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Die florentinische Krankheit: Roman Gebundene Ausgabe – 18. September 2008

4.5 von 5 Sternen 4 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Willi Achten, geb., 1958 in Mönchengladbach, studierte Germanistik und Sonderpädagogik, arbeitet als Lehrer für verhaltensauffällige Schüler, schreibt Lyrik und Prosa.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einführung

Franz Gerber, der Ich-Erzähler, reist in einem Team von Neurologen nach Florenz, um ein medizinisches Experiment zu den Folgen absoluter Schlaflosigkeit durchzuführen. Der Proband Paul Vernet soll sich auf einem armdicken Seil, das in der Nähe des Ponte Vecchio über den Arno gespannt ist, möglichst lange aufhalten. Schlaf zu finden und die Balance (auf dem Seil) zu halten sind Vorgänge, die sich gegenseitig ausschließen. Wo das eine ist, kann das andere nicht sein.
Gerber ist jedoch nicht nur aus beruflichen Gründen in der Stadt. Er vermutet auch seine Geliebte Sophia in Florenz, die ihn vor einiger Zeit unter mysteriösen Umständen verlassen hat. Sophia schrieb an einer Arbeit über Renaissancemalerei. Gerber sucht nun seine Exgeliebte und beginnt zunehmend an Schlaflosigkeit zu leiden. Immer dünnhäutiger irrt er durch die Stadt, bis es am Bahnhof, wo er Sophia zu entdecken glaubt, zum Ausbruch eines Kataplexie-Anfalls (temporärer Verlust der Muskelspannung bei starker affektierter Erregung) kommt. Er wird in die psychiatrische Klinik Santa Maria Nuova eingeliefert. Dr. Maldini diagnostiziert darüber hinaus den Ausbruch einer leichten Psychose: Gerber leide am Stendhal-Syndrom, einer vorwiegend in Florenz sich manifestierenden Erkrankung, die mit Identitätsverlust, Erschöpfung, Panik-Attacken und starken psychosomatischen Symptomen, etwa des Herz-Kreislaufsystems einhergeht. Das Stendhal-Syndrom ist nach dem Romancier Stendhal benannt, der 1817 in der Kirche Santa Croce unter dem Bild einer 'Sibylle' von Volterrano ekstatisch weinend und mit Herzrasen zusammengebrochen war. Das Syndrom wird ausgelöst durch intensiven Kunstgenuß. Es ist abhängig von einer dem furor poeticus ähnelden Begeisterung bzw. sollte man auf der Seite der Betrachter besser von Ergriffenheit sprechen – ein Zustand, der in einer so gigantisch überladenen Kunststadt wie Florenz immer wieder Reisende heimsucht und der nach der psychiatrischen Erstversorgung nur heilbar ist, wenn der Patient aus der Stadt abreist – eine Maßnahme, zu der Dr. Maldini auch Gerber dringend rät.
Gerber sucht jedoch weiter nach Sophia und glaubt ihren Aufenthaltsort schließlich in einer alten Villa abseits der Stadt gefunden zu haben. Dort unterhält Giovanni Savio, ein eher unbedeutender Maler, aber vermögender Graphik-Designer, ein überdimensioniertes Atelier. Savio ergeht sich in erotischer Malerei und Bildhauerei, er hält seine Modelle zu erotischer Sensibilisierung an. Er will eine Kultur des Begehrens, eine Wiederentdeckung der Erotik und der Schönheit schaffen. Giovanni meint damit, Ideen des Florentiner Neuplatonismus und dessen Kult des Schönen zu adaptieren und zu erweitern, die in der Kunsttheorie der Renaissance eine große Rolle spielten. Savio möchte nun Gerber möglichst schnell loswerden, und der inszeniert einen infamen Ritt durch die Hölle, bei dem er Gerber immer mehr in die Nähe zu dem berüchtigten 'Monster von Florenz' rückt – ein Serienmörder, der während Gerbers Aufenthalt in der Stadt insgesamt vier Frauen tötet. Gerber gilt schließlich für die Polizei als möglicher Täter.
Will Gerber Sophia zurückgewinnen, muß er sich beeilen. Ein grau-samer Gedanke bemächtigt sich seiner. Kann es sein, daß Savio das Monster von Florenz ist und Sophia sein nächstes Opfer? -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.

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Von Sunflower HALL OF FAME REZENSENTTOP 100 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 2. August 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Florenz, das sind Santa Maria del Fiore - der Dom, Michelangelos David, die Uffizien, Ponte Vecchio und Palazzo Pitti. Laut einer UNESCO-Statistik besitzt Italien etwa 60 Prozent aller bedeutenden Kunstwerke der Welt; rund die Hälfte davon befindet sich in Florenz. Nirgendwo liegen Kunstgenuss und Lebenslust so nah beisammen. Das lässt jedes Jahr rund sechs Millionen Besucher in die Kulturhauptstadt Europas pilgern. Willi Achten hat seinen Roman "Die florentinische Krankheit" hier angesiedelt.

