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Die andere Seite der Stille: Roman Taschenbuch – 26. April 2010

3.5 von 5 Sternen 6 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

André Brink, geboren 1935, war neben Breyten Breytenbach eine der Schlüsselfiguren im Kampf weißer südafrikanischer Autoren gegen die Apartheid. Seine überwiegend simultan in Afrikaans und Englisch geschriebenen Romane wurden in 30 Sprachen übersetzt, verfilmt und vielfach international mit Preisen ausgezeichnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe.


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Format: Gebundene Ausgabe
André Brink erzählt das bewegende und tragische Schicksal einer jungen Frau Anfang des 20. Jahrhunderts.

Während des Kaiserreiches lebt die kleine Hanna in einem Waisenhaus in Bremen. Dort herrschen strenge, oft unsinnige, Regeln, denen sich Hanna nicht stets beugen will und kann. Die Folge sind harte Strafen von der Leiterin des Waisenhauses, Frau Agathe, und Pastor Ulrich. Schon diese kosten Hanna beinahe das Leben - was nicht zum letzten mal passieren wird.
Hanna kommt früh als Dienstmädchen in zahlreiche Haushalte, in denen sie auch nur Kälte, Gewalt und Ausnutzung erwarten. Seltene Momente der Freude erlebt Hanna nur, wenn sie Zeit findet, sich anhand von Büchern in eine andere Welt zu träumen.

Um die Palmen zu sehen, beschließt Hanna nach Deutsch-Südwestafrika zu gehen, denn dort werden Haushälterinnen und Ehefrauen gesucht. Aber sie wird ausgesondert und mit anderen "abgelehnten" Frauen in einem Zug ins Landesinnere gebracht. Die in dem Zug mitfahrenden Soldaten vergewaltigen, foltern und verstümmeln Hanna X (ihren Nachnamen hat sie da schon "verloren"). Insbesondere Hauptmann Böhlke erniedrigt Hanna auf jede nur erdenkliche Weise.

Hanna gelangt in das mitten in der Wüste liegende Haus "Frauenstein". Dort stranden Frauen, wie sie: ausgebeutet, psychisch und physisch zugrunde gerichtet.
Hanna fügt sich in ihr Schicksal.

Dies ändert sich, als das junge Mädchen Katja nach "Frauenstein" kommt. Hanna beschützt Katja während soldatischer Übergriffe und die beiden fliehen nachts hinaus in die Wüste.

Hanna treibt nur noch eines an: ihr Hass auf die Männer, insbesondere auf Hauptmann Böhlke.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ein deutsches Frauenschicksal zu Beginn des 20. Jahrhunderts im damaligen Deutsch-Südwestafrika: Damit die kolonialen Bestrebungen des Deutschen Reichs Früchte tragen, brauchen die dortigen Siedler Frauen aus der Heimat. Diese werden von der Kolonialgesellschaft gezielt angeworben und an Ort und Stelle verschifft. Auf was diese Frauen sich letztlich einlassen, ist ihnen aber nicht klar - so verwundert es nicht, dass sich der erträumte Aufbruch in ein neues Leben ein wahrer Alptraum entpuppen kann.

Aus diesem historischen Stoff müsste sich doch eigentlich ein interessanter Roman schreiben lassen - dachte ich mir. Das ist dem Autor leider aber überhaupt nicht gelungen.

Erzählt wird die Geschichte des Bremer Waisenmädchen Hanna. Als Kind im Heim unterdrückt und vom Pfarrer missbraucht, setzt sich ihr leidvolles Leben und vor allem der sexuelle Missbrauch als Dienstmädchen in verschiedenen Familien fort. Die Reise nach Afrika ist für sie eine Flucht - aber dort angekommen, soll sie Frau eines widerlichen deutschen Siedlers werden. Auf der mehrtägigen Zugreise ins Landesinnere des heutigen Namibia widersetzt sie sich seinen Annäherungsversuchen, nur um anschließend sexhungrigen deutschen Soldaten zum Opfer zu fallen, die in der Kolonie eingesetzt werden, um gegen die aufständischen Eingeborenen zu kämpfen. Schwer verletzt und verstümmelt taugt sie schließlich nicht mehr als Ehefrau und wird zusammen mit anderen Frauen, die sich nicht "vermitteln" lassen, in eine Art Puff in der Wüste abgeschoben, in dem regelmäßig deutsche Soldaten einfallen.
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Von Flora am 23. Dezember 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Hanna wächst in deinem Waisenhaus in Bremen auf. Vom Pfarrer missbraucht und von der strengen Waisenhausleiterin gequält, träumt sie von einem Ort, wo die Sonne scheint und Palmen wachsen. Zunächst wird sie jedoch Dienstmädchen und wechselt von einer grausamen Dienstherrin zur nächsten. Schließlich landet sie auf einem Schiff nach Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia). Sie verliebt sich in eine Mitreisende, die ihr die lüsternen Matrosen jedoch wieder entreißen. Und in Afrika angekommen, gerät sie an einen abscheulichen Hauptmann, der sie vergewaltigt, foltert und verstümmelt ... aaaaah!
Das ist nur ein Bruchteil der Qualen, die die arme Hanna erleiden muss. Seitenlang ergeht sich der Autor in minutiösen Schilderungen der Grausamkeiten, die dem armen Mädchen widerfahren. Die Qualität der Sprache ist dabei erstaunlich literarisch, die Bilder, die Metaphern, die Dialoge, alles stimmt. Wenn nur der Plot nicht wäre. Und die plumpen Charakterzeichnungen. Die Weißen - besonders die Männer - sind böse und verderbt. Die eingeborenen Namas dagegen sind von natürlicher Unschuld und Würde. Mit Voodoo-Zauber und Wurzelgebräu pflegen sie die gebeutelte Hanna wieder gesund und tanzen den Regen herbei. Edle Wilde, die sich mit den gequälten Frauen solidarisieren, um sich gegen die sexsüchtigen Kolonial-Machos zu wehren: Schwarz-Weiß-Malerei in Perfektion.
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