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am 11. Mai 2015
Johann Wolfgang von Goethe, 73 Jahre alt und von jungen und älteren Frauen umschwärmt, verliebte sich in die Lebendigkeit und Frische der erst 19jährigen Ulrike von Levetzow. Ein Thema, das für Martin Walser wie geschaffen scheint. Jedenfalls fällt es ihm nicht schwer, sich in den alternden Dichterfürsten einzufühlen. So können wir Leser seinen Sehnsüchten folgen, bemerken, wie sich die jugendliche Heldin geschmeichelt fühlt, wenn bei den Spaziergängen in Marienbad die Leute hinter dem ungleichen, immer diskutierenden Paar hinterher gucken.

„Ein solcher Badeort ist ein Kessel, in dem das Gerücht gekocht und dann in alle Welt versendet wird“. So sorgte das Paar für viel Gesprächsstoff zwischen Zürich und Hamburg, weil: „Bettina von Arnim wird dafür sorgen, dass in Berlin keine nennenswerte Adresse unversorgt bleibt“. Das ist in meinen Augen eine große Stärke dieses Romans: alle Berühmtheiten der Zeit zu Beginn des 19.Jahrhunderts werden namentlich erwähnt – was sicherlich eine große Recherchearbeit des Autors voraussetzte.

Die Gefühle, die er hier beschreibt, kommen wie selbst erlebt herüber – egal, ob es um die Angst, nicht zurückgeliebt zu werden geht, oder um das Erkennen: „Bis jetzt waren es immer die anderen, die gelitten haben“.

Gefallen hat mir in diesem Roman der Maskenball, in dem sich Goethe und Ulrike unabhängig voneinander in Lotte und Werther verkleideten und damit einen Preis errangen. Doch da zeigt sich auch die Ungleichheit: bei einem Spaziergang stürzt Goethe und wäre ohne die Hilfe von Ulrike nicht mehr auf die Beine gekommen.

Nicht gefallen hat mir die Besessenheit Goethes, die ich zwar einem 18jährigen, unerfahrenen Jüngling zugestanden hätte, die mir aber für einen gebildeten, lebenserfahrenen Mann doch sehr übertrieben erscheint. Im dritten Teil des Romans können wir ganz ausführlich den zermürbenden, krankmachenden Gedanken folgen, die den Greis vom Leben abschneiden.

Zum Schluss bleibe ich zwiegespalten zurück: Das Buch ist so gut geschrieben, dass es nicht schwer war, ihm bis zum Schluss treu zu bleiben. Die Thematik aber konnte mich nicht überzeugen. Liegt es daran, dass ich kein Mann bin oder kein Dichter? Liebe hat in meinen Augen nichts mit Besessenheit zu tun. Ein Liebender sollte niemanden mit solcher Inbrunst verlangen, wie es hier beschrieben wird. Liebe hat in meinen Augen viel mit Freiheit zu tun. Aber diese Freiheit konnte ich in diesem Buch nicht finden.
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am 3. Juli 2010
In seinem seit langer Zeit besten Werk verbindet Martin Walser das, was auch seine schärfsten Kritiker ihm immer schon attestiert haben, sprachliche Virtuosität, mit einem Goethe-Porträt, das fasziniert. Zwar argwöhnt das Feuilleton zu Recht, im Grunde schreibe Walser ja immer dieselbe Geschichte, nämlich seine eigene, und das vornehmlich als Spiegelreflex von real erlebten Liebesbeziehungen. Im nur als La-Mettrie-Essay zu ertragenden Augenblick der Liebe sah man ihn zwischen der Lust auf Sex mit einem jungen Ding und ehelicher Treue, im satirisch fliehenden Pferd und vielen Werken davor und danach war es im Grunde nicht viel anders.

