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Die Winterrose: 8 CDs Audio-CD – Gekürzte Ausgabe, Audiobook, CD

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jennifer Donnelly wuchs im Staat New York auf. Ihr erster Roman Die Teerose begeisterte allein in Deutschland über vierhunderttausend Leserinnen. Mit Die Winterrose legte sie ihren zweiten großen Roman vor. Die Wildrose war schließlich der Abschluss der erfolgreichen Rosentrilogie. Jennifer Donnelly, deren Familie aus Schottland stammt, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Brooklyn.



Sabine Arnhold studierte Schauspiel an der Theaterhochschule Leipzig. Neben Engagements an verschiedenen Theaterbühnen arbeitet sie als Sprecherin für Rundfunk und Fernsehen. Bekannt ist ihre Stimme u. a. durch die Synchronisation von Lisa Edelstein alias Dr. Cuddy in der US-Serie Dr. House.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prolog

London, Mai 1900

Einen Bullen konnte Frankie Betts schon von weitem riechen. Bullen rochen nach Bier und Haarwasser und gingen, als ob ihre Schuhe drückten. In den Armenvierteln unter den vielen hungrigen Leuten nahmen sie sich besonders feist und fett aus, rausgemästet wie sie waren von all den kostenlosen Mahlzeiten, die sie sich zusammenschnorrten.
Bullen machten Frankie rasend. Sie brachten ihn dazu, daß er alles und jeden, der ihm in die Quere kam, niederknüppeln wollte. Und jetzt saß einer direkt neben ihm. Im Barkentine. In der Hochburg der Firma. Und tat so, als wäre er ein ganz normaler Gast. Trank, redete und bestellte Essen.
Was für eine gottverdammte Frechheit!
Frankie drückte seine Zigarette aus. Er schob seine Ärmel zurück, stand auf und wollte den Mann verprügeln, bis ihm das Licht ausging. Doch bevor er dazu kam, stand plötzlich ein frisches Bier auf der Theke. Desi, der Wirt, hatte es hingestellt.
»Du gehst doch noch nicht, Kumpel? Bist doch gerade erst gekommen.« Desis Stimme klang freundlich, aber seine Augen blinzelten warnend.
Frankie nickte. »Danke«, sagte er mit zusammengepreßten Lippen und setzte sich wieder.
Desi hatte gut daran getan, ihn aufzuhalten. Sid wäre sauer. Er würde sagen, er sei enttäuscht. Frankie war nicht so dumm, Sid zu enttäuschen. So dumm war keiner.
Er trank einen Schluck Bier, zündete eine weitere Zigarette an und schob den Fehler, den er fast begangen hätte, auf seine schlechten Nerven. Es war eine schwierige Zeit für die Firma. Eine gefährliche Zeit. Die Bullen jagten sie gnadenlos. Letzte Woche hatten sie einen Wagen mit Lohngeldern ausgeraubt und waren mit über tausend Pfund abgehauen, was Freddie Lytton, den hiesigen Parlamentsabgeordneten, dazu brachte, ihnen den Krieg zu erklären. Er ließ Sid festnehmen. Ronnie und Desi ebenfalls. Aber der Richter hatte sie wieder laufenlassen. Es stellte sich raus, daß es keine Zeugen gab. Zwei Männer und eine Frau hatten den Überfall gesehen, doch als sie hörten, daß sie gegen Sid Malone aussagen sollten, konnten sie sich plötzlich nicht mehr erinnern, wie die Räuber ausgesehen hatten.
»Die Polizei hat einen Fehler gemacht und den falschen Mann verhaftet«, sagte Sid auf den Stufen von Old Bailey zur Presse, nachdem er freigelassen worden war. »Ich bin kein Krimineller. Nur ein Geschäftsmann, der auf ehrliche Weise seinen Lebensunterhalt verdienen will.« Das war ein Satz, den er schon oft gebraucht hatte - wann immer die Polizei in seiner Werft oder in seinen Pubs Razzia machte. Er sagte ihn so oft, daß Alvin Donaldson, ein Kriminalinspektor, ihn den »Vorsitzenden« und seine Bande die »Firma« getauft hatte.
Lytton war außer sich gewesen. Er schwor, Sids Kopf auf einem Tablett zu servieren. Er schwor, er würde jemanden finden, einen ehrlichen Menschen, der keine Angst hatte, die Wahrheit zu sagen, der sich vor Malone und seiner Verbrecherbande nicht fürchtete, und wenn ihm das gelänge, würde er sie lebenslänglich hinter Gitter bringen.
»Der macht bloß Wind«, sagte Sid. »Will sein Bild in der Zeitung sehen. Schließlich sind bald Wahlen.«
Frankie hatte ihm geglaubt, aber jetzt saß dieser Bulle hier, frech wie Oskar, und er war sich nicht mehr so sicher, ob Sid recht hatte. Frankie sah den Mann an - nicht direkt, sondern im Spiegel über der Bar. Kam er von Lytton? Oder von jemand anderem? Warum hatte man ihn hergeschickt?
