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Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne Taschenbuch – 11. Juni 2007

4.2 von 5 Sternen 17 Kundenrezensionen

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Schon lange hatte der Wirtschaftsjournalist James Surowiecki den Verdacht, dass Gruppen klüger sind als Einzelne. Und auch, wenn sich ohne Mühe zu Hauf Beispiele kollektiven Scheiterns aufführen lassen: Die Weisheit der Vielen belegt nicht nur sehr schlüssig, dass richtig zusammengestellte und nach den richtigen Entscheidungsregeln handelnde Gruppen in aller Regel tatsächlich bessere Erfolgvoraussetzungen haben, als Individuen. Er zeigt vor allem, und das wird Manchen dann doch überraschen, dass die oft so verschmähte "Masse" unabhängig voneinander agierender Einzelner bessere Problemlösungen produziert als individuelle Entscheider, wenn sie darauf vertrauen kann, dass ihr Wort tatsächlich etwas zählt.

Dafür führt der Autor des ebenso tiefsinnigen wie andererseits auch amüsanten Buches zahlreiche Belege aus sämtlichen Gesellschaftsbereichen an. So verweist er etwa darauf, dass in der sehr erfolgreichen Fernsehshow "Wer wird Millionär" die individuellen "Telefonjoker" zu 65 Prozent die richtige Antwort parat haben, der Publikumsjoker aber in 91 Prozent der Fälle. Seit langem weisen Wissenschaftliche Untersuchungen in diese Richtung. Surowiecki berichtet hier unter anderem von einem Versuch der Soziologin Kate H. Gordon, die rund 200 Studenten Objekte nach ihrem Gewicht reihen ließ: Zu 94 Prozent erwies sich die Gruppenschätzung als zu 94 Prozent richtig und (abgesehen von wenigen Ausnahmen) besser als jede der individuellen Schätzungen. In einem anderen Versuch bestand die Aufgabe darin, zehn Häufchen grober, auf einem weißen Karton aufgeklebter Schrotkörner, die sich in ihrer Größe nur geringfügig unterschieden, der Größe nach zu ordnen. Auch hier erreichte die Genauigkeit der Gruppenschätzung 94,5 Prozent…

Von diesen Phänomenen ausgehend hat Surowiecki nach Beispielen im wirklichen Leben gesucht. Und er ist dabei auf verblüffende Zusammenhänge gestoßen, die sich nach seiner Überzeugung nicht nur Unternehmen, sondern die Gesellschaft überhaupt zu Nutze machen sollte. Bei alldem blendet der Autor die Tatsache, dass auch Gruppen bisweilen grandios irren, nicht einfach aus, sondern nimmt solche Beispiele zum Anlass, nach den Gründen solchen Scheiterns zu fragen. Wirklich lesenswert! --Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

" Fesselnd erzählt... Die elegante Übersetzung macht seinen fundierten Report zum Lektüregenuss - außer vielleicht für ein paar allzu überhebliche Experten." (DER SPIEGEL)

"Faszinierend, eines jener Bücher, die die Welt auf den Kopf stellen." (Malcolm Gladwell, Autor von Tipping Point)

"Mit der Nase des Trüffelschweins durchstöbert Surowiecki die wissenschaftliche Literatur, die historischen Archive und die aktuelle Medien-Berichterstattung auf Indizien für die höhere Weisheit vieler Köpfe." (Die Welt)

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
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Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Dem Autor geht es darum, anhand von vielen Beispielen und wissenschaftlichen Experimenten nachzuweisen, dass kollektive Intelligenz ein Schlüssel zu besseren Entscheidungen ist.

Dabei konzentriert er sich auf drei wichtige Arten von Problemen:

a) Kognitionsprobleme; d.h. um das Finden von Antworten auf Fragestellungen.

b) Koordinierungsprobleme; d.h. um das Finden von Möglichkeiten Verhalten zu koordinieren.

c) Kooperationsprobleme; d.h. um Lösungen um das Zusammenarbeiten von Menschen mit Eigeninteressen zu ermöglichen.

Damit "die Masse" diese Probleme besser löst als z.B. ein Expertenzirkel, sind aus seiner Sicht vier Bedingungen zu erfüllen:

1) Meinungsvielfalt

2) Unabhängigkeit der Meinungen des Einzelnen (frei sein von der Beeinflussung durch andere)

3) Dezentralisierung

4) Aggregation (ein Mechanismus bündelt die individuellen Urteile zu einer kollektiven Entscheidung)

Im ersten Teil des Buches beleuchtet Surowiecki seine Theorie der kollektiven Intelligenz. Aus Unternehmenssicht interessant sind insbesondere

1) der Ansatz mit Entscheidungsmärkten bessere Entscheidungen in Unternehmen herbeizuführen.

