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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
66
4,7 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 21. Dezember 2016
Franz Werfel beschreibt hier in einer spannenden und sehr schönen Sprache die Verhältnisse in der Türkei und Armenien; ich habe das Buch noch nicht durchgelesen, freue mich jedoch um jeden Moment sprachlich einzutauchen in die Kultur und Kenntnis zu erhalten um das, was damals geschah
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am 29. März 2013
Wieder einmal ein Buch von Werfel das jede Minute der Lebenszeit bereichert.
In jeder Hinsicht zum Weiterempfehlen. a b c
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TOP 100 REZENSENTam 2. Mai 2016
Ich habe die Geschichte vom Überlebenskampf eines kleinen armenischen Dorfes verschlungen, das Schicksal der Kämpfer, ihr Überleben, die Rettung in letzter Minute durch ein Schiff der Alliierten, all das hat mich tief berührt. Werfel zeichnete eine Vision, dass es in einer Welt der Mächtigen und der Gewalt doch eine Gerechtigkeit gibt, dass die Gerechten am Ende überleben.
Bedenkt man, dass der Mussa Dagh in eben jener Gegend liegt, wo heute wieder viele um ihr Überleben kämpfen, wo sich alle Mächtigen dieser Welt einmischen und ihre egoistischen Ziele verfolgen, ohne Rücksicht auf die Völker Syriens oder der Türkei, dann hat Werfel ein wahrhaft zeitloses Stück geschrieben, auf dessen gutes Ende wir immer noch warten.....
Dr Rüdiger Opelt, Autor von "
Rezension bezieht sich auf: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe (Taschenbuch)
Gottmans Geheimnisse sind keine, denn jeder erfahrene Ehepartner wird unterschreiben, was in diesem Buche steht. Sich zuwenden, sich respektieren, Konflikte konstruktiv durcharbeiten, tolerant sein..... - alle lang Verheirateten haben diese Rezepte erprobt und sind damit gut gefahren. Neu an Gottman ist aber, dass er die Dimensionen der Partnerschaft wissenschaftlich erforscht hat und der Liebe damit einen exakten Boden gibt. Er beschreibt auch die "4 apokalyptischen Reiter " die jede Ehe ruinieren. Jeder Leser hat dann die Wahl, welchen Weg er einschlagen will - den glücklichen oder den unglücklichen.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von Tantalus Welt: Die Überwindung nationaler Traumata
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am 10. Juni 2012
Warum kann ich für dieses Werk von Franz Werfel nur 5 Punkte vergeben - verdient es doch 8 oder 10 Punkte.
Manchmal kam es mir vor, ich würde einen Wildwest- oder Kriminalroman lesen, doch dann kniff ich mir in den Arm und wurde mir wieder bewußt, daß der Inhlt des Buches zu über 95% auf Tatsachen beruht. Die rd. 900 Seiten des Romans habe ich innerhalb weniger Tage, manchmal weit über Mitternacht hinaus, gelesen, so sehr hat es mich fasziniert und gefesselt. Selbst Nachrichten über die Eurokrise wurden versäumt. Es ist aber nicht nur der politische und geschichtlicher Inhalt, welcher fesselt, sondern bewundernswert ist ebenfalls die Sprachgewalt dieses Schrifstellers und die feinsinngen Charakterbeschreibungen der handelnden Personen - ein literarischer Genuß. Und dann die Geschichte - welch ein Kontrapunkt!

Schrecklich was der Mensch den Menschen antun kann: Die Türken den Armeniern und und rd.25 Jahre danach die Deutschen den europäischen Juden!

Immer wieder mußte ich Vergleiche anstellen: Analogien auf Analogien.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in allen Schulen sein und jeder Gebideter sollte es lesen!