Doch allzu leicht wird diese Stadt unterschätzt. "Immer schon täuschen uns Namen.", erzählt ein Protagonist im Buch, "Florenz oder Florentina, so hieß die Stadt noch bei den Römern, da denkt man an Flora, die Göttin der Blumen und Gärten, die Mutter des Frühlings. Der Name beschwört die Vorstellung von Damen, die in Hotelgärten zarte Aquarelle aufs Papier bringen. (...) In Wahrheit ist die Stadt hart. Sie hatte von jeher dunkle Seiten, welche die Besucher sich hartnäckig anstrengen zu leugnen. (...) Florenz ist auch die Stadt der Rache. Und die kennt viele Methoden (...) Immer schon gab man sich hier zwischen all der Kunst ungeniert Grausamkeiten hin. Vielleicht ist das Abscheuliche nur die Kehrseite des Schönen." So hielt die Stadt von den späten 60ern bis in die 80er Jahre eine Serie von Ritualmorden an Liebespaaren in Atem. Ähnliche Morde geschehen auch in Willi Achtens Roman. Die Opfer sind allerdings Frauen, denen bestimmte Körperteile amputiert werden, offensichtlich animiert durch spezielle Motive der Malerei. Franz Gerber, ein deutscher Neurologe, der ein Schlafentzugsprojekt begleitet, gerät unter Verdacht.

Ist "Die florentinische Krankheit" ein Krimi?
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Die Florentinische Krankheit

"Ich befand mich in einer Art Ekstase bei dem Gedanken, in Florenz und den Gräbern so vieler Großen so nahe zu sein. Ich war in Bewunderung der erhabenen Schönheit versunken; ich sah sie aus nächster Nähe und berührte sie fast. Meine Erregung war an dem Punkt angelangt, wo sich die himmlischen Gefühle, die uns die Kunst einflößt, mit den menschlichen Leidenschaften vereinen. Als ich Santa Croce verließ, hatte ich starkes Herzklopfen; in Berlin nennt man das einen Nervenanfall; ich war bis zum äußersten erschöpft und fürchtete umzufallen."

Mit diesen lebendigen Worten beschrieb der französische Schriftsteller Stendhal (1783-1842) in seinem Buch "Rom, Neapel und Florenz" seine Gefühle und körperlichen Reaktionen als er 1817 Florenz besuchte. Beschrieben wurde die beschriebene Malaise allerdings erst 1979 durch die italienische Psychiaterin Graziella Magherini vom Santa Maria Nuova Hospital, die sie zu Ehren ihres berühmtesten Opfers als "Stendhal-Syndrom" titulierte.

Willi Achten (1958-) wählte wohlüberlegt dieses Phänomen einer "florentinischen Krankheit", die nur da sich zeigt, wo die Fülle an Schönheit erdrückt, überwältigt und sich selbst ihrer Einzigartigkeit beraubt. Sie zeigt sich dort, wo Kunst aus den wolkennahen Gipfeln ins heitere Tal des Lebens sanft gezerrt zu keiner Symbiose fähig ist, weil Leben wohnend nur im Auge, zu keinem Leben fähig ist. Achtens Poesie verbindet so Schönheit und Liebe.
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"Ich befand mich in einer Art Ekstase bei dem Gedanken, in Florenz und den Gräbern so vieler Großen so nahe zu sein. Ich war in Bewunderung der erhabenen Schönheit versunken; ich sah sie aus nächster Nähe und berührte sie fast. Meine Erregung war an dem Punkt angelangt, wo sich die himmlischen Gefühle, die uns die Kunst einflößt, mit den menschlichen Leidenschaften vereinen. Als ich Santa Croce verließ, hatte ich starkes Herzklopfen; in Berlin nennt man das einen Nervenanfall; ich war bis zum äußersten erschöpft und fürchtete umzufallen."

Mit diesen lebendigen Worten beschrieb der französische Schriftsteller Stendhal (1783-1842) in seinem Buch "Rom, Neapel und Florenz" seine Gefühle und körperlichen Reaktionen als er 1817 Florenz besuchte. Beschrieben wurde die beschriebene Malaise allerdings erst 1979 durch die italienische Psychiaterin Graziella Magherini vom Santa Maria Nuova Hospital, die sie zu Ehren ihres berühmtesten Opfers als "Stendhal-Syndrom" titulierte.

Willi Achten (1958-) wählte wohlüberlegt dieses Phänomen einer "florentinischen Krankheit", die nur da sich zeigt, wo die Fülle an Schönheit erdrückt, überwältigt und sich selbst ihrer Einzigartigkeit beraubt. Sie zeigt sich dort, wo Kunst aus den wolkennahen Gipfeln ins heitere Tal des Lebens sanft gezerrt zu keiner Symbiose fähig ist, weil Leben wohnend nur im Auge, zu keinem Leben fähig ist. Achtens Poesie verbindet so Schönheit und Liebe.

Gerber, ein Neurologe und Schlafforscher weiß um seinen Kummer ob seiner Sophia, die er unerklärlich verloren hat, die er in Florenz zu finden hofft, die seinen Kummer beenden könnte.
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