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Die kalte Legende: Thriller Gebundene Ausgabe – 20. Juli 2006

4.4 von 5 Sternen 17 Kundenrezensionen

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Martin Odum hat ein Existenzproblem. Das jedenfalls sagt ihm seine Psychiaterin. Sie konstatiert eine MPS, eine Multiple Persönlichkeitsstörung. Denn Odum besteht aus mehreren Ichs, die alle unterschiedliche Macken und Vorlieben haben, aber auch Dinge können und Talente besitzen, die die jeweiligen anderen Ichs überfordern. Und trotzdem ist Odum nicht im eigentlichen Sinne psychisch krank. Die Identitäten sind ihm vom CIA gegeben worden. Es sind so genannte Legenden: verschiedene Leben, in denen sich der ehemalige Agent jeweils immer wieder neu einzurichten hatte. In Beirut war er Dante Pippen, ein irischer Attentäter, der als Spengstoffausbilder auf der "Farm", dem Ausbildungslager der CIA, begonnen hatte und später als IRA-Kämpfer eine sizilianische Mafiafamilie und die Taliban-Mullahs in Peschawar infiltrierte, bevor im Libanon die Tarnung aufflog. Und er war Lincoln Dittman, ein dubioser Waffenhändler, der Geschichte am Junior College unterrichtet hat.

Nun ist Odum als Privatdetektiv in Brooklyn tätig. Aber ist dieser Odum tatsächlich sein echtes Ich? Mit Hilfe seiner Psychiaterin will er es durch einen Blick in seine Kindheit herausfinden. Dann muss er im Auftrag einer attraktiven Russin einmal mehr nach Israel. Auf dem Weg dorthin, der auch ein Weg zur Wahrheit ist, wird Odum des Hochverrats bezichtigt und lernt die Katowski-Eröffnung kennen. Und Lincoln Dittman wird ebenfalls wieder aktiviert. Ein mörderisches Spiel, in dem Odum schließlich in eine schier ausweglose Lage gerät ....

Bisher war Die Company der größte Erfolg des US-amerikanischen Autors Robert Littell. Die kalte Legende könnte ihn noch übertreffen. Denn Littell hat das Spiel mit den Identitäten derart raffiniert an seinen Plot geknüpft, dass einem beim Lesen mehr als einmal vor Verblüffung der Atem stockt. --Stefan Kellerer

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Robert Littell gilt als Meister des amerikanischen Spionageromans. Sein Buch "Die Company" wurde von der Presse als "einer der besten Agententhriller, die je geschrieben wurden" bezeichnet. "Die kalte Legende" ist Littells 13. Roman. Bevor er sich ganz dem Schreiben zuwandte, arbeitete der Autor als Newsweek-Korrespondent im Nahen Osten. Robert Littell lebt heute in Frankreich.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Robert Littell's Hauptfigur ist der in Brooklyn tätige Privatdetektiv Martin Odum. Sein aktueller Fall ist die Suche nach einem Ehemann, der seine Frau in Israel sitzen gelassen hat. Im Aufrag ihrer Schwester und des Schwiegervaters ist er ihm auf der Spur und soll ihn davon überzeugen, sich von seiner strenggläubigen jüdischen Ehefrau scheiden zu lassen, damit diese für eine evtl. neue Heirat wieder frei ist. Odum, alias Dante Pippen, alias Lincoln Dittmann, alias Josef Kafkor, ein ehemaliger CIA-Agent, der unter multipler Persönlichkeitsstörung leidet, ist in seinen ehemaligen Legenden regelrecht verfangen. Sie beeinflussen seine Person durch ihre verschiedenen Biographien, Einstellungen, Sichtweisen der Welt und Lebensauffassungen. Die Arbeit an seinem Fall trägt dazu bei, dass er seine vergangenen Legendenfiguren und ihre zurückliegenden Einsätze erneut durchlebt und sich dabei kennenlernt. Die weltweiten Nachforschungen nach dem verschwundenen Ehemann, der sich als enger Gefährte aus einem vergangenen Einsatz entpuppt, führen letztendlich dazu, dass Odum der Einfluss der CIA am wirtschaftlichen Niedergang Russlands in seine Erinnerung zurückgerufen wird. Dieses Wissen bedroht die Existenz der CIA und ist damit zugleich sein Todesurteil. Insgesamt ist Littell ein packender Spionageroman gelungen, der den Leser in verschiedene Regionen der Welt führt, wobei die Themenspanne von der Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion bis hin zum globalisierten islamistischen Terrorismus reicht.
Fazit: Der Roman hat zu Recht den Deutschen Krimipreis 2007 in der Kategorie "Internationaler Thriller" erhalten
meint Ralf Klewin-von Fintel.
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Format: Taschenbuch
Ein russischer Böser wird von noch Böseren lebendig begraben, der abgetakelte CIA-Agent Martin Odum zieht auf seinem New Yorker Hausdach Bienen, arbeitet nebenbei als Detektiv und nimmt widerstrebend einen dubiosen Auftrag an, der ihn um die halbe Welt führt, von -zig staatlichen und privaten Geheimdiensten gejagt, und ihm hilft, seine abgelegten und verdrängten Idenditäten, 'Legenden' im CIA-Jargon, aufzudecken. Es versteht sich, daß Odum und Co. stets knapp dem Tod entgehen, ringsum aber oft und grausam gemordet wird und viele faszinierende Details aus dem Agentenmilieu vorgeführt werden.