10 Punkt!
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am 1. Januar 2017
Rezension des Buches „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel, erschienen und © 2016 bei Anaconda Verlag GmbH, Köln

Das Buch "Die vierzig Tage des Musa Dagh" erschien zuerst 1933 im Verlag Paul Zsolny in Wien. Der Text der besprochenen Ausgabe folgt der Erstausgabe. Es befasst sich mit dem Völkermord der Türken an den Armeniern im Jahre 1915.

Laut Wikipedia ist Armenien ein Binnenstaat im Kaukasus und liegt im Bergland zwischen Georgien, Aserbaidschan, dem Iran und der Türkei. Das Land entspricht dem nordöstlichen Teil des ehemals viel größeren armenischen Siedlungsgebiets, das jedoch in der wechselvollen Geschichte Armeniens nur selten ein vereintes Reich war. Der Völkermord an den Armeniern geschah während des Ersten Weltkrieges unter Verantwortung der von der jungtürkischen Bewegung gebildeten Regierung des Osmanischen Reiches. Bei Massakern und Todesmärschen in den Jahren 1915 und 1916 kamen je nach Schätzung zwischen 300.000 und mehr als 1,5 Millionen Menschen zu Tode. Die Ereignisse sind durch umfangreiches dokumentarisches Material aus unterschiedlichsten historischen Quellen belegt. Die christlichen Armenier sehen in ihm ein ungesühntes Unrecht und fordern seit Jahrzehnten ein angemessenes Gedenken auch in der Türkei. Dagegen bestreiten die Regierung und die offizielle türkische Geschichtsschreibung der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei, dass es sich um einen Völkermord gehandelt hat. Sie bezeichnen die Deportationen als „kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahmen“, die notwendig geworden seien, da die Armenier das Osmanische Reich verraten, seine damaligen Kriegsgegner unterstützt und ihrerseits Massaker an Muslimen begangen hätten. Die Todesfälle führen sie auf ungünstige Umstände und lediglich vereinzelte Übergriffe zurück. Der Streit um die Anerkennung dieses Genozids als historische Tatsache belastet bis heute die Beziehungen zwischen der Türkei einerseits und Armenieren, sowie zahlreichen westlichen Staaten, insbesondere Deutschland. Der Deutsche Bundestag hatte lobenswerterweise 2016 eine entsprechende Resolution gefasst, die vom türkischen Diktator Erdogan scharf verurteilt wurde und durch die Halsstarrigkeit von Erdogan zu einer Belastung des deutsch-türkischen Verhältnisses führte. Papst Franziskus hat diesen Völkermord der Türken mehrmals öffentlich kritisiert.

Zum Inhalt des Buches:

Der armenische Türke Gabriel Bagradian lebt in seinem Elternhaus in Yoghonoluk, am Rande des Berges Musa Dagh. Sein sagenumwobener Großvater Awetis Bagradian hatte das Haus gebaut, in dem er und später seine Eltern mit ihren zwei Kindern gewohnt hatten. Er war der Gründer einer internationalen Teppichweberei, deren Sitz Istanbul war mit Niederlassungen in Paris, London und New York. Der Bevölkerung war der Großvater in Erinnerung geblieben, weil er nach einem besonders gelungenen Geschäftsjahr eine Schiffsladung von Singer-Nähmaschinen verteilen ließ. Gabriel wurde in dem Haus geboren.

Gabriel Bagradian war dreiundzwanzig Jahre in Paris. Dort heiratete er noch sehr jung seine Frau Juliette. Sein Bruder, der auch Awetis heißt und ein einsamkeitssüchtiger Sonderling ist, ging zurück in die Türkei und reaktivierte das Anwesen des Großvaters. Gabriel Bagradian ging in Paris aufs Gymnasium und studierte an der Sorbonne. Er empfing eine Jahresrente des Handelshauses, die ihn zum freien Mann und Gelehrten machte. Gabriel ist 35 Jahre, Juliette 34 Jahre und ihr gemeinsamer Sohn Stephan dreizehn Jahre alt.

