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Ein schnelles Leben: Roman Taschenbuch – 1. Mai 2004

2.9 von 5 Sternen 22 Kundenrezensionen

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Ihr erster Roman, Das Blütenstaubzimmer, machte Zoë Jenny über Nacht weltberühmt: Er wurde in fast alle Kultursprachen übersetzt, weil hier eine junge Autorin, Tochter der 68er-Generation, mal frank und frei erzählte, was in ihr vorging und was für einen Blick sie auf das Leben richtete. Die Gefühle und Ansichten einer jungen Frau überraschten nicht nur ein junges Publikum. Während ihr zweiter Roman, Der Ruf des Muschelhorns, Kritik und Leser eher ratlos hinterließ, kehrt Jenny nun mit ihrem dritten Buch wuchtig und brillant auf das literarische Parkett zurück.

In der Geschichte von Ayse und Christian, dem denkbar ungleichsten Liebespaar, das man in deutschen Großstädten finden kann, beschreibt Jenny das Drama einer ersten Liebe. Eine Liebe, die tödlich endet. Ayse lebt wohl behütet in einer türkischen Großbürgerfamilie in Berlin. Christian, in den sie sich auf einer Party verliebt, kommt aus eher zerrütteten Familienverhältnissen und steckt tief im Sumpf einer rechtsradikalen Clique. Damit beide zueinander finden können, müssen sie viele Hindernisse überwinden, müssen sie mit Konventionen brechen und ihre Familien zurücklassen. Beide brechen gemeinsam in den Süden auf und sterben im Tessin; sie werden von einer Schlammlawine begraben.

Was Zoës Roman so außergewöhnlich macht, ist die realistische, ungeschminkte direkte Sprache. Die Dialoge zwischen den Figuren wirken lebensecht. Man merkt, dass sie sich für die Arbeit Zeit genommen und in einem Milieu recherchiert hat, das ihr bislang fremd gewesen ist. Dass die Umsetzung dieser Recherchearbeit in die Fiktion gelingt, liegt an Jennys schriftstellerischem Können. Ihr gelingt es nicht nur, in die Seelentiefe ihrer Figuren zu leuchten und sie glaubwürdig zu porträtieren. Sie entwickelt darüber hinaus eine packend zu lesende Geschichte. Am wichtigsten aber ist die Einbettung ihrer Romeo-und-Julia-Variation ins Berlin der Nachwendezeit. Mithin in eine gesellschaftliche Realität, die nicht mit pastosen Pinselstrichen aufgetragen wird, sondern subtil in die Liebesgeschichte hineinwirkt. So wird der Roman zu einem wichtigen Zeugnis einer zerrissenen Generation auf der Suche nach einem Stück Identität, auf dem sich ein Lebensentwurf aufbauen könnte. --Carlo Bernasconi -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Zoe Jennys Sätze sind klar, kommen auf den Punkt. Sie beschreibt. Sie analysiert nicht. Sie kommt ohne Konjunktive, ohne Ironie, ohne jedes Begründen und Kommentieren aus." (Die ZEIT) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Modernes Romeo und Julia Konzept. Etwas zäh - ist halt Geschmackssache. Haben das Buch für meine Tochter für die Schule gekauft. Ihr Fazit war, dass sie es persönlich nicht gekauft hätte.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ganz ehrlich und ganz ohne Schadenfreude, aber es bleibt nur ein Seufzer: Was für ein Absturz. Die Autorin, laut Süddeutsche Zeitung "ein Talent, das zum Schreiben geboren ist", hat mit ihrem neuen Roman "Ein schnelles Leben" tief ins Klo gegriffen. Kurz die Handlung: Die Türkin Ayse verknallt sich vom Fenster der Schultoilette aus in ihren deutschen Mitschüler Christian, der leider die falschen Freunde hat. Seine Kontakte zum rechtsextremen Umfeld missfallen insbesondere Ayses eifersüchtigem Bruder Zafir, der nachts gegen die Neonazis kämpft. Das klingt nicht nur nach einer Foto-Lovestory, das ist eine. Und weil das für einen tagesaktuellen Roman nicht ausreicht, muss eine zusätzliche Prise Dramatik verabreicht werden. Während der ritualisierten Schlägereien kommt es zum Showdown. Christian trifft auf Zafir, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, mit seiner Pistolenkugel. Die beiden Liebenden fliehen hastig nach Italien, wo sie in einer Waldhütte von einer gewaltigen Schlammlawine verschlungen werden. Hinterher stellt sich noch heraus, dass Zafir nur verletzt ist und ihr Deutschlehrer unsterblich in Ayse verliebt war. Eine Geschichte wie aus dem richtigen Leben, oder?
Dabei zeigt Zoe Jenny, die für die klare Sprache ihres Debütromans "Das Blütenstaubzimmer" von höchster Instanz gelobt worden war, dass sich Peinlichkeiten auch ohne scbnörkeliges Beiwerk aneinander reihen lassen. Unvergessen sind die Worte des Deutschlehrers, der am Ende des Romans einen pathetischen Nachruf an Ayse und Christian aussprechen darf: "Es war ein schnelles Leben, das in diesen frühen Morgenstunden sein Ende nahm. Es hatte aufgeleuchtet, kurz und heftig, um auf dem Gipfel der Sehnsucht für immer zu erlöschen.
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Format: Gebundene Ausgabe
1997 ging ein Aufatmen durch den deutschsprachigen Raum: die Sprache der Dichter und Denker hatte endlich eine neue Stimme gefunden, Zoe Jenny veröffentlichte, gerade erst 23 Jahre alt, ihren Debütroman „Das Blütenstaubzimmer" und versetzte damit die Kritikerwelt in Erstaunen und Begeisterung. Was man sich für die deutsche Sprache erhofft hatte schien endlich zu geschehen, da meldete sich „ein Talent, das zum Schreiben geboren ist" zu Wort, in einer Sprache, die „ohne Konjunktive, ohne Ironie, ohne jedes Begründen und Kommentieren" auskam. Endlich gab es Beistand, für die gesunkene deutsche Schreibkultur. Von nun an würden nicht mehr allein Namen, wie Günther Grass und Martin Walser dienen müssen, um auf zweifelhafte Weise als selbst schon Altgewordene die deutsche Moderne hochzuhalten. Von nun an müsste nicht mehr auf Ausnahmeerscheinungen wie einen Patrick Süsskind gebaut werden, man müsste nicht mehr, wie bei Robert Schneider auch die im Vergleich zum monumentalen Erstling mickrigen, wie ein Versehen wirkenden Nachfolger hochloben. Die deutsche Sprache hatte eine neue, eine attraktive, eine junge und innovative Stimme. Die deutsche Sprache war gerettet.
Mittlerweile hat die Inflation die deutsche Literatur fest im Griff, jeder neu auf dem Markt erscheinende deutsche Autor ist der neue deutsche Autor, jede neue Stimme die neue deutsche Stimme, vielversprechende Newcomer werden so in den Himmel gejagt, dass sie nur noch abstürzen können. Die Popkultur hat Einzug in die geheiligten Hallen der Literatur gehalten, Star sein ist die Devise. Und das Wunder der Jugend griff um sich.
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1 Kommentar 34 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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Von Chrissi am 22. Dezember 2016
Format: Taschenbuch
Zum Inhalt:
Mit ihrem Debüt 'Das Blütenstaubzimmer' wurde Zoë Jenny, erst 23jährig, schlagartig berühmt. In ihrem dritten Roman schildert sie die Liebe zwischen Ayse und Christian, dem türkischen Mädchen, das vom Bruder streng bewacht wird, und dem Jungen, der einen Rechten zum Freund hat. Eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte, erzählt in der klaren, unverwechselbaren Sprache einer Autorin, die schon heute zu den großen Stimmen der Gegenwartsliteratur zählt.

Ayse lebt mit ihrer Familie in Deutschland. Während das Mädchen versucht Streit zu vermeiden und doch immer wieder aus ihren sozialen Zwängen ausbrechen will, wird sie von ihren Eltern sowie von ihrem Bruder Zafir streng bewacht. Als Ayse sich für den neuen Schüler Christian zu interessieren beginnt und auch dieser nicht von Ayse abgeneigt scheint, beginnt für Ayse ein Spießrutenlauf. Denn ihr Bruder sieht in Christian den Feind, jemanden, den er nie an der Seite seiner Schwester dulden würde, denn Christian verkehrt mit den ansässigen Neonazis, welche keinen Hehl daraus machen, was sie von ihren ausländischen Mitbürgern halten.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, weshalb ich mich noch einmal an einem Hörbuch zu dem Buch versuchen wollte, aber auch das konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Geschichte ist an sich schnell erzählt und erinnert in einem gewissen Grad wirklich an eine Romeo-und-Julia-Adaption, nur eben mit modernen sozialen Hindernissen.
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