2) Personaler dürften sich auch im allgemeinen zu wenig klar sein, welches Potenzial in Neuankömmlingen im Unternehmen steckt. Diese Mitarbeitergruppe hält Surowiecki für wichtig, um die in vielen Unternehmen existierenden vorherrschenden Meinungen in Frage zu stellen. Die gescheitesten Gruppen seien die, die aus Personen mit unterschiedlichen Perspektiven bestünden.

3) Sind wirklich die Unternehmen mit den klügsten Mitarbeitern die besten im Markt?
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Von Kankin Gawain TOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 16. Februar 2008
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Die Tatsache, dass Gruppen unter bestimmten Umständen bessere Ergebnisse liefern können als einzelne, teilweise sogar bessere als das beste Mitglied der Gruppe, ist schon interessant, und darum ist das Buch auch lesenswert.
Allerdings reicht diese eine Wahrheit nicht aus, um damit 343 Seiten durchgehend spannend zu füllen. Das heißt: Das Buch hat leider "Längen".

Im ersten Teil wird beschrieben, wann und warum Gruppen die besseren Entscheider sind, im zweiten Teil wird differenziert und dargelegt, wann und wie Gruppen gegenüber Einzelnen versagen. Und auch darin zeigt sich ein stilistischer Mangel: die spannende Kernaussage müsste eigentlich in der zweiten Hälfte des Buches ausgebreitet werden statt schon in der ersten - um den Spannungsbogen zu halten. Aber dann wäre das Buch umso weniger lesbar, da man sich erst einmal durch das, nun zweite, weniger interessante Kapitel "durcharbeiten" müsste.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Der Autor begeistert sich zu Beginn ausführlichst für die mathematische Banalität, dass der Durchschnitt eines von vielen Menschen geschätzten Wertes (in diesem Fall das Gewicht eines Ochsen) dem tatsächlichen Wert näher kommt, als die Schätzung einzelner "Fachleute". Dieses ist banal, da sich falsche Schätzungen gegenseitig aufheben - um so mehr, je mehr Menschen beteiligt sind. Die Leserin wundert sich über die Begeisterungsfähigkeit des Autors - und nach gefühlten 20 Seiten gibt er sogar zu, dass es sich um eine mathematische Banalität handelt - wozu also gleich ein Buch schreiben? Im gleichen Kapitel nennt er den Publikumsjoker bei Wer-wird-Millionär als weiteres Beispiel für die "Weisheit der Vielen" - eine Abstimmung über die Möglichkeiten a-b-c-d ist aber etwas völlig anderes als die Berechnung eines Durchschnittswertes. Genauso unstringent und unsauber in der Argumentation geht das Buch weiter. Der Autor verliert sich in langatmigen Beispielen - der Leser verliert den Überblick, was der Autor mit seinem Beispiel belegen wollte und welche Thesen er überhaupt vertritt. Und wie die "Weisheit der Vielen" in alltäglichen Gruppensituationen genutzt werden kann, weiß ich immer noch nicht. Ich habe aber auch nach der Hälfte des Buches kapituliert!
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Format: Gebundene Ausgabe
Große Gruppe ist besser als Expertenmeinung! Ist das etwa so billig und immer so??
James Surowiecki nennt dieses Phänomen "Die Weisheit der Vielen" und das gleich lautende Buch fasziniert mich sehr.
In diesem ausserordentlich spannenden Buch zeigt er, dass die Weisheit der gesamten Gruppe besser als die beste Lösung des Experten sein kann - aber nicht muss! Wichtig sei, dass die Gruppe vielfältig gemischt sei und alle Individuuen unabhängig und autonom, d.h. ohne Absprachen entscheiden. Dann sei eine exaktere und kreative Lösung der Gesamtgruppe möglich. Surowiecki zeigt an einer immens großen Beispielfülle aus Alltag, Wirtschaft und Gesellschaft, dass die Menge eine intelligentere Lösung liefern kann.
Aber das Buch ist kein Manifest auf die alleinige Macht der Gruppe. Der Autor vergisst nicht, dass Gruppen auch irren können.
Der erste Teil des Buches ist der Theorie gewidmet ist: wie äußert sich das Phänomen bei a) Kognitions- b)Koordinierungs- und c) Kooperationsproblemen.
Der zweite Teil verfolgt Fallstudien aus den Bereichen Verkehr, Wissenschaft, die Columbia-Katastrophe, Unternehmen, Märkte und Demokratie.
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