Dann ereilte ihn das Schicksal. Sein Bruder teilte ihm nach Paris mit, er sei ein schwerkranker Mann und forderte ihn auf, seine Interessen bei der Umwandlung des Familienunternehmens in eine Aktiengesellschaft zu wahren, die der Bruder angesichts seines zu erwartenden nahen Todes veranlasst hatte. Der Bruder starb. So kam Gabriel zurück in seine Heimat in das Haus des Großvaters in Yoghonoluk.

Es ist das Jahr 1915. In Europa tobt der erste Weltkrieg. Auch deswegen kann Gabriel nicht mehr nach Frankreich zurück. Seine französische Frau Juliette ist mit dem Umzug in seine Heimat einverstanden und blüht dort zunächst auf. Gabriel hat sich in Aleppo bei dem Ersatzbezirk seines Regimentes gemeldet. Dies verlangt seine Offiziersehre als türkischer Soldat. Er rechnet mit seiner baldigen Einberufung. Doch die armenischen Türken werden nicht mehr einberufen.

Gabriel Bagradian erkundigt die sieben Dörfer am Fuße des Musa Dagh und die Landschaft. Damit lernt er immer mehr Land und Leute kennen, und er wird sich zunehmend stärker seines armenischen Wesens bewusst. Im Gespräch mit dem gregorianischen Priester Ter Haigasun erfährt er von der Verhaftung von armenischen Intellektuellen in Istanbul. Dann kommen der protestantische Pfarrer Aram mit seiner schwangeren Frau und seiner geliebten Schwester und einem Waisenkind in das Dorf. Sie kommen aus Zeitun. Dort wurden alle armenischen Bewohner deportiert.

Der deutsche evangelische Geistliche Dr. Johannes Lepsius versucht, in einem Gespräch mit dem türkischen Kriegsminister Enver Pascha weitere Deportationen von Armeniern zu verhindern. Er ist ein Freund der Armenier und hat sich deren Sache zu Eigen gemacht. Es gelingt ihm jedoch nicht, den Kriegsminister zu überzeugen.

Der Autor geht auf die dreckigen Seiten dieser Deportationen anhand einzelner Beispiele ein, die für die Menschen mit dem Tod endeten. So wurde ein Volk nahezu ausgerottet.

Gabriel Bagradian erfährt, dass türkische Beamte und Polizisten in die sieben Dörfer des Musa Dagh kommen werden, um die Armenier abzuholen und nach Osten zu bringen. Der Name von Bagradian und seiner Familie steht obenan auf einer Liste unerwünschter Personen. Auf einer großen Versammlung der sieben Dörfer des Musa Dagh entscheidet sich die Mehrheit der 5.000 Menschen demokratisch per Wahlen mit Zetteln für den Widerstand gegen die Türken. Sie wählen den Priester Ter Haigasun als obersten Geistlichen und einen Führerrat, in dem Bagradian für die Verteidigung zuständig ist. So wird aus einem abgehobenen Wissenschaftler in kurzer Zeit ein Führer der armenischen Menschen in den sieben Dörfern mit strategischem Durchblick.

Ein geringer Teil der Bewohner die sieben Dörfer bleibt zunächst in den Dörfern. Sie ziehen mit Pastor Nokhudian in die Verbannung, wie es von den Türken gewünscht wird. Der andere, größere Teil geht oben auf den Berg in den Damjalik, einer „Stadtmulde“. Sie nehmen Verpflegung und sonstige Vorräte mit und errichten einen großen Altar in der Mitte der Mulde und bauen sich Unterkünfte und Zelte.

Mit Glück und strategischem Raffinement von Bagradian gewinnen sie drei Schlachten gegen die Türken.

Doch die Ehe zwischen Julilette und Gabriel zerbricht unter ihrem armenischen Schicksal. Juliette wird sehr krank.

Pastor Dr. Johannes Lepsius versucht wieder einmal, sich beim Auswärtigen Amt in Berlin für die Armenier einzusetzen. Er stößt erneut auf Unverständnis.