Nun ist Walser allerdings ein Geniestreich gelungen, indem er den bekanntlich libidinös äußerst beschlagenen, aber auch zerrütteten Meister aller literarischen Klassen zum Kristallisationspunkt von Herzensergießungen macht, die in Walsers eigenen vergangenen und gegenwärtigen Regungen ihren Ursprung haben. Dabei gelingt dem Autor, quasi so ganz nebenbei und mit erstaunlicher Leichtigkeit, ein überaus stimmiges Goethe-Porträt. Ob das nun wirklich Goethe ist, der da vor dem geistigen Auge des Betrachters ersteht, ob sich Walsers Liebeserfahrungen wirklich so eins zu eins auf den Weimarer Geheimrat und vor allem in die doch ganz andere Zeit übertragen lassen, da mögen Zweifel sich regen, aber doch nur ganz unerhebliche, denn nicht nur das gesellschaftliche Umfeld, das Ambiente und die Schauplätze stimmen; der männliche Leser kann letztlich auch keinen Zweifel daran haben, dass, wenn der Meister sich wirklich so in die blutjunge Ulrike verliebt hat und wenn sie sich wirklich so nahe gekommen sind, wie Walser uns glauben macht, dass dann genau die Stürme in ihm getobt haben müssen, die Walser mit so grandioser Sprachfinesse nicht nur beschreibt, sondern geradezu beschwört, heraufbeschwört. Man glaubt ihm sogar, dass Goethe - der Text legt das mehrfach nahe - ausgerechnet in die verspielte Ulrike tatsächlich das erste Mal wirklich und wahrhaftig verliebt war, dass alle anderen Liebesgeschichten nichts als ihm wie junge Katzen zugelaufene Gelegenheitsamouren waren, gegen die einer wie der berühmte Werther-Dichter sich eben nicht wehren konnte, dass jetzt also zum ersten Mal er begehrt und nicht bekommt, während es sonst doch allzu oft umgekehrt war. Ob es sich wirklich so zugetragen hat? Egal. Walsers Goethe-Interpretation macht einfach Vergnügen, weil ihre mal zarte, mal beißende Ironie ständig schmunzeln lässt und weil sie - der Titel verspricht hier wahrlich nicht zu viel - eine Menge über Männer und Liebe verrät, egal ob sie Goethe, Walser oder Otto Müller heißen.

Und darum geht es: Goethe, fast 74, und seine Urlaubsbekanntschaft Ulrike, die schnippische und tänzelnd-leichte Neunzehnjährige, verstehen sich, und zwar viel zu gut. Jeden Tag flanieren sie über die Promenaden des Kurortes Marienbad, dem Goethe wie die vornehmen von Levetzows den Vorzug vor dem aus der Mode gekommenen Karlsbad gegeben hat. Die Eintracht, das blinde Sich-Verstehen, könnte nicht größer sein. Doch dann drängt sich auf der Verlobungsfeier des Arztes Dr. Rehbein (ebenfalls mit einem blutjungen Mädchen) ein schmucker junger, dynamischer und buchstäblich steinreicher Herr namens de Ror zwischen ihn und Ulrike: Im Ballsaal tanzt der kühne Schmuckhändler wie ein junger Gott und erobert das Herz der zauberhaften jungen Dame im Sturm. Goethe sieht alle Felle davonschwimmen und versinkt in eine larmoyante Depression, während er sich ausmalt, wie der wilde Vornamenlose Ulrike im abgedunkelten Kämmerlein besteigt. An Schlaf ist nicht zu denken, höchstens an Tod.
Das Gefühl des Fiaskos ebbt wie bei allen Verliebten so schnell ab, wie es kam, nachdem der Nebenbuhler verschwunden ist. Doch dann stürzt der 73-Jährige während eines Maskenballs im Beisein der Angebeteten unglücklich im Garten und sieht mächtig ramponiert aus. Er, den doch alle für sein jugendliches Äußeres zu preisen pflegen, bekommt sein Alter unangenehm zu spüren. Aber Ulrike kümmert sich rührend um den Geprellten und Gestrauchelten. Es kommt sogar zu einem vierstündigen Ausflug: Es geht bergauf. Goethe ist selig. Er wagt das Äußerste: Ulrikes zu pompösen Auftritten neigende Mutter Amalie wird über einen Mittelsmann mit einem Heiratsantrag versehen. Kurz danach: Abreise. Ein schmerzlicher Abschied, eine Entlassung des alten Meisters in die Ungewissheit. In der Kutsche Richtung Eger und Jena entstehen die berühmten Marienbader Elegien, mit denen Goethe literarisch kompensiert, dass aus dieser Liebe wohl nichts wird. Hier wird Walser ganz er selbst: Denn auch er ist, wie Jörg Magenau in seiner Walser-Biografie zu berichten weiß, ein Meister darin, seine Innenwelt literarisch zu verarbeiten und zu verpacken.

