20% Rabatt Hier klicken Superhero studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Hier klicken HI_PROJECT Hier klicken Learn More Fire Shop Kindle PrimeMusic GC HW16

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. Juni 2009
Dr. Seltsam ist, ohne Frage, einer der ganz großen Filme, sowohl von Regisseur Kubrick, als auch von Hauptdarsteller Peter Sellers. Eine starke Story, durchtränkt mit unvergleichbarem Humor, der genauso komisch wie bitter ist und einen nicht kalt läßt. Kurzum ein Film, den man nicht verpassen darf und zurecht zu den größten Meisterwerken aller Zeiten gehört.

Die Blu-ray wird dem Film in allen Belangen gerecht. Das Bild ist schlicht und ergreifend klasse geworden und beweist einmal mehr, dass auch s/w-Filme auf BD eine Daseinsberechtigung haben. Das Bild ist mitunter knackig scharf und dabei vor allem in der Detailschärfe mehr als nur überzeugend. Der Kontrast stimmt und auch die Sauberkeit des Ganzen ist einwandfrei. Nur das Filmkorn, welches an einigen wenigen Stellen etwas zu stark ausgefallen ist, kann so manchen stören. Ansonsten aber sah Dr. Seltsam nie so gut aus, wie hier!

Beim Ton handelt es sich um den gleichen Upmix wie schon auf der DVD. Sprich wirkliche Surroundeffekte sollte man nicht erwarten, wenngleich der Subwoofer so manchesmal schon ordentlich zu tun hat. Zudem klingt alles sauber und human. Für einen Film dieser Art reicht das Ganze jedenfalls völlig aus.

Bei den Extras wurden nicht nur die höchst informativen Extras der 40th Anniversary-Version übernommen, mit dem PIP & Trivia-Track-Feature kommt hier zudem noch ein recht interessant ausgefallenes neues Extra hinzu, in dem der kalte Krieg und seine Facetten in Videoeinspielern und Gesprächen zwischen Historikern durchleuchtet wird, während der Hauptfilm läuft. Kurzum ein dickes Extra-Paket erwartet den BD-Käufer hier.

Fazit: Toller Film, gelungene Blu-ray, wass will man mehr. Das Bild wird den hohen Ansprüchen an das Medium nahezu durchgehend gerecht, der Ton klingt sauber und die Extras sind dick und informativ geschnürt. Kurzum ein Update das sich lohnt und wer den Film noch nicht im Schrank hat, braucht erst recht nicht lange überlegen. Hier heißt es ZUGREIFEN!!!

Und um den FSK-Flatschen braucht man sich auch keine Sorgen machen. Sony-typisch gibt es ein Wendecover ohne Flatschen!
33 Kommentare| 53 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ein durchgeknallter General nimmt das Schicksal der Welt in die Hand und befiehlt den Atomangriff. B-52-Bomber fliegen auf Russland zu. Erst jetzt, angesichts des Ernstfalls, fällt der US-Regierung auf, dass sie durch eine unglückliche Kombination aus Sicherheits- und Notfallplänen keine Mittel zu Hand hat um den General zu stoppen. Bei den Russen wurde mit der "Weltuntergangsmaschine" (Doomsday Machine) ebenfalls ein automatischer Mechanismus für den Gegenangriff installiert. Was der Abschreckung dienen sollte, lässt sich nun nicht mehr aufhalten'.

Der Film aus dem Jahr 1964 gilt als Satire, denn anders kann man wie Kubrick feststellte den zigfachen Overkill der Erde kaum noch behandeln. Auch unterdrückte Triebe und Allmachtsphantasien kommen symbolisch immer wieder zum Ausdruck. Mit der Idee, mit 10 Frauen pro Mann für die kommenden Generationen unterirdisch leben zu müssen, können sich zum Schluss alle anfreunden. Der Zustand ist krank, und das kommt in den genial gespielten Persönlichkeiten wunderbar zum Ausdruck. Es ist ein Genuss, wie Sterling Hayden und George C. Scott die Generäle darstellen. Peter Sellers spielt gleich drei Rollen. Szene für Szene ist durchdacht und brillant umgesetzt.