Wo es einen Bullen gab, gab es gewöhnlich noch ein Dutzend andere. Frankie ließ den Blick durch den Raum schweifen. Wenn je ein Pub den Namen Räuberhöhle verdiente, dachte er, dann das Bark. Der dunkle niedrige Bau in Limehouse war zwischen zwei Lagerhäuser am Nordufer der Themse gequetscht. Die Vorderseite lag an der Narrow Street, die baufällige Rückseite hing über den Fluß. Bei Flut konnte man die Themse gegen die Rückwand schwappen hören. Frankie kannte fast jedes Gesicht. Drei Kerle aus dem Viertel standen am Kamin und reichten Schmuckstücke hin und her, vier weitere spielten Karten, während ein fünfter Pfeile auf eine Dartscheibe warf. Andere saßen dicht gedrängt um wacklige Tische oder an der Bar, rauchten, tranken, redeten und lachten laut. Prahlten und stolzierten großspurig herum. Kleinkriminelle, alle zusammen.
Der Mann, hinter dem der Bulle her war, prahlte nicht, stolzierte nicht herum und hatte auch sonst nichts an sich, was auf eine geringe Stellung hingewiesen hätte. Er war einer der mächtigsten und am meisten gefürchteten Verbrecherbosse in London, und Frankie dachte, wenn dieser erbärmliche Bulle wüßte, was gut für ihn ist, würde er abhauen. Solange er noch konnte.
Noch während Frankie den Mann beobachtete, kam Lily, das Barmädchen, aus der Küche und knallte so heftig einen Teller vor ihn hin, daß die Brühe auf seine Zeitung schwappte.
»Einmal Limehouse-Eintopf«, sagte sie.
Der Mann starrte auf die dampfende Plörre. »Das ist Fisch«, sagte er ausdruckslos.
»Sie sind mir ein echter Sherlock Holmes. Was erwarten Sie? Lammkarree?«
»Schweinefleisch, dachte ich.«
»Wir sind hier in Limehouse. Nicht auf der grünen Wiese. Das macht zwei Pence.«
Der Mann schob eine Münze über die Bar, dann rührte er mit einem schmutzigen Löffel die graue Brühe um. Knochen und Hautstücke schwammen darin herum, ein Kartoffelschnitz und etwas Sellerie. Ein Brocken glitschiges weißes Fleisch kam nach oben, das schon ziemlich verdorben wirkte.
Karpfen, dachte Frankie. Die sah er oft bei Ebbe. Riesige Apparate mit trüben Augen, die hilflos im stinkenden Flußschlamm zappelten. Einen Bissen davon, Kumpel, dachte er, und du hast eine Woche lang die Scheißerei.
Desi kam herüber. »Irgendwas nicht in Ordnung mit Ihrem Essen?« fragte er. »Sie haben's ja nicht mal angerührt.«
Der Fremde legte seinen Löffel weg. Er zögerte.
Sag lieber, daß es schmeckt, dachte Frankie.
»Ich krieg keinen Bissen runter, egal, wie sehr ich mich auch anstrenge«, sagte er schließlich. »Hab bloß von Porterbier gelebt. Sobald ich was anderes eß, dreht's mir den Magen um.«
»Was? Sonst nichts?«
»Porridge. Milch. Manchmal ein Ei. Die Wachleute im Gefängnis sind schuld daran. Die Bauchtritte, die sie mir verpaßt haben. Davon hab' ich mich nicht mehr erholt.«
Frankie hätte fast laut herausgelacht.
Desi jedoch nicht. Sein Gesichtsausdruck blieb ungerührt. »Sie waren im Knast?« fragte er.
»Ja. Einbruch. In einem Juwelierladen oben in Camden. Ich hatte ein Klappmesser in der Tasche, also sagten die Bullen, ich wär' bewaffnet gewesen. Hab' fünf Jahre gekriegt.«
»Und Sie sind gerade rausgekommen?«
Der Fremde nickte. Er nahm seine Mütze ab. Ein typischer Gefängnishaarschnitt kam zum Vorschein.
Desi grinste. »Du armer Teufel«, sagte er. »Wo hast du denn eingesessen? In Reading?«
»Petonville.«
»Da hab' ich selbst mal 'ne Weile gesessen. Der Wärter ist ein übles Schwein. Willocks hieß er. Macht er noch immer allen das Leben zur Hölle?«
»O ja.«
Blödsinn, du dummer Hund, dachte Frankie. Hättest dich umhören sollen.
Es gab keinen Willocks in Petonville. Hatte nie einen gegeben.
Desi schenkte ein neues Glas Porter ein. »Hier, Alter. Geht aufs Haus.«
Als er wegging, um andere Gäste zu bedienen, tauschte er wieder einen Blick mit Frankie aus. Paß auf den auf, sollte das heißen.
Frankie wartete eine Weile, trank einen Schluck aus seinem Glas, rauchte und stieß dann den Mann am Arm an, so daß Bier auf dessen Zeitung schwappte.
»Tut mir leid, Kumpel«, entschuldigte er sich, als hätte es sich um ein Mißgeschick gehandelt. »Jetzt ist deine Zeitung naß.«
»Macht nichts«, sagte der Bulle lächelnd. »Das Schmierblatt taugt sowieso bloß zum Aufwischen.«
Frankie lachte. Der Mann nutzte seine gespielte gute Laune für einen Einstieg. Ganz wie er erwartet hatte.
»Michael Bennett«, stellte er sich vor. »Freut mich, dich kennenzulernen.«
»Roger Evans«, sagte Frankie. »Gleichfalls.«
»Hast du davon gehört?« fragte Bennett und deutete auf die Titelstory. »Es geht um einen Raub... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Top-Kundenrezensionen

