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am 9. September 2014
In diesem Buch schildern die Betroffenen ungeschminkt das in ihrer Kindheit erlebte Grauen des Krieges. Ich habe diesen Krieg als Kleinkind in einem Dresdner Keller erlebt, sämtliche Angriffe auf diese Stadt. Sie haben mein Leben geprägt bis heute.
Ich danke der Autorin. Sie hat die Leser erinnert - gerade jetzt im Hinblick auf die Ereignisse in der Ukraine, Palästina, Syrien, dem Irak usw.
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In der Sprache der Kinder, aus den Erinnerungen der (heute) Erwachsenen über den 2. Weltkrieg in der Sowjetunion . "Sich an ihre kindlichen Worte erinnern.", schreibt die Autorin Swetlana Alexijewitsch über ihr Buch DIE LETZTEN ZEUGEN -- so wollte sie es. So sollten ihre Zeitzeugen sich erinnern. Und genau deswegen ist dieses Buch so intensiv geworden. Die kurzen, meist 2 - 6 Seiten langen Texte sind in knapper, einfacher Sprache abgefasst, berühren den Leser direkt, ohne Umwege. Bei manchen Sätzen muss man das Gelesene erst verkraften, bevor man weiterlesen kann.

Besonders eindringlich: der kurze Text über die Belagerung von Leningrad durch die Deutschen, viele sind verhungert, Anja Grubina, damals 12 Jahre alt erinnert sich: "In Leningrad gab es keine Katzen mehr. Eine lebendige Katze, das war ein Traum. Essen für einen ganzen Monat. (...) Seit der Blockade kenne ich jedes essbare Unkraut, die Menschen aßen alles Grüne in der Stadt auf. (...)", Seite 240 - 241.

Sprachlos bleibt der Leser zurück.

( J. Fromholzer )
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am 29. Juli 2016
Zweiter Weltkrieg: Beim Einmarsch der Deutschen in Weißrussland, waren sie noch Engel. Sie waren unbedarft, zarte Geschöpfe voller Freude an den Dingen um sie herum. Sie waren noch neugierig, besaßen offene, große Herzen, denn sie waren noch Kinder.

Doch der Einmarsch der Deutschen hat den Engeln die Kindheit für immer genommen.

Swetlana Alexijewitsch hat sich an sie erinnert. Sie hat die einstigen Engel gebeten, ihre Erinnerungen an den Einmarsch der Deutschen (1941-1945), aus ihrer kindlichen Sicht zu erzählen, ihre kindlichen Worte für das Erlebte wiederzufinden und ihre kindlichen Gefühle zu beschreiben.

Chronistin Swetlana Alexijewitsch hörte ihnen zu und verstand es, das Gehörte niederzuschreiben, um uns Menschen einfühlsam einen Hauch dieser niederschmetternden Zeit voller Grausamkeiten, aus der Sicht von Kindern dieser Zeit, näher zu bringen.

Viele der letzten Zeugen haben trotz der dazwischenliegenden Jahrzehnte ihre Erinnerungen nicht verloren und sie können sie noch aus ihrer kindlichen Sicht schildern. Manche behüten nur noch kleine Erinnerungsfetzen, andere können nur unter stillen Tränen erzählen, andere sind stumm.

Eine klassische Rezension zu diesem Werk zu schreiben ist mir nicht möglich. Sicher, Swetlana Alexiejewitsch Sprache und der Stil in dem sie schreibt ist hochwertige Literatur und bedeutend einfühlsam. Ich kann dieses „Gesprächsbuch“ nicht rezensieren und bewerten, denn die Protagonisten in diesem Buch sind die Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges. Sie sind real. Die letzten Zeugen ist eine gelungene, vielschichtige Komposition von vielen Zeitzeugengesprächen, dass den Nobelpreis für Literatur wahrlich verdient. Swetlana Alexijewitsch gibt in ihrem Buch jedem Zeitzeugen eine seiner Erinnerung angemessene Überschrift und sie nennt den Namen desjenigen, sein damaliges Alter und seinen heutigen Beruf.

