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am 17. Mai 2015
Das hier besprochene Buch von Martijn Icks ist aus dessen Dissertation über den römischen Kaiser Elagabal (218-222) hervorgegangen. Die Dissertation wurde an der Universität Nijmegen mit "cum laude" bewertet, die nicht mit der deutschen Bewertungsstufe ("gut", also der Note 2) verwechselt werden sollte, sondern einer exzellenten Leistung entspricht, ähnlich wie dem deutschen "summa cum laude". Die Arbeit wurde sowohl als englisches Buch unter dem Titel "The crimes of Elagabal. The life and legacy of Rome's decadent boy emperor" als auch in der hier besprochenen deutschen Fassung veröffentlicht.

Trotz des akademischen und der publizistischen Erfolgs überzeugt das vorliegende Buch als geschichtswissenschaftliche Arbeit nicht, sondern wirkt vielmehr als kulturwissenschaftliches Werk, das sich die verschiedenen Konstruktionen und Sichtweisen der Figur des Kaisers Elagabal in antiker Geschichtsschreibung und späterer Literatur, Kunst und Musik vornimmt. Der Grund dafür ist, daß das Buch sich - trotz seines Anspruchs, Ereignisse und Entwicklungen in der Regierungszeit des Kaisers rekonstruieren und deuten zu wollen - im Grunde genommen nur im ersten und zweiten Kapitel mit der Geschichte des Kaisers, seiner engeren Familie und seiner Kultur, insbesondere seiner Religion, beschäftigt. Im weiteren Verlauf werden dann v.a. die nicht-literarischen (Inschriften und v.a. Münzen) und literarischen Quellen und Verarbeitungen (zuerst antike Geschichtsschreibung, später dann auch die Rezeption in Literatur, Kunst und Musik) nach "Deutungs"mustern der Herrschaft des Kaisers untersucht. Diese Art der Herangehensweise führt zu dem Zwischenfazit, daß die Charakterisierungen der historischen Person des Kaisers in der antiken und byzantinischen Geschichtsschreibung im Grunde genommen als fiktional eingestuft, d.h. als schlicht erfunden und der Phantasie oder dem Klatsch der damaligen Zeit entsprungen bewertet werden. Grundlage für diese Bewertung ist die Annahme, daß sich die antike Geschichtsschreibung v.a. durch die Wiedergabe literarischer "Topoi" auszeichnet, d.h. klischeehafter Typisierungen - in diesem Fall des "schlechten" gegenüber dem "guten" Kaiser -, die nicht das wirkliche Geschehen wiedergeben. Bis auf wenige Beispiele für Widersprüche und bis auf die allgemeine Problematik der Geschichtsschreibung des antiken Autors Herodian und der Biographien der Historia Augusta wird diese Annahme aber nicht ausreichend bzgl. der Herrschaft Elagabals belegt - wahrscheinlich, weil dies aufgrund der Quellenlage gar nicht möglich ist. So führt Icks' Buch zu dem Eindruck, Elagabals Herrschaft werde in der antiken Geschichtsschreibung nicht deshalb als schlecht oder bizarr dargestellt, weil sie tatsächlich nicht viel Positives vorzuweisen hat, sondern weil die Herrschaft des Kaisers von seinen Zeitgenossen vermutlich aufgrund ihrer religiösen Eigentümlichkeiten nicht akzeptiert und deshalb in den typischen Farben eines "schlechten" Kaisers gezeichnet wurde. Diesen Gedankengang weiterverfolgend - dazu lädt der im Buch folgende Überblick über die kulturgeschichtliche Rezeption der Herrschaft ein - kann man dazu kommen, die Herrschaft des Kaisers je nach Blickwinkel und eigener Deutungsintention anders zu interpretieren. Einem solchen Relativismus zu folgen, kann aber nicht der eigentliche Zweck einer geschichtswissenschaftlichen Studie sein, das uns über vergangene Epochen informieren soll und sich nicht darin erschöpfen darf, nur darauf hinzuweisen oder herauszuarbeiten, daß das jeweilige Bild einer historischen Person eben nur ein Bild und nicht die Wirklichkeit ist. Sie muß uns vielmehr zumindest Annäherungen an die Wirklichkeit liefern und darf uns nicht mit dem Eindruck zurücklassen, die antike Geschichtsschreibung sei eigentlich auch nicht mehr als die auf sie folgende kulturgeschichtliche Rezeption. Das zu leisten, hat Icks Buch jedoch versäumt. Deshalb überzeugt es als geschichtswissenschaftliche Arbeit nicht.