Im dritten und letzten Buch des "liebenden Manns", in dem Walser den stillen Niedergang der Liebschaft schildert, greift der Autor, auch das ein gelungener Kunstgriff, auf die Technik des Briefromans zurück, zu dessen größten Vertretern Goethe mit seinem Werther wurde. Zu Hause in Weimar sinkt die Hoffnung auf den Nullpunkt. Eifersüchtig wacht Schwiegertochter Ottilie, die sich Goethe näher fühlt als ihrem weniger schillernden Ehemann, Goethes schwerfälligem Sohn August, darüber, dass die Skandalgeschichte, über die bereits alle Welt spricht, ein Ende hat. Briefe schmuggelt Goethe, der sich als gefügig verstellt, mit Bestechungsgeldern an seinen Sekretär hinaus. Von der inzwischen in ihr Straßburger Internat zurückgekehrten Ulrike kommen jedoch nur sporadisch Antwortschreiben, höfliche, liebenswerte, die dennoch im Missverhältnis zu Goethes gefühlsdurchtränkten Passionsepisteln stehen. Ein Desaster der Brief von Ulrike, in dem sie vage andeutet, dass sie den schmucken de Ror in Straßburg sehen werde: Panik, Atemnot, Unfähigkeit weiterzulesen, fast ein Herzstillstand sind die Folge. "Wenn ich der Einzige bin, der Deine Einzigartigkeit erlebt", lässt Walser den grausam Verliebten schreiben, "dann musst Du doch mein sein. Das ist die schönste [...] Märchenvorstellung: Jeder Mensch ist einzigartig, aber nur für einen einzigen Menschen. Und der bist Du für mich. [...] Bin ich einzigartig für Dich? Ich bin's nicht. [...] Diese Asymmetrie ist die Schere, die das Unglück misst. [...] Es gibt das Paradies: Zwei für einander. Es gibt die Hölle: Einer fehlt."

Das ist noch eine moderate Passage. Wenn der Literaturgigant mal wieder gedanklich Amok läuft, dann klingt das so: "Wenn du noch einmal wartest, gehörst du erschossen, von dir selbst. Sag es dir, wenn du noch einmal wartest auf sie, etwas erwartest von ihr [...]." Diese Unruhe, diese Gefühls-Achterbahn, dieser bis in jede Faser seiner Existenz dringende Ausnahmezustand der Seele - auch wer dergleichen nie erlebt hat, bekommt eine Ahnung davon, welche Stürme in Männern toben, wenn sie wirklich, wirklich, wirklich verliebt sind. Das Ende ist dabei so betrüblich wie banal: Die Liebe läuft aus wie aus einer lecken Milchtüte. Mit einer Pointe, die leider ziemlich vulgär ausfällt und das sprachliche Gesamtgefüge, das der Klassik viel Respekt zollt, beschädigt, lässt Walser den Roman ausklingen, als sich das Stimmungspendel seiner Hauptfigur auf einem neuerlichen, wenn auch nicht gerade neuen Tiefpunkt befindet: Nachdem er per Zufall herausgefunden hat, dass die Familie von Levetzow in Weimar Station macht, ohne ihn aufsuchen zu wollen, ist er einmal mehr demoralisiert. Doch an dieser Stelle nun hat Walser (und der Leser vielleicht auch) genug von der Goethe'schen Gefühlsachterbahn.

Wie eigentlich immer geht es Walser auch diesmal nicht um den Plot, sondern nur um das Innenleben seiner Hauptfigur, seines Alter Egos, das diesmal eben Johann Wolfgang von Goethe heißt. Dass er kein wirkliches Ende findet, ist die logische Konsequenz dieser Erzählanlage und unterstreicht: "Ein liebender Mann" ist kein großer Roman, kein Opus magnum wie man es von Walser ja immer vergeblich erwartet hat, aber sein Autor hat trotzdem Großes, Großartiges zu Papier gebracht.
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am 1. September 2011
"Meine Liebe weiß nicht, dass ich über 70 bin.", lässt Walser seinen Protagonisten, niemand geringeren als Johann Wolfgang von Goethe sagen.
Und Walser darf das. So zärtlich und bewegend, wie er die letzte große, unerfüllte Liebe des Dichterfürsten schildert, hat es nur Goethe selbst in seiner "Marienbader Elegie" vermocht.

