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TOP 500 REZENSENTam 18. Juni 2015
Thomas Mann kam vor etwa 14 Jahren noch einmal verstärkt in das Bewusstsein. "Schuld" daran war der Fernsehdreiteiler "Die Manns", der das Leben der Familie und insbesondere der Schriftsteller Heinrich und Thomas skizzierte. So kann gut gemachtes Fernsehen die Menschen zum Lesen bringen.

Über den Inhalt geben andere Rezensionen und Literaturführer bestens Auskunft, so dass ich mich auf mein persönliches Leseempfinden beschränken möchte. Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg nicht leicht gefallen ist und ich daher beinahe aufgegeben hätte, wie ich dies vor vielen Jahren während meiner Schulzeit bereits getan hatte. Zum Glück habe ich es nicht getan und dafür wurde ich mehr als belohnt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so von einem Buch vereinnahmt wurde - und dies noch dazu mit einem inhaltlichen Anspruch, der der Sache geschuldet ist und nicht der Eitelkeit des Autors. Kein Wunder, dass Thomas Mann und sein Doktor Faustus knapp 70 Jahre nach Fertigstellung auch heute noch präsent sind und vielleicht sogar auch aktuell.

Vergleiche zu aktuellen Autoren und zeitgenössischer Literatur sind immer schwierig und selten hilfreich, aber ich bin mir sicher, dass einige - mit Sicherheit nicht alle - heute gefeierten Autoren in 70 Jahren vergessen sind. Mich hat das Buch nicht nur zum Lesen motiviert, es hat mich auch zusätzlich motiviert, den einen oder anderen Klassiker anzugehen.
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am 15. März 2015
Dieser Roman ist neben einem faszinierenden musik- und kunstwissenschaftlichen Essay vor allem die Geschichte der Tragödie des deutschen Volkes und ein Versuch, deren Gründe zu finden. Der Leser spürt, wie sehr Thomas Mann unter der Katastrophe des Nationalsozialismus persönlich gelitten hat. So ist "Doktor Faustus" derjenige seiner Romane, bei dem er am wenigstens Distanz hält: In keinem anderen seiner Werke öffnet er sich dem Leser so sehr wie in diesem.

Vielschichtig und vor dem Hintergrund von eindrucksvoll gezeichneten literarischen Figuren zeigt Thomas Mann Wechselwirkungen von Kunst, Kultur, Moral und dem Gang der Geschichte auf. Die Kühnheit der Konstruktion, den Faust-Mythos mit dem Schicksal eines Künstlers und zugleich symbolisch mit dem der Deutschen zu verknüpfen, macht seinen letzten vollendeten Roman zu seinem größten.

Will man den "Doktor Faustus" verstehen, sollte man idealerweise zuvor "Buddenbrooks" und "Zauberberg" lesen, da viele der im "Doktor Faustus" aufgebrachten Gedanken Weiterentwicklungen aus seinen früheren Romanen sind.

Zur Kindle-Edition lässt sich sagen, dass diese - vor allem im Vergleich zu anderen Kindle-Büchern - sorgfältig bearbeitet und sehr gut lesbar ist. Dem Verlag S. Fischer ist zu danken, dass er sich moderneren Medien nicht verschließt.
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am 19. Januar 2016
Ein sprachlich und psychologisch hochrangiger Roman. Gerne lese ich das Werk zum wiederholten Male. Immer wieder entdeckt man Neues oder bisher wenig Beachtetes. Ein intellektuelles Vergnügen!
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am 21. Februar 2014
Mein Großvater hat im großen Krieg gegen die Deutschen gekämpft. Mein Vater war 1940 in Dünkirchen dabei, als wir wie die Hasen vor den Deutschen geflohen sind. Ich selbst kannte jemanden, der bei er Befreiung Bergen-Belsens dabei war. Alle drei Männer hat die Frage nie losgelassen, wie dies alles passieren konnte. Alle drei haben Deutschland bewundert - irgendwie sogar geliebt. Alle drei hat dabei die Frage nie losgelassen, wie ein solch hochkultiviertes Volk sich an den Anstreicher aus Braunau verlieren konnte, wie ein so begabtes Volk in diesen Abgrund der Bestialität fallen konnte. Nun, es gibt viele kluge Arbeiten zu diesem Buch, es gibt noch viel mehr kluge Rezensionen dazu - alle besser wie die, die ich hier reingestellt habe. Ich möchte den persönlichen Bezug zu diesem Buch betonen. Dieses Buch gibt keinen Antworten, es stellt nicht einmal viele Fragen, es erklärt nichts. Aber, und das ist aus meiner Sicht das Wunderbare an diesem unvergleichlichen Werk, es stellt einen Ozean des Erinnerns bereit, in den man eintauchen kann.