Wir erfahren eine Menge über das Entstehen der russischen Kleptokratie, tschetschenische Killer, palästinensische Attentäter, Talibans, sizilianische Mafia, erleben einen Besuch bei Osama bin Laden -das Buch stammt von 2005- und haben stets das Gefühl, hier werden die Fakten hinter den offiziellen Nachrichten vorgeführt.

Die Handlung scheint zunächst verwickelt, wird zum Finale hin immer klarer und bleibt spannend und temporeich. Man liest sie gerne und mit neuen Einsichten mindestens ein zweites Mal.
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Format: Gebundene Ausgabe
Martin Odum ist eine Legende. Ausserdem Dante Pippin und Lincoln Dittmann. Diese drei Legenden versuchen in dem Roman herauszufinden, wer eigentlich nur ein Teil von wem ist und wer ursprünglich hinter allen drei Legenden steckt. Und: Gibt es vielleicht noch eine vierte Legende? Dies fängt sich an aufzuklären, als Martin Odum, Privatdetektiv aus Brooklyn, nach Israel fliegt, um einen untreuen Wiederzufinden, damit dessen Ehefrau sich von ihm ordnungsgemäss scheiden lassen kann.

Stellenweise zeigt sich gute Spannung wie man es von Top-Thrillern gewöhnt ist. Dann wieder Zeitsprünge, sinnieren des Hauptcharakters über seine Identitäten. Und dabei immer wieder die typische Verbindung zu Russen und muslimischen Terroristen, mit denen es ein Agent heutzutage zwangsweise zu tun haben muss. Manchmal verwirrt die ausgiebige Psychoanalyse Martin Odums und seiner Legenden, zieht sich hin, und nimmt somit ein bisschen die Spannung aus der Story. Zudem wird das Maß der Legenden etwas überreizt, auch wenn es eben zwangsweise um Russen und muslimische Fundamentalisten gehen Muß, man könnte diese Klischees etwas distanzierter angehen, aber hier wird mit Osama Bin Laden und Saddam Hussein, die erwähnung finden gleich voll in die Kiste gegriffen. Andererseits steigert dies allerdings die "legendenhafte" Atmosphäre der geschichte, ist also auch Vor- und nicht nur Nachteil. Auch stilistisch weiß der Autor gut die Charaktere zu beschreiben, und er erlaubt sich auch so angenehme effekte wie eben den Namen Lincoln Dittmann mit zwei T und zwei N, wie eben Littell mit zwei T und zwei L, dafür Kompliment.
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Von Code am 16. März 2008
Format: Taschenbuch
Legenden werden von Geheimdiensten erfunden, um ihre Agenten vor Überprüfungen zu schützen, wenn ihre falschen Pässe aufgeflogen sind, sie ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen müssen. Robert Littell erzählt in seinem Roman das faszinierende Leben Martin Odums. Oder besser Dante Pippen. Heißt er nicht eigentlich Lincoln Dittmann? Er wird auf die Fährte eines verschwundenen Ehemanns gesetzt, dessen Ehefrau sich scheiden lassen will, da die Ehe nicht vollzogen wurde, er leider jedoch spurlos verschwunden ist. Damit beginnt für Odum eine Odyssee, die ihn nach Israel, London in die ehemaligen Länder der Sowjetunion führt. Gleichzeitig entspinnt Littell nach einer grandiosen Eröffnungsszene ein Verwirrspiel, das vor und zurück springt, dass Odum selbst bei einer Psychologin zeigt, die herausfinden soll, ob er noch bei Sinnen ist oder dazu neigt, die geheimen Machenschaften der CIA zu enttarnen. Dahinter steckt ein amerikanisches Komplott gegen das neue Russland, dass man als gegeben ansehen muss, auch wenn es hart an der Grenze des Vorstellbaren liegt. Dass einen das neben manch anderen Unwägbarkeit, wie den vielen ausweglosen Situationen, aus denen Littell Odum zu befreien vermag, in diesem meisterhaft komponierten Thriller nicht stört, ist ein Verdienst Littells, der uns nicht nur in die Praktiken der Legendenbildung einweiht, uns vielmehr eine multiple Persönlichkeit vorführt, die unliebsame Erinnerungen so verdrängt hat, dass er nicht mehr weiß, wer er wirklich ist. Mit Augenzwinkern streut Littell dabei einige Menschen aus dem normalen Leben ein, die genauso gut verrückt sind, da sie behaupten Schachgrößen oder Ehefrauen von liquidierten ehemaligen Politikern zu sein, und ihr Leben auf den nächsten Seiten bereits in Zweifel gezogen wird. Ein wunderbares Changieren, bei dem keine Langeweile aufkommt.
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