find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sonderangebote PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Das Buch ist eine überarbeitete Auflage des schon 2013 erschienenen Buches. Aktuell ist es auf jeden Fall, denn es enthält ein Nachwort des Autors von Mai 2017 mit Begebenheiten aus dem Jahr 2016.

Der Autor lebte 3 1/2 Jahre in Äthiopien. Vor vier Jahren kehrte er aus Äthiopien nach Deutschland zurück, besuchte aber immer wieder dieses Land. Uns ist es meist bekannt durch die Nachrichten, die uns von Dürre, hungernden Menschen und Lebensmittellieferungen berichten. Es herrscht ein vom Parlament verhängter Ausnahmezustand in Äthiopien, der im März 2017 verlängert wurde.
Somit ist der Tourismus dort eingebrochen. Dennoch sei es laut Autor nach wie vor sicher in Äthiopien als Tourist, sicherer als in vielen anderen afrikanischen Staaten. Nun, es mag vielleicht die Liebe des Autors zu diesem Land sein, wohl auch seine meist guten Erfahrungen, die er in Begleitung eines einheimischen Führers machen durfte, die ihn so eine Aussage treffen lassen. Ob sich das bei ganz normalen Touristen auch so darstellen würde, möchte ich zumindest nicht ausprobieren.

Umso mehr habe ich dieses Buch mit Begeisterung gelesen, da ich nie in dieses Land reisen werde. Die Berichte sind äußerst spannend. Zum Glück werden nicht lange Seiten mit ellenlanger Geschichte des Landes beschrieben, sondern Episoden aus dem Leben präsentiert. Politik und Geschichte kann man überall nachlesen. Was der Autor da zusammengetragen hat, ist aus dem echten Leben der Einheimischen und das macht das Buch zu einem Besonderen.

Ob es die Hyänen sind oder ein einheimischer Lachweltmeister, die Geistlichen, die jeden und alles mit dem angeblichen Heiligen Wasser heilen wollen, Kinder, die sich ein Mal im Jahr waschen, eine verkrustete Haut haben und stinken wie die Pest, dass man sie eher riechen als sehen kann. Oder die Frauen, die schwere Reisigbündel Kilometer weit schleppen und fast unter der Last zusammenbrechen, dies aber mit Stolz tun, denn sie würden sich schämen, wenn ihr Mann diese Frauenarbeit erledigen müsste. Sie haben nicht die 9 Cents für den Bus, denn sie verdienen am Tag ungefähr 1,70 Euro.
Die vielen Aidskranken, meist Frauen, die jungen Mädchen, die vergewaltigt werden, und nur wenn sie Mutter geworden sind, lässt man sie in Ruhe.
Die extrem hohen Berge mit 4500 Metern Höhe, die Eiseskälte in der Nacht. Die gefährlichen Straßen, die Autos, Karren, Fußgänger nachts, alle ohne Licht. Die schmutzigen Hotels, wo Flöhe und Schwärme von Insekten hausen, das Klo im Hof liegt und Sauberkeit keine Rolle spielt. Das seltsame Essen, dem man nicht trauen kann....

Überall an den Hauptverkehrsstrassen findet man Reifenflicker eher als einen Bäcker, denn die haben jede Menge Kundschaft. Da es kaum Maschinen gibt, wird ein Platter so repariert:
"Entweder prügelt der Gommista (Reifenflicker) solange mit einem spitz zulaufenden Vorschlaghammer zwischen Felge und Reifen, bis a) der Reifen kaputt ist, b) die Felge kaputt ist, c) beide kaputt sind, oder hoffentlich d) der Pneu sich vom Metall löst und repariert werden kann."

Neben Geschichten zum Lachen gibt es auch sehr traurige Episoden. So gehen jedes Jahr viele junge äthiopische Frauen in die Golfstaaten, um dort Hausangestellte zu sein. Die Verwandtschaft träumt dann nur vom vielen Geld, was die junge Frau mitbringen wird. Doch dem ist oft nicht so.
Der Autor schreibt: " Ich habe...Mädchen und Frauen getroffen, die von ihren Arbeitgebern nicht bezahlt wurden, kaum zu essen bekamen, sechszehn Stunden am Tag schuften mussten, von Männern des Hauses vergewaltigt wurden und von deren eifersüchtigen Frauen mit heißem Öl und Wasser übergossen wurden."

