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am 23. September 2016
Die Duden Grammatik bringt was sie soll. Sie informiert und ist ausreichend was die Informationen angeht. Eher für Studierende geeignet als für Schüler.
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am 15. Juni 2012
Keinen Kommentar! Ich finde es langweilig, wenn ich über gute Sachen viel Brühe machen soll. Könnte man dieses nicht ändern?
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am 29. Januar 2003
Es gibt billigere Bücher über die deutsche Grammatik als jenes aus der Duden-Reihe, doch meiner Ansicht nach ist die Qualität der Duden-Grammatik nicht zu überbieten, und dies betrifft sowohl den Inhalt als auch dessen Präsentation. Die Regeln der Grammatik werden anschaulich erklärt, wobei auch die Erläuterung der dem Nicht-Germanisten fremden Fachbegriffe nicht zu kurz kommt. Zu jeder Regel bietet das Werk viele anschauliche Beispiele. Das Werk ist zudem logisch und nachvollziehbar gegliedert und mit einem hilfreichen Register versehen (nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit), sodass ich bislang zu jedem Problem, auch anspruchsvollen Fragen, rasch die richtige Antwort gefunden habe. Als Vielschreiberin mit dem Ehrgeiz, möglichst richtige Sätze zu produzieren, möchte ich auf dieses Werk nicht mehr verzichten.
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am 18. Juli 2003
Die Duden-Grammatik ist absolut vollständig. Jedes Thema wird komplett und kompetent abgehandelt. Als Nachschlagewerk zur Vertiefung des grammatischen (Vor)Wissens ist der Grammatik-Duden daher perfekt.
Nun wird der Griff zum Duden in der Regel aber nicht dadurch veranlasst, das man sich vertieft über ein ganzes Thema informieren möchte, sondern man hat ein konkretes Problem, das gelöst werden soll. Gerade hier zeigt sich die Schwäche des Buches. Es ist relativ schwer, schnell und einfach Antworten auf konkrete Fragen zu erhalten. Den einzelnen Kapiteln vorangestellte Grundzüge, verbunden mit einfachen Regeln, die einfach erklärt werden, fehlen. Stattdessen ist man jedesmal genötigt, eine ganze Menge Wissensballast mitzulesen, der das Verständnis erschwert. Oftmals ist man daher nach der Lektüre des jeweiligen Kapitels nicht schlauer als vorher. Das liegt auch daran, dass die Beherrschung der Fachbegriffe bereits vorausgesetzt wird. Kennt man sie nicht, muss man innerhalb einer Erklärung immer wieder weitere Begriffe nachschlagen, um die Erklärung zu verstehen (wer kann z.B. schon auf Anhieb die verschiedenen Partizipien unterscheiden? Es ist bezeichnend, dass die bisherigen positiven Kundenrezensionen durchweg von Sprachkennern stammen).
Wer also ein Nachschlagewerk für die im Alltag vorkommenden Fragen sucht, sollte dieses Buch nicht kaufen. Er ist mit anderen, kürzeren Erläuterungen zur Grammatik besser bedient. Empfehlenswert ist in diesem Fall zum Beispiel der Schülerduden Grammatik (von dem Begriff "Schüler" sollte man sich nicht irritieren lassen).
Für den hingegen, der ein vollständiges Kompendium über die deutsche Grammatik sucht, der selber regelmäßig schreibt oder sich sehr für Grammatik interessiert, für den gibt es kein besseres Buch.
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am 26. Dezember 1999
Der Grammatik-Duden, der 4. Band der Duden-Reihe ist vor allem für Studenten der Germanistik unabdingbar. "Unentbehrlich für richtiges Deutsch", so wird es uns schon auf dem Cover versprochen - und das Versprechen wird auf jeden Fall gehalten. Wer sich näher mit der Linguistik beschäftigt, findet hierin stets einen treuen Begleiter. Der Duden-Band ist grob gegliedert in zwei sehr große Kapitel, nämlich eines zum Wort und eines zum Satz. Der interessierte Leser findet zahlreiche Unterartikel, die sowohl als einführende Literatur als auch für ein verieftes Studium mehr als nützlich sind. Die Palette reicht von Phonetik und Phonologie über Morphologie, Syntax etc. bis hin zur Textlinguistik, umreißt also grob viele wichtige Teile der Sprachwissenschaft. Wer sich näher mit der deutschen Sprache beschäftigt, sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 29. September 2011
Der Duden Hilft wunderbar im Schulaltag. Die Grammatik- und Rechtschreibregeln sind ausführlich, deutlich und verständlich erklärt. Meinen Kindern hat er sehr gut geholfen, und wird es weiterhin tun.
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am 9. November 2000
