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am 9. Mai 2017
Döblins "Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord" (hier in der Ausgabe von Fischer Klassik PLUS) ist entstanden für die damalige Reihe "Außenseiter der Gesellschaft. Die Verbrechen der Gegenwart". Es geht in dem schmalen Buch um einen wahren Fall, der 1924 vor Gericht kam. Zwei Freundinnen beschließen, den Ehemann der einen zu vergiften. Vorausgegangen ist ein Ehedrama mit Gewalttätigkeiten und unschönem Alltag (also ein relativ zeitloses Thema). Alfred Döblin geht vor allem dem Innenleben der beiden Frauen und den Erwartungen der Eheleuten an die Ehe nach und versucht aufzuzeichnen, wie es zu dem spektakulären Giftmord kommen konnte.

Durch den ihm eigenen Schreibstil und das Zeitkolorit ist das Buch interessant zu lesen, wobei es durch die deutliche Überschaubarkeit der Geschichte leichter zu lesen ist als "Berlin Alexanderplatz". Jedoch darf man keinen mehr oder weniger spannenden Krimi erwarten (was ich leider doch ein wenig getan hatte). Das Buch hat einen ziemlich dokumentarischen Einschlag, so dass das Literarische immer wieder untergeht, was schade ist. Auch gibt es viele Wiederholungen und das Geschehen bleibt irgendwie stecken. Das Ende ist bereits bekannt, jedoch bleibt auch das eigentlich Tiefergehende ziemlich nüchtern. Man erkennt hier, dass Döblin Nervenarzt war und dem Geschehen auf psychoanalytische Weise näher zu kommen versucht (einschließlich Handschriftsdeutungen der Täterinnen und Skizzierung der Psychologie, die zur Tat führte). Dass alles nur ein Versuch und Deutung von außen ist (und sein kann, wie Döblin selbst anmerkt), wird erst im Epilog so richtig klar. Für die Weimarer Zeit war die Herangehensweise Döblins (sowie das milde Gerichtsurteil in dem Fall) sicher sehr neuartig, heute liest es sich eher belanglos und langweilig-nüchtern. Als Literatur hätte man sicher mehr draus machen können!
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am 3. Oktober 2009
Das Thema von Frauen als Mörderinnen gehört nach wie vor zu den vor allem die Medien und die Öffentichkeit beschäftigten "Skandalen". Alfreds Döblins "Faktion"-Roman über einen Fall, der sich in der Weimarer Republik in Berlin abspielte, ist ein interessantes Dokument wie Literaten versuchten sich möglichs modern dieser Thematik zu nähern. Der Fall der jungen Elli Klein, die ihr Ekelpaket von einem Ehemann mit Arsen vergiftete, schlug damals vor allem Wellen, da Auslöser für die Tag eine lesbische Beziehung von ihr war. Zudem wure bei der Befragung über das intimen Ehelebens der Kleins aus sittlichen Gründen die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Zusammenhänge erwiesen sich dann als derartige niederschmetternd, dass Richter und das Publikum vollstes Verständnis für die Tat zeigten, was von der politischen Rechten bekrittelt wurde. Döblins anfangs aus der Innenperspektive der Täterin geschilderter und später dokumentarisch gestalteter Text gelingt die Bewältigung des Stoffes eigentlich nicht. Gerade das macht das Buch mit seinem faktizisitsch spröden Sprachstil im Vergleich mit zeitgenössischen Versuchen lesenswert. Sehr empfehlenswert ist zum Vergleich "Arsenik" von Claire Goll zu lesen. Hier wird poetisch der fiktive Fall eines Giftmords von weiblicher Hand psychologische detailliert heraus präpariert, und schlägt aus der Thematik ganz andere Funken. Gespickt mit autobiographischen Details ist dieser Roman gleichzeitig eine bitterböse Satire auf die Spießerwelt französischer Provinzstädtchen. Wer nur auf einen spannenden Krimi aus ist, ist sowohl bei Döblin als auch Goll an falscher Stelle.
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