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Doktor Paranoiski: Roman Taschenbuch – 17. August 2001

4.8 von 5 Sternen 5 Kundenrezensionen

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Prototypen des radikalen Aussteigers sind uns schon aus biblischen Zeiten bekannt: Weltflüchtige, die "in die Wüste gingen", um dort ihr einsames Dasein als Eremiten zu fristen. Doch wohin kann ein Zivilisationsmüder aus dem Wien des 21. Jahrhunderts gehen? In den Wienerwald natürlich! Nachdem der studierte Botaniker Dr. Christoph Salzer seinen Tod vorgetäuscht hat, nimmt er also einen Bus auf den Kahlenberg und taucht in den ausgedehnten Forstflächen unter, die sich entlang der Westseite der Bundeshauptstadt erstrecken. Das Überleben im Wald ist freilich kein Spaziergang. Dem Tode nahe wird Salzer schließlich von der Armee der Unsterblichen aufgelesen.

Diese im Untergrund agierende Guerillatruppe hat sich keine geringen Ziele gesteckt: "erstens die Auflösung der Staaten, zweitens die Abschaffung des Geldes, drittens die Bewaldung der Städte". Ein Kampf gegen Windmühlen, der -- wie sich bald zeigt -- mit umso verschwörerischerem Eifer gefochten wird. Streng organisiert bereitet man sich im Schutze des Waldes auf den Tag X vor. Ohne recht zu wissen, wie ihm geschieht, gerät Salzer ins Zentrum des konspirativen Treibens, wird unter seinem Kampfnamen Doktor Paranoiski zum Helden, schließlich gar zum Märtyrer der Bewegung.

Salzer misslingt sein Ausstieg aus der Gesellschaft also gründlich: Als Eremit gescheitert, wird er zum tragikomischen Revolutionär, wenn nicht gegen, so doch ohne seinen eigenen Willen. Die Armee der Unsterblichen dient als Auffangbecken für Leute wie ihn: Leidende an der Gesellschaft und ihren Zwängen. Durch gemeinsame Realitätsverweigerung entsteht eine eigene, neue Identitäten stiftende Gegenwelt, in der weder die charismatischen Führer fehlen, noch die Mystifikationen und Machtkämpfe, die für militant-missionarische Bewegungen als typisch gelten.

Als grotesk übersteigertes Gedankenexperiment kann der Roman natürlich keineswegs mit durchgängig plausibler Handlung aufwarten. Der eigentliche Lesegenuss liegt aber sowieso in der schieren Abenteuerlichkeit der Ereignisse, die Ernst Molden mit lebendiger Fantasie und sprachlich flüssig erzählt. Die Interpretation bleibt am viele Fragen aufwerfenden Ende dem Leser überlassen, womit man auch wieder im wirklichen Leben wäre. --Mathis Zojer

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ernst Molden, geboren 1967, lebt als Schriftsteller und Songwriter (CD: "nimm mich schwester"; Hoanzl, 2003) in Wien.

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Top-Kundenrezensionen

Von Stephan Urban TOP 1000 REZENSENT am 4. März 2013
Format: Taschenbuch
ernst molden hat wohl wie kaum ein anderer zeitgenössischer autor einen ungetrübten blick in die abgründe und auf die sehnsüchte der wiener seele - so es eine solche überhaupt geben sollte.

das hier ist eine aussteiger- und verschwörungsgeschichte, bizarr überspitzt und gerade deshalb so nachdenklich machend. als wiener kennt man die hier beschriebenen schauplätze, ist schon durch diese wälder gestreift und hat darin vielleicht ähnlich seltsame gedankengänge entworfen, die man hier ausgeformt wiederfindet.

die story schwimmt geradezu im lokalkolorit und ist wahrscheinlich gerade deshalb auch für nicht-wiener interessant, die etwas anderes von dieser stadt lesen wollen, als die üblichen reiseführer.

die seltsamen ereignisse treiben den leser voran, der reportageartige schreibstil vermittelt eine beklemmende realität und irgendwie ist das buch viel zu schnell zu ende.