Ich bin Anfang der 60er Jahre geboren - lange nach der Katastrophe von 1914, lange nach dem Untergang einer alten Welt, lange nach dem Abfall Deutschlands in die Barbarei. Aber dieses Buch hat mich immer beunruhigt, weil ich wie mein Großvater und mein Vater zu dem Schluß kam, dass Deutschland diesen Weg in die Barbarei genommen hat, WEIL es eben so glänzend in allen Bereichen war: Vor '33 - egal was es war - die Deutschen waren immer die Besten. Die kulturellen Leistungen dieses Volkes vor 1945 lassen sich vielleicht nur mit dem perikleischen Zeitalter vergleichen. Aber all das, all diese Blüte hat dieses Volk nicht davor bewahrt in einen Abgrund zu steigen, dessen Schlund von schwärzesten Schwarz war. Dieses Buch hat mich von einem überzeugt: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Kultur und Gewalt. Ich weiß nicht, beinhaltet vielleicht jede kulturelle Höchstleistung ein moralisches Versagen in sich? Und ja, man kann abends die Winterreise von Schubert hören und am nächsten Tag Unschuldige ins Gas schicken. Davor bewahrt die Kultur einen nicht. Aber wenn dem so ist, welchen Sinn hat Kultur dann überhaupt? Das sind die Fragen, die aus der Lektüre dieses gewaltigen und - ich kann es nicht anders schreiben - solitären Werkes entstehen. Mein Vater und mein Großvater waren einfache Männer. Aber auch sie haben dieses Buch gelesen, und meinem Großvater half beispielsweise das 14. Kapitel - Leverkühns Gespräche mit den völkischen Studenten - besser, die Mentalität der Eliten vor 1914 zu verstehen, wie jedes andere Buch. Was ich sagen will: Mit einer gewissen Lebenserfahrung (Krieg, Gewalt, Terror etc.) und bestimmten Fragestellungen ist dieses Buch eine Offenbarung. Nicht, das es irgendetwas erklärt, aber man fängt an Fragen zu stellen, auf die man so niemals gekommen wäre.

Dieses Buch ist eine Meditation über Kultur und Gewalt, über die Verflechtung des Einzelnen mit seiner Zeit, es ist eine ewige Rebellion gegen den Zeitgeist. Eines der besten Bücher die je geschrieben wurden.
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am 30. August 2013
Vorweg: Diese Bewertung bezieht sich nicht auf den Inhalt des Romans, also nicht auf Thomas Manns Geschichte über den Tonsetzer Adrian Leverkühn (denn der Inhalt wird jedem Thomas Mann-Liebhaber bekannt sein), sondern lediglich auf die neue Taschenbuch-Ausgabe in der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, herausgegeben von "Fischer Klassik".

Pro: Die Taschenbuchversion besticht durch ihr außerordentlich praktisches Format. Auch unterwegs lassen sich diese Fischer-Klassik-Ausgaben gut konsumieren, ohne dass man viel Gewicht mit sich herumschleppen muss. Die Faustus-Ausgabe ist zudem ein optischer Augenschmaus. Zwar hätte eine etwas anders gewichtete farbliche Gestaltung meiner Meinung nach besser zu Thomas Manns unheilvoller Geschichte gepasst (schwarzer statt weißer Hintergrund, und weiße statt schwarze Schrift). Aber davon abgesehen gefällt mir das puristische Cover mit dem inhaltlich passenden Metronom sogar besser als das Titelbild der ohnehin gelungenen Fischer Taschenbuch Ausgabe von 1990. Am Ende des Werkes findet sich ein zweiseitiges Nachwort von Ruprecht Wimmer und eine Time-Line mit den wichtigsten Daten zu Leben und Werk des Autors.