An dieser Stelle kann ich nur schreiben wie sehr mich dieses Buch betroffen und traurig gemacht hat. Auch wenn ich aus Interesse an der Deutschen Geschichte schon sehr viel über den Zweiten Weltkrieg gelesen habe und ich immer von neuem zutiefst berührt und erschrocken bin, so hat mich dieses Werk besonders berührt und nachdenklich gestimmt.

Meine Nachdenklichkeit entsteht beim Lesen vor allem da, wo Kinderstimmen von ihren Erlebnissen erzählen. Es ist nicht das Große an Kriegsereignissen was mich so schmerzlich trifft, sondern das Kleine, das die Kinder plötzlich in ihrem Alltag zu spüren und zu sehen bekamen. Meistens schildern sie den unfassbaren schmerzlichen Verlust des Vaters, der an die Front ging und nicht widerkehrte oder sie schildern den Anblick der vielen Toten, die achtlos und unbegraben am Wegesrand ihres Dorfs oder auf dem eigenen Hof lagen.

Als Mutter projizieren meine Gedanken das Gelesene immer wieder in das Hier und Jetzt. So ein Buch klingt unwahrscheinlich lange nach. Eine bewusste, intensive Vorstellung was diese Kinder erlebt haben, was sie verzweifeln ließ und was ihnen so große Angst bereitete, gelingt mir nur annähernd, wenn ich meine Augen schließe.
Die tagtäglichen Nachrichten über die Kriege unserer Welt, wie den Krieg in Syrien, machen mir im Kontext mit diesem Buch bewusst, dass auch diese Kinder dort, etwas sehr ähnliches tagtäglich erleben. Hilflosigkeit macht sich in mir breit. Ich möchte dieses Buch manchem Politiker und Machthaber als Pflichtlektüre zum Lesen geben und hoffen, dass sie ebenso berührt Wendungen herbeiführen, damit Kinderseelen gesund bleiben.

Jede geweinte Kinderträne ist eine zu viel.

Die Autorin:

Swetlana Alexijewitsch, 1948 in der Ukraine geboren und in Weißrussland aufgewachsen, lebt heute in Minsk. Ihre Werke, in ihrer Heimat verboten, wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, 1998 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2013 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2015 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

Zitate:


Vor der Stadt schossen sie gezielt auf uns. Die Menschen fielen auf die Erde. In den Sand, ins Gras. „Mach die Augen zu, mein Sohn … Schau nicht hin“, bat Vater. Ich hatte Angst zum Himmel zu schauen – dort war alles schwarz von Flugzeugen – und auch auf der Erde, überall lagen Tote. Ein Flugzeug flog ganz dicht vorbei. Vater fiel hin und stand nicht mehr auf. Ich hockte über ihm und bettelte: „Papa, mach die Augen auf … Papa, mach die Augen auf …“ Leute riefen: „Deutsche!, und zogen mich mit sich fort. Ich begriff nicht, dass Vater nicht mehr aufstehen würde, dass ich ihn hier im Staub, mitten auf dem Weg, liegenlassen musste.

Zum zudecken benutzten wir unsere Mäntel. Unsere Wäsche wuschen wir selbst, in Wasser mit Eis – wir weinten, so weh taten uns die Hände.

Wir aßen Wasser. Wenn die Mittagszeit heran war, stellte Mama einen Topf heißes Wasser auf den Tisch. Das verteilten wir in Schüsseln. Abend. Abendbrot. Auf dem Tisch ein Topf heißes Wasser. Farbloses heißes Wasser. Im Winter gibt es nicht mal was, womit man es färben könnte. Nicht einmal Gras.