Die Neubearbeitung der Dudengrammatik ist nicht nur selbst in reformierter Orthographie verfaßt, sondern auch inhaltlich gegenüber der 5. Auflage von 1995 so verändert, daß sie der Rechtschreibreform gerecht wird. Dies war offenbar auch der einzige Grund, warum das Werk bereits nach drei Jahren neu aufgelegt werden mußte. Zu den schwersten Fehlern der sogenannten Rechtschreibreform gehört bekanntlich die gewaltsame Auseinanderreißung zusammengesetzter Wörter. Wenn man schwindelerregend auflöst, ergeben sich grammatisch falsche Gebilde wie am Schwindel erregendsten, und es gibt noch eine Reihe weiterer Gründe, warum auch die vielen anderen Zusammensetzungen wie blutsaugend, tiefschürfend und schwerbeschädigt erhalten bleiben müssen. Die Reformer selbst haben Ende 1997 erklärt, eine Revision dieses zentralen Kapitels sei "unumgänglich notwendig", doch legten die deutsche Kultusminister ihr Veto ein. Seither wird an deutschen Schulen etwas unterrichtet, was sogar die Urheber für falsch halten. Wie geht nun die Dudengrammatik mit diesen heiklen Fällen um? Im Wortbildungskapitel hieß es 1995 noch völlig richtig: "Zwei Drittel der mit 1. Partizipien gebildeten Zusammensetzungen folgen dem Muster gefahrbringend, erdölproduzierend usw." In der Neuauflage ist dieses Muster ersatzlos gestrichen, die Verfasser wollen von dem einst so produktiven Wortbildung noch nie etwas gehört haben! Alle größeren deutschen Grammatiken und nicht zuletzt Band 9 des Großen Duden ("Richtiges und gute Deutsch") vermerken seit je, daß man im Deutschen nicht sagt: Das Ergebnis ist durchaus zufrieden stellend; das erweiterte Partizip ist nämlich anders als das zusammengesetzte Adjektiv (zufriedenstellend) ungeeignet, als Prädikativum zu fungieren. Genau dieser unzulässige Satz steht aber nun in der neuen Dudengrammatik, weil die Rechtschreibreform es so und nicht anders will. In der vorigen Auflage wußten die Verfasser noch: "Auch Partizipien wie schwerbeschädigt sind Komposita, das zeigt die Reihenbildung. Das Zweitglied bestimmt die Wortart, sie tragen außerdem nur einen Hauptakzent und weisen eine spezifische Bedeutung auf." 1998 heißt es an der gleichen Stelle: "Zu diesem Übergangsbereich gehören dann besonders viele Partizipbildungen wie schwer beschädigt (...). Das Zweitglied bestimmt die Wortart, sie tragen außerdem nur einen Hauptakzent und weisen eine spezifische Bedeutung auf." - Da aber das in zwei Wörter zerlegte Gebilde schwer beschädigt gerade kein Kompositum mehr ist, kann man auch nicht mehr von einem "Zweitglied" sprechen. Und vollends absurd ist nun der letzte Satz, weil er immer noch etwas zu begründen vorgibt, was inzwischen gar nicht mehr exisiert. Zum Satzbauplan Ich bin diesem Mann fremd gehörte 1995 ausdrücklich auch der Satz Der Kaiser war den Christen feind. Drei Jahre später ist er gestrichen, weil die Orthographiereformer irrigerweise meinten, hier handele es sich um das Substantiv Feind. Gestrichen sind aus demselben Grunde auch freund sein und not tun. Die Neuschreibung verlangt ja widersinnigerweise: Seefahrt tut Not. Sobald die Reformer ihre Revisionspläne verwirklichen dürfen, werden alle diese Formen wieder auftauchen und damit wohl auch das vorübergehend unterdrückte grammatische Wissen der Dudengrammatiker. Die staatlich verordnete Großschreibung der Tageszeiten in heute Abend usw. hat die erstaunliche Folge, daß dort, wo die Grammatik zuvor ein Adverb erkannte, nun ein Substantiv stehen soll; das Beispiel Donnerstag abend ist vorsichtshalber ersatzlos gestrichen. Die Wortvernichtung geht noch weiter. Gestrichen sind aufsichtführend, unverrichteterdinge, sogenannt - lauter Wörter, denen die Rechtschreibreform den Garaus gemacht hat. Ein aufgelöstes Stichwort so genannt ist im Register zwar noch zu finden, allerdings mit einem nunmehr blinden Verweis auf einen Abschnitt, der das Stichwort auch in der aufgelösten Form gar nicht mehr enthält. Die Bereitschaft der Verfasser, sich von den staatlich autorisierten Orthographen über grammatische Sachverhalte belehren zu lassen, ist erstaunlich. Der Orthographie wird zugetraut, uns nicht nur über die Schreibweise der Wörter zu informieren, sondern sogar darüber, welche Wörter es überhaupt gibt. Syntax und Wortbildung liegen aber der Orthographie voraus, sie können durch orthographische Eingriffe, mögen sie auch mit staatlicher Autorität vorgenommen sein, nicht geändert werden. Daß ebendies nun versucht wird, noch dazu an so prominenter Stelle, gehört zu den beschämendsten Nebenfolgen der unglücklichen Schreibveränderung.

