Lade die kostenlose Kindle-App herunter und lese deine Kindle-Bücher sofort auf deinem Smartphone, Tablet oder Computer – kein Kindle-Gerät erforderlich.
Mit Kindle für Web kannst du sofort in deinem Browser lesen.
Scanne den folgenden Code mit deiner Mobiltelefonkamera und lade die Kindle-App herunter.
Bild nicht verfügbar
Farbe:
-
-
-
- Herunterladen, um dieses Videos wiederzugeben Flash Player
Dem Autor folgen
OK
Einzelgänger Gebundene Ausgabe – 7. März 2013
| Preis | Neu ab | Gebraucht ab |
|
Gebundenes Buch
"Bitte wiederholen" | 12,06 € | — | 12,06 € |
- Kindle
16,99 € Lies mit kostenfreier App - Gebundenes Buch
12,06 €3 Gebraucht ab 12,06 €
- Seitenzahl der Print-Ausgabe202 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberMatthes & Seitz Berlin
- Erscheinungstermin7. März 2013
- Abmessungen12.8 x 2.2 x 20.1 cm
- ISBN-10388221032X
- ISBN-13978-3882210323
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- Herausgeber : Matthes & Seitz Berlin; 1. Edition (7. März 2013)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 202 Seiten
- ISBN-10 : 388221032X
- ISBN-13 : 978-3882210323
- Originaltitel : Einzelgänger
- Abmessungen : 12.8 x 2.2 x 20.1 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1,319,598 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 69,188 in Gegenwartsliteratur
- Nr. 125,095 in Literatur
- Nr. 396,526 in Unterhaltungsliteratur
- Kundenrezensionen:
Informationen zum Autor

Entdecke mehr Bücher des Autors, sieh dir ähnliche Autoren an, lies Autorenblogs und mehr
Kundenrezensionen
Kundenbewertungen, einschließlich Produkt-Sternebewertungen, helfen Kunden, mehr über das Produkt zu erfahren und zu entscheiden, ob es das richtige Produkt für sie ist.
Um die Gesamtbewertung der Sterne und die prozentuale Aufschlüsselung nach Sternen zu berechnen, verwenden wir keinen einfachen Durchschnitt. Stattdessen berücksichtigt unser System beispielsweise, wie aktuell eine Bewertung ist und ob der Prüfer den Artikel bei Amazon gekauft hat. Es wurden auch Bewertungen analysiert, um die Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Kundenbewertungen bei Amazon funktionieren.-
Spitzenrezensionen
Spitzenbewertungen aus Deutschland
Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuche es später erneut.
In den 23 Kürzestgeschichten, die der Band präsentiert, kommt der Mensch als Einsamer daher: Miniaturen, die sich zu einer Collage über die Stellung des Menschen in der Welt formen. Und diese Stellung ist keine optimistische, weder was die Fähigkeiten des Menschen zur Selbstüberwindung angeht, noch was die Möglichkeiten von Kultur und Gesellschaft betrifft, ihren Mitgliedern Halt und Orientierung zu verleihen. Es beginnt mit dem Paukenschlag einer nacherzählten, dabei verfremdeten Schöpfungsgeschichte, genauer des sechsten Tags, an dem Gott die Krone seiner Schöpfung missrät: kein Gegenüber ist dem Mensch gegeben, dem er sich wirklich anvertrauen könnte, Isolation und Leere sind seine Kainsmale. In loser Folge reihen sich Mörder, Trinker, unnütz Gewordene, sich der Sprache Verweigernde, einsame Potentaten in den Reigen ein: der Mensch als Gefangener seiner eigenen Unfähigkeit, sich zu überschreiten und zum Anderen zu kommen.
Die Erzählungen changieren zwischen Mythos und Märchen, zwischen Anekdote und Alltagsbeobachtung. Ein Schlossherr, der in seinem Schloss keine Spiegel erlaubt, ein Leuchtturmwärter, dessen Arbeitsplatz längst wegrationalisiert wurde, eine Frau, die jede Nacht in einem anderen Hotel übernachtet, ein einsamer Antiquar, der die Aussichtslosigkeit seines Berufs beklagt, ein Reisender, der in eine Strafkolonie kommt und sich bald als Gefangener wiederfindet … Gewiss, Kafka schaut hier Sofsky über die Schulter, auch ein Bartleby oder die Figuren Wolfgang Hildesheimers. Stärker noch sind die kunstgeschichtlichen Bezüge auf Bilder, die den Menschen als ewig Suchenden zeigen, sei es Hieronymus Bosch, William Blake oder eben Hopper. Weltschmerz, Fatalismus und Ohnmacht angesichts der menschlichen Natur werden hier parabelhaft vorgeführt.
Der Stil des Bandes bewegt sich im Typenhaften, im Duktus der Bildbeschreibung, verrätselt und komplex, dabei einfühlend und sorgfältig. W. G. Sebald scheint hier stilistisches Vorbild zu sein. Lebensnähe ist sein Anliegen nicht, dafür Verdichtung, zuweilen auch Pathos.
Wolfgang Sofsky, dem Soziologen, ist ein überzeugendes Debüt als Prosaautor gelungen. Im Grunde ist sein Erzählband jedoch kein völliges Novum - bereits in seinen Sachbüchern greift er ja zu erzählerischen Mitteln, löst sich souverän von den Sitten und Unsitten akademischen Schreibens. Und ebenso finden sich dort, beispielsweise im "Traktat über die Gewalt" oder im "Buch der Laster", Kulturskepsis und eine pessimistische Anthropologie. In "Einzelgänger" haben wir, trotz aller erzähltechnischer, sprachlicher und genrehafter Verschiedenheiten in den einzelnen Kapiteln, ein stimmiges Panoptikum der menschlichen Einsamkeit, dem Leiden an und der Sehnsucht nach ihr.
Dabei nimmt Sofsky keine feste Position dazu ein. Er beschreibt einen Reigen von Figuren, in denen man immer mal wieder literarische oder künstlerische Vorbilder zu erkennen meint (die letzte Geschichte über einen Antiquar dient ein wenig wie ein Schlüssel zum Verständnis der dahinterliegenden Bezüge). Die Gründe für die Vereinzelung sind ganz unterschiedlich: es gibt Resignation, doch es gibt auch bewussten Rückzug, Konzentration, Andersartigkeit, Nachdenklichkeit.
Was mich jedoch letztlich endgültig von dem Band überzeugt hat, ist Sofskys Sprache. Es sind Sätze, die einen direkt und sehr tief berühren. Klar, schnörkellos, doch gleichzeitig von einer harten Schönheit, die mich mit großer Wucht und Eindringlichkeit getroffen haben. Das gibt sowohl dern beschriebenen Figuren als auch den Texten einen Glanz, der noch lange nachschimmert; mich begleiten die Figuren und ihre Geschichten auch noch nach der Lektüre in den Alltag hinein.