Und ich als Geburtstagskind bekam eine Extraportion: noch ein halbes Löffelchen Zucker …

Am letzten Tag… Bevor die Deutschen abzogen, zündeten sie unser Haus an. Mama stand da, starrte ins Feuer und weinte keine einzige Träne. Und wir drei liefen herum und riefen: „Nicht brennen, liebes Haus! Nicht brennen, liebes Haus!“

Wer hat uns gerettet im deutschen Konzentrationslager, wie? Den Kindern wurde Blut abgenommen für deutsche Soldaten, die Kinder starben. Wie kamen mein Bruder und ich ins Kinderheim, wie erreichte uns gegen Kriegsende die Nachricht, dass unsere Eltern gefallen waren? Irgendetwas ist mit meinem Gedächtnis passiert. Ich erinnere mich an keine Gesichter, an keine Worte…

Die Nachbarstochter, drei Jahre zwei Monate alt … Ich erinnere mich, wie ihre Mutter am Sarg immerzu sagte: „Drei Jahre und zwei Monate“. Sie hatte eine „Zitrone“ gefunden, eine Granate. Und wiegte sie wie eine Puppe. Wickelte sie in Lumpen ein und wiegte sie. Die Granate war so klein wie ein Spielzeug, nur schwer. Die Mutter rannte los, schaffte es aber nicht mehr…

Ein Soldat fragte mich: „Wie heißt du, Mädchen?“ Aber ich hatte es vergessen. „Und dein Familienname?“ Ich erinnerte mich nicht. Wir saßen bis nachts neben Mamas Grabeshügel, bis man uns auf ein Pferdegespann setzte. Der Wagen war voller Kinder. Ein alter Mann fuhr uns, sammelte unterwegs alle ein. Wir kamen in ein fremdes Dorf, fremde Leute nahmen uns zu sich. Ich habe lange nicht gesprochen. Nur geschaut.

Als erstes sah ich ein totes Pferd… Dann… eine tote Frau…Darüber wunderte ich mich. Ich hatte gedacht, im Krieg würden nur Männer getötet.

Einer trägt eine Mütze vor sich her – voller Zucker.

Das Feuer hatte niemanden verschont. Du siehst einen schwarzen Leichnam liegen und weißt: Da ist ein alter Mensch verbrannt. Und wenn du von weitem etwas Kleines, Rosiges siehst, dann weißt du: Ein Kind. Ganz rosa lagen sie auf den verkohlten Überresten.

Ich bin schon einundfünfzig, ich habe eigene Kinder. Trotzdem will ich meine Mama wiederhaben….

Der Zug fuhr los, und ich blieb zurück. Ich weiß nicht mehr wer mich buchstäblich in den Zug geworfen hat, aber nicht in unseren Waggon, sondern irgendwo ganz hinten. Da bekam ich zum ersten Mal Angst, ich könnte allein bleiben, und Mama würde wegfahren. Solange Mama bei mir war, war mir nicht bange. Nun aber wurde ich stumm vor Angst … Mama war meine ganze Welt.

Alles aus diesen Tagen habe ich schwarz in Erinnerung. schwarze Panzer, schwarze Motorräder, deutsche Soldaten in schwarzer Uniform. Ich bin nicht sicher, ob das alles wirklich schwarz war, aber so habe ich es in Erinnerung. Als Schwarzweißfilm …

Ich bin ein Mensch ohne Kindheit, meine Kindheit war der Krieg. So erschüttert hat mich im Leben nur noch die Liebe. Als ich mich verliebte … Als ich die Liebe kennenlernte…

Vor meinen Augen … Mama wurde auf der Straße erschossen. Als sie hinfiel, ging ihr Mantel auf, er wurde ganz rot, und auch der Schnee um Mama herum wurde rot…

Wenn jemand weint, empfinde ich kein Mitleid, sondern Erleichterung, weil ich selbst nicht weinen kann.
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am 9. August 2014
„Wie unser Dorf angezündet wurde. Ich erinnere mich an alles. Erst haben sie uns erschossen und dann angezündet. Ich bin aus dem Jenseits zurückgekehrt. Sie schossen nicht auf der Straße, sie gingen in die Hütten. Wir standen alle am Fenster“.

In der Sprache eher sachlich, nüchtern, kühl, beschreibend, in der Wirkung, sobald die eigene Fantasie die vielen, teils drastischen Erinnerungen der damaligen Kinder beginnt, auszuschmücken und zu erfassen, aufrüttelnd, so legt Alexijewitsch dieses intensive Buch an.

Wie auch in „Zinkjungen“ oder „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ bleibt die Autorin dabei bei ihrer eigentlichen Kompetenz. Zeitzeugen finden, Interviews führen, diese sorgfältig einander zu ordnen und die vielen, kleinen Berichte zu einem Gesamtbild anordnen.

„Ein kleiner Junge liegt im Bett, sein Arm hängt herunter, darüber läuft Blut. Andere Kinder weinten“.

Die Kinder von damals sind inzwischen alte Menschen. Aber noch nicht zu alt, um ihre Erinnerungen verloren zu haben und, vor allem, Erlebnisse werden berichtet, die sich massiv und intensiv eingeprägt haben, verankert durch die hohe Aufnahmefähigkeit des Kindesalters und eben nicht gefiltert durch eine vielleicht bereits stattgefundene Abstumpfung des erwachsenen Lebensalters.

Diese „Warum“ Frage, zieht sich dabei durch die vielen gesammelten Eindrücke, ein schwer zu ertragendes Unverständnis in den Kinderaugen des Krieges, woher das alles kommt, was das alles soll und warum das in solch teils elenden Erlebnissen von Sterben, Tod und Zerstörung, Hunger und Flucht endet.

„Hat Gott das alles gesehen? Und was hat er gedacht?“. Das ist die Richtung des Erlebens, die zentrale Frage im Buch, das „in Worte fassen“ eines unverständlichen, kaum zu ertragenen Erlebens.

Das Alexijewitsch bei diesen Themen „dranbleibt“, dass sie keine Ruhe gibt, dass sie nicht nur „alte Geschichten“ nacherzählt, sondern aus diesen Schlüsse für die Gegenwart steht, in ihrer Person autoritären Systemen ein Dorn im Auge ist und auch hier nicht nachgibt, das ist, nach der Lektüre auch dieses Buches, eine sehr verständliche und nachvollziehbare Haltung der Autorin.

So bietet auch dieses Werk mehr als Erinnerungen an schreckliche Zeiten und schlimme, persönliche Erlebnisse. Jede der Erinnerungen zeigt zeitlos, das Krieg nichts als Schrecken zurücklässt, das gerade im Blick auf Kinder solche Gräuel durch nichts zu rechtfertigen sind und das aus solchen geschilderten Erfahrungen eine eindeutige Haltung für die Gegenwart gefordert ist.

„Wir sind die letzten Zeugen. Unsere Zeit geht zu Ende. Wir müssen erzählen“.

„Kein Fortschritt, keine Revolution kann diese Träne rechtfertigen. Kein Krieg. Sie wiegt immer schwerer“ (Dostojewksi).
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am 2. Dezember 2015
Das Buch sollte Pflichtlektüre in der Schule werden. Politiker sollten es auch lesen, um die Spur von Einsicht in die Gedanken von Kindern bekommen, die durch Kriege gezeichnet sind! Was Eltern anderen Kindern antun können und dann die eigene Brut liebevoll hätscheln können, obwohl das Blut fremder Kinder an den Händen klebt! Erschütternd, wie aus kindlicher Perspektive der ganze Irrsinn der Kriege mit seinen sadistischen Auswüchsen daherkommt. Aber aktuell blasen wir wieder zum Krieg und sind dann erschüttert, wenn der Krieg mal wieder zum Ursprung zurück kommt...
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