Stephan Bagradian fühlt sich von Vater und Mutter verlassen und ist deswegen ausgerissen. Er folgt seinem von ihm bewunderten Freund und Konkurrenten Haik auf dem gefährlichen Weg nach Aleppo, wo Haik im Auftrag der Gemeinschaft des Musa Dagh einen Brief an den amerikanischen Konsul Jackson überreichen soll mit der Bitte um Hilfe für die Kämpfer. Nach einer Erkrankung von Stephan zieht Haik allein weiter. Stephan will zurück auf den Damjalik, wird von Türken gefangen genommen und von türkischem Militär erschossen. Die Gemeinde trauert um ihn und begräbt ihn in der Stadtmulde. Die Gruppe in der Stadtmulde zerfällt immer mehr.

Am zweiunddreißigsten Tag trat die große Katastrophe ein. Eine Abteilung der türkischen Truppen rückt nachts aus zu den Weiden der Tiere, die der Versorgung der Gruppe in der Stadtmulde dienen, erschlägt ein paar alte Greise, die bei den Tieren schlafen, und treiben die Herde zu Tal. Damit habe die Menschen in der Mulde nur noch Verpflegung für drei bis vier Tage. Ihr Aushungern steht bevor. Die Türken brauchen nur noch abzuwarten.

Gabriel Bagradian vernachlässigte seine Befehlshaberpflichten. Eine Abordnung konservativer Türken besucht Bagradian. Sie bringen zur Unterstützung Lebensmittel mit. Und wollen Bagradian in Sicherheit bringen. Dieser lehnt ab, weil er sich seinem Volk zugehörig fühlt.

Ter Hagasun lässt die restlichen Vorräte verteilen. Die Türken rüsten zur großen Schlacht. Doch dann tritt das erhoffte Wunder ein: Ein französischer Flottenverband kommt vorbei, beschießt die Türken, die daraufhin die Flucht ergreifen, und nimmt die Verwundeten und die Kämpfer der Stadtmulde auf. Gabriel Bagradin will dem Rummel entfliehen. Er sucht nur noch Ruhe Die 40 Tage auf dem Musa Dragh haben auch ihn geschafft. Er geht noch einmal zur Stadtmulde. Und sucht einen Ort zum Schlafen. Gegen diesen Schlaf gibt es keinen Willen und keine Kraft mehr. „ Gabriel Bagradian hatte den Schlaf, nein, er hatte den Tod“, schreibt der Autor. Dann wacht er auf. Von oben sieht er die Schiffe abfahren. Erst will er sich bemerkbar machen, doch dann vermeidet er dies. Blitzartig wird ihm klar, dass er dies gar nicht will. Er will da bleiben und lebt in tiefer Einheit mit sich selbst. „Sein Leben ist gelenkt und daher geborgen“. Er geht zum Grab seines Sohnes und verweilt dort. Dann wird er von den Türken erschossen. “Er hatte Glück. Die zweite Türkenkugel durchschmetterte ihm die Schläfe. Er klammerte sich ans Holz, riss es im Sturze mit. Und das Kreuz des Sohnes lag auf seinem Herzen.“

Franz Werfel war ein österreichischer Schriftsteller jüdischer Herkunft mit deutschböhmischen Wurzeln. Er ging aufgrund der nationalsozialistischen Herrschaft ins Exil, wurde 1941 US-amerikanischer Staatsbürger und war ein Wortführer des lyrischen Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller. Sein historischer Roman Die vierzig Tage des Musa Dach machte ihn bekannt. Er hat darin einfühlsam und nachvollziehbar über die Armenier und den an ihnen von den Türken verübten Völkermord geschrieben. Damit hatte er schon Anfang der 1930er Jahre diesen Genozid literarisch aufgearbeitet und öffentlich gemacht. Die Lügen der heutigen türkischen Regierung werden bereits mit diesem Buch aus dem Jahre 1932 entlarvt. Die Armenier waren den Türken als Christen geistig-kulturell überlegen. Dies spürten die Türken und deswegen verfolgte der türkisch-arabische Mob die Armenier gnadenlos.