Nur wenige Filme erhalten Kultstatus über viele Jahrzehnte hinweg - interessanterweise fast alle Filme von Stanley Kubrick. Kubrick ging einen Schritt weiter in die Abgründe des menschlichen Charakters hinein und hat diese so gekonnt wie kaum ein anderer erfasst.
11 Kommentar| 60 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Dezember 2006
Ich bin zwar ein großer Fan von Kubricks 2001, Barry Lyndon, Uhrwerk Orange u.s.w.-doch mit Dr Seltsam schuf Kubrick einen der sozialkritischsten Film der Filmgeschichte. Peter Sellers in drei Rollen rundet das Vergnügen noch ab. Neben Vertigo der beste Film.

Doch nun zur Storry: Ein verrückter General schickt Bomber nach Russland, und entfacht damit einen beinahe Krieg, in welchem die Russen gestehen, dass sie eine kostengünstige Weltvernichtungsmaschine haben. Die Amerikaner tun natürlich alles um ihren Hals zu retten, was sie leider nicht schaffen. Der Ritt auf der Bombe, das Rote Telefon, ein Plakat auf dem "Unsere Aufgabe ist der Frieden" während draußen Krieg herrscht...all das macht den Film großartig und zeigt Kubricks Liebe zum Detail. Ausserdem beeinhaltet der Film die besten Dialoge der Filmgeschichte wie z.B.: Hallo Dimitri, Sie können im Kriegsministerium nicht Krieg spielen ...

Ein TOP KubrickFilm, der zugleich die schwärzeste Komödie und beste Satire ist.
0Kommentar| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juli 2002
„Es könnt ja sein der General wird leicht verruckt,
sodass er irgendwie aufs falsche Knopferl druckt.
Dann geht am End' die ganze Welt zugrund.
Das wäre fürchterlich, denn was macht dann mein Hund" *g*
General Ripper hält die ständige Bedrohung durch die Kommunisten nicht mehr aus und befiehlt seinem B-52 Geschwader Ziele in der Sowjetunion mit Atombomben anzugreifen.
Der General weiß das die USA mit allem zuschlagen werden was sie haben, wenn es ihnen nicht gelingt die Bomber zurückzurufen, denn sonst würden sie ja vom sowjetischen Gegenschlag vernichtet....
Wie man über die Vernichtung der Menschheit eine Komödie schreiben kann mag vielleicht schwer vorstellbar sein, aber schließlich ist nicht die Apokalypse das lustige am Film, sondern wie die Militärs und Regierungsmitglieder darauf reagieren. Denn die Charaktere sind fast so grotesk wie in „Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus.
Z.B. Der Präsident am roten Telefon, „He...Hello? Dimitri?" :))),
oder General Thurginson, der eine Mappe mit der Aufschrift „World Targets in Megadeath" trägt. 1 „Megatoter" sind 1 Million Tote....Praktisch, dann stehen nicht so viele Nullen hinter der Anzahl der Toten ^^ .
Übrigens wurde im Kalten Krieg tatsächlich von „Megatoten" gesprochen.
Oder der deutsche Nazi-Wissenschaftler Dr. Strangelove, der schon im 3.Reich mit Massenmord sein Geld verdiente, und der nun in der USA wieder in seinem Element ist...
Er spricht den Präsidenten mit „Mein Führer" an, und seine rechte Hand hat noch immer die gleichen Reflexe.
Besonders beeindruckend ist die schauspielerische Leistung von Peter Sellers. Er spielt im Film gleich 3 wichtige Rollen. Diese spielt er so überzeugend, das es mir erst aufgefallen ist als es im Making-Of erwähnt wurde.
Falls sie glauben der Film wäre übertreiben, habe ich noch 2 Zitate für sie, eines stammt aus dem Film, das andere von einem echten Politiker:
"My fellow Americans, I'm pleased to tell you that I have signed legislation that will outlaw Russia forever, we'll beginn bombing in 5 minutes."
„I can no longer sit back and allow communist infiltration, communist indoctrination, communist subversion, and the international communist conspiracy, to sap and impurify all of our precious bodily fluids."
Alle die den Film gesehen haben wissen wohl dass das 2. Zitat aus dem Film stammt.
Aber von wem kommt wohl das 1. Zitat? Von Präsident Ronald Reagan, und zwar aus der Zeit als er noch Präsident war (kein Witz!)
Die Realität ist schlimmer als jede Satire... :)
Zur DVD selbst: Die Filmqualität ist gut und als Bonus gibt's den Original Kino-Trailer und ein interessantes Making-Of.
Wussten sie z.B. das Ronald Reagan gleich nach seiner Angelobung als Präsident den „War Room" im Pentagon sehen wollte? Als ihm ein Offizier sagte das es so einen Raum nicht gäbe meinte Reagan: „Aber den hab ich doch in Dr. Strangelove gesehen".
Das ist nur eines der vielen interessanten Dinge über die Schauspieler und andere mitwirkende im Making-Of plaudern.
0Kommentar| 38 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. März 2016
"Dr. Strangelove" bleibt auch nach mehr als fünf Jahrzehnten die ultimative Film-Satire. Stanley Kubricks Geniestreich hat zwar an Aktualität eingebüßt, aber nichts von seiner Klasse und von seinem Witz verloren. Die Verteidigung der "freien" Welt liegt hier in den Händen von Männern, die evolutionsbiologisch auf dem Niveau von Affenmenschen agieren, darunter Bomberpilot Major "King" Kong (der am Schluß auf einem apokalyptischen Atombombenphallus dem finalen Orgasmus entgegenreitet) und General Turgidson, der sich vor seiner Geliebten auf die behaarte Brust trommelt und in Mimik und Körpersprache zunehmend retardiert.