so seltsam die songtexte von molden's unglaublich guten plattenveröffentlichungen sind, so seltsam und schräg sind auch seine bücher. erstaunlich, wie unterschiedlich der schreibstil zu dem eher im phantastischen angesiedelten roman "austreiben" ist.

molden gehört nicht nur gehört, er gehört auch gelesen!
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Format: Taschenbuch
Wunderbar detailliert, wie Ernst Molden in 31 Kapiteln - aufgeteilt auf drei Teile namens "wald", "berg" und "stadt" - das Aussteigerdasein eines des Lebens überdrüssigen Wiener Stadtmenschen schildert.
Der "Lokalkolorit" ist bis ins kleinste Detail beschrieben, quasi jeder Baum und jedes Haus sind in etwa auch dort, wo sie im Buch beschrieben werden; und selbst die charakterisierten Persönlichkeiten würden realen Personen nicht mehr näherkommen können.
Vom nächtlichen Einbruch in einen Supermarkt über die Sperre der zwei wichtigsten Autobahnen bis zur Entführung des Ministers - in etwa so lässt sich das Spektrum der Pläne beschreiben, welche die "Armee der Unsterblichen" schmiedet - und auch ausführt.
Eine gelungene Mischung aus alternativem Stadtführer, Kriminalroman, sozialkritischen Triller und einem Schuss Erotik.
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Format: Taschenbuch
Die Idee, dass in Österreichs Wäldern Guerillagruppen trätig sind, hat mich fasziniert, auch wenn es meiner Meinung nach noch möglich gewesen wäre, die einzelnen Ideen und Handlungsstränge etwas auszubauen - dann hätte man ein noch längeres Lesevergnügen an dem Buch. Das ist aber natürlich Geschmackssache und regt andererseits auch die Phantasie and.
Ein Buch, dass ich jedem nur empfehlen kann...
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Von Ein Kunde am 14. Oktober 2002
Format: Taschenbuch
Was Moldens Roman ganz besonders auszeichnet, ist seine unheimlich präzise Darstellung der "österreichischen Seele". Die Charaktere in seinen Büchern sind allesamt so plastisch und wirklichkeitsnah beschrieben, daß man manchmal denkt, es komme jemand aus dem persönlichen Bekanntenkreis darin vor. Die Sprache ist stark österreichisch eingefärbt und es wird mit regionalen Ausdrücken nicht gespart. Ebenso werden lokale Legenden und Mythen ganz bewußt mit der Wirklichkeit verwoben, sodaß wie bereits in seinen beiden letzten ausgezeichneten Romanen "Biedermeier" und "Austreiben" eine verzerrte Sicht der Realität entsteht. Damit siedelt sich der junge Autor irgendwo im Grenzbereich zwischen Phantastik und Realismus an, verweigert aber gleichzeitig jede exakte Klassifikation. Auffallend ist bei Molden auch seine offensichtliche Verbundenheit mit der Geographie seiner Heimat - in all seinen Werken tauchen Straßennamen auf, die man selber kennt, es werden Wirtshäuser besucht, in denen der eine oder andere Leser vielleicht schon einmal zu Mittag gespeist hat, und in seinem neuen Buch wird die Wanderung seines aussteigenden Protagonisten durch den nördlichen und südlichen Wienerwald so akribisch genau beschrieben, daß man der Route fast parallel auf einer Wanderkarte folgen könnte. All das zusammen erzeugt im Leser ein Gefühl von hoher Authentizität, das sich auch noch dadurch steigert, daß der Vizekanzler in "Doktor Paranoiski" gewisse Ähnlichkeiten mit einem zeitgenössischen Regierungsmitglied aufweist. Molden zeichnet ein sehr ambivalentes Bild seiner Naturschützer-Truppe.Lesen Sie weiter... ›
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Format: Taschenbuch
Sollte man einfach lesen. Wunderbar schwarzer Humor mit Wiener Seele. Nichts leicht zu lesen, aber es lohnt sich bei diesem schrägen Ende.
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