Die Lektüre dieses Buches lohnt sich. Dies Buch ist ein Jahrhundertbuch. Bundeskanzlerin Merkel sollte dies Buch zu einem ihrer nächsten Besuche bei dem Hühnerfreund Erdogan als Gastgeschenk mitnehmen und ihm zur Lektüre empfehlen. Das Buch ist interessant und spannend geschrieben und bringt dem Leser die damaligen Geschehnisse nahe. Gerade in den heutigen Zeiten einer sich zur Diktatur gewandelten Türkei und der permanenten türkischen Leugnung dieses Völkermordes kann ich die Lektüre bestens empfehlen. Dies ist eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Es klärt auf im guten Sinne des Wortes. Dieser grausame Genozid darf nicht vergessen werden! Das Buch sollte Pflichtlektüre an deutschen höheren Schulen werden.

Nachsatz (aus: Wikipedia):

Das Buch wurde von vielen Juden gelobt, die darin Anspielungen auf das Judentum und Israel sahen. Musa Dagh wird oft mit dem Widerstand in den jüdischen Ghettos während des Zweiten Weltkriegs verglichen. Eines von ihnen, das Ghetto von Bialystok, fand sich in der gleichen Situation wie der Musa Dagh. Im Februar 1943 wurde Mordechai Tenenbaum vom Wilnaer Ghetto geschickt, um den Widerstand in Bialystok zu organisieren. Aus den Aufzeichnungen der Sitzungen: „Nur eins bleibt für uns: den kollektiven Widerstand im Ghetto zu organisieren, um jeden Preis! Das Ghetto als unseren Musa Dagh zu betrachten, um ein ehrenvolles Kapitel des jüdischen Bialystok und unserer Bewegung in die Geschichte zu schreiben!“ ,so Tenenbaum.

Exemplare des Buches gingen von Hand zu Hand unter den Ghetto-Verteidigern, die ihre Situation mit den Armeniern verglichen. Nach umfangreichen Aufzeichnungen von Hermann Kruk in der Wilnaer Ghetto-Bibliothek wurde dieses Buch zum beliebtesten unter der Ghetto-Leserschaft, wie auch in den Memoiren von Überlebenden, die in der Bibliothek gearbeitet haben, berichtet wird.
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am 23. Mai 2017
Der Roman beschreibt sehr eindrücklich den Völkermord an den Armeniern in der Türkei (ottomanisches Reich bis Syrien und Mesopotamien) zur Zeit des ersten Weltkrieges.
Im Rahmen einer sehr spannenden Handlung zeigt Franz Werfel vor allem auch die politischen, religiösen und kapitalistischen Hintergründe dieses schrecklichen Genozids auf. Deportation ins Nichts von Hundertausenden! Und die Westmächte - allen voran Deutschland als Verbündete - haben das geduldet und möglichst nicht zur Kenntnis genommen.
Bis heute rüttelt keiner in Deutschland an diesem Thema, Erdogan und die Türkei werden immer noch gebraucht.
Weil der Autor zeitnah und nach einer längeren Reise in die Türkei diesen Roman geschrieben hat, kann man davon ausgehen, dass die Fakten genauer und ehrlicher sind als es heutzutage wahrgenommen wird.
Wer Franz Werfel liest, muss sich auf eine literarische Sprache einlassen, in der Stimmungen, gesellschaftlich offene und geheime Konflikte, Naturerleben, Schreckliches und Schönes manchmal sehr umfangreich umschrieben - oft auch "satirisch" - sind.
Es ist ein langes Buch und eben große Literatur und ein Tatsachenbericht.
UNBEDINGT LESENSWERT.
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am 26. November 2015
Leider ist die Schutzhülle in schlechtem Zustand (zerrissen), außerdem dauerte die Zustellung ungewohnt lange, deshalb nur 4 Sterne - ansonsten ist das Buch ok. Ein gewaltiger Roman über die Vertreibung bzw. beinahe Ausrottung der Armenier zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Sehr lesenswert!!!
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am 28. September 2016
Ein großartiger Roman. Er packte mich beim Wiederlesen, Jahre nach der Erstbegegnung, erneut von der ersten Seite an.