Sehr interessant ist das Kapitel über Danakil, die Afarwüste an der Grenze zu Eritrea. Sie liegt bist zu 125 Metern unter dem Meeresspiegel und ist ein sehr heißer Ort mit bis zu 70 Grad. Als ganz besonders wurde das Schwefelfeld Dallol beschrieben. Doch nicht allein die gewaltig schöne Landschaft macht das Lesen so interessant, sondern die extreme Gefahr, die dort für Touristen herrscht. Eritrea ist der Erzfeind Äthiopiens und an der grenznahen Region kommt/kam es zu Morden und Enrtführungen. Dort kann man sich nur mit Einheimischen und dem äthiopischen Militär bewegen, selten kommt ein Auto in diese Ecke.

Hedemann hat Tausende Kilometer Äthiopiens bereist und seine Erlebnisse humorvoll, ernst, interessant und spannend niedergeschrieben. Äthiopien ist ein geheimnisvolles und widersprüchliches Land, so ganz anders, seltsam und doch in seiner Eigenheit auch wunderschön.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 100 REZENSENTam 16. November 2013
Philipp Hedemann nimmt den Leser mit in das Land Äthiopien und fährt mit ihm tausende Kilometer in dem Geländewagen durch ein faszinierend geheimnisvolles Land.

Er hat die verschiedensten Kulturen des Landes in sich aufgenommen, widersprüchlich in sich zwischen alten und neuen Kulturen. Er bestieg den höchsten Berg des Landes und hielt sich in der heißesten Wüste Danatil auf, immer mit der Angst im Nacken von Rebellen überfallen zu werden und verspürte sogar einen gewissen Zeitraum den Wunsch Mönch in jener Abgeschiedenheit werden zu wollen.

Der Autor Philipp Hedemann vermittelt dem Leser ein Land voller Armut und Rückständigkeit, auf Stillstand beharrend und zugleich von der Jugend eine bessere Zukunft ersehnend.

Der Schriftsteller schildert sehr gut die Not vieler Menschen in diesem Land und ihre verzeifelten Unternehmungen dem entfliehen zu können. Insbesondere junge Menschen haben keine Zukunftsperspektive, Frauen und junge Mädchen schon gar nicht. Hedemann hat in etlichen Familien Äthiopiens Zutritt und die Armut derer vor Augen gehabt.

Er nennt die Fälle junger äthiopischer Mädchen die von einem Traum des besseren Lebens erfasst und unter falschen Versprechungen nach Dubai gelockt wurden. Dort angekommen wurden sie der wirklichen Realität wahr, die wesentlich entsetzlicher war als ihr verarmtes Zuhause. Über 20 Stunden am Tag arbeitend und oft ohne ausreichende Ernährung und den ihnen zustehenden Lohn sind sie sogar noch Tätlichkeiten und Beschimpfungen, Vergewaltigungen und Demütigungen ausgeliefert.

AGAR-Leiterin Sasu Nina nahm sich der jungen Frauen Äthiopiens an die traumatisiert aus Dubai zurückkamen und sich nicht trauten die erlebten Erniedrigungen, die sie als stolze Frauen ihrer Heimat erdulden mussten, ihren Familien zu schildern.
Es macht den Leser fassungslos und platziert ihn in Gedanken in ein immer noch sehr rückständiges Land.
22 Kommentare| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Oktober 2013
Ich war selber schon in Äthiopien im Urlaub. Als ich dort war, hatte ich
mich sehr darüber geärgert, wie in Deutschland oft über das Land
berichtet wird, also quasi ganz im Sinne von Karlheinz Böhm: das ärmste
Land der Welt, in dem alle hungern. Natürlich ist das Land arm, aber es
ist auch voller herzlicher, liebenswürdiger Menschen, die extrem stolz
sind auf ihr Land und ihre Kultur. Der Titel dieses Buches - "Der Mann,
der den Tod auslacht" - trifft ganz gut die Tonlage, in der das Buch
geschrieben ist. Der Autor hat mehrere Jahre lang als Korrespondent dort
gearbeitet und kennt das Land sehr gut, was ich beim Lesen gespürt habe.
Ich fand es sehr erfrischend geschrieben, eine sehr lockere Schreibe,
doch sind die Texte aber auch an einigen Stellen sehr traurig, zum
Beispiel, wenn der Autor in Flüchtlingslagern Folteropfer trifft, deren
gefährliche Flucht über das Mittelmeer scheiterte oder er auf der
Polizeistation einen Jungen trifft, der von seinen Eltern verstoßen
wurde. Natürlich ist das Buch kein Reiseführer, obwohl der
Autor sich in fast alle Ecken vorwagt. Also Tipps fürs Reisen und für
Hotels findet man darin nicht, und das ist ehrlich gesagt auch gut so.
Kurzum: Super Lektüre für eine lange Zugfahrt!
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juli 2017
Normalerweise bevorzuge ich beim Lesen einen Roman, aber als ich den Titel und die Kurzbeschreibung zu diesem Buch las wollte ich es unbedingt lesen, da es sich für mich sehr interessant anhörte.