Nachtrag 2013: Ich versuche, hier die völlig neu bearbeitete 7. Auflage zu besprechen:

Wer die 7. Auflage zur Hand nimmt, wird als erstes bemerken, daß der Werbespruch „Unentbehrlich für gutes Deutsch“, der bisher nur auf dem Einband zu lesen war, jetzt in die Titelei aufgenommen ist. Das deutet bereits auf die wachsende Rolle der Verpackung hin.

Der Band ist, wie die neuen Dudenbände allgemein, breiter als bisher; die Schrift ist klein und blaß, zum Teil winzig bis zur Grenze der Lesbarkeit (S. 421), und außerdem sind nunmehr die Belege und Beispiele in derselben Schriftart und -größe gedruckt wie der laufende Text, was die Orientierung nicht gerade erleichtert. Auch die Paradigmen, Lernstoff für Ausländer, an die laut Vorwort ebenfalls gedacht ist, sind winzig klein in großzügig angelegte, blau unterlegte Rahmen gesetzt. Die blaue Farbe zur Auszeichnung von einzelnen Sprachelementen ist stellenweise äußerst blaß.

Die Mitarbeiter haben gewechselt bis auf Peter Eisenberg, der das wenig veränderte, grundsolide Kapitel über „Phonem und Graphem“ verfaßt hat. Die Hauptteile über die Formen- und Satzlehre sowie die Wortbildung sind jetzt von Peter Gallmann, Cathrine Fabricius-Hansen und Irmhild Barz statt wie bisher von Horst Sitta und Hans Wellmann.