Allerdings ist die vorliegende Ausgabe des Verlags BoD eine Katastrophe. Auf jeder 2. oder 3. Seite fehlen Worte, oft Halbsätze. Dieser Mangel erschwert das Lesen. Mehr als ärgerlich.

Siehe Betreff: unbedingt zu einer anderen Ausgabe greifen!
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am 3. Mai 2015
Werfels "Die vierzig Tage des Musa Dagh" ist ein erschütterndes Buch über den Völkermord an den Armeniern, einem Verbrechen, das seit 100 Jahren von der Türkei bestritten bzw. relativiert wird. Im Mittelpunkt des Buches steht aber nicht der Genozid an den Armeniern sondern der Widerstand einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich nicht wie ein Opferlamm zur Schlachtbank führen lassen wollten. Jedem Unrecht muss mit Widerstand begegnet werden. Nur so lassen sich solche Verbrechen in Zukunft verhindern. Zugeständnisse an Verbrecher, das Betreiben einer Appeasement-Politik führt nur dazu, dass sich der Beschwichtigte in seiner Rolle bestätigt fühlt und seinem blutrünstigen Treiben weiter Vorschub leisten kann.
Gabriel Bagradian, der Held des Romans, ist so für mich zu einer Symbolfigur für Widerstand geworden. Damit hat das Buch auch einen Zeitbezug. Einem selbstherrlich auftretenden Sultan wie Erdogan, der den Genozid an den Armeniern vehement leugnet und dadurch die Ermordeten noch lächerlich macht, hätte der Westen schon längst einen Riegel vorschieben müssen. Den Opfern dieses unglaublichen Verbrechens sind wir es schuldig.
Wussten Sie eigentlich, dass es schon mehrere Versuche gab, Werfels Roman zu verfilmen? In den 30er Jahren wollte MGM die Geschichte auf Zelluloid bannen. Nationalistische Kreise unter Führung des türkischen Botschafters in den USA haben damals den Film verhindert, wobei sie offenkundig antisemitische Hetztiraden gegen MGM gebrauchten und so ihrem Hass freien Lauf ließen. Den Gabriel Bagradian hätte übrigens damals Clark Gable spielen sollen (!).
Auch Versuche von Sylvester Stallone und Mel Gibson, den Roman zu verfilmen, scheiterten am Bashing türkisch-nationalistischer Kreise, die mit übelster Polemik argumentierten.
Wenigstens gibt es jetzt in Deutschland couragierte Politiker wie Herrn Gauck und Herrn Özdemir, die dass öffentlich aussprechen, was seit 1915 Fakt ist: Es hat einen Völkermord an den Armeniern gegeben. Jedes Leugnen ist fehl am Platz.
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am 14. Januar 2017
Auch wenn es bei Werfel um ein Geschehen vor rund 100 Jahren geht, werden die Städtenamen aus diesem Roman gerade heute wieder oft in den Nachrichten genannt: Aleppo, Mossul, Damaskus und Stambul (Istanbul). Damals gab es noch das Osmanische Reich, und das Geschehen in dem Roman spielt sich überwiegend in Türkisch-Syrien ab. Die heutige Türkei hat direkt an der Mittelmeerküste eine Art Wurmfortsatz in Richtung Süden, und genau dort liegt der Musa Dagh (Dagh = Berg, also der Berg von Moses). Wie Werfel schreibt, liegt hier ein Tal, dessen 7 Dörfer bis zum Ersten Weltkrieg von Armeniern bewohnt wurden.