Bevor ich mit dem Buch begonnen hatte, wusste ich nicht viel über Äthiopien. Klar wusste ich, dass es in Afrika liegt und die Leute dort sehr arm sind aber über die Kultur und das Leben dort wusste ich eigentlich so gut wie nichts.
Mit vielen kleineren Kapiteln bringt der Autor einem die Kultur, das Leben, die Träume und vieles mehr der Menschen in Äthiopien näher. Man lernt nicht nur viel über dieses unbekannte Land sondern man lernt meiner Meinung nach auch das Leben mit dem vielen Luxus, welches wir leben dürfen zu schätzen. Das Buch lässt einem über vieles nachdenken, öffnet die Augen und ist gleichzeitig spannend und wirklich interessant. Ich möchte hier nicht zuviel über den Inhalt des Buches verraten, denn jeder sollte sich selbst ein eigenes Bild von dem tollen Buch machen.

Schließlich habe ich meine Meinung über mein Lieblingsgenre bei Büchern geändert und werde nun viel häufiger auch solche Bücher lesen. Ich kann es auch nur jeden empfehlen einmal über seinen üblichen Tellerrand zu blicken und einmal ein etwas anderes Buch als üblich zu lesen, denn dieses Buch erweitert den eigenen Horizont.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. September 2017
Inhalt:
Der deutsche Journalist und Autor lebte von 2010 bis 2013 in Addis Abeba, der äthiopischen Hauptstadt.
4 Monate lang reiste er quer durch Äthiopien. Am Anfang begleitete ihn sein deutscher Freund, der zu Besuch kam und ein illegaler Flüchtling aus Eritrea.
Später fuhrt er mit einer äthiopischen Ärztin weiter durchs Land.
Ohne Solomon, den Flüchtling, und Senait, der Ärztin, hätte er nicht diesen persönlichen Einblick in das Land und hinter die Türen der Häuser bekommen.

Ein Land, in dem viele Leute hart daran arbeiten, dass sich das Bild von Äthiopien ändert, damit man mit dem Land nicht mehr die dicken Kinderbäuche von der Hungerkatastrophe aus den 80ziger Jahren erinnert.
Ein Land, in dem es gibt Menschen gibt, denen es kaum besser geht, als diesen Kindern damals.

Ein Land, in dem Mittelalter und Moderne nahe beieinander liegen.

Philipp Hedemann besuchte den Blauen Nil, der als heilig gilt. Egal ob Krebs oder HIV, dem Fluss und den Priestern vertraut man mehr als den Ärzten, von denen es aber auch wahrlich nicht viele gibt. Ein Arzt muss sich um 4545 Menschen kümmern. (Statistik 2007) In Deutschland sind es nicht mal 300.

Und selbst wenn die Eltern es einem Kind ermöglicht haben, zur Schule gehen zu können und zu studieren, heißt das noch lange nicht, dass man dann auch eine Arbeit bekommt.
Junge Männer, die Jura studiert haben, bekommen eine Kalaschnikow in die Hand gedrückt und werden zum Hilfssheriff.

Rund 60 km südlich zur Grenze des Erzfeindes Eritrea ist das Flüchtlingslager Mai Aini.
"Eine Stadt, wo eine Stadt eigentlich nichts verloren hat. Kein Fluss, kein Baum, kein Schatten, keine Grün - nur Staub!"
Hier warten die Leute seit Jahren, dass er eritreische Diktator endlich stirbt.

Sie besuchen das Kloster, in dem angeblich die 10 Gebote aufbewahrt werden, die aber niemand zu Gesicht bekommen darf.
Es geht durch die Wüste, wo immer wieder Menschen verschleppt werden und zu Dörfern, die Riten haben, die nach europäischen Maßstäben grausam wirken.

Meine Meinung:
Das Buch hat mich geschockt. Es ist heftig zu lesen, aber sehr gut geschrieben.