Jedes neue Werk aus dem Hause Duden macht neugierig auf sein Verhältnis zu den jüngsten Wandlungen der sogenannten Rechtschreibreform. Immerhin war die vorige Auflage allein wegen dieses Eingriffs schon nach drei Jahren fällig geworden, während sich der Verlag mit der Neubearbeitung nun sieben Jahre Zeit gelassen hat, wohl um den laufenden Reparaturarbeiten nicht vorzugreifen. Von der Tätigkeit des neuen „Rates für deutsche Rechtschreibung“ erwartet die Redaktion offenbar nichts anderes als eine harmlose Vermehrung der Varianten, womit sie sich gewiß täuscht. Sie kannte immerhin schon die zweite große Revision der Neuregelung – es ist die erste amtliche – aufgrund der Beschlüsse vom Jahre 2004. So sind Wörter wie zeitsparend (S. 330) wiederhergestellt, und das altmodisch aussehende seit Langem (S. 1148) ist jetzt tatsächlich „korrekt“. Andererseits macht die Redaktion noch keinen Gebrauch von der Möglichkeit, das Wort sogenannt wieder in der üblichen Weise zusammenzuschreiben, sondern hält offenbar die Aufspaltung in zwei Wörter für besser. gleich bleibend darf seit der Revision 2004 getrennt geschrieben werden und ist im neuen Rechtschreibduden so verzeichnet; die Grammatik schreibt es stets getrennt, in auffälligem Unterschied zur Behandlung von gleichlautend. An solchen Wörtern lassen sich Wege und Irrwege der Reform besonders gut feststellen: 1995: gleichlautend, 1998: gleich lautend, 2005: gleich lautend/gleichlautend. Allerdings hat sich die Revision noch nicht durchweg herumgesprochen, auch Getrenntschreibung kommt noch einmal vor (S. 423 sogar auf derselben Seite). Ebenso: eines Ekel erregenden Gegenstandes (S. 605).

Die konsequente Ersetzung von selbständig durch das anders gebildete selbstständig (nebst verselbstständigen usw.) hat zwar mit der Rechtschreibreform eigentlich nichts zu tun, aber die Werke des Dudenverlags scheinen die herkömmliche Wortbildung gar nicht mehr zu kennen.
Die Neuregelung der Getrennt- und Zusammenschreibung führt zu den bekannten Zweideutigkeiten:
In den heutigen romanischen Sprachen haben sich der Gebrauch vor Substantiven und der selbstständige Gebrauch auseinander entwickelt. (S. 256; gemeint ist natürlich auseinanderentwickelt) – Der „Rat“ schickt sich gerade an, diesen Mißstand zu beseitigen.
Dankenswerterweise stellt Gallmann (S. 363) fest, daß das Partizip I nicht prädikativ verwendet wird. Immerhin hatte die vorige Auflage kaltblütig im Sinne der Reform geändert: Interjektionen, die Schall nachahmend sind (S. 572), wie es beim Subjekt nahe liegend war (S. 640). Dieser Spuk ist jetzt verschwunden.

Mit der Großschreibung von Du (S. 326) greift die Redaktion der Entwicklung vor, falls es nicht einfach ein Druckfehler sein sollte. Orthographischer Irrtum liegt sicher bei jedesmal (S. 1091) vor, das die Reform endgültig beseitigt hat; ferner bei nochmal (S. 1121), das 1996 zugunsten der Getrenntschreibung beseitigt, 2004 aber wiedereingeführt worden ist, und zwar obligatorisch.

Die Redaktion schreibt zwar grafisch, vermeidet aber Hybridschreibungen zugunsten von orthographisch; es bleibt auch bei Geographie. Das Nebeneinander von infrage stellen und in Frage kommen ist unbegründet. Neben wieder aufgenommen findet man wiederaufnehmend. Nicht sehr sinnvolle, zum Teil sogar grammatisch falsche Reformschreibweisen wie eine Hand voll starker Verben (S. 347), Pleite gehen (S. 1119 und S. 1132) sind noch nicht beseitigt. Das ist aber nur eine Frage der Zeit, denn der Rat für deutsche Rechtschreibung wird sich entgegen den Wünschen der Kultusminister auch mit der Groß- und Kleinschreibung beschäftigen. Auch die verordnete, einen vorübergehenden Brauch des 19. Jahrhunderts wiederaufnehmende Großschreibung von Pronomina wird keinen Bestand haben: Ich habe Edward und Alfred verwechselt. Nicht Ersterer ist mein Ahnherr, sondern Letzterer. (S. 295)

Die komplizierten neuen Kommaregeln sind immer noch nicht ganz verstanden: das Komma nach Vorgreifer-es fehlt meistens, so S. 965 und S. 1122. Im übrigen macht die Grammatik von der neuen Weglaßbarkeit des Kommas keinen Gebrauch.