Im Ersten Weltkrieg war das Osmanische Reich mit Deutschland und Österreich-Ungarn verbündet und führte Krieg an vier Fronten (Dardanellen, Kaukasus, Mesopotamien und Palästina/Suez). Im Schatten des Krieges setzte die Verfolgung der Armenier erneut ein, und zwar mit einer vorher unvorstellbaren neuen Qualität. Das Innenministerium erließ Dekrete für die „Ausweisung“ oder „Ausstoßung“ der Armenier. Sie wurden deportiert, und das "Ziel der Deportationen ist das Nichts", wie es an einer Stelle in dem Roman heißt. Die Deportationen führen in die Wüste, wo man die Armenier einfach verhungern lässt.

In dem Roman geht es um die Armenier aus dem oben genannten Tal, die sich auf den Musa Dagh geflüchtet haben und dort 40 Tage Widerstand gegen ihre Deportation leisteten, bevor sie von einem französisch-englischen Flottenverband gerettet wurden. Der deutsch-österreichische Autor Franz Werfel (1890 – 1945) verarbeitet diese Geschehnisse fiktional in diesem langen Roman mit über 900 Seiten (den ich allerdings elektronisch auf dem Kindle gelesen habe, auf dem nicht die Seiten, sondern die Positionen gezählt werden). Erschienen im Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, 1933, wurde dieser Roman als Anspielung auf das drohende Schicksal der Juden verstanden und alsbald verboten.

Franz Werfel hat sich einen Namen als führender Lyriker des Expressionismus gemacht, während seine Romane eher in traditioneller Form geschrieben sind. Auch im vorliegenden Buch bereitet er einen historischen Stoff spannend und virtuos auf. Er beschreibt seine Figuren mit großem psychologischen Tiefgang. Aber auch „Action“ und „Abenteuer“ kommen in diesem Roman nicht zu kurz. Die Darstellung ist zumeist realistisch, nur an einigen Stellen verwendet er das Stilmittel von Fiebervisionen. An diesen Stellen ermöglicht er seinen Akteuren die Flucht aus einer brutalen Realität. Man merkt seinem Schreiben außerdem an, dass er tief religiös gewesen ist.

In dem Buch kommen zwar Priester und Pfarrer vor, aber der Hauptprotagonist ist ganz weltlich. Werfel nennt ihn Gabriel Bagradian, wie Werfel selbst ein Kaufmannssohn und 1914 35 Jahre alt. Er hat 23 Jahre in Paris gelebt und ist mit der Französin Juliette verheiratet. Sie haben einen 13jährigen Sohn, Stephan. Aufgrund einer tödlichen Krankheit des 15 Jahre älteren Bruders reist Gabriel mit seiner Familie 1914 in die Türkei, um sich um die ererbte Handelsfirma zu kümmern. Gerade zu dieser Zeit bricht der 1.Weltkrieg aus. Die Bagradians beziehen die Familienvilla im Dorf Yoghonoluk im Tal der armenischen Dörfer. Obwohl osmanischer Offizier, wird Gabriel als Armenier nicht eingezogen. Sein Pass wird ihm wie allen Armeniern entzogen. Deshalb kann er mit seiner Familie das Land nicht mehr verlassen.

Als in den Dörfern der Befehl zur Deportation verkündet wird, ruft der armenisch-apostolische Priester, Ter Haigasun, zu einer Einwohnerversammlung auf. Dort beschließt die Mehrheit, sich der Deportation zu widersetzen und sich auf den Berg zu flüchten. Nur die protestantische Gemeinde fügt sich dem Deportationsbefehl. Die Mehrheit errichtet auf der Hochfläche, die Damlajik genannt wird, aus "Laubhütten" eine Art Camp. Gabriel Bagradian als gedienter Offizier soll den militärischen Widerstand leiten. Ein "Führerrat" wird gewählt, der verschiedene Ausschüsse bildet. Diese Passagen erschienen mir wie ein regelrechtes Lehrstück für die Bildung einer demokratischen Kommunalregierung und -verwaltung! Der Führerrat wählt den Priester Ter Haigasun zu seinem Vorsitzenden.