Der 73-jährige Geheimrat verweilt im Juli 1823 in Marienbad. Seine Frau Christiane ist tot. Seine Augen ruhen auf der 19-jährigen Ulrike von Levetzow. Goethe buhlt um die junge Frau. Sie verehrt den berühmten Dichter, genießt seine Aufmerksamkeit und seine charmant-weltmännische Art, ihr die Welt zu erklären. Goethe schwankt. Er zweifelt. Dann geht er nach einem Kostümfest aufs Ganze, bei dem er unabgesprochen den Werther und Ulrike die Lotte gibt. Goethe lässt über seinen Freund, den Großherzog Carl August, um die Hand Ulrikes anhalten. Der Antrag erreicht sie, als Ulrike mit ihrer Mutter nach Karlsbad weiterreist. Die Familie hält ihn auf Distanz, ignoriert sein Ansinnen. Goethe kehrt nach Weimar zurück, schreibt unterwegs die "Marienbader Elegie" und bugsiert Briefe an Ulrike an seiner eifersüchtigen Schwiegertochter Ottilie vorbei. Ulrike antwortet mal klug, mal kindlich, mal keck. Goethe weiß um sein Alter. Er betrachtet sich im Spiegel und sieht den alten, wenngleich für sein Alter wohlbehaltenen, attraktiven Gran Senior. Er weiß aber auch um den Konkurrenten, den jugendlichen, stürmischen Verehrer, den Schmuckhändler de Ror, der Ulrike ungestüm verführen will. Er interveniert allenfalls mit dem Wort. Es hilft nichts. "Lieben darfst du noch, du musst dich nur daran gewöhnen, nicht mehr geliebt zu werden. (...) Lieben, ohne geliebt zu werden, das dürfte es nicht geben.", schlussfolgert Goethe recht bald und Schauer erfassen ihn, als er die Schubert- Komposition zu seinem Gedicht hört:

"Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!"

"Ein liebender Mann" besticht durch die lyrische Prosa. Das Zeitgeschehen und die Spielorte sind sehr liebevoll in eine wunderschöne Sprache gekleidet. Es geht um nichts Geringeres als die Liebe. Am Ende schützen Ruhm und allseitiger Respekt auch den großen Goethe nicht vor der Niederlage. Ihm bleibt die Kraft des Wortes, ihm bleibt die Elegie:

"Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren,
Der ich noch erst den Göttern Liebling war;
Sie prüften mich, verliehen mir Pandoren,
So reich an Gütern, reicher an Gefahr;
Sie drängten mich zum gabeseligen Munde.
Sie trennen mich, und richten mich zu Grunde."