Von JOKO TOP 500 REZENSENT am 29. Oktober 2008
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Auch der Nachfolger der "Teerose", die " Winterrose" ist ein gelungener Schmöker mit Suchtgarantie.

Im Mittelpunkt dieses Romans, steht die junge,adelige India Selwyn Jones. Die ehrgeizige junge Frau, die mit dem Parlamentsabgeordneten Freddy Lytton verlobt ist, kennt nur ein Ziel, ihr Medizinstudium zu beenden und als Ärztin zu arbeiten, in einer Zeit, in der es Frauen noch sehr schwer gemacht wird sich beruflich zu etablieren, denn wir befinden in den ersten Tagen des Jahres 1900 in London.

Nach Erfüllung ihres Traumes arbeitet India nicht etwa in ihren Kreien als Ärztin, sondern sie eröffnet mit einer anderen jungen Frau,Ella Moskowitz, die auch später zu ihrer Freundin wird, eine freie Klinik für Frauen in einem der ärmsten Stadtteile Londons, in Whitechapel.Ihr Verlobter Freddy unterstützt ihr soziales Engagement, wo er nur kann. Als India während ihr Arbeit den Gangsterboss Sid Malone kennen und lieben lernt,kommt es allerdings zu spannenden Komplikationen, da Sid Malone der größte Widersacher und Erzrivale ihres Verlobten Freddy ist.