Drei Mal versuchen die Türken mit immer mehr Militärmacht den Berg zu erobern, scheitern aber jedes Mal an den disziplinierten Verteidigern, die die Geländevorteile geschickt ausnutzen. Es ist den Armeniern jedoch nicht möglich, auf dieser kleinen gebirgigen Fläche eine Landwirtschaft zu betreiben, mit der sie sich selbst versorgen können. So gehen ihnen nach etwa 36 Tagen die Lebensmittel aus. Die Türken bereiten den nächsten Angriff vor, der am vierzigsten Tag beginnen soll. Als sich Deserteure der Armenier absetzen wollen und dabei die Laubhütten in Brand geraten, bemerkt die Besatzung einer französische Fregatte den Feuerschein auf dem Berg und nähert sich der Küste. Dort werden die fast verhungerten Armenier gesichtet, die Werfel so beschreibt, dass man unwillkürlich an die Bilder der von den Alliierten befreiten Konzentrationslager im späteren Deutschland denken muss.

Als die Fregatte die türkischen Angreifer mit überlegener Feuerkraft unter Beschuss nimmt, ziehen sich diese zurück. Von ursprünglich rund 5000 Armeniern, die sich dem sicheren Tod widersetzt haben, können so am 40.Tag noch 4500 gerettet werden. Werfel verherrlicht aber nicht die militärische (Gegen-)Gewalt. Mag sie auch gerechtfertigt sein, so verändert sie die Menschen in erschreckender Weise, so auch Gabriel und Stephan, die nicht mehr gerettet werden konnten oder wollten. Das wird auch an den Entwicklungswegen der einzelnen Mitglieder des Führungsrates deutlich, bei denen Verrat und Treue dicht nebeneinander liegen.

Ein weiterer Handlungsstrang sind die Rettungsversuche von Dr. Johannes Lepsius aus Potsdam, Vorsitzender der Deutschen Orientgesellschaft und des armenischen Hilfswerks in Deutschland (heute würde man sagen: NGOs). Er wird in Stambul vom Kriegsminister Enver Pascha, der in der Türkei vergöttert wird und von Werfel fast wie ein Popstar beschrieben wird, empfangen, kann aber überhaupt nichts erreichen. Werfel lässt den Innenminister Talaat Bey sagen: „Diese Deutschen fürchten ja nur das Odium der Mitverantwortlichkeit“. Unterstützung erhält Lepsius am Ende nur von den gläubigen Anhängern eines mohammedanischen Derwisch-Ordens, die versuchen, die in Deutschland gesammelten Hilfsmittel den Armeniern zukommen zu lassen.

Sprachlich muss man damit leben, dass einige Wendungen in einem 1933 erschienenen Buch heute vom Duden als „veraltet“ gekennzeichnet werden. Daneben sind Ausdrücke wie Volksgemeinschaft, Rasse und Blut heute zumindest gewöhnungsbedürftig. Auch wenn Werfel augenscheinlich nicht in völkischen Kategorien dachte, war er gegen die Mystifzierung von Blut und Boden vor allem in der Beschreibung des Migrantenschicksals der Familie Bagradian und den Konflikten in der Familie nicht gänzlich gefeit. Wenn der Roman heute nochmals geschrieben würde, würde ich für die Migrantenproblematik stattdessen Begriffe verwenden wie den des „Luftwurzlers“, den ich bei Salman Rushdie gefunden habe.

Wegen dieser Einschränkung bewerte ich den Roman nicht mit der Höchstpunktzahl. Aber 4 Sterne müssen es schon sein.
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