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Die deutsche Seele Hardcover – 7 Nov. 2011
So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie »Abendbrot« und »Wanderlust«, »Männerchor« und »Fahrvergnügen«, »Abgrund« und »Zerrissenheit«. In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.
Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei »deutsch« oder »typisch deutsch«? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss es sogar, meinen Thea Dorn und Richard Wagner. Sie verspüren eine große Sehnsucht danach, das eigene Land wirklich kennen zu lernen, und machen Inventur in den Beständen der deutschen Seele. Ihr Buch ist eine erkenntnisreiche und unterhaltsame Reise an die Wurzeln unseres nationalen Erbes und geht durchaus ans Eingemachte. Obwohl es sich auch als Enzyklopädie lesen lässt, sind die Texte nicht aus nüchterner Distanz geschrieben. Auf diese Weise entstehen leidenschaftliche Plädoyers für bestimmte Merkmale des Deutschen, für ein damit verbundenes Lebensgefühl. Diese »Liebeserklärung« der Autoren ist ein sinnliches, reich bebildertes Buch, das die deutsche Seele einmal nicht seziert, sondern sie anspricht.
- Print length560 pages
- LanguageGerman
- PublisherAlbrecht Knaus Verlag
- Publication date7 Nov. 2011
- Dimensions18.2 x 4.3 x 24.8 cm
- ISBN-103813504514
- ISBN-13978-3813504514
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From the brand
Product description
Review
„Dies bebilderte kulturgeschichtliche Nachschlagewerk (…) könnte ein Hausbuch der Deutschen werden – auch jener vielleicht, die mit der deutschen Seele selbst wenig anfangen können.“ ― Neue Zürcher Zeitung, Cord Aschenbrenner
„Zum Glück, behaupte ich, haben die Autoren nicht über die deutsche Seele geschrieben, sondern sie in vielen Ausdrucksformen selbst sprechen lassen.“ ― Die Zeit, Martin Walser
„Hier wird in liebenswerter Art und Weise gezeigt, wie reich eigentlich das kulturelle Gedächtnis und die Praxis in unserem Land sind (…)“ ― Ulla Schmidt, Deutscher Bundestag
„Aber wir Inländer wären gut beraten, uns von diesem grundgescheiten Buch aufzeigen zu lassen, was Deutschsein einmal hieß und heute noch und wieder heißen könnte.“ ― ARD "Druckfrisch", Denis Scheck
"Thea Dorns und Richard Wagners Buch "Die deutsche Seele" ist gescheit und kritisch, die deutsche Seele wird zwischen Abendbrot und Strandkorb ohne Gejammer erforscht, immer an meist zusammengesetzten Substantiven entlang." ― Süddeutsche Zeitung, Kurt Flasch
About the Author
Von Thea Dorn erschien 2016 der Roman Die Unglückseligen. Von Richard Wagner stammt unter anderem der Roman Habseligkeiten, zuletzt veröffentlichte er Habsburg: Bibliothek einer verlorenen Welt.
Richard Wagner (1952–2023), geboren im rumänischen Banat, arbeitete dort als Journalist und veröffentlichte Lyrik und Prosa in deutscher Sprache. Nach Arbeits- und Publikationsverbot verließ er Rumänien 1987 und lebte bis zu seinem Tod im März 2023 als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane und Essays wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien »Herr Parkinson« (2015).
Product details
- Publisher : Albrecht Knaus Verlag; Originalausgabe edition (7 Nov. 2011)
- Language : German
- Hardcover : 560 pages
- ISBN-10 : 3813504514
- ISBN-13 : 978-3813504514
- Dimensions : 18.2 x 4.3 x 24.8 cm
- Best Sellers Rank: 419,783 in Books (See Top 100 in Books)
- 196 in History of Books
- 436 in German Social History
- 684 in Media Industry & Professions
- Customer reviews:
About the author

Thea Dorn, geboren 1970, studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin und arbeitete als Dozentin und Dramaturgin. Sie schrieb eine Reihe preisgekrönter Romane und Bestseller, Theaterstücke, Drehbücher und Essays und moderierte die Sendung »Literatur im Foyer« im SWR-Fernsehen. Seit März 2020 ist sie leitende Moderatorin des »Literarischen Quartetts«. Thea Dorn lebt in Berlin.
©Autorenfoto: Peter Rigaud
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Einige Bemerkungen sind durchaus kritisch gemeint. Die Seelen, auch die deutschen, sind ambivalent und mehrdeutig tätig - so liefert das Buch ebensolche Ereignissabläufe aus dem deutschen Leben.
Schön ist die Umsicht, die von den Verfassern immer wieder das "Deutsche" mit dem "Fremden" in Beziehung setzten, tröstende bis entsetzte Verknüpfungen der angestrebten Lebensziele werden dabei sichtbar. Manches macht einen auch nachdenklich über die Heimat Deutschland und die Seelenverwandtschaft untereinander.