"Ein liebender Mann" ist ein wahres Lesevergnügen, anrührend und romantisch.
Walser zeigt, ohne voyeuristische Hintergedanken, dass das Alter vor Liebe nicht schützt, ja auch nicht schützen sollte.
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am 27. Juni 2015
Juli 1823. Der knapp 74jährige Johann Wolfgang von Goethe weilt, wie auch in den vergangenen Jahren, zur Sommerfrische in Marienbad. Auch Frau von Levetzow mit ihren drei Töchtern ist wieder angereist. Die Älteste, Ulrike, ist nunmehr 19 Jahre alt und zu einer jungen Frau heran gereift. Das entgeht auch Goethe nicht, der alternde Greis entflammt in Liebe zur 55 Jahre jüngeren Ulrike. Auch Ulrike scheint zunächst nicht abgeneigt, man sieht die beiden täglich zusammen auf der Kurpromenade, in lebhafte Gespräche und Diskussionen vertieft. Sie ist von Goethes Persönlichkeit und Berühmtheit hingerissen und sonnt sich in seiner Bewunderung. Doch als Goethe über seinen Freund, den Großherzog Carl August, um Ulrikes Hand anhalten lässt, reist die Familie am nächsten Tag ab …
In seinem teils biografischen Roman „Ein liebender Mann“ gelingt es Martin Walser großartig, sich in die Gefühle des alternden Goethe hinein zu versetzen und diese zu Papier zu bringen. Man spürt als Leser Goethes Besessenheit, seine widersprüchlichen Gedanken, sein Bestreben das Mädchen sein Eigen zu nennen, seine Angst abgewiesen zu werden und auch die Verzweiflung über sein Alter, als er nach einem Sturz nicht mehr ohne Ulrikes Hilfe hoch kommt, oder wenn er vor ihr auf die Knie sinken will aber weiß, dass das Aufstehen misslingen könnte. „Meine Liebe weiß nicht, dass ich über 70 bin“, lässt Walser Goethe sagen, doch er selbst weiß es wohl. Aber es gelingt ihm erfolgreich, die mahnenden Gedanken zu verdrängen. Er betrachtet sich im Spiegel und glaubt, darin einen immer noch gut erhaltenen, attraktiven Mann zu sehen.
Walser gliedert den Roman in drei Teile. Im ersten Teil sind die Tage in Marienbad heiter und beschwingt, mit langen Spaziergängen und vergnüglichen Gesprächen zwischen Goethe und Ulrike, Landpartien und diversen Zerstreuungen, Dinner-Einladungen, prunkvollen Bällen und einem ersten flüchtigen Kuss. Nach dem missglückten Antrag und Abreise der Levetzows wird im zweiten Teil die Stimmung wesentlich düsterer. Liebeskummer macht sich in Goethe breit und eine brennende Eifersucht auf den jungen Schmuckhändler de Ror, der ebenfalls um Ulrikes Gunst buhlt. In der Kutsche zurück nach Weimar entsteht auch die „Marienbader Elegie“, eines der schönsten und intimsten Gedichte Goethes, welches im Buch in ganzer Länge zu lesen ist. Der dritte Teil besteht überwiegend aus einem (fiktiven) Briefwechsel. Heimlich, ohne Wissen seiner Familie, schreibt Goethe an Ulrike. Das verzweifelte Warten auf Antwort zermürbt ihn so sehr, dass er sich schließlich aufs Krankenlager begeben muss. Nur langsam und ganz allmählich kommt er zu der Erkenntnis, dass er sich von dem Gedanken einer Verbindung mit Ulrike lösen muss. Dass ihm dies wohl nicht gelungen ist, erfährt der Leser am Schluss des Romans.
Vielleicht liegt es daran, dass ich nie ein Fan von Goethe war oder daran, dass ich eine Frau bin, dem Thema des Buches konnte ich nichts abgewinnen. Es ist ohne Zweifel gut geschrieben mit geistreichen Gedanken und amüsanten Dialogen, auch wenn sich zwischendurch einige Längen breit machen. Ich ertappte mich dabei, dass ich gelegentlich so etwas wie Häme oder Schadenfreude empfand, wenn Goethe wieder einmal in Selbstmitleid zerfließt. Goethe-Liebhaber werden sicher ihr Idol anders wahrnehmen.
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am 12. März 2008
Da hat wohl einer ein bisschen zu arg an der Ikone der Deutschen Geistesgeschichte gekratzt und soll dafür nun gebührend abgestraft werden. Dieser Eindruck muss einem zwangsläufig erwachsen, wenn man die mehrheitlich unsachlich geführte Diskussion über Martin Walsers neustes Buch zur Kenntnis nehmen muss. Selbst die für amazon bisher geschriebenen Rezensionen ändern daran mehrheitlich nicht viel: man verliert sich in Nebensächlichem, kokettiert mit Injurien und spielt zuletzt auf den Mann. Auf eine Persönlichkeit nota, die zu den grössten lebenden Autoren deutscher Sprache gehört. Warum also dieser gehässige Sturm im Wasserglas?
Mich jedenfalls hat "Ein liebender Mann" von Martin Walser schlichtweg begeistert. Aus zwei Gründen: Erstens sprachlich: Sein Stil hebt sich wohlwollend von der in der neueren deutschen Literatur sattsam wahrzunehmenden Fäkal- und Proletensprache ab. Wer wagt, hier von Pornographie zu sprechen, hat das Buch schlichtweg nicht gelesen oder interpretiert die Metaphern bewusst falsch. Nein, seine Sprache ist reine Poesie: zart, fantasiereich, rhythmisch fliessend, in der Farbe variantenreich und dem Idiom der Goethezeit wunderbar entsprechend. Niemals erliegt sie der Versuchung, das Mysterium der Liebe und der intimen Beziehungen zwischen Mann und Frau zu entmystifizieren. Ein zusätzliches Wunder in einer Zeit, die sich diesem Thema in Literatur, Film und Massenmedien üblicherweise und bestenfalls in Form eines vulgären Geschlechterkampfs widmet. Zweitens inhaltlich: Auf der Basis exakter Recherchen und einer immensen Kenntnis des Lebens Goethes und seines Werkes ist es Martin Walser wunderbar gelungen, den Dichterfürsten, den als unnahbare Geltenden, den Geheimrat, den Naturwissenschaftler aus einer anderen als der gewohnten Optik zu porträtieren. Goethe ist hier Mensch, schlicht Mensch. Bekannterweise ein erfolgsverwöhnter, als Exzellenz hoch angesehener Mensch, aber in erster Linie ein Mensch mit all seinen Widersprüchen, Zweifeln und Verletzlichkeiten. Der Schöpfer von Werther, Lotte, Wilhelm, Faust und Mephistopheles scheint eins zu werden mit seinen Figuren; er, der uns alle Höhen und Abgründe der menschlichen Existenz aufgezeigt und uns ermutigt hat, sie als Teil unseres Lebens anzunehmen, ist nunmehr als 74jährige Erzieher der Menschheit in Liebe zu der jungen Ulrike von Levetzow entflammt - und droht von diesem Feuer verzehrt zu werden. Er, der sein Auftreten, jeden Gesichtsausdruck, jede Körperhaltungen und jedes Wort seiner Konversation bis ins Letzte auf Wirkung narzistisch zu kontrollieren pflegt, erliegt wie vormals Faust dionysisch dem "Ruf des Weibes". Er erliegt bis zur Nacktheit, die keinesfalls als pornografische Metapher, sondern als Ausdruck jener Verzweiflung interpretiert werden muss, die nur jene kennen, die jemals tief geliebt und gerade dadurch die Anfechtungen wahrer Liebe erlitten haben. Welche Perversion, in dieser von Martin Walser erzählten Geschichte eines Menschen, der von seiner Geliebten durch 55 Lebensjahre getrennt ist, Altersenilität oder gar Pödopholie zu wittern. Nein, der Roman von Martin Walser ist ein grossartiges Manifest für die Unsterblichkeit jener Liebe, die weder Alter noch Standesunterschiede kennt. Gerade, weil man sich als Liebender in vielen Regungen der Romanfiguren wieder erkennt und immer wieder erkennen wird, ist der Roman ebenso menschlich ansprechend wie zeitlos. Er ist ausserdem ein wunderbarer Beitrag dazu, den Menschen Goethe neu zu entdecken und ihn verdienterweise von jenem Sockel zu stossen, der gewöhnlich jenen Übermenschen zugewiesen wurde, die uns heute wahrlich nichts mehr zu sagen haben.
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am 18. März 2008
Martin Walser ist ein Schriftsteller, der in seinem langen Leben und in seinen zahlreichen Romanen oft über die Liebe geschrieben hat, gerade auch über seine eigenen Amouren und Affären. Je älter er wurde, desto jünger wurden die Frauen, in die sich seine Protagonisten verlieben.
Im Roman "Brandung" etwa, erschienen 1985, verliebt sich der Gastprofessor Halm in die 30 Jahre jüngere kalifornische Studentin Fran, und kehrt, ernüchtert über sein Alter, nach Hause zurück.

