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Die bösen Geister des himmlischen Bereichs: Der linke Kampf um das 21. Jahrhundert Gebundene Ausgabe – 4. Oktober 2011
- Seitenzahl der Print-Ausgabe336 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberS. FISCHER
- Erscheinungstermin4. Oktober 2011
- Abmessungen13.5 x 2.8 x 21.3 cm
- ISBN-103100925890
- ISBN-13978-3100925893
Produktbeschreibungen
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Produktinformation
- Herausgeber : S. FISCHER; 2. Edition (4. Oktober 2011)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 336 Seiten
- ISBN-10 : 3100925890
- ISBN-13 : 978-3100925893
- Abmessungen : 13.5 x 2.8 x 21.3 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2,317,659 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 36,927 in Politikwissenschaft (Bücher)
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Zizek ist nicht der Meinung dass das Erbe verspielt sei, es muss nur neu erworben werden.
Das ist kein Buch für Nostalgiker *des real existierenden Sozialismus*, sondern die Aufforderung *Wir müssen die terroristische Vergangenheit als die unsere annehmen, auch wenn, oder gerade weil, wir sie kritisch ablehnen*.
Es sei eine innere Notwendigkeit, *die kommunistische Idee aus ihrem Ursprungskontext zu reißen und in eine fremde Umgebung zu werfen, in der sie sich neu erfinden muss – nur so kann Universalität entstehen*.
Die Vorstellung vom Kommunismus, nicht als Ideal gesehen, sondern als Bewegung, die auf aktuelle gesellschaftliche Antagonismen reagiert, behalte nach wie vor ihre Gültigkeit.
Wir sollten uns zum Beispiel Lenin als *Helden* im Heidegger’schen Sinn wählen,
*nicht um ihm zu folgen und das Gleiche noch einmal zu tun, sondern um in der Wiederholung/Wiedergewinnung die nicht realisierten Möglichkeiten des Leninismus ans Licht zu bringen*.
Apropos Heidegger: der habe 1933 einen richtigen Schritt in die falsche Richtung gemacht, und soll auch in den 68er-Jahren Sympathie für die revoltierenden Studenten gezeigt haben. Das skandalös Unangemessene an Heidegger bleibt allerdings, dass er nach dem Krieg den Holocaust in eine Reihe mit der Ausbeutung der Natur durch die Landwirtschaft stellte.
Zizek erklärt die revolutionäre Perspektive auch mit dem Vokabular von Heidegger. Dessen Aussage, dass, wer zur ontologischen Wahrheit gelangen will, im Ontischen irren muss, führt Zizek zur Frage: Wenn der Verlust des ontologische Horizonts droht, aufgrund der fundamentalen Dissonanz im Ontischen, soll dann unser ontisches Auge blind sein damit wir mit dem ontologischen Auge noch sehen können?
Man fragt sich bei der Lektüre: Wo sind sie eigentlich hin, die großen Kommunisten von einst? Alt geworden sind sie natürlich, irgendwo untergekommen bei Sozialdemokraten und Grünen, wo sie sich still verhalten, um nicht angesprochen zu werden auf ihre Vergangenheit und den Untergang ihrer Ideale, die sie heute verleugnen oder selbst eifrig diskreditieren.
Aber Zizek scheint einen anderen Trend feststellen zu können, nämlich, dass Menschen am Ende eines ausschweifenden Lebens in den sicheren Hafen der Kirche zurückkehren, so auch radikale Linke von einst, denen er mit wohlwollender Ironie zuruft: *Habt keine Angst, kommt zurück und macht bei uns mit. Ihr habt euren antikommunistischen Spaß gehabt und er sei euch verziehen – aber jetzt ist es an der Zeit, wieder ernsthaft zu werden.
Den Menschen, die heute in immer mehr europäischen Ländern ohne Perspektive in dieser Gesellschaft aufwachsen, etwa den 26 Millionen Arbeitslosen in der EU, hat dieses Buch derzeit wenig zu sagen.
Zizek sagt auch warum: *Der westliche Marxismus war ständig auf der Suche nach anderen gesellschaftlichen Akteuren, welche die Rolle des revolutionären Agens als Zweitbesetzung für die indisponierte Arbeiterklasse übernehmen sollten: Dritte-Welt-Bauern, Studenten, Intelektuelle, die Ausgeschlossenen*.
Was, wenn eines Tages, angesichts des Auseinanderklaffens der Gesellschaft und der Verselbständigung der Finanzmärkte gegenüber der realen Wirtschaft, wieder ein revolutionäres Agens entsteht und sich eine Erstbesetzung rekrutiert, die sehr wohl disponiert ist, die kommunistischen Ideen neu zu erfinden?
Ausgehend von einem russischen Witz, in dem ein Mongolischer Feldherr einen Bauern bittet, ihm die Hoden hochzuhalten, damit diese nicht verstauben wenn er die Frau des russischen Bauern vergewaltigt, der Bauer aber heimlich die Eier doch im Strassendreck schaukeln läßt und sich nach der Vergewaltigung damit brüstet, wie der den Mongolen an der Nase herumgeführt hat erklärt Zizek das Dilemma der neuzeitlichen Linken: Wir tun wenn überhaupt nur so, als würden wir revolutionär agieren. Anstatt auf der Strasse zu kämpfen gehen wir auf den Balkon und diskutieren. Wer die längst oben rechts angekommenen Grünen wählt, stabilisiert durch diese opportunistische Hineinwahl ins System das zu Bekämpfende und seine bedrohliche "unsichtbare Hand" selbst. Zizek nimmt sich die Revolutionäre der jüngeren Geschichte (nicht nur die Der Linken, aber vor allem die) vor und erklärt ihr Scheitern in der Transformation (Maos System zum Turbokapitalismus, Stalins Staat zum zynischen Terrorregime) als ein Nicht-zu-Ende-Führen einer Revolutionsbewegung, da nicht radikal mit allem Bestehenden gebrochen wurde. Grundthema ist ein Zitat Becketts: Scheitern wir noch einmal. Scheitern wir besser.
Nicht folgen kann ich Zizek bei der Sicht auf den Stalinismus als in der Entwicklung nach Lenin humanistischem Ansatz im Kontrast zum grundsaetzlich abgruendig boesen Nazismus. Da hätte ich mir überzeugendere Belege zur Verteidigung des zu recht beerdigten Stalinismus gewünscht. Zusammenfassend kann Zizeks Arbeit als überzeugendes Manifest für eine Beseitigung des im Sterben liegenden und bankrotten Kapitalismus (I.Stern: der Klimawandel ist das groesste Marktversagen der Geschichte) gelten. Eine Kampfschrift, die aus der Sicht des selbstbewußten neuen Kommunismus die jüngere Geschichte einordnet.