Ach ja, die deutsche Seele ! Ein ergiebiges, gescheites Buch, aus dem man viel mitnehmen und lernen kann ohne sich, zumindest nicht in Thea Dorns Beiträgen, je die überflüssige Frage zu stellen, ob es ernst oder unterhaltend ist. Diese Frage treibt Richard Wagner um oder vielmehr die Kritik an ihrer angeblich ungebrochenen Dominanz im Kulturbetrieb. Was er da über den Lesegeschmack einer fiktiven Julia, von Ärzten und Anwälten und deren kulturschickes Gebaren vorstellt und mit einer kühnen antikapitalistischen Volte mit zweierlei Unverständnis derselben verbindet, nämlich mit dem für die Verwüstung ihrer Segelyachten und der Empfehlung eines Vampirromans – nun ja; beim Small Talk würde man jetzt versuchen, das Thema zu wechseln. Aber obwohl unter Ärzten und Anwälten, wir sind ja nicht auf einer Vernissage. Richard Wagner führt weiter aus. Über den französisch sprechenden Friedrich II., über den dichtenden Preußenherold Johann, Wilhelm, Ludwig Gleim und die deutsche Aufklärung „Lessing war an allen Aufklärungsfronten tätig, suchte schließlich die Macht des Wortes auf der Bühne zu nutzen, als wäre es die Kanzel und das alles, um als Krönung zum Versöhnungskitsch des Nathan zu gelangen“. Hätte Thea Dorn das nicht nochmal gegenlesen sollen ? Wagner lässt sich nicht beirren. „Die Unterscheidung zwischen Ernst und Unterhaltung wird weiter existieren, selbst wenn ihr der Gegenstand abhanden kommen sollte. Welcher Deutsche lässt sich schon gern sagen, dass er ein Buch liest, allein um sich zu unterhalten?“ Zum Schluss schlägt er voll bitterer Ironie vor, Lesen sollte man von der Steuer absetzen können. Eigentlich sollte man die Party jetzt verlassen. Da hilft auch kein Themenwechsel mehr. In welchem Deutschland lebt Wagner eigentlich?. Er ist doch seit 1989 in der BRD. Bleiben wir noch kurz bei ihm. Seine Beiträge unter den Stichworten „Kulturnation“ und „Wiedergutmachung“ sind kulturhistorisch informativ. Viele andere wie „Weihnachtsmarkt“, Reformation“, „Bauhaus“, „Mystik“ und „Pfarrhaus“ sind in einer merkwürdig verquälten, Ressentiment-geladenen Diktion gehalten, dass keine Lesefreude aufkommt. Der „Weihnachtsmarkt“etwa. Welches Thema wäre geeigneter, die Merkantilismus-Kritik mit der am Verlust des christlichen Glaubensbezuges zu verschwistern und das Ganze noch mit dem Bratapfelgeruch aus Kindheitstagen zu imprägnieren ? Wenn dann weiter beklagt wird, dass man sich – wo auch immer – den individuellen Weihnachtsbaumständer fertigen lassen kann, dessen Preisspanne von 24.95 bis 9999.- Euro reicht, dann ist diese Thema auch gegessen und man möchte sich weitere Kapitel von R.W. ersparen. Was hat das mit der deutschen Seele zu tun ? Außer vielleicht hinterrücks in dem Sinne, dass ein solch seelenvolles
Nörgeln nicht ganz undeutsch ist. Das zu R.W.
Thea Dorns Essays sind ganz überwiegend die reine Freude. Die Literatur- und Kulturexpertin, Theaterfrau und herausragende Mitstreiterin in Weidermanns „Literarischem Quartett“ schreibt einen glänzenden, federleichten und treffsicheren Stil. Ihre überbordenden Assoziationen und literatur- und kulturgeschichtlichen Bezüge sind fast immer geistreich und zielgenau. Nie hat man – trotz ihres immensen Wissens – das Gefühl, dass man hier zum hilflosen Zuschauer einer Bildungsparade gemacht wird. Herausragend und Essayistik auf höchstem Niveau sind etwa ihre recht umfangreichen Beiträge „Musik“ , „Arbeitswut“ „german Angst“, auch „Reinheitsgebot“ oder „Das Weib“. In „Musik“ spannt Dorn einen weiten Bogen vom spätmittelalterlichen Luther über Schütz, Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn-Bartoldy, Wagner, Schöneberg bis Adorno. In souveräner, wirklich bewundernswerter Weise sind in den Faden dieser Musikergeschichte stets musiktheoretische, rezeptionsgeschichtliche und philosophische Stränge eingeflochten, die zusammengeführt erst das Phänomen Musik und ihre deutsche Spielart an die Oberfläche bringen. Was auf immerhin vierzig Seiten an kunst- und musiktheoretischen Erörterungen zwischen Thomas Mann und T.W.Adorno, Leibnitz und Schopenhauer aufgefahren wird und in konzentriert-komprimierter Art anschaulich ausgearbeitet wird, das kann man nur bewundern. Es ist mit großer Kenntnis und mit Herzblut geschrieben – das spürt man. Für mich zählt es zum Besten dessen, was an kulturanthropologischer und ideengeschichtlicher Essayistik heute zu haben ist, zumal da es fern jeder Fachsimpelei stilistisch hochelegant und lucide geschrieben ist. Eine Fähigkeit, die ihren Mitautor weit zurücklässt.
Insgesamt ein absolut spannendes, informatives Buch über deutsche Eigenarten und ihre Geschichte, dessen glänzende Beiträge von Thea Dorn die weit abfallenden von Richard Wagner mehr als wettmachen.
Man erhält einen guten und gut lesbaren Überblick über das, was Deutschland und die Deutschen ausmacht, ohne das es hier patriotisch zur Sache geht.
Das Buch hätte sich Frau Özoguz, inzwischen EX-Integrations-Beauftragte, mal zu Weihnachten wünschen sollen als es erschien. Denn für die gab es ja neben der Sprache sonst keine spezifische Kultur. Hier hätte sie auf mehreren hundert Seiten darüber einiges erfahren können - aber in diesen Kreisen ist es ja angesagter, in ideologisches Abtauchen zu gehen, wenn schon die Arbeitsbilanz allzu bitter ausfällt.
Ein gutes Buch - sehr empfehlenswert. Es kann auch Spaß machen, Deutsche oder Deutscher zu sein.
Leider wird das Land seinen einstigen Status als "Land der Dichter und Denker" endgültig verloren haben.
Schön ist auch die "historische" Analyse des Begriffs "Querdenken", zumal dieser leider ja von den Covid-Geschäftemachern*innen gekapert wurde