Bei der Silbentrennung geht der Verlag aufs ganze: die sinnwidrigen, mechanischen Trennungen werden fast immer bevorzugt, auch wenn die morphologische Trennung durchaus zulässig wäre: vo-ran, nachei-nander, fürei-nander usw. Man darf so trennen, „wenn man die Zusammensetzung nicht mehr durchschaut“; die Dudenredaktion gibt tatsächlich vor, sie nicht zu durchschauen, während sie bei Medien wie der BILD-Zeitung ohne weiteres für durchschaubar gehalten werden. Fremdwörter werden wie im neuen Fremdwörterbuch nach Möglichkeit ohne Berücksichtigung der klassischen oder neoklassischen Bildeweise getrennt: Hä-mangiom (S. 343)

Alle Belege sind an die reformierte Rechtschreibung angepaßt, was stellenweise zu einer Verfälschung bis in die Grammatik hinein führt. Andererseits sind auch Fehler aus der Internetquelle übernommen: Ich weiss ja genau, dass man sich einfrieren lassen kann (S. 265); Tausende standen in den Seitenstrassen (S. 391); Zwei gelbe Stäbchen sind so lange wie ein oranges (S. 351).

Die Dudengrammatik stand seit je vor der Frage, wie „wissenschaftlich“ sie sich geben sollte, ohne den Charakter eines populären Mitgliedes der Duden-Familie aufzugeben. Hier sind die Gewichte aufs neue etwas verschoben worden. Es gibt einerseits fast keine Fußnoten mehr, Verweise auf die Fachliteratur sind seltener geworden. Aber die Orientierung wird dadurch nicht leichter. Schon das Inhaltsverzeichnis ist unübersichtlich. Es reiht in schwer überschaubarer Dezimalgliederung unzählige Einzelheiten ohne wirkliche Systematik aneinander. Ein rudimentäres Wortregister ist wie bisher in das Stichwortverzeichnis integriert. Man versuche einmal, alles zusammenzusuchen, was die Grammatik über sogenannte (hier aber nicht so genannte) „Fernattribute“ mitzuteilen hat! Das syntaktische Phänomen der Apposition wird insgesamt unter „Kongruenz“ abgehandelt, wo man es kaum suchen dürfte. Die Interpunktion steht unter „Text“. Leider werden die lebenden Seitentitel nicht dazu genutzt, dem Leser die Orientierung zu erleichtern. Was nutzt es, wenn 400 Seiten lang die nichtssagende Überschrift „Die flektierbaren Wortarten“ geboten wird und über 180 Seiten hin „Das Verb“?
Die Ausführungen über Tempus oder über Indirektheit zum Beispiel sind sehr breit und wenig gegliedert. Die Grammatik ist durch Begriffe aus der Valenz- und Kasustheorie unnötig aufgebläht. Für interessierte Laien ist sie kaum noch lesbar und weder für Oberstufenschüler noch für Ausländer geeignet. Ob sich neue, dem normalen Leser unvertraute Begriffsbildungen wie „Präsensperfekt“ und „Präteritumperfekt“ durchsetzen, sei dahingestellt; eine volkstümliche Grammatik ist aber kaum der Ort, an dem man sie einführen sollte. Dabei sagen die Verfasser selbst, daß Termini eher nicht sprechend sein sollten (S. 503); folglich wäre gegen die herkömmlichen Termini „Perfekt“ und „Plusquamperfekt“ nichts einzuwenden gewesen. Was der Leser als Satzadverbien kennt und sucht, findet er hier unter dem neuen Titel „Kommentaradverbien“.