"Äthiopier sind sehr stolz, doch wer in Piazza auf der Straße liegt, kann sich Scham und Würde meist nicht mehr leisten.
Auch Genet fragt mich nach Geld. Sie hat ihre Würde (noch?) nicht verloren. "Ich könnte als Hure zweihundert Birr pro Nacht verdienen, aber das mache ich nicht", sagt die Zwanzigjährige, während sie ihrer fünf Monate alten Tochter Tsigenreda die Brust gibt. Zweihundert Birr sind rund acht Euro. [...] Wenn es gut läuft, kommt sie am Tag auf fünfundzwanzig Birr, rund einen Euro. Davon müssen sie und ihre Tochter leben. Irgendwie. "Ich hatte mal einen Freund, der auf mich aufgepasst hat", erzählte die zierliche Frau, die seit fünf Jahren in einem Pappkarton-Unterschlupf hinter einer Kirche wohnt. "Aber nachdem er mich geschwängert hatte, hat er mich verlassen. Jetzt passt meine Tochter Tsigereda auf mich auf. Sie vergewaltigen keine Frauen mit Babys", sagt die Mutter [...]""

In der Wüste ist die Beschneidung der Mädchen noch üblich.
In einer anderen Gegend werden Kinder umgebracht, wenn sie nicht nach bestimmten Regeln gezeugt werden, weil die Menschen Angst haben, dass dies Unglück über das Dorf bringt.

Aber es gibt auch Menschen, die daran arbeiten, all das zu verändern.

Ich würde Euch am liebsten das ganze Buch erzählen, weil es mich so sehr bewegt hat, noch immer bewegt. Manches kann man sich gar nicht vorstellen. Doch der Autor schreibt es auf eine Art, die einem nie das Gefühl gibt, man sei was Besseres.
Er schafft es, einem die Menschen ganz nahe zu bringen.

Ich kann Euch das Buch wirklich sehr ans Herzen legen. Auch wenn Ihr sonst keine Reisebücher lest, traut Euch, über den Tellerand zu gucken und mit P.Hedemann Äthiopien zu besuchen. Es ist eine (Lese)reise wert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. August 2017
Philipp Hedemann reist mit dem Geländewagen Tausende Kilometer durch Äthopien.Er lässt sich von einem Aidsheiler den Teufel austreiben, besucht die heilige Quelle des Blauen Nils. Trifft Flüchtlinge in trostlosen Lagern. In der Danakil der heissesten Wüste der Welt, muss er fürchten ,von Rebellen entführt zuwerden . Spannender, humorvoller und vorurteilsfreier kann man Äthiopien nicht beschreiben.Der Autor Philipp Hedemann lebt jetzt in Deutschland und fliegt regelmässig nach Äthiopien ,dort wo er dreieinhalb Jahre gelebt hat.
Ein sehr interessanter Reisebericht der sich in 30 Kapitel aufteilt. Ist sehr gut gestaltet.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. November 2013
Ich lebe selbst seit vier Jahren in Aethiopien. In Philipp Hedemann's Geschichten habe ich viel von dem wiedererkannt, was auch ich taeglich beobachte, wozu mir aber meist die Hintergruende und Erklaerungen fehlen. Dem Autor ist es gelungen, einen Einblick in die aktuelle Situation des Landes und seiner Menschen zu geben. Er beschoenigt oder romantisiert nicht, sondern beschreibt einfuehlsam aber ungeschminkt eine Realitaet, die fuer uns Ferenjis (Auslaender) oft schwer zu verstehen ist. Das macht aber auch den Reiz des Landes aus, diese vielen scheinbaren und tatsaechlichen Widersprueche, vor allem die Spannung zwischen Wandel und Tradition. Ich werde das Buch sicher nochmal lesen und es allen empfehlen, die sich fuer Aethiopien interessieren. Eine aehnlich schoene Reisebeschreibung ueber Aethiopien hat es wohl seit Dervla Murphy's "In Ethiopia with a Mule" nicht mehr gegeben, und das ist 50 Jahre her.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Oktober 2013
Wer schon einmal in Äthiopien gewesen ist, kann Philipp Hedemann für sein Buch nur zutiefst bewundern. Es ist ganz sicher kein Land für Afrika-Anfänger. Viele Reisende und Expats bewegen sich fast ausschließlich mit dem Auto durch die Stadt, fahren von einem bewachten Parkplatz zum nächsten. Und man kann es ihnen nicht verübeln, denn dass es auf den Straßen von Addis Abeba gefährlich sein kann, spürt jeder Reisende sofort. Philipp Hedemann aber scheint sich völlig frei im Land zu bewegen. Er schlendert über Märkte, durch kleine Gassen und hört sich die Geschichten der Menschen an, denen ein Reisender höchstens einen schüchternen Blick zukommen lässt. Philipp Hedemann ist ein Chronist des äthiopischen Alltags, erzählt seine Erlebnisse eingängig und amüsant ohne sie dabei einer westlich geprägten Wertung zu unterziehen. Natürlich begibt sich der Autor auch zu den vielen Sehenswürdigkeiten und kuriosen Orten des Landes. Doch was dieses Buch so großartig macht, sind die kleinen Begegnungen am Wegesrand, die Skizzen aus dem Alltag "zwischen Mittelalter und Moderne", wie es der Autor schildert. Äthiopien ist ein faszinierendes Land und ich empfehle dieses Buch allen, die es dorthin zieht, um Lust auf seine Menschen zu bekommen und um vielleicht schon vorab den Blick für das im ersten Moment Unscheinbare zu schärfen. Und ich empfehle es all jenen, die bereits dort gewesen sind, jedoch vielleicht keine Gelegenheit hatten, die Menschedes Landes näher kennen zu lernen.
22 Kommentare| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Februar 2015
Ein kleiner Zufall brachte mich zu diesem Buch – ich hatte mich gerade in Berlin in ein Café gesetzt und einen Espresso aus dem äthiopischen (!) Hochland bestellt, da rutschte meiner Tischnachbarin dieser Band über Äthiopien aus dem Zeitungsbündel. Wir kamen ins Gespräch – mein Kaffee, ihr Buch, eine bessere Gemeinsamkeit hätte es gar nicht geben können – und sie erzählte enthusiastisch von ihrem Forschungsaufenthalt in der Hauptstadt Addis Abeba, aber dann musste sie schon bald wieder weg, Kofferpacken und Pipapo, den noch am nächsten Morgen ging ihr Flieger wieder zurück nach Afrika. Zu meiner Überraschung ließ sie mir das Buch da – sie teile gerne ihre Begeisterung für dieses Land, und ich könne ihr ja gleichtun und das Büchlein nach der Lektüre einfach weiterschenken.