Den ganzen Schlammassel verursacht hat der sexuell gestörte General Jack D. Ripper, der permanent von der kommunistischen Weltverschwörung faselt und seine wertvollen "Körpersäfte" unbedingt vor den Roten schützen will. Noch kaputter ist lediglich der an den Rollstuhl gefesselte deutsche Wissenschaftler Dr. Strangelove (er hieß früher Merkwürdigliebe), der sich zuerst fast selbst erwürgt und dann zu neuem Leben erwacht, als er ein postnukleares Paradies in irgendwelchen Bergwerksstollen herbeiphantasiert (mit 10 Schönheiten pro Mann!). Strangelove alias Dr. Seltsam "erigiert" aus seinem Rollstuhl: "Mein Fuehrer! I can walk!"

Mit diesen Worten endet dieser einmalige Film über den Wahnsinn des atomaren Wettrüstens und die tödliche Effizienz computergesteuerter "Sicherheitssyteme" und Weltuntergangsmaschinen, die streng nach Vorschrift vorgehen, wenn sie die Apokalypse einleiten. Indem er den Wahnwitz satirisch auf die Spitze treibt und das atomare Kräftemessen als apokalyptische Potenzprotzerei entlarvt, erfasst Kubrick die Essenz, den Kern der ganzen Thematik - sehr viel besser übrigens als Sidney Lumt mit dem thematisch identischen "Angriffsziel Moskau", der im selben Jahr entstand und als schwerfälliges, bierernstes Drama weit hinter der Qualität von "Dr. Seltsam" zurückbleibt.

Der legendäre Produktionsdesigner Ken Adam schuf für Kubrick mit dem klassischen "War Room" eine der prägnantesten Kulissen der Filmgeschichte, düster, pompös und klaustrophob. Sterling Hayden und George C. Scott brillieren als durchgeknallte Militärs, doch es ist der geniale Peter Sellers, der dem Film in einer Dreifach-Rolle seinen Stempel aufdrückt und als Dr. Strangelove eine ikonische Darstellung abliefert, die ihresgleichen sucht (aber nicht findet).

Mit dieser Bluray-Edition liegt der Klassiker in optimaler Form vor. Bild und Ton sind glasklar, und das Bonusmaterial wartet mit spannenden Infos zum Film, zu Stanley Kubrick, Peter Sellers und zum historischen Background auf.
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juni 2009
Endlich gibt es diesen großartigen Film auch auf Blu-ray. Zwar muss man diesen Klassiker der Satire nun nicht unbedingt als Blu-ray-Version besitzen, doch wer auf umfangreiche Extras steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Trailer, Making of, Interviews mit Sellers und Kubrick sowie zahlreiche weitere Features runden diese Box ab.

Zudem ist dieser Film einfach zeitlos genial. Auch wenn er inzwischen 45 Jahre auf dem Buckel hat, ist und bleibt er nach wie vor schlicht die beste Satire aller Zeiten. Der geniale Stanley Kubrick setzt insbesondere den unsterblichen Peter Sellers - in Dreifachrolle als britischer Austauschoffizier, amerikanischer Präsident und deutscher Wissenschaftler Dr. Seltsam (Strangelove) - gekonnt in Szene. Dabei zeigt Kubricks Atomkriegs-Satire die politischen und militärischen Umtriebe rund um den Atomkrieg als Pandämonium des Irrsinns. Das Ganze geschieht im Schatten der Kuba-Krise und das angebliche "Gleichgewicht des Schreckens" wird als labiles Konstrukt entlarvt.

So bin ich einfach nur froh, dass dieser Pflichtkauf, der in keiner Sammlung fehlen darf, endlich auf Blu-ray vorliegt. Denn der Film ist zum einen zeitlos witzig und zum anderen ist er ein wichtiges Dokument aus dem Zeitalter des Kalten Kriegs und der atomaren Abschreckung.

Volle 5 Sterne für Dr. Seltsam!
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es war der erste große Auftritt Stanley Kubricks als Filmemacher (und Drehbuchautor).

Der Erfolg sollte ihm Recht geben. "Dr. Seltsam" staubte 1963 gleich 3 Oscars ab!

Wenn man sich den Film ansieht, weiß man auch warum:

Ein hervorragender Peter Sellers (der in Personalunion gleich 3 Rollen auf einmal übernimmt) führt uns den Wahnsinn der militärischen Aufrüstung und des systematischen Wetteiferns vor Augen.

Ein General, der davon besessen ist, dass die Russen mit einer mörderischen Intrige die Vereinigten Staaten von Amerika auszulöschen versuchen, befiehlt einen atomaren Angriff auf die Sowjetunion.

Schon bald stellt sich heraus, dass dieser Befehl völlig grundlos gegeben wurde, woraufhin im Pentagon die Hölle los ist (die Zivilbevölkerung weiß von nichts)!

Mit allen Mitteln versuchen renommierte US-Generäle sowie der Präsident der Vereinigten Staaten, Kontakt zu den Sowjets aufzunehmen und das Schlimmste zu verhindern (unvergesslich: das Telefongespräch zwischen den beiden unbeholfenen Staatschefs der Supermächte).

Tatsächlich scheint sich zum Ende hin alles zum Guten zu wenden, doch da ist noch ein Flugzeug, voller braver, pflichtbewusster amerikanischer Soldaten, das den Rückholbefehl nicht empfangen hat...

Das sich ein solches Szenario tatsächlich hätte ereignen können, erscheint aus heutiger Sicht etwas befremdend, sehen wir uns gegenwärtig ja nicht (direkt) mit dem Ost-West-Konflikt (so wie im Kalten Krieg) konfrontiert.

Trotzdem hat Mr. Kubrick den Nagel absolut auf dem Kopf getroffen. Wahrscheinlich zeigt "Dr. Seltsam" viel mehr Realität, als den meisten lieb ist.

Der Film (der übrigens Schwarzweiß ist) bezieht seine Klasse aus einzelnen Dialogen sowie aus der Zur-Schau-Stellung mehrerer "Welten" (die durch Atmosphäre, Musik und Räumlichkeiten zusätzlich verstärkt bzw. "differenziert" werden):

- zum Einen sind da die Piloten, die nichts anderes im Sinn haben, als ihrem Land zu

dienen und die nicht ahnen können, dass sie im Begriff sind einen Befehl auszuführen, der von einem Wahnsinnigen stammt (wobei: jeder, der diesen Befehl gegeben hätte/gibt müsste wohl als "wahnsinnig" bezeichnet werden!).

- Schließlich die militärische Führung, die der atomaren Auseinandersetzung gar nicht

so sehr abgeneigt scheint und die scheinbar über mehr Macht verfügt als ihr Vorgesetzter, der Präsident.

- Weiters: Die beiden Staatsoberhäupter, die nicht mehr als austauschbare Marionetten

zu sein scheinen. Sie haben bestimmt nichts Böses im Sinn, doch sie ahnen nicht, wie abhängig sie von ihren Untergebenen sind.

- Letztlich ist da noch dieser dubiose (Ex-)Nazi-Wissenschaftler, Dr. Seltsam (u. a. von Sellers gespielt), der gegen Ende des Films seinen großen Auftritt hat, als er vorschlägt, im Falle eines atomaren Gegenschlags, eine Rasse von Supermenschen im Bunker des Pentagon heranzuziehen, um für das Weiterbestehen der Menschheit (nach Ablauf der radioaktiven Halbwertszeit) zu sorgen. (Anm.: Die Idee mit den gesunden, kräftigen, schönen Menschen ist wohl aktueller denn je, denkt man beispielsweise an diverse Krankenkassendiskussionen!).

Sehr gelungen ist, neben den vielen anderen Dingen, vor allem auch das Ende des Films:

Während im Hintergrund eine fröhliche, unbeschwerte Musik spielt, sieht man Bilder mehrere explodierender Atombomben in Folge. Typisch Stanley Kubrick!

Fazit: Man kann herzhaft lachen, man kann aber auch bitterlich weinen.

Lassen wir nicht zu, dass die Staatschefs dieser Welt über unsere Köpfe hinwegentscheiden!

Absolut gelungen, nur manchmal etwas langweilig.

(Weiters toll: Extra-DVD mit Interviews und entfallenen Szenen!)
22 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juni 2012
Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, als die Menschheit gerade in Angst zu erstarren drohte, einen Film wie "Dr. Seltsam" zu drehen, muss ein ziemlich kühnes und gewagtes Unterfangen gewesen sein, denn es ist gut vorstellbar, dass beim Anblick dieser beißenden Satire den Zuschauern in den Kinos im Jahre 1964 das Lachen förmlich im Halse stecken blieb, stand die Welt doch kurz zuvor in der Kubakrise tatsächlich am Abgrund einer atomaren Apokalypse. Denn immerhin lässt Stanley Kubrick in dieser Höllenvision den Planeten Erde mit schallendem Gelächter am grotesken Irrsinn von machtbesessenen Militärs untergehen, die jene Technik, die sie selbst geschaffen haben, nicht mehr kontrollieren können. Natürlich kann man den Film auch heute noch als mahnende Warnung sehen, aber gerade die krude Vorstellung, dass unser aller Schicksal, wenn es ganz schlimm kommt, in den Händen von lauter schizophrenen Wahnsinnigen liegt, lässt trotz allem Humors einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen, zumal einige Szenen mit dokumentarischer Authentizität abgefilmt wurden.