Besonders in Peter Gallmanns Kapiteln werden viele „Internetbelege“ zitiert, teils identifizierbar, teils – bei den „privaten“ Quellen – nur pauschal als „Internetbeleg“ nachgewiesen. In anderen Teilen der Grammatik, z. B. bei den Unflektierbaren, wird auf Belege ganz verzichtet, was die Uneinheitlichkeit des Werkes hervortreten läßt. Bei den Internetbelegen handelt es sich meist um belanglose Formulierungen, die ebensogut vom Verfasser stammen könnten – wie so viele andere, erfundene Beispiele. Internetbeispiele sind natürlich leichter beschaffbar als solche aus mühsam zusammengetragenen Karteien, werfen aber auch die Probleme auf, die jede Korpusauswertung mit sich bringt: Nicht alle Belege sind gleichwertig, sie müssen gesichtet und bewertet werden. So scheint es unangemessen, in einer solchen Grammatik auf seltene Sprachscherze wie Onkels und Tantens überhaupt einzugehen (S. 194). Auch endungsloses des Fels usw. sind problematische Formen, die eher in die Fehlerlinguistik gehören, zumal die Dudengrammatik wie bisher in einigen Fällen überraschend streng normativ ist.

Das bringt uns zur Frage der normativen Grundlagen des Werkes. Beispielsweise bleibt das weithin und nicht erst seit gestern gebräuchliche diesen Monats verpönt (S. 269); der attributive Gebrauch von kaputt wird als umgangssprachlich gekennzeichnet (S. 365). Das ist offenbar eine mißverstandene Übernahme aus früheren Auflagen, wo es geheißen hatte, das umgangssprachliche kaputt werde auch attributiv gebraucht. „Die Abfolge -ererer wird vermieden: Leider stand uns kein ?saubererer Raum zur Verfügung.“ So streng gilt das nicht. Die Ausführungen über dreimal und um das Dreifache S. 378 sind mathematisch korrekt, werden aber der Allagssprache nicht gerecht, sondern wollen sie normieren. Wenn man sagt, eine Strecke sei dreimal länger oder um das Dreifache länger als eine andere, meint man gewöhnlich nicht, daß sie viermal so lang ist. Es ist auch keineswegs veraltet zu sagen, jemand sei der Stärkste/Älteste von zweien (statt der Stärkere/Ältere, wie die Sprachschulmeister seit je fordern). Die angeblich nicht steigerbaren Adjektive (lebendig, stumm, nackt) kommen sehr wohl auch in Steigerungsformen vor, weil sie eben in der Allgemeinsprache gar nicht die absolute Bedeutung haben, die ihnen normativ unterstellt wird. Wie in anderen Grammatiken und Stilbüchern wird zu Unrecht als falsch gebrandmarkt: vom Erfolg und den weiteren Plänen (S. 624). Der Dativ als verallgemeinerter Appositionskasus „gilt als nicht korrekt“ (S. 992). Das ist weltfremd.

Die Formgleichkeit von etwas im Nominativ und Akkusativ (S. 137) ist kein gutes Beispiel für Kasussynkretismus, da schon indogermanisch bei allen Neutra diese beiden Formen gleich sind.
Die Adjektive zugetan, abhold u. a. (365) sind keineswegs nur prädikativ verwendbar, vgl.: der zurückhaltende, überlegene, allem Gelärme abholde Intellektuelle, Samuel Beckett (SZ 16.12.95);
der dem Land sonst sehr zugetane Kurt Tucholsky (SZ 18.5.95).

Bei den Funktionsverbgefügen (§ 393) wird nicht beachtet, daß einige Verschmelzungen nicht auflösbar sind und daß bei zum Abschluß kommen, wenn man es denn überhaupt auflösen wollte, der unbestimmte und nicht der bestimmte Artikel verwendet werden müßte.

Das Gerundiv (S. 436, S. 446) wird unpassenderweise als Partizip I behandelt, womit es weder historisch noch funktional etwas zu tun hat.

Die „reziproken“ Verwendungen des Reflexivums sind wie üblich falsch gedeutet. Die Geschwister haben sich überworfen (S. 411) ist keineswegs so zu verstehen, daß sie einander überworfen hätten, sondern es ist wie bei (sich) streiten usw. der Partner einfach nicht genannt und wird aus dem Kontext mitverstanden. Das hat mit der Reflexivität gar nichts zu tun, vgl. sie haben geheiratet (wahrscheinlich einander, aber es könnte auch anders sein).