Es ist wahrlich ein kleiner Schatz, dieses Büchlein. Mit viel Humor und einer großen Gabe für kleine Details entführt einen Philipp Hedemann schon auf der ersten Seite in das geheimnisvolle Reich im Herzen Ostafrikas. Aus jedem Satz springt die Begeisterung und Liebe für die Menschen und Natur des Autors dieses für viele so unbekannten Landes, das er während eines mehrjährigen Aufenthaltes vor Ort hat ausgiebig bereisen können, was sich auch in der sorgfältigen Recherche widerspiegelt.
Das Besondere an diesem Büchlein ist, dass man gar nicht unbedingt eine große Beziehung zu unserem Nachbarkontinenten Afrika haben oder eine Reise dorthin planen muss, um sich bei seiner Lektüre köstlich zu amüsieren. Die leicht erzählten Episoden bieten sich für jeden Couchabenteurer an, der abends mal eine halbe Stunde weniger Fernsehen, dafür im Kopf aber 5,400 Kilometer weiter reisen möchte – die Distanz von Berlin nach Addis.

Gerade deshalb ist das Büchlein auch eine nette Geschenkidee. Das Exemplar von der unterhaltsamen Tischnachbarin habe ich behalten, aber ich habe in der Zwischenzeit bereits drei weitere gekauft und verschenkt.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. März 2015
Sich auf ein Land und auf eine Reise vorzubereiten bedeutet immer, sich in der Theorie Wissen anzueignen, das man vor Ort ,gebrauchen` kann, das Körper und Seele in gewisser Weise vorbereitet auf das, was bevorsteht. Je fremder Land und Leute, Kulturen und Strukturen im Vergleich zu dem sind, woran man selbst gewöhnt ist und das man deswegen einschätzen zu können glaubt, desto wichtiger ist eine gute Vorbereitung, die im besten Fall durch persönliche Kontakte, aber durchaus auch mithilfe guter Literatur gewährleistet sein kann.
Im Sinne einer solchen Vorbereitung ist es sehr empfehlenswert, die Kurzgeschichten von Philipp Hedemann über sein Leben in und seine Reisen durch Äthiopien zu lesen. Viele große Einsichten und kleine Details, ,rote Fäden` und scheinbar nebensächliche Beschreibungen des Autors über das Leben in Äthiopien spiegeln sich in der Realität. Mit der Lektüre seiner Kurzgeschichten ,im Gepäck` ist es reizvoll, aufmerksam für den so vielfältigen äthiopischen Alltag zu werden und mutig zu sein, wenn es darum geht, sich auf das Land einzulassen. Eigens sei hervorgehoben, dass sich Philipp Hedemann auf kritische, aber wertschätzende Weise den in Äthiopien so präsenten Themen der Religion und Spiritualität nähert.
Das Sprichwort, dass "die Seele langsamer reist", wurde mir noch nie so bewusst wie bei meiner Reise nach und durch Äthiopien. Philipp Hedemanns Buch ist ein gutes Mittel, ihr ein wenig Vorsprung zu verschaffen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken