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Die letzten Tage der Menschheit: Bühnenfassung des Autors (Bibliothek Suhrkamp) Gebundene Ausgabe – 30. November 1992

4.2 von 5 Sternen 28 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Karl Kraus wurde am 28. April 1874 im nordböhmischen Gitschin / Österreich-Ungarn (heute: Jicín / Tschechien) als Sohn eines jüdischen Papierfabrikanten geboren. In Wien studierte er seit 1877 Jura, Philosophie und Germanistik, schloß das Studium jedoch nicht ab. Schon während der Studienzeit veröffentlichte er literaturkritische Beiträge u.a. in der Zeitschrift Die Gesellschaft. Daneben betätigte er sich als Dramatiker, Lyriker und Vortragskünstler und hatte Kontakt zu Mitgliedern der Gruppe "Jung-Wien", u.a. Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal, von denen er sich aber 1897 in der Satire Die demolierte Literatur distanzierte. 1899 gründete er die Zeitschrift Die Fackel. Sie war zeitlebens die wichtigste Veröffentlichungsplattform für seine kulturkritischen Beiträge. Er starb am 12. Juni 1936 in Wien.


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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Karl Kraus sagte selbst über sein heute wohl berühmtestes Werk, es sei für ein Marstheater gedacht; für ein irdisches Theater hielt er es wohl für zu umfangreich. Für eine ungekürzte Aufführung veranschlagte er immerhin ca. zehn Stunden. "Die letzten Tage der Menschheit" sind eine atemberaubende Collage, zusammengestellt aus authentischen Gesprächsfetzen kurz vor und während des Ersten Weltkrieges, die Kraus akribisch gesammelt hatte und die klarer als jede Analyse verdeutlichen, warum die "Welt von gestern" (Stefan Zweig) untergehen und einer weniger menschlichen Epoche weichen musste, und wie Europa seine Menschlichkeit leichtfertig preisgab.
"Die letzten Tage der Menschheit" beginnen mit einem Vorspiel, dem berühmten "Ringstraßenkorso". In das Ritual der Sehen-und-Gesehen-Werdens bricht die Nachricht, der Thronfolger sei ermordet worden. Aber bricht die Nachricht tatsächlich herein wie eine Urgewalt? -- Mitnichten! Man hat schließlich wichtigeres zu tun, als sich mit dem Tod des in konservativen Kreisen wegen seiner progressiven Ideen nicht eben beliebten Erzherzogs zu befassen. Noch zynischer reagiert man im Kanzleizimmer des Obersthofmeisteramtes, wo der Ablauf des Staatsbegräbnisses, das keines sein darf, organisiert wird. Nach diesem Vorspiel des Stückes (und des Krieges) bricht der Krieg tatsächlich aus, in den das alte Europa hineinschlittert und in dem es schließlich untergehen soll. Kraus muss nichts kommentieren oder hinzusetzen zu dem, was er auf den Straßen und den Caféhäusern, in den Etappen und Schützengräben gesammelt hat; es spricht alles für sich.
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Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 1000 REZENSENT am 2. Juni 2006
Format: Taschenbuch
Der Erste Weltkrieg brachte zehn Millionen Menschen den Tod und verkrüppelte mindestens ebenso viele. In seinem Drama "Die letzten Tage der Menschheit" entwarf Karl Kraus ein gewaltiges Zeitpanorama, das in vielen grotesken Szenen die ganze Absurdität und Unmenschlichkeit des Kriegsgeschehens zu ermessen versucht. Ohne einen festen Handlungsstrang lässt das Stück Militärs und Zivilisten, historische und erfundene Personen zu Wort kommen. Mit seiner Sprachkunst und seinem ungeheuren Wortwitz entlarvt der Autor ihr unmenschliches Denken, Reden und Handeln. Dabei bedient er sich zahlreicher Originalzitate, deren Aussagen als unwahrscheinlich und unfassbar erscheinen. Jede Aufführung des Mammutstücks bedeutet einen gewaltigen Aufwand, der Autor selbst hat es als unaufführbar bezeichnet. Doch auch für Leser ist der Text nicht immer leicht zu konsumieren, zumal er zum großen Teil im österreichischen Dialekt verfasst ist. Die Offenlegung der Monstrosität des Menschen im und durch den Krieg ist immer noch erschreckend aktuell - wie die vielen weiteren Kriege im 20. Jahrhundert und bis in die jüngste Vergangenheit gezeigt haben. Kraus’ Drama ist darum jedermann immer wieder zur Lektüre zu empfehlen.
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Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Die letzten Tage der Menschheit sind zwar sperrig zu lesen, durch die eingefügten Hinweise zu den handelnden Personen aber heutzzutage besser lesbar als viele antiquarisch erhältliche gedruckte Ausgaben. Kraus zeigt die Schrecken des ersten Weltkrieges mit einer ungeheuren Dichte auf, die uns erschauern lässt, wenn man an die Möglichkeiten zukünftiger Kriege denkt. Gleichzeitig wird die Profitmaximierung der Kriegslieferanten genauso entlarvt wie die menschenverachtende Denkweise der Generäle und Kaiser, die dann noch (für ihren Einsatzbefehl zum Gaskrieg?) selig gesprochen wurden.
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Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Die letzten Tage der Menschheit"Die letzten Tage der Menschheit" ist einer der Höhepunkte im Werk von Karl Kraus und hat noch heute eine unmittelbare Wirkung auf den Leser. Charaktere der Zeit während des ersten Weltkriegs im Habsburger Reich wurden präzise wiedergegeben, sei es durch historisch belegte Zitate, sei es durch die Verdichtung ihrer Denkweise auf das Wesentliche. Kraus' Drama ist nur schwer ohne erhebliche Einbußen auf die Bühne zu bringen, weshalb die breite Rezeption in Buchform bereits vom Autor angestrebt wurde. Als eine der wichtigsten literarischen Schriften gegen den Krieg, besonders aber als fundierte Analyse martialischer Sprachmuster und ihres Eingangs in die Presse-, Verwaltungs- und Diplomatensprache ist Kraus' Schrift noch immer ein "Muss" für Historiker und alle Freunde von Friedensbestrebungen.
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Format: Taschenbuch
Es gibt verschiedene Ausgaben: Die "Bühnenfassung" ist immer noch lang, doch, wenn, dann empfehle ich: geben Sie sich gleich die ursprüngliche Fassung auf rund 840 Seiten. Und um so etwas wirklich konzentriert zu lesen, ist vielleicht Papier eine gute Idee.

Der Sprachnörgler und Außenseiter Karl Kraus behielt im Ersten Weltkiieg einen kühlen Kopf und notierte die schlimmsten Verirrungen. Für Kraus sind das die sprachlichen Sumpfblüten. Diese montiert er zu Szenen aus Heimat, Etappe und Front. Die dargestellte Ignoranz ist kaum zu fassen. "Bumsti" soll der Habsburger Erzherzog Friedrich tatsächlich zu einem Großkalibereinsatz ausgerufen haben.

Sich selbst hat Kraus wohl weitgehend in die Rolle des "Nörglers" geschrieben. Der sorgt immer wieder zwischendurch für sarkastische Sezierung der Sprachgeschwüre. Kleine Warnung: österreichische Redewendungen und Dialekte kommen vor. Zumindest meiner roten Ausgabe aus der Suhrkamp-Taschenbuchreihe selig mangelt es noch an Fußnoten o.ä. für Lesende ohne Vorkenntnisse.

Ein Buch für einen Leserausch, Eine Buch für viele Notizen, ein Buch zu einem anderen Verständnis des Ersten Weltkriegs. Fünf Sterne.
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