Die überaus breite Darstellung der Indirektheitsformen leidet darunter, daß es stets um die Transformation direkter Rede (aber auch Gedanken, seltsamerweise) in indirekte geht, obwohl die Verfasserin dieses Kapitels weiß, daß nicht der Wortlaut, sondern der Inhalt wiedergegen wird (S. 532); die ganze Umformung ist also bestenfalls eine grammatische Übung, aber linguistisch ohne Wert.

Besonders die Wortbildungslehre hat unter der Rechtschreibreform gelitten. Nur weniges kann hier angeführt werden. kaputtmachen soll eine andere Konstruktion sein als voll spritzen – nur weil die Rechtschreibreform es so will! (S. 709) Dazu kann man nur sagen: „Der Orthographus bestimmt nicht, wie die Wörter heißen und abgeändert werden; sondern nur bloß, wie man die einmal festgesetzten schreiben soll“ (so schon die Gottschedin, zit. nach Wilmanns: Die Orthograpie in den Schulen Deutschlands. Berlin 1887, S. 53). Es ist grob irreführend, in irreführen und wettmachen substantivische Erstglieder sehen zu wollen – wie die Rechtschreibreformer es in ihrer Unwissenheit tun, und in preisgeben steckt auch nicht der Preis (S. 710). Bei Verbindungen mit -wärts-, -einander- und -sein „favorisiert die Neuregelung von 1996 deutlich die Getrenntschreibung“? (S, 709) Nun, sie favorisiert sie nicht nur, sondern schreibt sie strikt vor, aber das braucht die Grammatik nicht zu interessieren und wird sicher bald wieder geändert werden; im Rechtschreibduden von 2004 und erst recht im neuen „amtlichen“ Wörterverzeichnis deutet es sich an. Wenn man den Haartrockner ohnehin reformiert Föhn schreibt, geht die Pointe verloren, daß der Markenname der AEG zum Appellativum wurde (S. 751).

Der neue obligatorische Bindestrich in einigen Wörtern (S. 753) beruht nur auf staatlicher Verordnung und gehört nicht in die Wortbildungslehre.

Getrennt- und Zusammenschreibung bei bitterernst, tieftraurig, schwerkrank, vollgültig, hocherfreut, hochverdient, hartgekocht, wildwachsend usw. sind durch die Reform Gegenstand reiner Willkür geworden, wie man am Verschwinden und Wiederauftauchen der Beispiele in der Dudengrammatik seit 1998 verfolgen kann. Hier wäre ein grundsätzliches Wort der Klärung angebrachter als das stillschweigende Befolgen der jeweils neuesten Einfälle einer staatlichen Reformkommission (die außerdem just zum Erscheinen dieses Buches wegen erwiesener Unfähigkeit aufgelöst wurde). Die Grammatik selbst schreibt vollmotiviert, hochproduktiv und führt nichtehelich an, während sie bei nicht flektierbar, das ebenso klassifizierend fungiert, die Getrenntschreibung durchhält.

Der ungemein produktive Wortbildungstyp aufsehenerregend, fleischfressend (Partizip I mit inkorporiertem Objekt) wird wie schon in der vorigen Auflage überhaupt nicht mehr behandelt, obwohl er im Zuge der Revision 2004 rehabilitiert wurde. Frühere Auflagen wußten es besser. geschutzimpft ist wohl eher selten. Die Dudenwörterbücher kennen nur schutzgeimpft.

Auch die Syntax wird an die verordnete Rechtschreibung angepaßt: In der Wortgruppe heute Abend soll Abend ein Substantiv sein und als „Nebenkern“ zu einem Adverb fungieren (S. 780, ebenso S. 847). Wie jedoch Gallmann einige Jahre früher gezeigt hatte, steht an dieser syntaktischen Position kein Substantiv. Zu vergleichen ist vielmehr heute früh. An einer späteren Stelle (S. 847) zeigt sich der Widerspruch ganz deutlich: „Viele Adverbien können durch Phrasen erweitert werden.“ Es folgen dann wieder Beispiele wie heute Abend mit einem „Substantiv als Nebenkern“. Die Kategorie „Nebenkern“ ist ad hoc erfunden und nicht einmal als Stichwort eingetragen.

