die Geschichte des Buches in Windeseile erzählt wird. So wird der Einbruch in der Zaubererbank Gringotts hier zum Beispiel in einem Nebensatz abgehandelt, wodurch der rote Faden verloren geht bzw. gar nicht erst zustandekommen kann. Und das ist kein Einzelfall, sondern Standard bei diesem Spiel. Auf einmal ist man dann doch bei Fluffy und muss den Stein der Weisen retten, jedoch weiß man nicht warum. Leider führt dieser Mangel an Informationen dazu, dass man dieses Spiel in wenigen Stunden und ohne jegliche Reflexion durchspielen kann. Ein weiteres Manko ist die Grafik des Spiels. Zwar ist sie für damalige Verhältnisse relativ gut getroffen, aber es gibt dennoch einige Aspekte, die mich stören. So bewegen die Figuren ihre Münder beim Sprechen nicht. Außerdem finde ich es schade, dass man sich nicht den realen, sondern den Zeichentrickstil von Harry Potter angeeignet hat. Aber das ist der Aspekt, den man noch am ehesten verkraften kann.
Nach dieser negativen Kritik möchte ich allerdings auch mal ein paar positive Aspekte erwähnen. So finde ich es gut, dass es im Spiel einige Szenen zu sehen und Aufgaben zu bewerkstelligen gibt, die im Film fehlen. So muss der Spieler sich hier mit dem lästigen Poltergeist Peeves herumschlagen und auf der Jagd nach dem Stein der Weisen auch an Snapes Aufgabe vorbeikommen. Und wo ich schon von Snape spreche, kann ich auch direkt ein Lob an die vielen erstellten und altbekannten Figuren abgeben. Alle mehr oder weniger bekannten Figuren sind dabei, von Albus Dumbledore über Draco Malfoy bis Lord Voldemort. Sogar Professor Sprout hat hier einen Auftritt, obwohl sie im ersten Film nicht zu sehen ist. Allerdings erspare ich es mir an dieser Stelle, alle Figuren aufzuzählen, denen Harry im Spiel begegnet. Positiv hervorzuheben ist außerdem noch die hohe Anzahl der Geheimnisse, die man in Hogwarts entdecken kann. Zwar kann man nie das ganze Schloss auf einmal erkunden, sondern nur einzelne Passagen, aber dafür gibt es stets einiges zu entdecken. Ein großes Highlight sind hierbei sicherlich die Sammelkarten, die der Spieler im Laufe des Spiels findet oder geschenkt bekommt. Wenn man alle gesammelt hat, erwartet Harry eine Überraschung. Und da man nur einmal die Möglichkeit hat, an die jeweiligen Sammelkarten zu kommen, muss man jeden Winkel von Hogwarts gründlich durchsuchen. Ein weiterer Pluspunkt geht an den Soundtrack des Spiels, der aus der Feder von Jeremy Soule stammt. An manchen Stellen will man fast schon mit dem Spielen aufhören, um die Musik genießen zu können. Die Musiktitel treffen jede Stimmung optimal. Hervorzuheben sind hierbei vor allem das Thema von den Gnomen, das Hauptthema von Hogwarts und die Musik auf dem Weg zu Hagrids Hütte.