Auch im 2004 erschienenen Roman "Der Augenblick der Liebe" verliebt sich der Protagonist. Der Privatgelehrte Zürn entbrennt für die 40 Jahre jüngere Wissenschaftlerin Beate. Sie erleben erotische Stunden und Höhepunkte, schlussendlich aber fühlt sich Zürn dem heftigen Ansturm der jungen Frau nicht mehr gewachsen und kehrt reumütig in die Arme der nachsichtigen Ehefrau zurück. Dabei weiß er, dass er sich lächerlich gemacht hat. Doch er sagt: "Was spricht dagegen, lächerlich zu sein ?"

Vielleicht hat sich auch Johann Wolfgang von Goethe lächerlich gemacht, als er im Alter von 73 Jahren sich in die 19 Jahre alte Ulrike von Levetzow verliebt. Martin Walser, dem, wie gesagt, dieses Phänomen nicht fremd ist, hat nun über diese Geschichte aus dem Jahr 1823 einen Roman geschrieben, den man mit Fug und Recht als einen seiner schönsten bezeichnen kann.

Und indem er über Goethe schreibt, schreibt er über sich. Er tut es vorsichtig, genau; er liest sich wie ein Rechtfertigungsversuch gegen Vorwürfe, eine solche Liebe sei doch nur peinlich. Er versucht dem Leser die Peinlichkeit eines solchen Begehrens verständlich zu machen, es sozusagen verzeihlich klingen zu lassen.

Und ähnlich wie Goethe damals seine unerfüllte Liebe in einem seiner schönsten Werke, den "Marienbader Elegien" sublimierten Ausdruck verschaffte, schenkt uns Walser mit "Ein liebender Mann" ein Werk, das der alten Weisheit Nahrung schafft, gute Dichtung entstehe aus der Erfahrung des Mangels.

Die Liebe, sagt Walser, ist ein Geschenk, gleich in welchem Alter sie einem Mann begegnet. Wer das nie erlebt hat, wer dieses Geschenk nie im Empfang nehmen konnte, es vergessen oder durch schlechtes Gewissen und eine supressive Moral gar nicht erspüren durfte, wird mit diesem schönen Roman wenig anfangen können. Für die anderen strahlt er eine Freude und Lebensfröhlichkeit aus, die jeder Mensch doch mindestens einmal in seinem Leben gespürt haben sollte, damit er bis zum Tod davon leben und zehren kann.
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am 7. September 2012
Liebe kennt kein Alter, aber Peinlichkeiten, und davor war selbst der Geheime Rat Johann Wolfgang von Goethe nicht gefeit. Der Germanistin und Religionswissenschaftlerin Christiane C. Schachner gelang es in ihrer Magisterarbeit, das Liebesleben Goethes und seiner fiktiven Gestalten in ihrem historischen Kontext Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann" (2008) gegenüberzustellen. Natürlich gehören dazu die Protagonisten Goethe und Ulrike von Levetzow, Werther und Lotte, und "Die Wahlverwandtschaften" (1809) dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen, in denen der Konflikt zwischen Leidenschaft und Vernunft thematisiert wird.