Der Satzbauplan jemandem feind sein ist gestrichen, weil die Rechtschreibreformer diese Konstruktion nicht mehr verstanden und aus der deutschen Sprache getilgt haben. Dazu paßt, daß wie schon in der vorigen Auflage feind, freund und not aus der Liste nur prädikativ gebrauchter Adjektive entfernt worden sind, weil die Rechtschreibreformer dekretiert haben, daß es sich um Substantive handelt.

Der letzte Teil handelt von gesprochener Sprache. Der wenig aufregende Inhalt wird durch unnötig komplizierte, oft ungeschickte Darstellung verdunkelt; meist handelt es sich um die pseudowissenschaftliche Darstellung von Banalitäten:
„Die Ermöglichung größerer Parteien kann bei gemeinsamer Situation durch Verstärkung (Amplifikation) erfolgen (mithilfe von Mikrofonen, Verstärkern etc.) oder im Falle der Übertragung in einer Vergrößerung der erreichten dispersen Menge bestehen.“ (S. 1189)
„Der Matrixsatz zusammen mit der abhängigen Verbzweitkonstruktion erfüllt alle formalen und funktionalen Merkmale der Operator-Skopus-Struktur. So gibt der Matrixsatz als Operator eine Verstehensanweisung hinsichtlich des mentalen oder kommunikativen Status der abhängigen Verbzweitkonstruktion in seinem Skopus.“ (S. 1217)
In diesem Stil geht es über 200 Seiten. Gerade dieser Teil ist für die überraschende Umfangserweiterung der Dudengrammatik verantwortlich.
„Bei kommunikativen Praktiken handelt es sich um abgrenzbare, eigenständige kommunikative Formen, für die ihre Zweckbezogenheit und Vorgeformtheit konstitutiv sind und für die es alltägliche Bezeichnungen gibt.“ (S. 1180)
Die fragwürdigste Bestimmung ist wohl die, daß es alltägliche Bezeichnungen für diese Einheiten geben muß, damit sie von der Sprachwissenschaft anerkannt werden können. In andern Wissenschaften verläßt man sich nicht so distanzlos auf die Weisheit der Alltagssprache. Es handelt sich um ein ungelöstes Problem der Sprechaktklassifizierung. Die Sprechakttypen werden nicht problematisiert, sondern ganz naiv an der Sprache selbst abgelesen (S. 1237). Wenn der Sprecher sagt ich schätze, handelt es sich um eine „Schätzung“, wenn er sagt ich befürchte, handelt es sich um eine „Befürchtung“ usw. Wenn das der Ertrag der linguistischen Pragmatik ist, kann man auf sie verzichten.
Käufer, die eine übersichtliche und allgemeinverständliche Grammatik zum Nachschlagen erwarten, einen „praktischen Helfer“ also, wie das Vorwort verheißt, werden enttäuscht sein. Daß ein solches, über weite Strecken theoretisches Werk „unentbehrlich für gutes Deutsch“ sein könnte, also anwendbar auf die Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks, ist schwer vorstellbar.
Druckfehler: extakte (S. 384), Jakobsson (S. 1285), Pesudoaktant (S. 832), Fühneuhochdeutsch (S. 686), nach so genannte (S. 727), Pefekt (S. 752), der Akkusativ dem (statt den, S. 993), Furhop (statt Fuhrhop, S. 984), Ratenweise (S. 1169), rauss-tellen (S. 1239 – wohl eine Folge der neuen Silbentrennung), Konsonaten (S. 73, wie schon 1995 und 1998), zwei gelbe Stäbchen sind so lange wie ein oranges (S. 351), hü-steln (S. 1035), keine feste Regeln (S. 159)
S. 1290 fehlt ein Zeilenabstand
S. 1145 fehlt auf (die dargestellte Welt)
S. 1171 fehlt oben zwischen (Bedeutungen)
Reihen bildende Differenzierungen (S. 432) – hier ist das Fugenzeichen als Plural mißverstanden, eine Folge der Rechtschreibreform.

Die „Pfeile“ in einer Tabelle, auf die S. 267 Bezug genommen wird, sind nicht auffindbar.
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