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Die digitale Revolution der Musik: Eine Musikphilosophie (edition neue zeitschrift für musik) Broschiert – 9. Januar 2013

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Format: Broschiert
Harry Lehmanns Buch ist ein Muss für jeden, der sich für Neue Musik und Ästhetik interessiert. Ihm gelingt dabei etwas, das in Deutschland ganz selten ist: er betreibt große, ambitionierte Musikphilosophie in der Tradition eines Adorno — und dennoch ist sein Buch gut lesbar, ja spannend, als käme Lehmann aus England oder Frankreich. Kein Wunder, dass das Buch schon jetzt in der Szene intensiv diskutiert und rezipiert wird.

Eigentlich ist „Die digitale Revolution der Musik“ zwei Bücher in einem:

(1) Ein Analyse, wie sich die Herstellungsbedingungen von Musik ändern im Zuge der Digitalisierung. Anders gesagt: wie ändern sich die Bedingungen für Komponisten, Musikverlage und aufführende Künstler, wenn Musik auf dem Computer komponiert und gehört werden kann, und wenn Neue Musik auch problemlos über das Internet verbreitet werden kann? Welche alten Strukturen fallen hier weg und welche neuen Chancen eröffnen sich?

Lehmann argumentiert hier enorm spannend und innovativ. Entsprechend entrüstet waren bereits die Reaktionen mancher traditionell orientierter Vertreter der Neue Musik-Szene. Sicherlich sind viele seiner Thesen gewagt, manchmal auch abwegig und auf die Spitze getrieben. Aber das ist bei so einem Thema auch nicht anders zu erwarten — und macht das Buch eben erst richtig spannend.

(2) Eine ästhetische Theorie der Neuen Musik im Zeichen dieser Digitalisierung. Hier wird es noch spannender, denn Lehmann versucht, was seit Adorno (in seinem Vortrag „Vers une musique informelle“ von 1961) niemand gewagt hat: nämlich die zeitgenössische Musik nicht nur zu beschreiben, sondern ihr auch Vorschläge zu machen, wie sich sich weiterentwickeln könnte.

Beide Elemente des Buchs sind äußerst lesenswert, gut lesbar und mit vielen interessanten Beispielen illustriert.
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Format: Broschiert
Wer sich dafür interessiert, wie stark die digitalen Technologien die Neue Musik transformieren, dem kann ich die Lektüre dieses Buches nur empfehlen. Beeindruckend vor allem die Analyse, dass die Institutionen der Neuen Musik eine bestimmte "absolute Idee" von Musik bevorzugen. Die Schlussfolgerung, die der Autor daraus ableitet, dass diese traditionelle Idee von Musik heute von einer "relationalen Idee" der Musik abgelöst wird, ist zwar gewagt, wird aber im großen und ganzen plausibel. Das Buch ist intellektuell anspruchsvoll, flüssig geschrieben und gut lesbar.
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Format: Broschiert
Die große Attraktivität von Harry Lehmanns Musikphilosophie sehe ich darin, dass ihre Ideen aus der aktuellen musikalischen Praxis hergeleitet sind. Der von ihm eingeführt Begriff der "relationalen Musik" ist für das Verständnis der heutigen Situation extrem wichtig. Wenn Komponisten ihre Musik in Relation zu Bildern, Konzepten, Texten oder Objekten stellen, setzen sie sich immer noch dem Vorwurf aus, keine 'reinen musikalischen Ideen' entwickelt zu haben. Dieser Vorwurf ist aber nur zutreffend, wenn man Musik von einer „Idee der absoluten Musik“ her versteht, die selbst – was Harry Lehmann betont – ein historisches Konzept ist und zur Neuen Musik Anfang des 21. Jahrhunderts immer weniger passt. Denn Musik ist nicht nur einfach klingende Materie, sondern auch eine persönliche Weltreflexion. Die aktuelle Neue Musik liefert eine Unmenge von Beispielen für „relationale Musik“ die eine Antithese zur „absoluten Musik“ sind. Das Buch macht diesen sich abzeichnenden Paradigmenwechsel von der absoluten zur relationalen Musik deutlich und nachvollziehbar.
Pflichtlektüre für alle, die sich für Neue Musik interessieren!
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Format: Broschiert
Dicht, anspruchsvoll, durchdacht - Lehmanns Musikphilosophie wirft ein helles Licht auf die unübersichtliche Situation der zeitgenössischen Kunstmusik. Dabei erscheint der Autor durchaus janusköpfig: Einerseits entwirft er eine "Neue Musik 2.0", die sich durch intelligente Konzeptualisierung und reflektierte Adaption zeitgenössischer Musiktechnologie aus dem Elfenbeinturm gesellschaftlicher Randständigkeit befreien könnte, auf der anderen Seite unterzieht er die bisherige institutionelle Verfasstheit dieser Kunstform einer derart schonungslosen Kritik, dass es so manchem Akteur dieser Szene kalt den Rücken hinunterlaufen und um seinen Arbeitsplatz im Schoße des Dispositivs bangen lassen dürfte.

Wer sich für die Gemengelage der Kunstmusik im 21. Jahrhundert interessiert, kommt um Lehmanns ebenso schmales wie gewichtiges Buch nicht herum.

[Eine ausführlichere Besprechung und weiterführende Gedanken gibt's in meinem Blog stefanhetzel.wordpress.com]
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