Dabei fängt das Ungemach eigentlich ganz harmlos an und zwar mit einer Kopulation hoch über den Wolken. Zwei Flugzeuge sind durch einen Tankschlauch miteinander verbunden und tauschen Flüssigkeiten aus. Dazu erklingen in der Tonspur die mondänen Walzertakte von "Try A Little Tenderness". Viel romantischer kann ein Film über den Atomkrieg nun wirklich nicht beginnen! Der ironische Kontext zwischen Sex und Zerstörungslust wird sich (ähnlich wie später in "A Clockwork Orange") wie ein roter Faden durch die gesamten 95 Minuten ziehen, die schließlich auch mit einer orgiastischen Collage aus kunstvoll aneinandermontierten Atompilzen enden, mit deren ästhetischer Erscheinung man mit viel Phantasie erigierende phallische Skulpturen assoziieren könnte. Hat Meister Kubrick mit dieser obszönen Klammer tatsächlich Recht? Sind Kriege in Wahrheit nur das grausame Resultat einer gestörten maskulinen Libido? Ein beklemmender Gedanke! Zu verantworten hat dieses imposante Schlussfeuerwerk jedenfalls ein hochdekorierter US-General mit dem martialischen Namen Jack D. Ripper, seines Zeichens Kommandant des Luftwaffenstützpunktes Burpleson. Niemand ahnt, dass dieser Ripper ein geisteskranker Irrer ist, der sich in seiner paranoiden Psychose genötigt sieht, einen fatalen Mechanismus in Form von Plan R in Gang zu setzen, weil er in seinem Verfolgungswahn glaubt, dass kommunistische Saboteure die Körpersäfte der Menschen in der westlichen Welt über die Fluoridation des Trinkwassers infiltrieren und vergiften wollen. So instruiert er seinen britischen Austauschoffizier Mandrake Alarmstufe 1 auszulösen und einen codierten Angriffsbefehl an ein Geschwader nuklear bestückter B-52-Bomber durchzugeben, die in einem atomaren Vergeltungsschlag russische Ziele ins Visier nehmen sollen. Nach anfänglicher Skepsis schiebt die Besatzung der Bomberstaffel unter Führung von Major King Kong ihre Bedenken gegenüber dem folgenschweren Befehl beiseite und leitet den Kampfeinsatz ein. Im War Room des Pentagon versucht derweil Präsident Muffley verzweifelt Kontakt mit dem unzurechnungsfähigen Ripper herzustellen, der die Air Base hermetisch abgeriegelt hat und als Einziger dazu in der Lage ist, mit einem Spezialcode die Aktion noch rechtzeitig abzubrechen. Als dies misslingt, entsendet Muffley Truppen, die den Stützpunkt stürmen sollen und telefoniert anschließend mit Moskau, um die Russen vor dem drohenden Angriff zu warnen. Der leicht angetrunkene Premier Kissoff offenbart ihm jedoch, dass die Sowjets bereits im Besitz einer Weltvernichtungsmaschine sind, die sich bei einem Bombardement russischer Ziele automatisch von selbst aktiviert. Muffley und Kissoff beschließen daher die Bomber von der russischen Abwehr abfangen zu lassen. Als Mandrake den Code von Rippers Abbruchbefehl entschlüsselt, gelingt es zwar die Bomberstaffel zurückzuholen, das schwer getroffene Flugzeug von Major King Kong gleitet jedoch weiter Richtung Zielgebiet!

"Dr. Seltsam" ist ein sehr ambivalenter Film, weil makabrer Humor und alptraumhafter Horror auf der Leinwand ebenso nah beieinander liegen wie Lust und Schrecken auf der Seite des Zuschauers. Ein Zwiespalt, der sich insbesondere in den vielen absurden Figuren manifestiert, die von Kubrick ganz bewusst zu Karikaturen verzerrt werden, die direkt aus einem bizarren Comic-Strip entsprungen sein könnten. Brillant agiert hier Peter Sellers, der gleich in drei verschiedenen Rollen zu sehen ist. Als Offizier Mandrake parodiert er typisch britische Verhaltensweisen, als US-Präsident Muffley übt er sich in weltmännischer Gelassenheit und als deutscher Wissenschaftler Dr. Seltsam kann er seinen rechten Arm, der reflexartig zum Hitlergruß ansetzen möchte, kaum noch unterdrücken und entlarvt damit, welch faschistoides Gedankengut hinter der Idee steckt, einen elitären Kern der menschlichen Rasse in einem Bergwerk unterzubringen, um somit deren Überleben zu sichern. Was hat dieser Ex-Nazi überhaupt in der Schaltzentrale einer Supermacht zu suchen? Äußerst merkwürdig dieser Dr. Seltsam! Mein persönlicher Favorit aus diesem bunten Sammelsurium an Witzfiguren ist der borniert-infantile General Turgidson, grandios in Szene gesetzt von George C. Scott, der im Stile eines stocksteifen, Kaugummi kauenden, kriegsgeilen Hasardeurs versucht, sich zum Antipoden von Präsident Muffley aufzuschwingen und ihn davon zu überzeugen, Rippers Aussetzer zu einem Großangriff auf den Feind zu nutzen. Dieser Turgidson ist ein Typ, der sehr viel Wert auf seine reichlich mit Orden ausstaffierte Autorität legt und sich stets bemüht, zu suggerieren, wie bitterernst es ihm ist. Dabei schießt er aber dermaßen weit über das Ziel hinaus, dass er sich in seiner übertriebenen Affektiertheit einfach nur noch abgrundtief lächerlich macht. Er taugt sogar zur tragischen Figur, weil er wirklich der Letzte ist, der merkt, dass seine Hybris mit der Tatsache kollidiert, dass ihm die Lage längst aus dem Ruder gelaufen ist. Wobei die Komik den Horror dieses Mannes eher noch verstärkt, als dass sie ihn abmildert. In eben dieser schrillen Tonart lässt Kubrick die ganze obskure Sinfonie erklingen und knüpft eine Kette aus grotesken Situation, bösen Scherzen und doppelbödigen Anspielungen, um auf subversive Weise die verquere Logik ranghoher Militärs, die wahnwitzigen Doktrin übermächtiger Politiker, die katastrophalen Auswirkungen einer sich verselbstständigenden Technik und das machohafte Imponiergehabe der beiden vor Kraft nur so strotzenden, hegemonialen Supermächte ad absurdum zu führen.

Diese Blu-Ray Disc ist randvoll bepackt mit Bonusmaterial, das nicht nur mit diversen Features, Trailern und einem Making Of aufwartet, sondern auch noch Interviews mit Peter Sellers, George C. Scott und Robert McNamara (Ex-US-Verteidigungsminister) zur Verfügung stellt. Bildformat ist 16:9 Widescreen. Die Tonspur liegt in mehreren Sprachen in Dolby True HD 5.1 vor.
11 Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. September 2010
Eine großartige Satire und einer der wichtigsten Filme über den Kalten Krieg.

Zum technischen: Diese prinzipiell gute Blu-ray Umsetzung sorgt nicht für uneingeschränkten Jubel.

Unbestritten sind Bild und Ton für einen Film dieses Alters hervorragend, es gibt nahezu keine Artefakte im restaurierten S/W-Bild und keinen übertriebenen Surround-Upmix in den auf Englisch, Deutsch und Italienisch in Dolby TrueHD 5.1 gespeicherten Tonspuren, die originale Englische Mono-Tonspur ist ebenfalls enthalten.