Spannend, emotional und wunderbar geschrieben, stellt Jennifer Donnelly ihr neues fulminates Werk vor. Man taucht ein in das Jahr 1900, die Stadt London und die dortigen Verhältnisse werden spannend und gut vorstellbar beschrieben Wir erfahren viel über die medizinischen Verhältnisse der damaligen Zeit, die vor allem für gebärende Frauen gefährlich waren und freunden uns schnell mit den fantasievoll und dicht beschriebenen Personen dieses Schmökers an. Sogar einige Personen aus dem Vorgängerroman treffen wir wieder, so Fiona und Jo, die mir in der "Teerose" schon gut gefallen haben.
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Kommentar 144 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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Von Kristina am 2. Februar 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Meine Erwartungen an den zweiten Teil der Teerosen-Trilogie waren hochgeschraubt ... Aber Jennifer Donnelly ist es tatsächlich gelungen, diese noch zu übertreffen.

Es geht um bedingungslose Liebe - allerdings kommen auch Rache und Betrug auf den fast 800 Seiten, die unterteilt sind in 133, leicht leserliche Kapitel, nicht zu kurz.

Die Autorin versteht es hervorragend, ein authentisches Bild Londons zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zu zeichnen, vermittelt fassbare Fakten über Afrikas Kolonialisierung und schafft Stimmungen, die einen um sich herum Raum und Zeit vergessen lassen.

Zusätzlich belebt wird die Handlung von finsteren Gestalten, die wie 'Wölfe im Schafspelz' ihr Unwesen treiben und für reichlich Nervenkitzel sorgen ...

Die junge, frisch promovierte Ärztin India Selwyn-Jones nimmt eine Stelle in einer Arztpraxis im ärmsten Stadtteil Londons, Whitechapel, an. Eine Entscheidung, die auf reichliche Widerstand stößt.

Durch die Begegnung mit Sid Malone gerät Indias Welt dann vollends aus den Fugen. Denn sie ahnt nicht, dass Sid gar nicht der ist, der er vorgibt zu sein ...

Und so beginnt eine wahrlich abenteuerliche Reise quer durch London und seine Unterwelt, bis nach Afrika und wieder zurück, um schlussendlich in Amerika zu enden.

'Die Winterrose' ist ein fesselnder Liebesroman, voller Romantik, Spannung und Leidenschaft, in dem man komplett versinkt.

Kurze Anmerkung am Rande: Obgleich es nicht zwingend erforderlich ist, die Vorgeschichte zu kennen, empfiehlt sich wegen der gewachsenen Bindung zu den Figuren aus meiner Sicht dennoch die angedachte Reihenfolge.
2 Kommentare 102 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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Format: Gebundene Ausgabe
...aber streckenweise sehr mit Klischee und Drama überfrachtet.

India Selvyn Jones will schon seit ihrer Kindheit Ärztin werden. Für ein Mädchen im beginnenden 20. Jahrhundert, das dazu noch aus einem wohlhabenden und aristokratischen Elternhaus stammt scheint dies allerdings ein zu hoch gestecktes Ziel, denn von ihr wird erwartet wird, dass sie heiratet und Erben gebiert.
Dennoch schafft sie es und kann schließlich in Whitechapel, dem ärmsten Viertel der Stadt London, als Ärztin arbeiten. Alles scheint gut zu sein, denn ihr Verlobter Freddie Lytton, ein ambitionierter Abgeordneter, unterstützt India in ihren sozialen Bestrebungen. So glaubt sie jedenfalls. Sie ahnt nicht was Freddie hinter ihrem Rücken treibt und dass er ihr Verderben bereits vor Jahren eingeleitet hat.
Als India den Verbrecherboss Sid Malone kennen und lieben lernt verkompliziert sich ihr Leben unendlich. Freddie ist Sids Todfeind und der Herr Abgeordnete schaut natürlich nicht tatenlos zu, als India eigene Wege geht.

Mein Lob:
Wow, ich möchte nicht wissen wie lange Jennifer Donnelly recherchiert hat, bis sie so umfangreiches Hintergrundwissen zusammen getragen hat. Spielerisch leicht und sehr lebendig lässt sie den Leser in das London von 1900 eintauchen. Alles ist plastisch, gegenwärtig, glaubwürdig, fesselnd, selbst die offenen Brüche und Zangengeburten hat man direkt vor Augen beim Lesen ;-). Mit der ehrlichen und altruistischen India ist Jennifer Donnelly eine sehr liebenswürdige Heldin gelungen, die natürlich das Opfer gemeinster Intrigen werden muss, bevor sie das Glück findet.
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10 Kommentare 54 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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