Kaum jemand würde Theodore Ulrike Sophie von Levetzow (1804-1899) heute noch kennen, wäre sie nicht - einseitig nur - die letzte Liebe Goethes gewesen. Der traf nämlich 1821 während eines Kuraufenthalts im böhmischen Marienbad die damals siebzehnjährige Ulrike und verliebte sich - wie gewohnt - sogleich Hals über Kopf in die gut 54 Jahre (!) Jüngere. Zwei Jahre später bat der fast 74jährige Goethe seinen Freund und Chef, den Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, ernsthaft darum, für ihn bei Ulrikes Mutter Amalie von Levetzow um die Hand der Neunzehnjährigen anzuhalten.

Aus dem Schmerz über die Abweisung des Heiratsantrags resultierte die "Marienbader Elegie", die Goethe - ähnlich wie 1774 seinen "Werther" - in einer Stimmung von egozentrischem Selbstmitleid noch im September 1823 auf der Rückreise nach Weimar verfasste ("Sie trennen mich - und richten mich zugrunde"). Ulrike von Levetzow, die zeitlebens unverheiratet blieb, erfuhr davon erst nach Goethes Tod. Sie sah in ihm nie mehr als einen väterlichen Freund.

In Martin Walsers 288-Seiten-Roman "Ein liebender Mann" tauchen fingierte Goethe-Briefe an Ulrike auf, und es entsteht eine besondere Spannung dadurch, dass sie - entgegen der Historie - bereits zu Goethes Lebzeiten eine Abschrift der "Marienbader Elegie" erhält (vgl. Walser, S. 198-204). Genau diese Differenzen zwischen Realität und Fiktion in Walsers Roman versucht die verdienstvolle Arbeit von Christiane Schachner herauszuarbeiten.

Durch das Heranziehen historischer Quellen und die authentische Schilderung des goetheschen Kontextes gelingt es der Autorin in überzeugender Weise, den historischen Roman Walsers (geb. 1927) von den fiktiven Anteilen zu unterscheiden. Die literaturwissenschaftliche Analyse der Leiden des "alternden Werther" und seiner literarischen Adaption durch Martin Walser "liest sich wie ein Roman", so Walser selbst in einem der Magisterarbeit vorangestellten handgeschriebenen Brief (Schachner, S. 6).

Dr. Bernd A. Weil
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TOP 500 REZENSENTam 23. August 2010
Im August 1821 sah der 72 jährige Geheimrat von Goethe die 16jährige Ulrike von Levetzow im böhmischen Kurort Marienbad zum erstenmal, ein Jahr später wurde die Bekanntschaft des Meisters mit der Familie vertieft, 1823 dann kam Goethes Liebe in der Werbung um die Hand des jungen Mädchens voll zum Ausbruch. Sogar den Großherzog von Weimar hat der alte Herr für seine Werbung eingespannt. Doch vergebens. Die junge Braut suchte mit ihrer Familie das Weite, und der alte Goethe blieb allein zurück. Erst die Marienbader Elegie verwandelte die Peinlichkeit in Weltliteratur.
Der alte Walser, wie man hört, selbst ein Schwerenöter, hat diese Geschichte aus der Perspektive des alten Goethe nacherzählt. Das liest sich über weite Strecken unterhaltsam und amüsant, wobei man nicht sicher ist, ob das Buch mal ironischen, mal zum Tragischen tendiert. Das Buch hält wohl insgesamt die Mitte und erfreut durch zahlreiche Aphorismen, die jedes Kalenderblatt bereichern würden. "Meine Liebe weiß nichts davon, dass über Siebzig bin", heißt es an einer Stelle. Das hat doch was. Oder ein andermal "Was ist der Neid anderes als eine zur Ungleichheit verurteilte Form der Bewunderung?" Am besten fand ich noch die folgende Sentenz: "In mir war eine Liebe daheim, ein Leben lang, die schlief, die träumte, die schweifte ein paar Mal aus, nannte sich anders, floh wieder zurück. Eigentlich wartete sie (...) Jetzt weiß ich, sie hat auf dich gewartet." Kein Zweifel, ein solcher Spruch eignet sich zum zeitlosen Einsatz.
Auf der anderen Seite kommt die Goethesche Innenwelt gar zu medioker einher. Goethe kalauert, parliert, taktiert, aber außer den guten Sprüchen ist von einer sonderlichen Tiefe nichts zu bemerken. Mit der Goetheschen Innenansicht, wie sie Thomas Mann in Lotte in Weimar" entfaltet, wird man die Walsersche Goethe-Psychologie also nicht vergleichen können. Auch Ulrike von Levetzow wirkt reichlich konstruiert. Nur Kapriziösen und altkluge Backfischsprüche - und das hat den Meister umgehauen?
Wirklich gut ist das Buch nur dort, wo sich der alte Goethe selbst (oder der alte Walser den alten Goethe - oder der alte Walser sich selbst? ) auf den Arm nimmt - etwa in der Tanzszene, in der ein fescher Grieche dem alten Goethe mal zeigt, wie man eine junge Frau durch den Ballsaal schwingt - oder in der wunderbaren Miniatur, in der sich der schon etwas tüttelige Olympier bei einem Waldspaziergang der Länge lang auf die Nase legt.
Über Elnbogen, Karlsbad und Marienbad ist aus dem vorliegenden Buch nichts Besonderes zu erfahren, was ich schade fand, weil ich Buch mitgenommen hatte, um es genau an diesen Orten zu lesen.
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am 28. November 2014
Mit Skepsis habe ich begonnen, dieses Buch zu lesen. Einmal deshalb, weil ich gefürchtet habe, die Gestalt des Dichterfürsten könnte in verzerrter Form charakterisiert werden, zum anderen, weil die Thematik leicht zu einer Darstellung führen könnte, die der Ernsthaftigkeit des Themas nicht angemessen ist. Beide Vorbehalte haben sich als unnötig erwiesen. Ich war von dem Buch so angetan, dass ich es gleich noch einmal an einen anderen Goethefreund verschenkt habe, zu dessen großer Freude.
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am 11. August 2010
Walser macht sich in diesem Werk anheischig, die Goethe-Levetzow-Geschichte neu zu erzählen und en passant auch noch ein paar Goethe-Briefe zu schreiben.