Das Bild liegt allerdings nicht im auf dem Cover angegebenen Format 1.66:1 vor, sondern in 16:9 Vollbild 1.78:1. Filmliebhaber wissen jetzt schon, wo der Haken liegt. Kubrick hat diesen Film in 4:3 Vollbild gedreht, mit einem zwischen 1.33:1 und 1.66:1 wechselnden sichtbaren Bildausschnitt. Auf der mir ebenfalls vorliegenden DVD von 2001 ist ein 4:3 Vollbild Transfer des originalen Kino-Bildes zu sehen, mit einem etwas skuril wirkenden schwarzen Balken hauptsächlich am unteren Bildrand bei den Szenen in 1.66:1. Der Blu-ray Transfer in 1.78:1 liefert also ein durchgängig beschnittenes Bild, dem einmal mehr, einmal weniger Bildinformation am oberen und unteren Bildrand zu Opfer gefallen ist. Der Purist hat wieder einmal nur die Wahl, die alte DVD zu behalten.

Die sehenswerten Extras entsprechen denen der 40th Anniversary Edition DVD von 2004, liegen ausschließlich in SD 4:3 Vollbild (teilweise Letterbox) vor, mit Ton in Englisch DD 2.0, dt. Untertitel sind vorhanden.
55 Kommentare| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
NR. 1 HALL OF FAMEam 28. Dezember 2004
"Dr. Seltsam" ist eine exzellent inszenierte, rabenschwarze Komödie, bei einem das Lachen sprichwörtlich im Halse stecken bleiben wird. Nicht umsonst ist der Film längst Kult geworden und war Thema dutzender filmwissenschaftlicher Abhandlungen. Regie-Gott Stanley Kubrick schuf ein Werk, das vor Sarkasmus und Zynismus nur so trieft, in dem die in Wirklichkeit Hilflosigkeit und Lächerlichkeit des Systems, des Milliärs, von Machthabern geradezu triumphalisch enttarnt wird. Kein Wunder, daß der Film bei seinem Erscheinen 1963 für einen handfesten Skandal sorgte, wurde doch die während des kalten Krieges ständig existente Möglichkeit einer millitärischen Eskalation - eines Atomkrieges - wie selten zuvor schonungslos und radikal heraufbeschworen. Peter Sellers spielt etwa herrlich in gleich drei Rollen - es versteht sich fast von selbst, daß man diesen Film in der englischen OV genießen sollte. Allein die Szene am "roten Telefon" ist dermaßen göttlich, daß man sie in Worten hier nicht wiedergeben kann ;-).
"Dr. Seltsam" ist ein perfekt in schwarz-weiß fotografiertes Stück Kino, dabei griff Stanley Kubrick zu völlig neuen Stilmitteln, etwa variiert das Bildformat ganz bewußt zwischen 1:1,33 und 1:1,66, leider wurde dies - auch in der aktuellen Neuauflage - nur unbefriedigend auf DVD transferiert (mancher lernen es offenbar nie...?).
Recht witzig sind die Credits zu Beginn des Films: Ihr Stil findet sich 1:1 in Barry Sonnenfeld's "Men in Black II" wieder, der "Dr. Seltsam" immer wieder als seinen persönlichen Lieblingsfilm bezeichnet hat.
Die DVD bietet ein angenehm ruhiges Bild (vom Formatfehler mal abgesehen) und wurde sehr gut abgetastet. Der gesamte Kontrsatumfang des schwarz-weiß Materials kommt voll zum tragen und gibt dem Film seine ganz besondere visuelle Note, was auf sorgfältige Restaurierung schließen läßt. Als Bonus finden sich auf der zweiten Disc ein ausführliches "Making of...", ein Press-Kit sowie den Kino-Trailer. Der vorliegenden '40th Anniversary Limited Edition' wurde zudem ein schmuckes Booklet spendiert, das großartige Artwork macht dieses 2 DVD-Set zu einem echten Sammlerstück!
11 Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Fragen? Erhalten Sie schnelle Antworten von Rezensenten

Bitte stellen Sie sicher, dass Sie eine korrekte Frage eingegeben haben. Sie können Ihre Frage bearbeiten oder sie trotzdem veröffentlichen.
Geben Sie eine Frage ein.


Benötigen sie kundenservice? Hier klicken

Gesponserte Links

  (Was ist das?)