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EVANESCENCE, THE OPEN DOOR

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  • Label: UNIVERSAL
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EVANESCENCE, THE OPEN DOOR


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Format: Audio CD
Man kann sagen, was man will, aber langweilig war das Leben von Amy Lee und ihrer Band Evanescence in den vergangenen Jahren nicht. Erst verkauft die Gruppe, die aus Arkanas stammt, vierzehn Millonen Stück, dann verlässt Gründungsgitarrist Ben Moody die Band abrupt während einer Tour. Schließlich verklagt Amy noch ihren Ex-Manager wegen finanzieller wie moralischer Verfehlungen und trennt sich von ihrem Freund. Immerhin fanden Evanescence mit Terry Balsamo einen versierten wie liebenswerten Moody-Nachfolger, der sich sogleich einführte, indem er einen Schlaganfall erlitt und monatelang durch die Rehamühle musste. Unter diesen chaotischen Vorzeichen entstand mit dem zweiten Album “The Open Door” ein hartes, extremes und über weite Strecken wütendes Werk mit gelegentlichen Beigaben von Zärtlichkeit und pianogetriebener Sensibilität.

Nachdem man sich diesen Text zu gemüte geführt hat, ist man doch sehr auf das neue Album gespannt.

Lange musste man warten, viele wussten bis vor kurzem gar nicht, das es Evanescence überhaupt noch gibt. Dachten vielleicht, das es mal wieder eine dieser Bands war, die kurz auftauchen, einen riesigen Erfolg haben und dann sofort wieder verschwinden.

Nein, daran ist genauso wenig wahr, wie an dem Gerücht, das Fallen das 1. Album von Evanescence war.

Bevor sich Fallen in die Läden schlich, gab es schon einiges mehr zu hören.

Bei uns dürfte die Band vorher nicht bekannt gewesen sein, was wohl daran liegen wird, das ihre älteren Werke nie in Deutschland erschienen.

Im Jahre 1995, erfolgte die Geburtsstunde von Evanescence, sie bestand zu dieser Zeit noch aus Ben Moody und David Hodges.
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Format: Audio CD
Das erste was ich mit dieser Platte nach dem ersten Anhören gemacht habe war sie weg zu legen - zu komplex, zu unerwartet und auf jeden Fall zu schwierige Kost für den damaligen Tag. Da lag sie dann auch fast 2 Wochen recht unbeachtet und ich war wenig willig mich ihr auszusetzen. Natürlich hab ich es dann doch noch geschafft mich der Platte ernsthaft und aufgeschlossen zu widmen - mit einem versöhnlichen Resumeé.

Ich habe leicht gemischte Gefühle zu "The Open Door". Evanescence von "Fallen" sind das sicher nicht mehr. Das ist zum einen gut, denn Stagnation bedeutet bekanntlich Tod, und es hat sich ja auch im Lineup nicht grad unwesentlich das eine oder andere geändert. Zum anderen ist es für jemanden der Fallen als so ziemlich perfekte Fusion aus Gothic, New Metal (grausames Wort) und Crossover sieht erstmal ein recht herber Faustschlag in sämtliche klangempfindlichen Körperteile. Da "jolt" die gute Amy plötzlich zu effektgeschwängerten Klangwelten die leicht an Tool erinnern mögen, und irgendwie wirk das alles älter, reifer und vor allem härter.

Wenn man sich jedoch erstmal damit abgefunden hat, dass man kein Going Under Again, kein Bring me to Life, too und kein My totally Immortal auf dieser Platte finden wird wie es auf so vielen Followups von erfolgreichen Platten der Fall ist, sondern das Ganze als eigenständiges Werk akzeptiert fäng es an zu gefallen, wenn halt auch nicht so leichtgängig wie Fallen es war. Aber das mag auch so beabsichtigt sein.

The Open Door ist unglaublich gut produziert, strotzt nur so von komplexen Abmischungen die teilweise immer wieder kehrende Songelemente innerhalb eines einzigen Stücks jeweils völlig unterschiedlich Klingen lassen.
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Format: Audio CD
und noch ein bisschen mehr. Evanescence hatten 2003 bekanntlich einen sensationellen Durchbruch, als sie ihr offizielles Debut "Fallen" (das früher entstandene, deutlich elektronischere und grandios basische "Origin" ist bislang leider nicht in größerem Umfang veröffentlicht worden)weltweit langfristig ganz vorne in den Charts platzierten. Zu danken war dies sicherlich in erster Linie dem Smashhit "Bring Me To Life", der auf dem Soundtrack zur missratenen Comicverfilmung "Daredevil" enthalten war. Relativ bald nach dem Erfolgseintritt stieg der Hauptsongwriter Ben Moody aus der Band aus und lies die Sängerin Amy Lee zunächst alleine zurück. Von da an durchlebte die Band in neuer Besetzung ein wildes Durcheinander, das nun jedoch überwunden scheint, da "The Open Door" endlich in den läden steht. Die erste Single, "Call Me When You're Sober" ist definitiv weit davon entfernt, ein Hit wie "Bring Me To Life" zu sein. Aber der Song offenbart eine neue Stärke der Gruppe. Wo sich "Fallen" bei aller Klasse aufgrund seiner doch etwas gleichartigen Songstrukturen etwas abnutzte, und vor allem die reinen Balladen doch etwas übertrieben kitschig waren, da wächst "The Open Door" bei jedem Hören.

Die Songs sind tendentiell etwas sperriger (Grandios: "Lose Control"), die Strukturen deutlich gotischer geworden, die Gitarren spielen abwechslungsreicher (Anfang von "Weight Of The World"), das Schlagzeug nutzt eine breitere Pallette, merkwürdige Chöre spielen mit ("Weight Of The World"). Auch Amy nutzt ein breiteres Spektrum ihrer einmalig natürlich klingenden, authentischen Stimme. Auch die Elektronik ist zurückgekehrt ("Snow White Queen", "Like You").
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