Kontra: Leider bestehen die Seiten aus äußerst dünnem Papier, sodass nicht nur die Buchstaben der vorangegangenen Seiten, sondern auch leichte Bleistiftmarkierungen (Stärke 0.7!) kräftig durchscheinen. Durch die dünnen, mehr als 700 Papierseiten und den ebenfalls instabilen Einband, "wabbelt" das Buch, wenn man es geschlossen in der Hand trägt. Im Rucksack oder in der Tasche kommt es deshalb leicht zu Schäden, Knicken und Eselsohren. Dies lässt sich durch ein Lesezeichen mit Gummizug oder einen Einband aus Karton vermeiden, ist aber insgesamt störend.
Andererseits: Für den im Vergleich zur Hardcoverausgabe (ca. 40,00 Euro) geringen Preis (etwa 13,00 Euro), lassen sich gewisse Nachteile hinnehmen.
Auch das etwas dürftige Zusatzmaterial lässt sich wohl auf den erschwinglichen Preis zurückführen. Für Thomas Mann-Kenner ist die Timeline wohl eher überflüssig, wenn auch nicht störend. Das Nachwort, das über Fassung und Entstehungsumstände Auskunft gibt, hätte dagegen nach meinem Geschmack etwas länger ausfallen dürfen. Aber auch hier gilt einzuwenden, dass es für weitere Informationen nicht nur eine Fülle von Sekundärliteratur, sondern auch die "Entstehung des Doktor Faustus" vom Autor selbst und den "Kommentarband" der "Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe" gibt.

Fazit: Eine ästhetisch ansprechende Ausgabe, die den Wunsch weckt, alle Bände zu sammeln und in seinem Regal auszustellen. Leider schwächelt die Haptik etwas im Vergleich zur gelungenen Optik. Besseres Papier (auch für ein paar Euro mehr) würde dem Format guttun.
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am 8. Oktober 2010
Doktor Faustus. 22 CDs: Das Leben des Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
Wenn man Thomas Mann gelesen hat, sollte man einen Versuch mit dem unvergleichlichen Gert Westphal als Vorleser wagen, es eröffnet einen neuen Zugang zu Thomas Mann. Z.B. ist mir bei der Lektüre früher nicht so deutlich aufgefallen, wie witzig TM sein kann. TM's wunderbare Sprache - einschließlich seiner spezifischen Wortschöpfungen - werden von Gert Westphal sehr eingängig und vor allem in den unterschiedlichen Rollen gelesen.
Zu empfehlen auch die Kombination von i-Pod und Hörbuch, als abendliche Unterhaltung einfach besser als Fernsehen (die Zeiten der Fußball-WM sind hiervon natürlich ausgenommen).

monsieurfuchs
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am 31. Januar 2013
Ich bin wohl kinästhetisch veranlasst, wenn es ums Lesen geht. Daher habe ich absichtlich nach Roman-Versionen aus den 50er, 60er Jahren gesucht wegen dem steiferen Papier und Lederbund. Man muss sich aber an der etwas anderen Typographie damals gewöhnen. Sie ist schon etwas Anspruchsvolles für meine Augen. (Eine Freundin von mir hat eine aktuellere Fischer-Version. Daher erlaube ich diese Anmerkung.;oP)
Das Buch habe ich noch nicht bis Ende gelesen. Ich habe den Eindruck, es ist keine leichte Kost, obwohl es viel Spaß macht, wenn man sich auskennt in den Szenerien, beispielsweise dort, wo man selbst studiert und großzügig mit Termini umgeht, auch gerne bei spaßhaften, alltäglichen Themen. Dann fühlt man sich als Student trefflich parodiert, dass man auflachen muss. Wie gesagt muss man sich Zeit nehmen als Leser, um die Neckerei seitens des Autors zu genießen.
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am 11. Juli 2014
Gert Westphal liest Thomas Mann und ich kenne keinen Besseren Interpreten für diesen Dichter. Eine schwere Entschlüsselung des Inhalts, aber lohnenswert und in einer rauschhaft vielfarbigen deutschen Sprache. Die Lieferung kam ganz pünktlich in meinem Hotel an und die CD's waren neu, wie ja auch bestellt. Ich danke für die schnelle reibungslose Hilfe.
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am 15. April 2014
Thomas Mann ist immer wieder eine Neu-Entdeckung für mich.

Er sollte jedem Deutschen in die Hände gelegt werden. Erstklassig geschrieben und
voller Psychologie. Wo sind die heutigen Schriftsteller mit dieser Qualität?
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am 11. Juli 2017
Schnelle Lieferung und guter Zustand der Ware durch praktische Verpackung zum Aufreißen.

Als Thomas Mann-Liebhaber bin ich zwar voreingenommen, inhaltlich ist das Buch aber ebenfalls zu empfehlen!
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