Nun wäre wohl das Mindeste, was man von einem Büchner-Preisträger und selbsternannten Oberdeutschlehrer der deutschen Nation erwarten dürfte, ein gutes und vernünftiges und, soweit der Oberdeutschlehrer Herrn v. Goethe Worte in den Mund legt, auch goethesches Deutsch.

Weit gefehlt. Bereits der allererste Satz bleibt einem im Munde stecken: "Bis er sie sah, hatte sie ihn schon gesehen". Falsch. Es müsste heißen "Als er sie sah" oder "Bevor er sie sah". Oder: "Bis er sie sah, verging eine Weile". "Bis" beschreibt eine räumliche oder zeitliche Spanne, nicht eine räumliche oder zeitliche Relation.

Zwei Seiten weiter: "Sie hatte ihn entdeckt, als er sie noch nicht entdeckt gehabt hatte". Abgesehen davon, dass das nur eine überflüssige Wiederholung dessen ist, was der Autor mit seinem Einleitungssatz bereits gesagt hat, benutzt Walser hier den "doppelten Plusquamperfekt", den Sebastian Sick zu Recht als falsches Dumm- und Hausfrauendeutsch qualifiziert hat und der im Hochdeutsch schlicht ein Fehler und eine Degeneration ist. Walser-Verteidiger mögen sich bitte nicht damit herausreden, dass diese Form als regionale Besonderheit in den süddeutschen Dialekten erlaubt sein mag, in denen das Perfekt die einzige Präteritumsform ist. Denn weder benutzt Walser die Form im Kontext eines solchen Perfekts noch hat Goethe sie benutzt.

Auf Seite 16 sagt Goethe über zwei Stücke von Voltaire: "Keine ganz tollen Stücke". Als ob Goethe das Wort "toll" jemals nicht im Sinne von "närrisch", sondern im Sinne der heutigen Bedeutung "sehr gut" benutzt hätte. Kurz danach benutzt Bertha das Wort "prima", das noch nicht einmal Grimms Wörterbuch 1889 kennt. Und so weiter.

Soviel zur Form. Und nun zum Inhalt:

Goethes Leben war reich - an Schaffenskraft ebenso wie an Brüchen und Peinlichkeiten. Beide Phänomene lassen sich nicht voneinander trennen. Das gilt auch für Goethes Beziehung zu Ulrike von Levetzow. In Friedenthals Goethe-Biografie wird diese Affaire auf zehn Seiten in dürren Worten abgehandelt. Mehr kann und sollte man dazu nicht sagen. Die neuerliche Lektüre dieser zehn Seiten und der Marienbader Elegie hat mir weit mehr gebracht als die unappetitliche süßliche Pampe, die Walser hier aus Geschwätzigkeit, herablassendem Oberlehrergeschwafel und Larmoyanz zusammengerührt hat.
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