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Es ist schon erstaunlich wie viel wir heute über die Geschichte wissen. Über die römischen Kaiser wissen wir fast alles. Ihre Taten, ihre Gewohnheiten, ihre Kleidung, ihre Lieblingsspeisen. Trotzdem kennen wir nur wenige von ihnen. Julius Caesar, den kennt jeder. Der hat schließlich in den Asterix-Filmen mitgespielt. Nero, der Wahnsinnige, brennt einfach seine Bude und seine Stadt ab (was nachweislich nicht so war, aber immer noch in den Köpfen verankert ist). Augustus, ohne den würden wir im Hochsommer Silvester feiern. Dann wird’s für Viele schon eng. Diokletian kennt, wer in Kroatien Urlaub machte. Konstantin kennen viele aus dem Istanbul-Reiseband. Wer noch mehr römische Kaiser kennt, hat über sie gelesen. Wer Elagabal nicht kennt, muss dieses Buch lesen.
Denn Elagabals Leben ist heute noch lesenswert. Und aktuell. Auf Roms Republikverständnis berufen sich fast alle Republiken weltweit. Er wurde in Syrien (in Emesa, dem heutigen Homs) geboren, einem Land, über dessen vielschichtige Schändung jeden Tag berichtet wird.
Im Jahr 218 erklimmt ein 14jähriger Knabenpriester den römischen Kaiserthron. Der Sonnengott Elagabal sollte Namensgeber und Richtungsweiser seiner Regentschaft sein. Vier Jahre hielt er sich auf dem Thron. Am Ende wurde sein Körper durch die Straßen Roms geschleift und in den Tiber geworfen. Doch zwischen der Thronbesteigung und dem jämmerlichen Ende lagen Jahre voller Lebenslust. Es gibt kaum komplette Schriften über ihn. Anekdoten zuhauf.
Die Großmutter Elagabals behauptete, dass ihr Enkel ein uneheliches Kind von Kaiser Caracalla sei. Ein weiterer Kaiser, der durch ein Buch des Zabernverlages nicht mehr ganz so unbekannt ist. Die Thronbesteigung verlief blutig. Durch Versprechungen auf Ruhm und vor allem Reichtum ließen die Soldaten zu ihm überlaufen, sie ermordeten ihre Offiziere. Der Senat unterwarf sich dem Dogma der Armee und krönte den jüngsten Kaiser aller Zeiten.
Ein Hohepriester auf dem Thron – göttliche Zeiten drohen. Und fromme, möchte man meinen. Das Gegenteil war der Fall. Wieder so eine Parallele zur Gegenwart, wenn man an das Bistum Limburg denkt… Elagabal war kein Kostverächter. Orgien, schlimmer als bei Caligula, mit beiderlei Geschlecht. Eine gnadenlose Selbstdarstellung. Er allein hätte die Facebook-Server der Antike zum Glühen gebracht. Doch was ist wahr und was ist erfunden?
Martijn Icks versucht Wahrheit von Fantasie zu trennen und entwirft ein spannendes Bild des ehemaligen Hohepriesters, der zu Ehren Elagabals Tänze aufführte, als Kaiser Menschenopfer darbrachte und sogar einen Selbstmordturm errichten ließ. Die Biographie dieses außergewöhnlichen Kaisers liest sich wie ein spannender Roman, mal wie ein Krimi, mal wie ein episches Drama.
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